Mär 30
Magister Philipps sanfte Kur
News in Zeitalter der Glaubensspaltung (1517 - 1648) Noch keine Kommentare »Philosoph, Bildungsreformer, Diplomat des Glaubens. Zum 450. Todestag Philipp Melanchthons ein Lebensbild des großen Reformators.
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Porträt von Philipp Melanchthon (1497 - 1560), um 1539
Im Sommer des Jahres 1530 standen die Dinge für die Reformation wieder einmal Spitz auf Knopf. Zur selben Zeit wurde die Beziehung zwischen zwei ihrer Protagonisten arg geprüft. Denn während Philipp Melanchthon auf dem Augsburger Reichstag die Sache der Lutherischen vor Kaiser Karl V. zu vertreten hatte, musste Martin Luther selber in Coburg zurückbleiben. Schließlich lebte er seit dem Wormser Edikt von 1521 unter Reichsacht und konnte sich aus dem Gebiet seines Protektors, des Kurfürsten von Sachsen, nicht hinauswagen. Coburg war die südlichst und Augsburg am nächsten gelegene kursächsische Stadt – das immerhin erleichterte den zeitweilig heftigen Briefverkehr zwischen den beiden Reformatoren.
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Die Stimmung war gereizt. Als Melanchthon Ende Juni 1530 einen Entwurf des späteren Augsburger Bekenntnisses nach Coburg schickte, antwortete Luther unwirsch, er wundere sich, »was Du wohl willst; Du fragst danach, was und wie viel den Päpstlichen nachgegeben werden solle […]. Für meine Person ist […] mehr als genug nachgegeben worden.« Doch schon wenige Tage später, in einem Brief vom 3. Juli, ist der Unmut verraucht. Er habe die Schrift »gestern ganz und gar sorgfältig von neuem gelesen, und sie gefällt mir ganz außerordentlich«.
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