Chruschtschows schönster Tag

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Am 1. Mai 1960 schossen die Sowjets den US-Spionagepiloten Gary Powers über Sibirien ab. Der Kalte Krieg erreichte einen neuen Höhepunkt.


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7. Mai 1960: Nikita Chruschtschow präsentiert Luftaufnahmen vor dem Obersten Sowjet in Moskau, die von einem Film des abgeschossenen US-Piloten Francis Gary Powers stammen sollen

Die Nachrichten, die Anfang der fünfziger Jahre in Washington eintrafen, waren beunruhigend: Mit aller Macht rüstete die Sowjetunion auf; innerhalb von fünf Jahren war der alte Verbündete aus den Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Todfeind geworden. Nicht allein, dass sowjetische Physiker bereits im Oktober 1949 die Atombombe gezündet hatten. Deutsche V2-Techniker, nach 1945 zwangsrekrutiert und jetzt heimgekehrt, berichteten von den Erfolgen der Russen in der Raketentechnik. Amerikanische Militärattachés meldeten, das Land habe neue Langstreckenbomber gebaut. Schon bald könnte es über atomar gerüstete Interkontinentalraketen und eine strategische Bomberflotte verfügen. Hatten die Sowjets die Vereinigten Staaten in der Rüstung überholt?
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Die Bombe und der Revolutionär aus Hessen - Wie der 1. Mai zum Feiertag wurde

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Im Chicago des späten 19. Jahrhunderts kämpfte August Spies für Arbeiterrechte. Was kaum einer weiß: Der Ikone der Arbeiterbewegung gedenken wir am 1. Mai.


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Dieser Schnitt von 1886 zeigt fälschlicherweise, dass die Bombenexplosion und die Straßenschlacht am 4. Mai des Jahres zur gleichen Zeit auf dem Chicagoer Haymarket stattfanden. August Spies hatte zu der Kundgebung aufgerufen

Es ist ein politisch brisantes Frühjahr, das Frühjahr 1886 in Chicago. Amerika erlebt seine schwerste Wirtschaftskrise. Die Banken haben sich verspekuliert. Die Regierung muss mit gewaltigen Finanzhilfen einspringen. Die Steuern steigen, die sozialen Mittel werden gestrichen. Die einfachen Menschen leben in Elend und bitterer Armut, arbeiten 12 bis 14 Stunden am Tag. Die Immigrantenströme in die 'Neue Welt' werden gleich vom Schiff weg, an Schlachthöfe, Fabriken, in den Straßen- und Eisenbahnbau vermittelt – zu Hungerlöhnen.

Doch im Mutterland des Kapitalismus regt sich Widerstand, bahnt sich ein Klassenkampf an. Auf den Straßen demonstrieren aufgebrachte Arbeiter für ein menschenwürdigeres Leben und gegen die Willkür der Arbeitgeber. Seit zwei Jahren schon fordern die Gewerkschaften den Achtstunden-Tag und seit Wochen drohen sie mit Streik, sollten die Fabrikbesitzer nicht einlenken. Für diesen Fall kündigen die Arbeiter am 1. Mai 1886 einen landesweiten Ausstand an.

Besonders zugespitzt hat sich der Arbeitskampf in Chicago. Die Stadt am Michigansee ist wegen ihrer Industrieanlagen von großer wirtschaftlicher Bedeutung. Boomtown Chicago ist eine der größten Städte des Landes. Die Einwohnerzahl hat sich in nur zehn Jahren auf 600.000 verdoppelt, ein Drittel davon hat deutsche Wurzeln. Einer von ihnen ist August Spies. Er stammt aus dem nordhessischen Friedewald, geht schon mit 17 Jahren nach Amerika. Spies flüchtet vor Hoffnungslosigkeit, Hunger und Tod wie viele am Ende des 19. Jahrhunderts. 60 Millionen Wirtschaftsflüchtlinge in Europa sind auf der Suche nach einer besseren Zukunft.
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(C) Daniel Oswald