Einen Doktor für den Prinzen

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Mauscheleien um akademische Titel haben eine lange Tradition. Sie kamen in den besten Kreisen vor.

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Die Uni Bonn Anfang des 20. Jahrhunderts: Hier war Prinz August Wilhelm nicht erfolgreich

Schon der spätere Kaiser Wilhelm II. hatte eine Universität besucht. Für einen gottbegnadeten Thronprätendenten war das allerhand. Doch sein Studium diente weniger einer wissenschaftlichen Ausbildung, es war eine wohlwollende Geste gegenüber dem bürgerlichen Bildungsideal. Folglich frönte Prinz Wilhelm vor allem dem feuchtfröhlichen Korpsleben, vier Semester lang, ohne Abschluss. Prägender wurde für ihn der Militärdienst. So sollten es auch seine fünf Söhne halten: zweckfrei studieren. Alle taten das – bis auf einen: August Wilhelm, Jahrgang 1887. Der wollte einfach kein Soldat sein. Ersatzweise wurde für ihn eine Karriere im höheren preußischen Verwaltungsdienst ins Auge gefasst. Doch das setzte ein achtsemestriges Jurastudium mit gutem Staatsexamen voraus. War das einem Kaisersohn zuzumuten?
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Chirurgie des 19. Jahrhunderts - Theater der Höllenqualen

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London. Mehr Späne, bitte! Das Blut läuft und hat sich in der Holzbox unter dem Operationstisch mit Holzspänen zu einem "bloody porridge" vermischt – das Zeichen für den Chirurgen, nach mehr Spänen zu verlangen, auf dass es in der Barockkirche unter dem Operationssaal nicht von der Decke tropfe.

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Säge zum Amputieren: Operationsbesteck aus dem 19. Jahrhundert.

Die Schreie des Patienten, dessen Bein mangels Anästhesie in weniger als zehn Minuten amputiert sein muss, werden lediglich durch einen Holzstock abgemildert, in den er sich verbissen hat. Doch zum Glück befinden wir uns nicht am Beginn des 19. Jahrhunderts, und auch die Amputation ist nur eine Vorführung. Das Umfeld ist freilich original. Der Operationssaal datiert von 1822. Betäubung und antiseptische Behandlungsmethoden waren damals nicht bekannt.
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(C) Daniel Oswald