"Wir glaubten an eine bessere Gesellschaft, wir glaubten an Mao"

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[b]Als Mao die Volksrepublik ausrief, hofften die Chinesen auf einen Neuanfang. Der Aufschwung kam erst nach dessen Tod. Die totalitäre Ordnung blieb.[/b]

Der Platz des Himmlischen Friedens ist von Fahnen rot gefärbt. Die Menschenmassen drängen auf den Platz. Jubel hallt durch Peking. "China ist wieder auferstanden." Mit diesen Worten ruft Mao Tse-tung am 1. Oktober 1949 die Volksrepublik China aus.

Der Vorsitzende der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) ist der Held der Massen. Mao, der den Bürgerkrieg gewonnen und die Revolution zum Erfolg geführt hat. Damals verkörperte er die Hoffnung der Chinesen auf einen Neuanfang.

Auch 2009, wenn China den 60. Jahrestag der Volksrepublik feiert, ist Mao allgegenwärtig. Wenn die Panzer bei der Geburtstagsparade durch die Hauptstadt rollen, die Soldaten marschieren, wird die Welt auf Mao schauen. Sein überdimensionales Bild hängt noch immer am Tor des Himmlischen Friedens.

Obwohl Millionen Menschen unter seinem Regime verhungerten, gefoltert oder umgebracht wurden: Von vielen Chinesen wird der Diktator noch heute als genialer Feldherr und Staatsgründer verehrt.
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Kleines Kolosseum vor den Toren Roms entdeckt

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[b]Entzückung bei Freunden des Altertums: Am antiken Hafen Portus bei Ostia haben Archäologen die Überreste eines kleineren Kolosseums für nahezu 2000 Zuschauer ausgegraben.[/b]

Die von der Universität Southampton geleiteten Ausgrabungen haben in den vergangenen Jahren nach und nach die Fundamente dieses Amphitheaters freigelegt, berichtete der Mailänder Corriere della Sera: Mit 42 Metern Länge und 38 Metern Breite war es kleiner als das Amphitheatrum Flavium (Kolosseum), das als größtes des Altertums und Wahrzeichen des früheren römischen Weltreiches gilt.

Portus war fünf Jahrhunderte lang der größte Hafen des Mittelmeeres, der für die Kapitale des Römischen Reiches Nahrung, Sklaven, wilde Tiere, Luxusgüter und Baumaterial umschlug. Mehrere Jahre lang hat das Team um Professor Simon Keay nun an der bedeutenden antiken Fundstätte, die heute mehrere Kilometer landeinwärts liegt, gemessen und gegraben. Auf dem Gelände eines riesigen Trajan-Palastes in kaiserlichem Stil stießen sie auf das elliptisch geformte Theater, das auf früheren Plänen schon markiert, aber nie gefunden worden war.
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Einmal Prager Botschaft und zurück

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Zwei Jungs, ein Motorrad und im Deutschlandfunk die Berichte über die Ausreise der Botschaftsflüchtlinge in Prag. Die ARD-Tagesschau dringt in diesem Herbst 1989 noch nicht nach Ostsachsen vor, ins Tal der Ahnungslosen. Ich bin 21, mein Freund ist 18 Jahre alt – beide reif genug, um am Sinn des Bleibens zu zweifeln. Aber wir sind zu jung, um den exorbitanten Frust zu empfinden, der in diesen Tagen Tausende DDR-Bewohner in den Westen treibt. Wir ersehnen ein Umdenken der Führung, wollen zu Hause für Veränderungen kämpfen. Der Glaube an die Reformfähigkeit des Regimes macht uns zu "überzeugten Hierbleibern".

In Pirna, südlich von Dresden, haben wir mit anderen Freunden das Wochenende verbracht. Der Gedanke an die Flucht ist allgegenwärtig. Nie können wir sicher sein, ob wir uns beim nächsten Treffen noch sehen. Jeder von uns kennt Menschen, die derzeit im Notaufnahmelager leben. Viele kennen bereits das Gefühl, montagmorgens auf der Arbeit wieder einen Kollegen weniger anzutreffen.

