Extreme Gewalt

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Angesichts der organisierten Massentötungen der Nationalsozialisten, der Massaker und Völkermorde im 20. Jahrhundert verschlägt es einem die Sprache. Die Versuchung ist groß, solche Zivilisationsbrüche als schlechthin unbegreiflich anzusehen, weil ihre Monstrosität unser Begriffsvermögen lähmt. Demgegenüber mag der Satz von Jacques Sémelin "Völkermord ist durchaus zu begreifen - und leider nur allzu gut" fast blasphemisch klingen. Aber er hat recht. Und nicht nur das: Erst wenn die Stufen der individuellen und kollektiven Verrohung begriffen werden, die die Voraussetzung für das Umschlagen abstrakter Vernichtungsphantasien in extreme Gewalthandlungen bildet, wenn die gesellschaftliche Dynamik, die zu ethnischen Säuberungen und Völkermord führt, erkannt wird, ergibt sich - vielleicht - die Chance der Gewaltprävention.
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Kreisky-Preisträger Saul Friedländer im Gespräch

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Saul Friedländer ist ein Spezialist der Geschichte des Holocaust, dem seine Eltern - deutschsprachige Juden aus Prag - zum Opfer gefallen sind; sie wurden in Auschwitz ermordet. Vor ihrer Deportation konnten sie ihren Sohn in einem französischen Kloster verstecken, wo er überlebte.

In seinem Hauptwerk "Das Dritte Reich und die Juden" mischt Friedländer die Schilderung der Ereignisse mit persönlichen Berichten der Opfer in Form von Briefen oder Tagebüchern - eine Methode, die auch zu Polemiken mit deutschen Historikerkollegen geführt hat.

Kritische Stellungnahmen
Saul Friedländer, der auch die israelische Staatsbürgerschaft hat - er unterrichtet in Tel Aviv und Los Angeles - hat auch immer wieder kritisch zur israelischen Siedlungspolitik Stellung bezogen.

Zum Thema Österreich und Vergangenheitsbewältigung meint Friedländer im Gespräch mit Christian Fillitz, man solle auch die überproportional starke Vertretung von Österreichern in führender Position etwa der SS nicht vergessen.
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Ich habe gewonnen und schlafe schlecht

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Es ist eine sehr deutsche Geschichte, voller Pathos und Tschindaradei. Der Aufbau-Verlag war nicht nur der erste, sondern auch der größte Verlag der DDR. Er wurde 1945 von Klaus Gysi, dem späteren Kulturminister und Vater von Gregor Gysi, mitgegründet. Mit sehr gewissenhaften Editionen der deutschen Klassiker und mit Buchtiteln der Emigranten vor allem hat sich der Verlag rasch einen Namen gemacht. Brecht teilte die Rechte zwischen Suhrkamp im Westen und dem Aufbau im Osten. Als Thomas Mann in einem Brief schrieb, "ich habe wiederholt den Aufbau-Verlag wissen lassen, dass ich das Fehlen meiner Bücher in der Ostzone schmerzlich empfinde", ordnete Walter Ulbricht an, dass der Verlag Manns Titel drucken müsse.
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(C) Daniel Oswald