Endete der Neandertaler in unseren Mägen?

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Zu der Frage, woran der Neandertaler starb, gibt es eine erstaunliche neue These: Der moderne Mensch könnte ihn verspeist haben.

Es ist gar nicht so lange her, dass der moderne Mensch und der Neandertaler gleichzeitig in Europa lebten. Was wäre, wenn es beide Menschen-Arten noch heute gäbe? Wären Homo sapiens und Neandertaler Nachbarn im Reihenhaus in Castrop-Rauxel und würden sich zur Teamsitzung im Büro treffen? Würden Menschen Neandertaler als Sklaven halten? Oder sie neben Schimpansen und Orang-Utans im Zoo bestaunen?

An friedliche Koexistenz glaubt Fernando Rozzi jedenfalls nicht. Der Anthropologe vom Centre National de la Recherche Scientifique in Paris hat nämlich an einem alten Knochen neue Spuren entdeckt (Journal of Anthropological Sciences, Bd.87, S.153). Aus diesen schließt er, dass Homo sapiens den Neandertaler aufgegessen hat. Zumindest manchmal.
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Zehntausende Jahre Einsamkeit

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Weshalb starb der Neandertaler aus? Ein Erbgutvergleich von sechs Skeletten der Urmenschen könnte die lange gesuchte Erklärung liefern.

Es war offensichtlich die extrem geringe "Bevölkerungsdichte" des Kontinents, die für die Neandertaler das bislang rätselhafte Ende ihrer Art bedeutet hat: Wohl kaum mehr als 7000 bis allerhöchstens 10.000 dieser frühen Menschen haben in der Spätphase der Neandertaler-Epoche gleichenzeitig Europa besiedelt.
Dies ist eines der überraschenden Ergebnisse der bisher umfangreichsten Neandertaler-Gen-Studie, die an diesem Freitag im US- Fachjournal Science (Bd. 325, S. 318) erscheint.

Seuchen oder schlechte Ernährungsbedingungen hätten damit ein ganz leichtes Spiel bei der Ausrottung der Neandertaler gehabt, meint der Bonner Urgeschichtler Ralf Schmitz als Mitautor der Studie: "Dann ist so eine kleine Population empfindlich und auf einmal sang- und klanglos verschwunden."
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(C) Daniel Oswald