Sein Name erzählt Geschichte: Gregor Peter Demosthenes Strasser. Der erste Vorname erinnert an seinen von der nationalsozialistischen Sonderorganisation Schutzstaffel (SS) ermordeten Onkel, der zweite an seinen Grossvater, einen bayrischen Kanzleirat, der dritte an die Insel Samos, wo er geboren wurde, der Familienname an Vater Otto, der erst mit, dann gegen Hitler marschierte, 22 Jahre auf der Flucht und im Exil lebte. «Ich bin völlig unpolitisch», sagt Gregor Peter Demosthenes Strasser, 73-jährig, Schweizer Bürger. Er sitzt am Stubentisch seines Einfamilienhauses im sankt-gallischen Bronschhofen und erzählt. Der Reihe nach. – Als er am 25. Mai 1935 auf Samos geboren wird, bemüht sich sein Vater von seinem Exil in Prag aus, den Widerstand gegen Hitler wachzuhalten. Otto und dessen Bruder Gregor gehörten ab 1925 zu den führenden Köpfen der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP): Otto leitete zusammen mit seinem Sekretär Joseph Goebbels die Parteipresse im Norden Deutschlands, Gregor war Reichsorganisationsleiter und Mitglied des Reichstags. 1930 kam es zum Bruch: Otto Strasser, Verfechter eines nationalen Sozialismus, lehnte die Zusammenarbeit Hitlers mit Industriellen und Grundbesitzern ab, kehrte ihm mit dem Ausspruch «Die Sozialisten verlassen die NSDAP» den Rücken und gründete mit Getreuen die oppositionelle «Schwarze Front». Gregor blieb bis 1932 im Amt, verlor den Machtkampf gegen Goebbels und wurde 1934 von der SS bei internen Säuberungen exekutiert. Otto, von Goebbels als «Hitlers Feind Nummer 1» bezeichnet, setzte sich rechtzeitig nach Österreich, dann in die Tschechoslowakei ab und überstand mehrere Attentatsversuche.
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