Alfred Andersch im Dritten Reich

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Zweideutige Dokumente befördern die Debatte über die moralische Integrität des Schriftstellers

Es kommt einem vor, als seien die Uhren der deutschen Literatur stehen geblieben. Als würden wie vor einer Tonbandschleife immer wieder dieselben Texte abgespult und zwanghaft die gleichen Argumente ausgetauscht. Namen und Details wechseln, doch im Grunde ändert sich wenig an dem regelmäßig aufgeführten Stück. Die aktuelle Hauptfigur des literatur- und vergangenheitspolitischen Dramas heißt Alfred Andersch. In weiteren Hauptrollen sind der verstorbene Schriftsteller W. G. Sebald, einige Literaturwissenschaftler sowie die Tochter und der Schwiegersohn Anderschs zu besichtigen. Eine rundum neue, überraschende Inszenierung ist es nicht geworden.
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Das lassen wir lieber in der Kiste

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Im Herbst 1923 malte Lovis Corinth ein Porträt seines Nachbarn, des jüdischen Herrenschneiders Walther Silberstein. In das Gemälde schrieb Corinth mit einem wilden Pinselschwung „Herrn Silberstein zur Erinnerung October 1923“. Silberstein revanchierte sich mit einem maßgeschneiderten Anzug für Corinth.

Sieben Jahre später starb Silberstein. Seine Witwe Ada bewahrte das Porträt in ihrer Berliner Wohnung auf. 1942 wurde sie deportiert; das Bild landete noch vor Kriegsende unter ungeklärten Umständen in der Sammlung des ehemaligen NSDAP-Mitglieds Conrad Doebbeke.
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Nur die „Taubstummen“ wussten Bescheid

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Während des Kalten Krieges hielten sowjetische Spezialeinheiten auf acht Flugplätzen in Brandenburg Atombomben bereit
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(C) Daniel Oswald