Zurück in die Zukunft

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[b]Es ist der Star der IAA 2009 – und dabei schon mehr als 100 Jahre alt: das Elektroauto[/b]

Jetzt gibt’s richtig Geld: 2,4 Milliarden Dollar steckt die US-Regierung in die Entwicklung des Elektroautos, und auch in Deutschland beeilt man sich, nichts zu verpassen. Ein »nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität« soll es richten.

Bis 2020, so hofft man, wird eine Million der neuen Wagen über unsere Straßen rollen: »Deutschland muss zum Leitmarkt werden und die Führungsrolle behaupten.« China, Japan, Frankreich, Großbritannien und die EU fördern die neuen [i]green cars[/i] ebenfalls mit ambitionierten Programmen. Es scheint, als habe die angerostete Autoindustrie eine neue Vision gefunden – den vermeintlichen Ausweg aus Umweltkrisen und Ölpreisexplosionen.

Von Wasserstoff oder Brennstoffzelle, den Erlöserfantasien der neunziger Jahre, redet kaum noch jemand. Selten war sich die Branche, die jetzt in Frankfurt auf der IAA zu ihrem jährlichen Hochamt zusammenkommt, so einig: Das Auto der Zukunft fährt elektrisch.

Was dabei gern vergessen wird: Schon das Auto der Vergangenheit fuhr elektrisch. Ende des 19. Jahrhunderts kämpfte »der elektrische Wagen« in einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Benziner. Und er hatte gute Chancen, dieses Rennen zu machen.
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Die Mörder von Danzig

News in Der Zweite Weltkrieg 18 Kommentare »
Nach dem Sturm auf die Polnische Post am 1. September 1939 sprach die deutsche Justiz blutig Recht. Die Dokumentation eines Dramas, das Günter Grass in seiner »Blechtrommel« beschrieb.

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Adolf Hitler besichtigt die eingenommene zerstörte Westerplatte. Am 1. September 1939 um 4:45 Uhr hatte das Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf die polnischen Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig eröffnet

Als der große Danzig-Roman Die Blechtrommel von Günter Grass vor 50 Jahren erschien, oblag es kurz darauf dem Vizepräsidenten des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen, Dr. Kurt Bode, einen Verbotsantrag gegen das Buch zu überprüfen. Es sei pornografisch. Damals landeten viele inzwischen berühmte Bücher vor deutschen Gerichten – von Henry Millers Sexus, Plexus, Nexus-Trilogie bis zu Vladimir Nabokovs Lolita. Doch Bode hielt sich aus wohlüberlegten, allerdings nicht zensurfeindlichen Gründen zurück. Zu einem Verbot kam es nicht. Zehn Jahre später erinnerte sich der inzwischen pensionierte Richter in einem Gespräch an seine Lektüre der Blechtrommel: »Ich habe es nach zwei Kapiteln wieder weggelegt. Die Polen und die Danziger waren ganz anders.«
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Wahrscheinlich war das eine Lüge. Der Richter hatte nach 1945 oft und erfolgreich gelogen, wenn es um seine Rolle im »Dritten Reich« ging. Denn wenige Tage nach Kriegsbeginn hatte Kurt Bode 38 Verteidiger der Polnischen Post in Danzig, unter ihnen Franzciszek Krause, einen Onkel von Günter Grass, zum Tode verurteilt. Sie wurden alle erschossen. Es war ein Justizmord sondergleichen. Die Kapitel 18 bis 20 der Blechtrommel erzählen, wie es dazu kam. Ganz gewiss hatte Bode auch diese Passagen gelesen; denn sie entsprachen in nobelpreiswürdiger dichterischer Ausstattung der historischen Wirklichkeit.
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(C) Daniel Oswald