Forscher finden "Stonehenge Brasiliens"

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Archäologen haben im brasilianischen Amazonas-Gebiet nach eigenen Angaben eine bis zu 2000 Jahre alte Sternwarte entdeckt. Die Forscher verglichen ihren Fund mit dem berühmten Stonehenge in England.
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April und Lenz

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Die etwa 400 Leute, die den Familiennamen Abrell tragen, heißen in diesem Monat genau richtig. Denn Abrell ist die alte oberdeutsche Form für April. Den Namen April gibt es etwa 60mal, die meisten schreiben sich aber mit doppeltem "l". Der Name kommt vom lateinischen Aprilis, dem Monat, der das römische Jahr eröffnete (lateinisch aperire = eröffnen). Daß Leute nach Monaten und Jahreszeiten benannt wurden, erklärt sich aus der Naturalwirtschaft des feudalen Mittelalters. Die meisten Bauern waren Pächter und mußten zu bestimmten Zeiten ihren Zins zahlen: Feldfrüchte im Sommer, Schlachtvieh im Winter. Da im Frühjahr nach dem langen Winter meist nichts übrig war, leisteten sie statt dessen Fron- und Spanndienste bei der Frühjahrsbestellung.
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Bärenstecher und Nonnenmacher

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Es gibt viele Familiennamen, die auf falsche Fährten locken: Was war etwa ein Mohrenstecher? Ein Kreuzfahrer? Und die Bierschneider und Nonnenmacher? Alle diese Namen gehen auf den Beruf des Kastrators zurück. Was heute der Tierarzt macht, besorgte im Mittelalter ein Handwerker. Und daß uns dieses Handwerk in so vielen Namen überliefert ist, liegt daran, daß die mittelhochdeutsche Sprache für das kastrierte Schwein viele Wörter kennt: "nunne" heißt der kastrierte Eber. Davon abgeleitet sind die Nunner, Nunnemann und Nunnenmacher. Den letzteren formte der Volkswitz um in Nonnenmacher (etwa 1500 Namensträger). Es gibt auch die Namen Nonner und Nonne(n)mann (500 Mal).
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Beck und Beckenbauer

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Kurt Beck, Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz und nun zugleich SPD-Vorsitzender, trägt einen Familiennamen, der ein alter Berufsname ist. Beck hieß der Bäcker im Mittelalter. Unsere Familiennamen haben den Berufsnamen bewahrt, und er ist, seiner Bedeutung und Verbreitung entsprechend, außerordentlich häufig: Es gibt ihn fast 60 000mal. Weit übertroffen wird er aber vom Becker, der den Beck als Berufsname ab dem 12. Jahrhundert ablöst und in der Zeit, als die Familiennamen sich endgültig festigten, fast allgemein geworden ist. Gegenüber den 170 000 Beckers sind die rund 7000 Bäcker geradezu selten. Denn als die heutige Namensform des Bäckerberufs aufkam, war die Bildung der Familiennamen schon praktisch abgeschlossen. Unsere Familiennamen spiegeln die ganze Vielfalt der buntgewürfelten Zunft der Brotbereiter durch die Jahrhunderte und alle Dialektlandschaften.
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Kräuter und Dostler

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Der Familienname Krüdewagen belegt anschaulich, daß der frühe mittelalterliche Arzt auch notgedrungen sein eigener Apotheker war. Mit seinem Kräuterwagen zog er von Kirmes zu Kirmes und mixte den Leuten an Ort und Stelle Tinkturen und Salben.
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Schönwolf und Schindewolf

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Ein knappes Tausend Leute heißen Schön(e)wolf. An dem Namen ist auf den ersten Blick nichts Ungewöhnliches, denn Namen, die das Wort Wolf enthalten, gibt es in Fülle: Den Familiennamen Wolf(f) zusammen mit dem niederdeutschen Wulf(f) mehr als 200 000mal (Wölfle und Wülfing gar nicht gerechnet). Als unsere Familiennamen entstanden, genoß der Wolf dank seiner Stärke hohen Respekt: Wölfe waren ja die Begleiter des germanischen Göttervaters Wotan (Odin). Kraftvoll ja. Aber schön? Das macht den Namenforscher mißtrauisch, und alte Urkunden bringen es an den Tag: Die Schön(e)wolf haben sich getarnt. Ursprünglich hießen sie Schindewolf. Und die - ehrlich gebliebenen - Schindewolf gibt es immerhin auch noch etwa 500mal.
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Stotterer und Breitsprecher

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Als Jürgen Schrempp als Vorstand der DaimlerChrysler AG mit einigen Blessuren zurücktrat (der Börsenkurs des Konzerns reagierte auf seinen Weggang mit Gewinn), machte er - wohl unbewußt und ungewollt - seinem namengebenden Vorfahren alle Ehre. Schrempp, das ist "der Mann mit der Wunde" (Schramme). Gemeint ist wohl eine Narbe.
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Rumsfeld: Dieser Name bedeutete ursprünglich "Räum das Feld ab"

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Der Familienname des hochgeschätzten Schriftstellers Peter Rühmkorf hat mit Ruhm und Rühmen nichts zu tun. Im Gegenteil. Sein namengebender Vorfahr war ein Wegelagerer und Räuber: Räumdenkorb (aus) war sein ursprünglicher Name (viele Namen aus diesem Bereich sind sogenannte Satznamen: Namen, die aus einem ganzen Satz bestehen). Die Namen Rühmekorb und Rühmkorb lassen ihren Ursprung besser erkennen.
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(C) Daniel Oswald