Lieb Abendland, magst ruhig sein - Adenauerzeit (Teil 1)

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Die Ära Adenauer steht für die große Restauration, für eine frömmelnde »Rückbesinnung« auf Christentum und Humanismus. Und doch begann damals, wie gerade der Streit um Schule und Erziehung zeigt, der Weg in eine moderne, selbstbewusste Republik.

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Medienberichten zufolge wirkt Konrad Adenauer fünf Tage nach seiner Wahl im Jahr 1949 »etwas matt und geschäftsmäßig«

Medienberichten zufolge wirkt Konrad Adenauer fünf Tage nach seiner Wahl im Jahr 1949 »etwas matt und geschäftsmäßig«

Es ist ein ernüchternder, enttäuschender Auftakt: Als Konrad Adenauer, fünf Tage nach seiner Wahl zum Bundeskanzler, am 20.September 1949 in Bonn vor den Bundestag tritt, wirkt er »etwas matt und geschäftsmäßig«, wie die Süddeutsche Zeitung urteilt.

Auch die ZEIT reagiert eher herb: Die Regierungserklärung sei »mehr eine zuversichtliche Rundreise durch die Probleme als ein greifbares Programm« gewesen. Immerhin – der Ton, in dem der Kanzler das Ausland um Vertrauen bat, hatte etwas Beruhigendes nach all dem deutschen Gebrüll und Gebell der vorangegangenen tausend Jahre.
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Die Volksgemeinschaft wird Republik - Adenauerzeit (Teil 2)

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[b]Den Nationalsozialismus verdammen, die Nazis rehabilitieren: Nach diesem Rezept bauten die alten Eliten den neuen Staat auf. Ende der fünfziger Jahre allerdings begannen Einzelne erfolgreich, die Gesellschaft mit der Vergangenheit zu konfrontieren.[/b]

Ende 1954, kurz nach der Unterzeichnung der Pariser Verträge, die der jungen Bundesrepublik eine begrenzte Souveränität verschaffen, sitzen Adenauers außenpolitischer Berater Herbert Blankenhorn und der US-Diplomat Charles W. Thayer in Bonn beisammen. Sie sinnen darüber nach, wie sich das eher trübe Bild aufhellen ließe, das sich die amerikanische Öffentlichkeit von der Bundesrepublik und deren Politikern macht.

Seit seiner Zeit als Verbindungsoffizier des ersten Hohen Kommissars John J. McCloy ist Thayer damit beschäftigt gewesen, die Kommunikation zwischen der amerikanischen Besatzungsmacht und den Repräsentanten des westdeutschen Staates zu pflegen.

Auch eilt ihm der Ruf voraus, durch geschicktes Taktieren die Vorbehalte der Eisenhower-Regierung gegen das Weiterwirken von Wehrmachtgenerälen in der Bundeswehr aufgeweicht zu haben – eine dem Präsidenten zugespielte Publikation über den vermeintlichen Widerstandskämpfer Erwin Rommel soll es möglich gemacht haben.
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(C) Daniel Oswald