Geschichte mit Lücken

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Der Zweite Weltkrieg hatte auch Auswirkungen auf die Länder der "Dritten Welt". Aber die werden in Kriegserinnerungen selten erwähnt. Das will eine Ausstellung mit erschütternden Fakten ändern.

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Frau von der Insel Guam 1944 nach der Befreiung von japanischer Besatzung

"Wenn ihr das nächste Mal Krieg führt, dann bitte nicht bei uns", lautet der bescheidene Wunsch einer alten Frau von der Inselgruppe Palau in Mikronesien. Ihr Bild, der zarte Körper, das zerfurchte Gesicht, brennt sich in das Gedächtnis ein. Denn es klagt an, stellvertretend für all die Opfer aus der Dritten Welt, die in deutschen Statistiken über den Zweiten Weltkrieg nicht genannt werden.

"In den meisten Büchern werden schon die Millionen Toten in China nicht mal erwähnt", sagt Karl Rössel. Mitte der neunziger Jahre war ihm und einigen Kollegen im „Rheinischen JournalistInnenbüro“ in Köln aufgefallen, dass es kaum Material über die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die so genannte "Dritte Welt" gab. Damit begann ein historisches Langzeitprojekt mit Recherchen in 30 Ländern. Es folgten die Gründung des Vereins "Geschichte e.V.", Buch- und Zeitschriftenpublikationen sowie die Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien. Und nun hat Rössel eine Ausstellung zur Geschichte der Dritten Welt im Zweiten Weltkrieg zusammengestellt, die seit dem 1. September in Berlin zu sehen ist.

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Afrikanische Kolonialsoldaten der britischen Streitkräfte beim Training
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Chronik der Krisen

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Vom ersten globalen Börsencrash 1857 bis zur Implosion des Kasinokapitalismus 2008: Die vier großen Weltwirtschaftskrisen im Vergleich

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New York: Menschenauflauf in der Wall Street während des Börsencrash 1857

Karl Marx findet die Krise [I]beautiful[/I]: Pleiten, Armut und Arbeitslosigkeit haben im Herbst 1857 die kapitalistische Welt erfasst, die erste Weltwirtschaftskrise der Geschichte breitet sich aus. In den USA müssen Banken schließen, in Großbritannien große Handelshäuser Konkurs anmelden. Bis nach Chile, Indien und Indonesien sind die Auswirkungen zu spüren. Erstmals merken die Menschen, wie eng die Kontinente nach einem halben Jahrhundert Industrialisierung bereits aneinandergerückt sind.

Hamburgs Kaufleute trifft es besonders hart: In den Speichern des Hafens stapeln sich unverkäuflich gewordene Handelswaren mit einem Gesamtwert von 500 Millionen Mark – Kaffee und Zucker, Stoffe und Getreide. Für zahlreiche Handelshäuser kommt noch ein weiteres Problem hinzu, denn viele von ihnen können die Wechsel, die sie vor dem Zusammenbruch akzeptiert haben, nun nicht mehr bezahlen.

Ihren Anfang hatte die Krise in Russland genommen. Nach dem Ende des Krimkrieges 1856 waren die russischen Bauern auf den europäischen Markt zurückgekehrt. Die amerikanischen Farmer, die Europa zwischen 1853 und 1856 mit Weizen versorgt hatten, blieben auf ihrer Ernte sitzen. Der Preis brach ein, die Finanzströme über den Atlantik versiegten, und das Geld für die expandierende amerikanische Wirtschaft wurde knapp.
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In bester Gesellschaft - Karl Marx und die Ökonomen seiner Zeit

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Karl Marx war nicht der einzige Ökonom des 19. Jahrhunderts, der dem Kapitalismus eine düstere Zukunft vorausgesagt hat.

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Thomas Malthus (1766 - 1834): Der britische Philosoph wurde durch seinen »Versuch über das Bevölkerungsgesetz« (1798) bekannt. Die Kernthese dieser Streitschrift lautet, dass die Bevölkerung exponentiell wachse, die Nahrungsmittelproduktion aber nur linear gesteigert werden könne. Überbevölkerung und Hunger seien daher unabwendbar das Schicksal sich entwickelnder Ökonomien, sofern der Staat nicht eingreife

»Ich bin soweit, dass ich in fünf Wochen mit der ganzen ökonomischen Scheiße fertig bin«, schreibt Karl Marx im Frühling 1851 aus London an seinen Freund und Förderer Friedrich Engels. Tatsächlich sollte es noch 16 Jahre dauern, bis der erste Band des Kapitals endlich erscheint. Er umfasst beinahe 1000 Seiten. Band zwei und drei bleiben unvollendet. Die »ökonomische Scheiße« war komplizierter als gedacht und das Vorhaben vielleicht zu ambitioniert: Nichts Geringeres als die innere Logik des Kapitalismus wollte Marx entschlüsseln.

Die marxistische Wirtschaftstheorie ist dabei stark beeinflusst von drei intellektuellen Strömungen seiner Zeit: von der Geschichtsphilosophie Hegels, die Marx während seiner Studienjahre in Berlin aufnimmt, vom revolutionären französischen Sozialismus, mit dem er später in Paris in Berührung kommt, und von den ökonomischen Theorien der britischen Klassiker um David Ricardo, Thomas Malthus und Adam Smith, deren Schriften er im Londoner Exil studiert. Von Hegel und den Franzosen übernimmt Marx die Idee, dass das soziale, wirtschaftliche und politische Leben in einer ständigen Veränderung begriffen ist und auf ein Ziel zustrebt. Mithilfe der Instrumente der Klassiker will er die spezifischen Antriebskräfte, das »Naturgesetz« der kapitalistischen Wirtschaftsentwicklung offenlegen.
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(C) Daniel Oswald