Neu entdeckter Hominide schließt eine Lücke der Evolution

News in Frühzeit des Menschen 2 Kommentare »

In Südafrika haben Forscher zwei Skelette einer neuen Menschenart entdeckt. Australopithecus sediba könnte ein lange gesuchtes Bindeglied zwischen Affe und Mensch sein.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-04/Australopithecus-sediba-hominid/Australopithecus-sediba-hominid-540x304.jpg[/IMG]
Der Schädel des Hominiden Australopithecus sediba, der in einer südafrikanischen Höhle gefunden wurde

Es ist eine Landschaft, die das Auge entzückt: bis zum Horizont reichende Wiesen neben schroffen Abhängen und vereinzelten Bäumen. Was jedoch Forscher an der südafrikanischen Region Sterkfontein begeistert, liegt unter der Erde – und das seit Jahrmillionen.
Anzeige

Hier in den Malapa-Höhlen fanden Paläoanthropologen gut erhaltene Überreste einer bisher unbekannten Menschenart. Und nicht nur das. Ihr Fund gilt in Fachkreisen als Sensation: Denn Australopithecus sediba – so nannten die Forscher die neue Art – trägt sowohl Merkmale des affenähnlichen Australopithecus africanus sowie des Homo habilis, der bereits zu den frühen Menschen zählt. Vielleicht ist die jetzt entdeckte Art sogar ein direkter Vorfahre des Homo erectus.
Weiterlesen »

Zum Beispiel die Franks

News in Judentum | Israel | Naher Osten 5 Kommentare »
[b]Mirjam Pressler erzählt vom Schicksal der deutschen Juden von der Emanzipation bis zu Vernichtung und Weiterleben.[/b]

Anne, das jüdische Mädchen aus Frankfurt am Main, das im Konzentrationslager Bergen-Belsen kurz vor Kriegsende verhungern musste, hat mit ihrem posthum publizierten Tagebuch Geschichte gemacht. Lange vor den großen NS-Prozessen, den Fernsehdokumentationen und Dokumentarfilmen hat ihr Schicksal Anteilnahme und Mitleid erweckt – ihr Tagebuch stellt ein [i]document humain[/i] ersten Ranges dar.

Das liegt vor allem daran, dass es diesem nach übereinkommender Auskunft »frühreifen« Mädchen gelungen ist, dem Leiden der europäischen Juden ein menschliches Antlitz zu geben: Anders als Schilderungen vom Vegetieren in den Lagern, auf Latrinen und zwischen Stacheldrahtverhauen eignete dem Versteck der Familie Frank in der Prinsengracht bei aller Enge beinahe etwas Heimeliges, Überschaubares, eine Stimmung, in die man sich einfühlen kann. Dafür war nicht zuletzt Anne Franks luzide und anschauliche Sprache verantwortlich, die durch die Übersetzung in andere europäische Sprachen nichts von ihrer Lebendigkeit verloren hat.

Doch entspringt die Sprachbegabung eines jungen Mädchens nicht aus dem Nichts: Anne entstammt einer Familie, in der Sprache und Sprechen, Lesen, Dichten und Schreiben integraler Teil des Lebens waren. Das lässt sich der Monografie »Grüße und Küsse an alle«. Die Geschichte der Familie von Anne Frank entnehmen, die Mirjam Pressler vorlegt. Sie hat Anne Franks Tagebuch aus dem Niederländischen ins Deutsche übertragen und ihr eine Biografie gewidmet.

Presslers in luzider, auch Jugendlichen zugänglicher Prosa gehaltener Bericht öffnet den Blick auf eine weitgehend vergessene Welt: den Lebens- und Erfahrungsraum des deutschen, mehr oder minder assimilierten bürgerlichen Judentums, das – seiner religiösen Ursprünge zwar durchaus noch bewusst – in der deutschen, der deutschsprachigen Kultur seine Erfüllung zu finden wähnte. Aus den Ghettos, etwa dem der Frankfurter Judengasse, befreit, nahmen diese seit Jahrhunderten in den deutschen Ländern ansässigen jüdischen Familien mit Disziplin, Lerneifer und Liebe zur deutschen Kultur ihren Weg in die Gesellschaft.
Weiterlesen »

(C) Daniel Oswald