Die Fahrstrecke nach Hause, nach Zittau ins Dreiländereck zu Polen und der Tschechoslowakei, ist kürzer, wenn man den Weg über tschechisches Gebiet nimmt. Und der Tag ist noch lang. Mein Freund schlägt vor, mit dem Motorrad einen Umweg über Prag zu fahren. Dort, so erzählte man, ließen die Menschen alles zurück, um über den Zaun der Deutschen Botschaft zu klettern, weil die DDR ihre Ausreiseanträge nicht genehmigt.

Wir werden ein Stück Geschichte verpassen, wenn wir das nicht mit eigenen Augen sehen, denken wir. Dass etwas Großes geschehen würde, war seit Wochen zu fühlen: Das Neue Forum hatte sich gegründet, eine aus Sicht der DDR-Führung illegale Bewegung. In den Kirchen lasen wir die Gedächtnisprotokolle von Menschen, die die Polizei bei Demonstrationen in Dresden und Leipzig festgenommen und auf der Wache gepeinigt hatte.
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Wie Stalin den Schmied Z. ermorden ließ

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[b]In den Jahren 1937/38 ließ das Sowjetische Innenministerium Hunderttausende einfache Leute hinrichten. Das Deutsche Historische Institut in Moskau dokumentiert einige der vergessenen Schicksale.[/b]

Gebiet Kalinin, Kolchose "Pariser Kommune", am 6. August 1937. Der Leutnant M. des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) erhält den Auftrag, den Schmied Z. zu verhaften. Der Leutnant meldet noch am selben Tag Vollzug. Es beginnt eine auf den ersten Blick unspektakuläre Untersuchung: Ein Personalfragebogen wird ausgefüllt, ein Verhör findet nicht statt.
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Angeblicher Hitler-Schädel stammt von einer Frau

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[b]Jahrzehntelang galt ein Schädelteil mit Einschussloch als einer der wenigen handfesten Belege für den Tod Adolf Hitlers. Nun hat eine DNA-Untersuchung ergeben, dass das Knochenfragment auf keinen Fall dem Diktator gehört haben kann. Das Russische Staatsarchiv meldet allerdings Zweifel an der Studie an.[/b]

Alles, was von Adolf Hitler übrig blieb, waren ein Stück vom Kiefer, eine Zahnbrücke und, glaubt man Moskauer Geheimdienstkreisen, ein Schädelfragment. Doch zumindest der Schädelknochen stammt definitiv nicht von dem Diktator, hat jetzt Nick Bellantoni herausgefunden, Professor für Anthropologie und Staatsarchäologe des US-Bundesstaates Connecticut. DNA-Reste, die der Wissenschaftler aus dem Stück gewinnen konnte, zeigen eindeutig: Der Knochen umschloss einst ein weibliches Gehirn.

Am Tod des Diktators gibt es freilich keinen Zweifel: Eingeschlossen von russischen Truppen in Berlin, schoss er sich am 30. April 1945 im Führerbunker in die Schläfe. Seine engsten Vertrauten schafften die Leiche Hitlers und die seiner frisch angetrauten Frau Eva Braun hinaus, verbrannten sie und bestatteten die Reste im Garten der Reichskanzlei.
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Die Vorhut

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[b]Nur wenige Wochen vor dem Mauerfall flohen so viele Menschen wie nie zuvor aus der DDR. Sie waren den Ereignissen vorausgeeilt – und sahen sich doch plötzlich von der Geschichte überholt.[/b]

Am 15. November 1989 lärmt ein Trabant durch das verschlafene Steinach an der Ens. Dietmar Riemann ist sofort auf der Straße. Wie viel vertrauter als das bayerische 250-Seelen-Nest ist ihm das Trabi-Geknatter!

