Wer sich am Dynamo reibt

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Vergleich ohne Sieger: Die Ausstellung "Wir gegen uns" erzählt kleine und große Sportgeschichten aus beiden Teilen Deutschlands.


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Ein Tor gegen den Klassenfeind: Jürgen Sparwasser erzielt das legendäre Tor für die DDR bei der WM 1974

Bevor der Kalte Krieg zu Ende ging, kam er noch in der Kreisklasse vorbei. Er baute sich vor der untersten Fußballliga auf und wollte auch hier in Gut und Böse teilen. Die Bösen waren eine Clique von Freizeitkickern im Norden Hessens, die mit dem Fahrrad zum Bolzplatz fuhren und sich linksalternativ gaben. Sie nannten sich FSC Dynamo Windrad. Doch Dynamo durfte nicht mitspielen in Kassel, so entschied es der hessische Fußball-Verband Mitte der achtziger Jahre, denn Dynamo war DDR, der Klassenfeind. Bestätigt hat diese Auffassung das Oberlandesgericht Frankfurt am Main, der Name ähnele "zu sehr den Gepflogenheiten der Vereine in der DDR bzw. in den Ostblockstaaten".

Von solchen politischen Spielen erzählt die Ausstellung Wir gegen uns. Sport im geteilten Deutschland, die bis zum 5. April im Zeitgeschichtlichen Forum Leipzig zu sehen ist und von Mai bis Oktober dann im Haus der Geschichte in Bonn. Sie zieht die großen historischen Linien genauso nach wie die kleinen Spuren, und vielleicht steckt in den fast vergessenen Begebenheiten wie der um Dynamo Windrad sogar mehr Aussage als etwa in den beiden prominentesten Sportbegegnungen zwischen Bundesrepublik und DDR, dem Sprintduell Heidemarie Rosendahl gegen Renate Stecher bei den Olympischen Spielen 1972 in München und dem Sparwasser-Tor bei der Fußball-WM 1974.
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Werner von Siemens: Ein Kabel zu Ruhm und Ehre

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Vor 150 Jahren sollte ein Telegrafenkabel Suez mit Karachi verbinden. Es funktionierte nie richtig – aber für Werner von Siemens war das Projekt ein Schritt zum Erfolg.[/b]

Triumphe der Technik sind manchmal kurzlebig: Das erste Telegrafenkabel auf dem Boden des Atlantik hält gerade mal einen Monat. Am 16. August 1858 gratulieren Queen Victoria und US-Präsident James Buchanan einander durch den Draht zur Leistung der Ingenieure, im September ist Funkstille. Die Isolierung hält dem Wasserdruck nicht stand.

Das Scheitern der einen ist das Glück des anderen. Werner von Siemens erhält nach dem transatlantischen Debakel von der britischen Regierung den Auftrag, alle öffentlichen Telegrafenleitungen auf der Insel zu prüfen. Und die Firma Newall & Co. heuert ihn an, um das Verlegen eines Kabels zwischen Indien und Ägypten zu überwachen. Für seine 1847 gegründete "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" bedeutet der Einstieg in den wichtigen britischen Markt einen Schub an internationalem Renommee.
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Siemens hat mit Johann Georg Halske den Zeigertelegrafen zur Serienreife entwickelt, ein Gerät, das die Stellung eines Zeigers auf einer Buchstabentafel auf ein Empfangsgerät mit der gleichen Tafel überträgt. Auch, als sich das schnellere Morse-System durchsetzt, benutzen zum Beispiel Eisenbahner noch den Zeigertelergrafen, weil jeder ihn ohne Kenntnisse eines besonderen Alphabets bedienen kann.
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(C) Daniel Oswald