Wien, am 10. November 1918. Seit einer Woche ist der Weltkrieg zu Ende. Niemand ahnt, dass dieser Schlächterei in wenigen Jahren „Armageddon“ folgen wird: ein zweiter Weltkrieg. Von den acht Millionen Soldaten, die zwischen 1914 und 1918 für „Gott, Kaiser, Vaterland“ ins Feld gezogen waren, sind 1.016.000 gefallen, 1.943.000 verwundet, 1.691.000 in Gefangenschaft, in der nochmals 480.000 sterben werden bzw. schon gestorben sind.
Am Morgen dieses Sonntags versucht der junge Kaiser Karl in Schönbrunn ein letztes Mal, den wankenden Thron der Habsburger zu retten. Er bittet den Wiener Kardinal Friedrich Gustav Piffl, bei der christlichsozialen Parteispitze zugunsten der monarchischen Staatsform zu intervenieren.
Ohne Chance. In Wien herrscht nämlich Panik: Für den Montag sind Demonstrationen zu befürchten. Entweder proklamiert „die Straße“ einfach die Republik, ohne auf die Parteien zu warten; oder die kommunistische „Rote Garde“ fährt nach Schönbrunn hinaus und erzwingt Karls Abdankung.
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