Erst Anfang Oktober 1989 ist er mit seiner Frau Marga und Tochter Hella hier angekommen; wenige Wochen vor dem Mauerfall hat er so gut wie alles, was er in der DDR besaß, aufgegeben. Ein marodes Bauernhaus dient der Familie jetzt als Bleibe, der Putz platzt von der Decke. Und nun das: Die deutsch-deutsche Grenze – offen! »Als dieser Trabi durchs Dorf fuhr«, sagt Riemann, »da liefen mir die Tränen, da hab ich det alles erst wirklich verstanden.«
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30 Jahre Titanic (das Satiremagazin) - die Ausstellung

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Geburtstagsausstellung "Titanic – Das Erstbeste aus 30 Jahren" im Museum für Komische Kunst

(pia) Die neue Wechselausstellung im "caricatura museum frankfurt" am Weckmarkt widmet sich dem 30. Geburtstag des Frankfurter Satiremagazins "TITANIC".

Vor 30 Jahren erblickte die Zeitschrift "TITANIC" die Dunkelheit der Welt, um ihr fortan Licht und Wärme zu schenken. Gegründet von Robert Gernhardt, Peter Knorr, Chlodwig Poth, F.K. Waechter und Hans Traxler, löste "das endgültige Satiremagazin" "Pardon" als Leitmedium der "Neuen Frankfurter Schule" ab, wurde zum Zentralorgan der kritisch-komischen Intelligenz – ein ständiges Forum für Autoren wie Bernd Eilert, Eckhard Henscheid, Walter Boehlich, Max Goldt, Hans Zippert, Oliver Maria Schmitt und Thomas Gsella; ein stets geöffnetes Atelier für Zeichner wie Bernd Pfarr, F.W. Bernstein, Michael Sowa, Eugen Egner, Greser & Lenz, Walter Moers, Rattelschneck, Ernst Kahl und Rudi Hurzlmeier.
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Ardi, unsere älteste bekannte Vorfahrin

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[b]Jahrelang puzzelten Forscher an den Überresten einer 4,4 Millionen Jahre alten Affendame. Nun revolutioniert "Ardipithecus ramidus" das Verständnis über unsere Vorfahren.[/b]

Geschickt klettert sie auf allen Vieren durchs Geäst einer mächtigen Feige. Doch sobald das Affenweibchen auf dem Grasboden unter dem lichten Kronendach landet, wandelt sie sich scheinbar zum Menschen: Kurzerhand richtet sie sich auf und läuft auf zwei Beinen zur Palme ein paar Meter weiter.

So ähnlich könnte "Ardi" – eine Affendame, die vor 4,4 Millionen Jahren im Nordosten des heutigen Äthiopiens lebte – den Wald durchstreift haben. Innerhalb der letzten 15 Jahre fanden Wissenschaftler immer wieder Teiles des Skeletts von Ardipithecus ramidus, einer Art, die dem Menschen offenbar weitaus ähnlicher war, als bislang vermutet.
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Der letzte Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto ist tot

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[b]Er kämpfte gegen die Nazis, den Kommunismus und für Minderheiten. Am Freitag verstarb Marek Edelman in Warschau.[/b]

Er war Kriegsheld, Arzt, Regimekritiker und Parlamentarier. "Niemals passiv sein, immer die Schwächeren in Schutz nehmen." Das riet Marek Edelman deutschen Jugendlichen, als er 2002 als Ehrengast am Holocaust-Gedenktag im Berliner Bundestag teilnahm.

Der Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto gegen die deutsche Besatzungsmacht von 1943 war diesem Prinzip während seines ereignisreichen Lebens treu geblieben. Am gestrigen Freitagabend verstarb er im Familienkreis in seinem Haus in Warschau.

Sein Geburtsdatum ist umstritten, angenommen wird, dass er 1922 in Gomel (heute Weißrussland) geboren wurde, andere Quellen verweisen auf das Jahr 1919. Ende der zwanziger Jahre zog er mit seiner Familie nach Warschau. Zwischen den Weltkriegen war er im Bund einer jüdisch sozialistischen Organisation tätig. Nach der deutschen Besetzung Polens wurde er von den Nationalsozialisten mit seiner Familie ins Ghetto verschleppt. Dort trat er in den Jüdischen Kampfverband ZOB ein.
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Die Vandalen hausten wie die Römer!

