Der Tag, als Ungarn die Grenze abbaute

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Erwartungsvoll sitzen ungarische Journalisten und ausländische Korrespondenten im Rathaussaal des westungarischen Grenzstädtchens Hegyeshalom. Oberst Balazs Nowaki hält sich nicht lange bei der Vorstellung auf. "Wir haben dieses Treffen hier organisiert, da heute an diesem Tag die elektrischen Alarmanlagen zwischen Ost- und Westeuropa abgebaut werden", verkündet der Chef der Grenztruppen.
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DDR-Kommunalwahlen vom 7. Mai 1989

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Noch eine Zigarette mehr als sonst. In der Redaktion einer großen Ost-Berliner Tageszeitung zermarterte sich schon am Freitagmittag ein Kommentator den Kopf darüber, wie er am Sonntagabend seinen Lesern erklären soll, dass die Kommunalwahlen 1989 erneut ein überzeugendes Bekenntnis zum ersten Arbeiter-und-BauernStaat auf deutschem Boden waren – obwohl das Ergebnis schlechter ausfallen würde als üblich in der DDR. Dass es so kommen werde, war intern schon bekannt. Und wenn es sich nur bei Stellen hinter dem Komma bemerkbar macht – die Stimmung im Lande DDR wandte sich immer mehr gegen die Allmacht der SED.
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Der Mann im Hintergrund

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Der Mann im Hintergrund

Im Mai 1909 starb in Berlin Friedrich von Holstein, die Graue Eminenz des Kaiserreichs, der große Unbekannte, der Dämon im Auswärtigen Amt.

Er war der bekannteste Unbekannte des Kaiserreichs, die Graue Eminenz der deutschen Politik von den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis zu seinem Tod im Mai 1909. Otto von Bismarck hatte ihn »entdeckt«, und in gewissem Sinne ist Friedrich von Holstein wohl sein Schüler geblieben, sein Zauberlehrling. Vielen Menschen war er unheimlich, nicht zuletzt seinem Meister. Den »Mann mit den Hyänenaugen« nannte Bismarck ihn einmal, und die stets wohlinformierte Fürstin Marie Radziwill verglich ihn gar mit Joseph Fouché, dem berüchtigten Polizeiminister Napoleons: So wie Fouché arbeite er »im verborgenen und fischt geheimnisvoll in mehr oder minder trübem Wasser.« Kaiser Wilhelm II. selbst soll ihn einen »Höllensohn« genannt haben.
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Einmaliger Fund am Bielersee

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Bei Ausgrabungen am Bielerseeufer haben Archäologen eine überraschende Entdeckung gemacht. Der Fund wirft ein neues Licht auf die Pfahlbauer.

In den letzten zwei Jahren haben Archäologen am Bielerseeufer nach Pfahlbauernsiedlungen gegraben. Dabei stellte sich heraus, dass die ältesten baulichen Spuren von zwei Gebäuden in der Gemeinde Sutz-Lattrigen aus den Jahren 3391 und 3389 vor Christus stammen.
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220 Jahre Bundesrepublik Deutschland

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Die Geschichte unserer Demokratie begann lange vor 1949 – es ist eine eindrucksvolle, bewegende Geschichte.

Die Republik hat gesiegt. Ihre Gegner hat die Geschichte verschlungen. Die rechten Antidemokraten, von den Monarchisten bis zu den Faschisten, sind 1945 zur Hölle gefahren, die linken 1989 zu Staub zerfallen, als über Leipzig die Freiheitssonne aufging.

Die Republik hat gesiegt. Doch verzagt und verdruckst blickt sie zurück auf ihren langen Freiheitskampf. Noch immer tun viele so, als sei die Bundesrepublik ein Geschenk der westlichen Alliierten gewesen, noch immer beginnen alle Chroniken 1949. Es ist wahr: Ohne die völlige Zerschlagung des »Dritten Reichs« hätte es den Bonner Anfang nicht gegeben. Genauso wahr ist aber auch, dass diese Demokratie ohne die Freiheitsbewegungen und parlamentarischen Erfahrungen der Deutschen in den anderthalb Jahrhunderten zuvor kein Erfolg geworden wäre. Nicht 60 Jahre Bundesrepublik sind in diesem Jahr zu feiern, sondern 220 Jahre: 220 Jahre Kampf um eine moderne parlamentarische Demokratie in Europa.
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Brisante Notizen auf Kirchendach gefunden

