Nicht sechs Millionen Juden wurden ermordet. Ein Jude wurde ermordet, und das ist sechs Millionen Mal geschehen.“ Mit diesen Worten wird Abel Jacob Herzberg in der Ausstellung „Anne Frank – eine Geschichte für heute“ zitiert, die zurzeit in der Schmalkalder Stadtkirche zu sehen ist. Das Zitat des niederländisch-jüdischen Schriftstellers bringt eine der Intentionen der Ausstellung auf den Punkt: Anhand Anne Franks Biographie werden die Gräueltaten der Nazis, die Deportationen sowie der fabrikmäßig organisierte Genozid an Juden und anderen Minderheiten, entanonymisiert. Anstelle der zigmillionen namens- und gesichtslosen Opfer treten zu Tode gequälte Menschen, die Mutter, Vater, Bruder, Schwester, Freund, Kollege oder Nachbar waren.
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