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Von wegen destruktiv! Die Vandalen setzten im Jahr 429 nach Afrika über und pflegten dort die römische Kultur, statt sie zu zerstören. Nun legen Archäologen das erstaunliche Erbe frei.

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Im Jahr 429 setzten die Vandalen nach Afrika über. Diese freie Interpretation eines Historienbildes aus dem 19. Jahrhundert zeigt Geiserich, den König der Vandalen, auf seiner Reise

Als der oströmische General Belisar im Jahr 534 Karthago zurückeroberte, kam er rechtzeitig zum Essen. Er drang, berichtet der Augenzeuge Prokop, in den Palast ein und stieß im königlichen Speisesaal auf eine frisch gedeckte Tafel. Der feindliche Regent war geflohen – die Köstlichkeiten aber hatte er stehen lassen: Vor Belisar und seinen Kriegern türmten sich typisch römisch-mediterrane Gerichte.
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Kaiser Neros rotierender Speisesaal entdeckt

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[b]Nero war für seine rauschenden Partys berühmt. Jetzt glauben Archäologen, den Raum gefunden zu haben, in dem der Kaiser seine Feste feierte. Die Konstruktion legt nahe, dass fließendes Wasser ihn einst rotieren ließ.[/b]

Rom - Ein Archäologenteam in Rom hat wahrscheinlich Kaiser Neros Speisesaal wiederentdeckt. Die Experten fanden auf dem Palatin-Hügel bei Ausgrabungen in der Domus Aurea, dem Goldenen Haus, wie der Palast des römischen Kaisers genannt wurde, einen kreisrunden Saal.

Wie die Archäologie-Beauftragten der Stadt berichteten, könnte es sich bei der Entdeckung um den sagenhaften Speisesaal des berühmt-berüchtigten Kaisers handeln, der sich - die Erdbewegung nachahmend - Tag und Nacht um sich selbst drehte. Das Spektakel sollte laut Berichten des zeitgenössischen Geschichtsschreibers Sueton die Gäste des Kaisers beeindrucken. Demnach soll es dort auch Elfenbeinplatten in der Decke gegeben haben, die sich öffneten, um Blumen und Parfum auf die Gäste regnen zu lassen.
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Der Anfang vom Ende der DDR

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[b]Die SED-Oberen wollen sich zum 40. Jahrestag noch einmal bejubeln lassen. Doch die Menschen gehen längst mit geballten Fäusten auf die Straße. In Plauen, Dresden und Leipzig erobern die Massen am 7., 8. und 9. Oktober die Macht – friedlich.[/b]


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Der Anfang vom Ende der DDR: Protestmarsch am 9. Oktober 1989 in Leipzig mit mindestens 70.000 friedlichen Demonstranten

Den Herrschenden lief das Volk weg, der Unmut in Kirchen und auf Straßen wurde immer lauter, der Staat hatte abgewirtschaftet. Doch am 7. Oktober 1989 will der alte Parteiapparat noch einmal seine Macht demonstrieren. Der 40. Jahrestag der DDR soll mit Parolen und Fackeln die Errungenschaften des Sozialismus preisen – aber den meisten Menschen ist nicht zum Feiern zumute.

So wird die verordnete Jubelfeier unversehens zum Abgesang auf das SED-System. Denn in vielen Städten und Dörfern gehen die Bürger mit geballten Fäusten auf die Straße. In Berlin werden zahlreiche Menschen verhaftet. Und in Schwante nördlich von Berlin legt ein kleiner Kreis um Markus Meckel und Martin Gutzeit ausgerechnet am 7. Oktober die Keimzelle der neuen Sozialdemokratie in der DDR: Sie gründen die SDP, die Sozial-Demokratische Partei.

