Nach dreißig Jahren präsentiert Frankreich wieder einmal Courbet. Den Auftakt zur Ausstellung bildet eine Folge verwirrender Selbstporträts. In ihnen paradiert der unerhörte Egotismus des jungen Künstlers. Dieser präsentiert sich nicht nur in immer anderen Attitüden, die zwischen Ecce-Homo und Hybris schwanken, Courbet entzieht sich durch den chamäleonhaften Auftritt als Dandy, Raucher, Cellospieler, Verwundeter, Melancholiker, Verzweifelter letztlich jeder Charakterisierung. Man spürt, dass sich jemand in seinem Jahrhundert etablieren möchte, der die Freiheit des Rollenspiels gegen politische Zwänge und gegen die ästhetischen Kategorien des Klassizismus und der Romantik stellen sollte. Stolz verkündet der Maler in einem Brief: „Wenn ich nicht mehr umstritten bin, werde ich nicht mehr bedeutend sein.“
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