Neue Erkenntnisse im Todesfall Eigendorf

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Im Fall des Fußballers Lutz Eigendorf hat ein Historiker die Wiederaufnahme der Ermittlung beantragt. Unter Verdacht stand die Stasi, doch der Fall wurde 2004 eingestellt.[/b]

Der mysteriöse Tod des Fußballers Lutz Eigendorf, der 1979 aus der DDR geflüchtet war, könnte die Berliner Staatsanwaltschaft erneut beschäftigen. Der Direktor der Berliner Stasiopfer-Gedenkstätte, Hubertus Knabe, beantragte die Wiederaufnahme der Mord-Ermittlungen.

Eigendorf starb 1983 bei einem Auto-Unfall bei Braunschweig. Immer wieder war darüber spekuliert worden, ob die Stasi dabei ihre Hände im Spiel hatte.

Knabe habe den Antrag gestellt, nachdem am Dienstag ein früherer Inoffizieller Mitarbeiter (IM) der Stasi vor dem Düsseldorfer Landgericht von einem Mordauftrag berichtet hatte, sagte Knabe. Der IM habe den Auftrag vom DDR-Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zwar angenommen, aber nicht ausgeführt, sagte der Historiker. Knabe bat die Berliner Staatsanwaltschaft auch um eine Prüfung auf Exhumierung der Leiche des Fußballers. In MfS-Unterlagen habe es Hinweise auf eine Vergiftung gegeben.

"Wenn sich neue Gesichtspunkte ergeben, wird das Verfahren wieder aufgenommen", sagte ein Sprecher der Berliner Staatsanwaltschaft. Mord verjähre nicht. Die Anklagebehörde hatte den Fall über Jahre geprüft, zuletzt waren die Ermittlungen 2004 aus Mangel an Beweisen eingestellt worden.
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Kölle alaaf! Hanswurst wird frech

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Eine Erinnerung an die Anfänge des politischen Karnevals und seinen Erfinder, den demokratischen Revolutionär Franz Raveaux.[/b]

Kölns Karneval ist ein Fest für alle. Das war immer so. Das galt schon im Mittelalter, als vor allem die Handwerkszünfte die Fastnacht ausrichteten. Ob reich, ob arm, alles feierte. Damals war Köln Deutschlands größte Stadt, die einzige echte Metropole. Der Glanz verging, der 1248 begonnene gotische Dom verwandelte sich eine gewaltige Bauruine. Doch dem Karneval blieb die alte Römerstadt durch die Jahrhunderte treu.
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Gerade die Armen mochten ihn nicht missen. So berichtet im Jahr 1800 naserümpfend ein auswärtiger Besucher, der Münchner Hofrat und Reiseschriftsteller Albert Klebe: »Alle Wirtshäuser ertönten von Musik und Gläserklang und dem Brüllen und Jauchzen des besoffenen Pöbels. Man sah hier nichts als Fuhrleute mit schmutzigen Kitteln, mit verzerrten Larven und lang herunterhängenden Haaren von Werg oder Flachs, Bauern in plumper, schmutziger Tracht, schmierige Caminfeger und altväterlich gekleidete Weiber. In diesem von Tabak, Punsch und Ausdünstungen duftenden Tumult trieb sich der Pöbel mit Entzücken herum.«

In jener Zeit gehörte Köln wie das gesamte Rheinland links des Stroms zu Frankreich. 1794 hatte sich die Stadt den Revolutionstruppen ergeben, 1801 waren im Vertrag von Lunéville die neuen Grenzen festgeschrieben worden. Der Traum manches freiheitlich gesinnten Kölner Bürgers von einer rheinischen, der »cisrhenanischen« Republik hatte sich nicht erfüllt, die vorbereitete Verfassung verschwand in der Schublade.
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(C) Daniel Oswald