Vor allem in Sachsen, damals noch gegliedert in die drei Bezirke Dresden, Leipzig und Karl-Marx-Stadt, brach sich der Protest auf den Straßen Bahn. Drei Demonstrationen an drei aufeinanderfolgenden Tagen – am 7. Oktober in Plauen, am 8. Oktober in Dresden und am 9. Oktober in Leipzig – prägten die friedliche Revolution in der DDR. Der Mauerfall war am 9. November schließlich das Ergebnis des Druckes von der Straße. In der sächsischen Landesvertretung in Berlin berichteten dieser Tage Protagonisten der Demonstrationen aus allen drei Städten über ihre damaligen Erlebnisse.
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Die Republik der Partei

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[b]Vor 60 Jahren erlaubte Stalin den ostdeutschen Kommunisten die Gründung der DDR.[/b]

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Diese Briefmarke aus dem Jahr 1949, dem Gründungsjahr der DDR, zeigt den sowjetischen Diktator Josef Stalin (links) und Ostdeutschlands ersten Präsidenten Wilhelm Pieck (rechts) in Eintracht

Am 16. September 1949 flogen die drei höchsten Funktionäre der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), Otto Grotewohl, Wilhelm Pieck und Walter Ulbricht, nach Moskau. Vornehmlich als Dolmetscher war auch Fred Oelßner, Mitglied des Kleinen Sekretariats des Politbüros, mit von der Partie.

Am Tag zuvor hatte der Bundestag in Bonn Konrad Adenauer zum ersten Kanzler der Bundesrepublik gewählt, die westdeutsche Staatsgründung war damit nahezu abgeschlossen. Schon seit Längerem hatte die SED-Führung in Moskau darauf gedrängt, in der Sowjetischen Besatzungszone ebenfalls einen Staat zu gründen. Aber Diktator Josef Stalin zögerte sein Plazet hinaus.
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Stalins Deutschland-Politik war mehrdeutig. Zum einen sorgte er dafür, dass seine Gefolgsleute von der KPD beziehungsweise SED in Ostdeutschland de facto eine Diktatur aufbauten. Gleichzeitig torpedierte er alliierte gesamtdeutsche Lösungen, da diese die sowjetische Machtposition in der Ostzone schwächen oder gar eliminieren würden.
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Die Mutter der modernen Universität: 200 Jahre Humboldt-Uni

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[b]1810 öffnete die Berliner Universität ihre Tore. Ihr Gründer Wilhelm von Humboldt konzipierte sie nur widerwillig und bezweifelte den Erfolg. Ein Rückblick zum Jubiläum.[/b]

Wie muss man sich Berlin ohne Universität vorstellen? Kann man sich Berlin ohne Universität vorstellen?
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Machen wir einen Zeitsprung und landen wir, zunächst einmal, im Jahr 1806. Ein Graus! Preußen hat die Schlacht bei Jena und Auerstedt gegen die Franzosen verloren, Napoleon ist durchs Brandenburger Tor einmarschiert, die Moral ist zerrüttet, die Finanzen am Ende. Berlin ist mehr Klein- als Weltstadt und weit davon entfernt, große Geister anzuziehen.

Alexander von Humboldt, der große Naturforscher, seit 1804 zurück aus Amerika, ist entsetzt, als König Friedrich Wilhelm III. ihm nahelegt, nach Berlin zu ziehen statt nach Paris. Als der Kosmopolit 1805 doch in die preußische Hauptstadt kommt, wird er prompt krank. "Es ist mir hier fürchterlich eng und tot", klagt er. Die Menschen seien so oberflächlich, "noch ärger als die Pflanzenöde und der blecherne graue Himmel über Berlin." Sobald er kann, kehrt Humboldt ins weltläufige Paris zurück.

Berlin hatte zwar auch damals mehr als märkischen Sand zu bieten. Ein wissenschaftliches Leben gab es durchaus, es gab die Bergakademie, die Vorläuferin der Technischen Universität, es gab die Akademien der Künste und der Wissenschaften, die Charité, die Bauakademie – Institutionen, an denen entweder nur geforscht oder aber nur Spezialisten ausgebildet wurden.