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Die Kirche von Gorgast (Landkreis Märkisch-Oderland) ist ein unscheinbarer, grauer Klotz, errichtet aus minderwertigen Materialien vor gerade mal 50 Jahren. Und es war der erste Kirchenneubau der DDR. Es ist diese Geschichte, die das Haus so besonders macht. Und die nun um eine Episode reicher ist.
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Bibliothek der Welt

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Ein ambitionierteres Digitalisierungsprojekt kann man sich kaum denken: Mit der „World Digital Library“ soll eine Online-Weltbibliothek entstehen, die bedeutende Schriften unterschiedlichster Kulturen frei zugänglich im Internet zur Verfügung stellt. Bislang sind 32 Institutionen beteiligt, doch Ziel ist es, in jedem Land der Welt mindestens einen Projektpartner zu finden. Der Nahe Osten ist schon jetzt mit Bibliotheken im Irak und Saudi- Arabien sowie der Biblioteca Alexandrina vertreten.

Das europäische Pendant zum Projekt ist die Europeana, für die mehr als 1000 Archive, Museen und Bibliotheken ihre Bestände zur Verfügung gestellt haben.
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Es begann in Poltawa

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Als Russland Großmacht wurde: Vor 300 Jahren besiegte in Poltawa die Armee Peters des Großen das Heer des Schwedenkönigs Karl XII. Die Erinnerung daran ist in Russland und der Ukraine zum brisanten Politikum geworden
Blick auf das Schlachtfeld von Poltawa. Gemälde von Denis Martens um 1726

In den Mittagsstunden ist die Schlacht vorbei: Bei Poltawa, einer kleinen Festungsstadt in der Ukraine, sind die Truppen des Schwedenkönigs Karl XII. vor den Russen auf der Flucht. Es ist der 8. Juli 1709, nach alter Zeitrechnung der 27. Juni – der Wendepunkt des Großen Nordischen Krieges. Und mehr noch: Es ist ein Wendepunkt der europäischen Geschichte. Denn obwohl dieser Krieg erst zwölf Jahre später zu Ende geht, kann Schweden seine Großmachtstellung an der Ostsee nicht wiederaufrichten. Auch das Russländische Imperium, das nun entstand und in Gestalt der Sowjetunion vor unseren Augen unterging, verweist auf diesen Tag und diesen Ort zurück.
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Virtuose des Ensembles und genialer Marktstratege

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In vielem steht Joseph Haydn, dessen Todestag sich am 31. Mai zum 200. Mal jährt, an einer Schwelle. Ästhetisch ohnehin, wovon etwa sein Beitrag zur Entwicklung des Streichquartetts zeugt, aber auch gesellschaftlich: als Komponist auf dem Weg vom Lakaien am absolutistisch ausgerichteten Hof zum eigenverantwortlichen Künstler mit Breitenwirkung.
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Forscher fanden älteste Alphütte in der Schweiz

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Auf 2300 Metern Höhe, im Silvretta-Gebirge entlang der schweizerisch-österreichischen Grenze, gelang Forschern der Universität Zürich ein Sensationsfund: Sie entdeckten die älteste Alp*hütte der Schweiz. «Wir konnten durch naturwissenschaftliche Untersuchungen beweisen, dass die Hütte fast 3000 Jahre alt ist», sagt Forschungsleiter und Archäologe Thomas Reitmaier. Er geht davon aus, dass die Bergbewohner bereits damals Viehzucht betrieben, Getreide anpflanzten und sogar Käse produzierten. «Die Alpwirtschaft in der Schweiz ist sehr viel älter als angenommen», so der 31-jährige Spezialist für Ur- und Frühgeschichte. Bisher sei man davon ausgegangen, dass sie erst im Mittelalter entstand. Doch jetzt stehe fest: «Bereits Ötzis Zeitgenossen haben in ähnlichen Häusern gelebt.»

Noch sieht man von der Hütte erst die Oberfläche. Doch im Juni wird ein Forscherteam für vier Wochen wieder in die Berge ziehen, um die Alphütte weiter auszugraben und die Grundmauern freizulegen. «Dann werden wir mehr über die damaligen Alpenbewohner erfahren», so Reitmaier.

Am 18. Juli wird die Alphütte am Tag der offenen Grabung der Öffentlichkeit präsentiert.
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(C) Daniel Oswald