Und: Es gab die Salons! Ab 1780 die berühmten der Henriette Herz und der Rahel Levin, aber auch viele andere, weniger bekannte, in denen sich Bürgerliche und Adlige, Wissenschaftler, Literaten und Kaufleute trafen und im geselligen Gespräch ihre Meinungen und Kenntnisse weiterentwickelten. Denn auch das ist ja Bildung – das hat der Theologe Friedrich Schleiermacher sogar philosophisch begründet.
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»Sex« – das Wort war neu - Adenauerzeit (Teil 3)

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[b]Die fünfziger Jahre waren eine dynamische Epoche. Doch im Ehe- und Familienleben, in der Ordnung der Geschlechter und der Sexualmoral wurde die Zeit mit Macht angehalten.[/b]

Mit einem harten politischen Kampf hat Elisabeth Selbert eigentlich nicht gerechnet. Die Kasseler Juristin gehört 1948/49 zu den vier Frauen in Bonns Parlamentarischem Rat. Sie ist sich sicher, dass die rechtliche Gleichheit von Mann und Frau auf allen Gebieten in Staat und Gesellschaft im Grundgesetz der neuen Republik verankert wird. Eine Diskussion über eine solche Selbstverständlichkeit – das erscheint der Sozialdemokratin nun wirklich nicht mehr nötig!
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Forscher bergen Schätze aus der Bronzezeit auf ICE-Baustelle

News in Archäologie 1 Kommentar »
[b]Spektakuläre Funde auf der künftigen ICE-Strecke von Erfurt nach Halle: Archäologen haben mehr als 250 Gräber aus der frühen Bronzezeit entdeckt.[/b]

Mehr als 55.000 Funde aus der Bronzezeit haben Archäologen bei einer Grabung in Sachsen-Anhalt gefunden. Acht Teams untersuchen eine rund 100 Hektar große Fläche auf der Querfurter Platte, die zwischen den Tälern von Saale und Unstrut liegt. Vor einem Jahr begann die Arbeit der Forscher, bis heute haben die Archäologen gut drei Viertel des entdeckten Siedlungsgebiets erkundet.

"Mit der Zeit ist einiges zusammengekommen", sagt Torsten Schunke vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt, der das Projekt koordiniert. "Wir fanden weit über 250 Gräber aus den verschiedensten Epochen, sowie gut erhaltene Grabbeigaben." Einige davon sind echte Besonderheiten.
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»Lust auf Weltuntergang«

News in Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen 39 Kommentare »
[b]Im November kommt ein neuer Katastrophenfilm von Roland Emmerich ins Kino. Diesmal soll die Erde im Jahr 2012 untergehen – sagen angeblich die alten Maya.[/b]

DIE ZEIT: Dem Kalender der Maya zufolge geht am 21.12.2012 angeblich die Welt unter. Sie entziffern die Schrift dieser Kultur. Müssen wir uns fürchten?

Nikolai Grube: Nein, denn diese Prophezeiung gibt es nicht, weder im Maya-Kalender noch an irgendeiner Stelle der Hieroglyphen-Inschriften.
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Als die Journalisten frech wurden - Adenauerzeit (Teil 4)

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[b]So geschickt es Adenauer zunächst noch verstand, die Medien zu lenken – bald schon entwickelte sich eine neue, kritische Öffentlichkeit.[/b]

»Kritik scheint das oberste Gebot«, empörte sich im Herbst 1962 ein Referent des Bonner Bundespresseamtes. In aller Breite listete er die »Entgleisungen« einer Redaktion auf, die mit »einseitigen« Berichten versuche, die »Maßnahmen der Bundesregierung zu torpedieren«. Das interne Papier war nur der Auftakt. Kurz darauf setzten mehrere Spitzenbeamte energische Protestschreiben an die Verantwortlichen auf.

Ihre Empörung gipfelte in der Behauptung, die Arbeit der Journalisten erinnere »bestürzend an Methoden der Nationalsozialisten und Kommunisten vor 1933«. Gemeint war das Fernsehmagazin Panorama, mit dem der Norddeutsche Rundfunk im Juli 1962 ins Hauptprogramm der ARD gekommen war und das nicht nur Politiker oder Ministerialbeamte reizte. Erst kurz zuvor hatte die Polizei im niederrheinischen Geldern ein Panorama- Team verhaftet, das einen Beitrag über einen Lehrer und dessen Vergangenheit als KZ-Aufseher drehte.
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Einen Doktor für den Prinzen

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Mauscheleien um akademische Titel haben eine lange Tradition. Sie kamen in den besten Kreisen vor.

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Die Uni Bonn Anfang des 20. Jahrhunderts: Hier war Prinz August Wilhelm nicht erfolgreich

Schon der spätere Kaiser Wilhelm II. hatte eine Universität besucht. Für einen gottbegnadeten Thronprätendenten war das allerhand. Doch sein Studium diente weniger einer wissenschaftlichen Ausbildung, es war eine wohlwollende Geste gegenüber dem bürgerlichen Bildungsideal. Folglich frönte Prinz Wilhelm vor allem dem feuchtfröhlichen Korpsleben, vier Semester lang, ohne Abschluss. Prägender wurde für ihn der Militärdienst. So sollten es auch seine fünf Söhne halten: zweckfrei studieren. Alle taten das – bis auf einen: August Wilhelm, Jahrgang 1887. Der wollte einfach kein Soldat sein. Ersatzweise wurde für ihn eine Karriere im höheren preußischen Verwaltungsdienst ins Auge gefasst. Doch das setzte ein achtsemestriges Jurastudium mit gutem Staatsexamen voraus. War das einem Kaisersohn zuzumuten?
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Chirurgie des 19. Jahrhunderts - Theater der Höllenqualen

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London. Mehr Späne, bitte! Das Blut läuft und hat sich in der Holzbox unter dem Operationstisch mit Holzspänen zu einem "bloody porridge" vermischt – das Zeichen für den Chirurgen, nach mehr Spänen zu verlangen, auf dass es in der Barockkirche unter dem Operationssaal nicht von der Decke tropfe.

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Säge zum Amputieren: Operationsbesteck aus dem 19. Jahrhundert.

Die Schreie des Patienten, dessen Bein mangels Anästhesie in weniger als zehn Minuten amputiert sein muss, werden lediglich durch einen Holzstock abgemildert, in den er sich verbissen hat. Doch zum Glück befinden wir uns nicht am Beginn des 19. Jahrhunderts, und auch die Amputation ist nur eine Vorführung. Das Umfeld ist freilich original. Der Operationssaal datiert von 1822. Betäubung und antiseptische Behandlungsmethoden waren damals nicht bekannt.
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Die Amper-Migranten

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Fürstenfeldbruck - Rund 1500 Jahre alte Skelette aus Emmering bringen neues Leben in die Debatte um die Herkunft der Bajuwaren.

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Die Skelette sollen Aufschluss über die Völkerwanderung geben.

Die Knochen verraten, dass die frühen Emmeringer Zugereiste waren. Und sie ermöglichen Wissenschaftlern Erkenntnisse darüber, aus welcher Gegend die Migranten an die Amper kamen.

Die rund 400 Skelette, die vor einigen Jahren großteils vom historischen Verein Bruck in Emmering ausgegraben wurden, könnten Licht in eines der dunklen Kapitel der Geschichte Bayerns bringen. Denn welche Stämme sich in der Zeit der Völkerwanderung zwischen 500 und 750 nach dem Abschied der Römer an Isar und Amper ansiedelten, ist nicht ganz klar.
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Die Wurzeln des Bösen

News in Frühzeit des Menschen 1 Kommentar »
Eine Gedankenreise in die Vorgeschichte unserer Art zeigt, was uns zu Menschenfeinden macht.

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Blick zurück in die Stammesgeschichte: Aggression erbte der Mensch von seinen Vorfahren – sie bescherten ihm die Furcht vor dem "Bösen", brachte aber auch die Grundlagen menschlichen Zusammenlebens hervor

Sie sind absolut friedfertig. Die Stammesangehörigen der Mangyan können keiner Fliege etwas zuleide tun. Im Hochland der philippinischen Insel Mindoro leben diese Eingeborenen zwischen Süßkartoffel- und Maniokfeldern und kennen weder Mord noch Totschlag. Sie arbeiten nur gemächlich, statten sich häufig gegenseitig Besuche ab, verschwatzen generell viel Zeit.

In großen Häusern leben fünf Familien unter einem Dach, ohne Wände, aber mit vielen Feuerstellen. Zwanzig Mal am Tag wird gekocht. Gegenseitig biete man sich dann dampfende Süßgerichte an, berichtet der Völkerkundler Jürg Helbling. Eine poetische Szene, fast zärtlich, während draußen kalter Nebel und Regen den Blick auf die bewaldeten Berge nehmen. Gibt es das Paradies also doch? »Dieses Volk ist die absolute Ausnahme«, sagt Helbling. Dreimal hat er die Ureinwohner besucht, sie beobachtet und insgesamt zwei Jahre lang bei ihnen gelebt. »Danach«, sagt der Anthropologieprofessor der Universität Luzern, »hat mich dann die Regel interessiert.«
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Der Osten im Westen - Adenauerzeit (Teil 5)

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[b]Immer wieder versuchte die Regierung in Ost-Berlin, die Bonner Politik offensiv zu beeinflussen. Nicht ohne Erfolg, wie gerade die fünfziger Jahre zeigen.[/b]

Ein Adventskalender der Agitation: Wer im »Braunen Haus von Bonn« das richtige Fensterchen öffnete, dem blickte ein »Hitlergeneralstäbler« mit Prügelstock entgegen – dem Kasperl gleich, der auf das Krokodil eindrischt. Bei dem aufwendig gestalteten Papierkunstwerk, 1956 im VEB Gravo-Druck in Halle hergestellt, handelte es sich um eines der frühesten Produkte im deutsch-deutschen Schlagabtausch, die ostentativ auf die NS-Vergangenheit zielten. Diese war aus Sicht der DDR allein im Westen »unbewältigt«, und als neuester Beweis dafür galt die »Remilitarisierung« der Bundesrepublik. Die Vereidigung der ersten Bundeswehr-Freiwilligen im November 1955 und das Wehrpflichtgesetz vom folgenden Sommer, das immerhin auch die Ablehnung von SPD und FDP im Bundestag gefunden und zu vehementen öffentlichen Protesten geführt hatte, lieferten Ost-Berlin idealen Propagandastoff: Nun hatten die alten Nazis in Bonn also auch die militärische Macht zurück!
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Nur der Irre überlebt in der irren Welt

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[b]Grimmelshausens »Simplicissimus« ist auch in der neuen, geschmeidigen Übersetzung von Reinhard Kaiser noch ein wüster Held.[/b]

In seiner Kurzen Geschichte der deutschen Literatur erwähnt Heinz Schlaffer den Simplicissimus nur am Rande. Der 1668/69 erschienene Roman des Hans Jacob Christoffel von Grimmelshausen schwächt Schlaffers zentrale These, die deutsche Literatur, abgesehen von der weitgehend vergessenen des Mittelalters, habe erst um 1750 begonnen, mit Klopstock, Wieland, Lessing. Alles davor Geschriebene sei, verglichen mit dem Niveau der europäischen Literatur, bloß epigonal und zweitrangig. Das ist nicht abwegig, wenn man sich vor Augen hält, dass es im 16. Jahrhundert für Cervantes, Montaigne oder Shakespeare keine deutschen Parallelen gibt, und das gilt auch für die Lebenszeit Grimmelshausens (1622 bis 1676), als Molière und Racine, Milton und Calderón Werke von weitreichender Wirkung schufen. Die Wirkung des Simplicissimus blieb auf Deutschland beschränkt, und dort stand er allein auf weiter Flur.

Das relative Zurückbleiben der deutschen Literatur hat viele Gründe, und den wichtigsten davon versteht man leicht, wenn man den Simplicissimus liest. Auf den rund 700 Seiten der neuen Ausgabe findet man nichts seltener als ein friedvolles Leben und nichts häufiger als Bestialität, Gewalt und Mord. Die verschiedenen Religionskriege, von denen der sogenannte Dreißigjährige (1618 bis 1648) nur der längste und heftigste war, hatten Mitteleuropa in einer Weise verheert, die noch lange nachwirkte, bis hin zu der verspäteten, ideologisch aufgeladenen Bildung einer deutschen Nation.
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(C) Daniel Oswald