Vor 20 Jahren standen die Ostberliner Schlange

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Mit der Währungsunion kam vor 20 Jahren die D-Mark. Viele empfanden das als Ende der Demütigung, auch wenn sich manche Bürgerrechtler um die "eigentlichen Ideale" der friedlichen Revolution betrogen fühlten.
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Wikipedia: Je umstrittener, desto besser

News in Geschichtsmedien und Literatur 1 Kommentar »
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Was taugen die Geschichtsartikel der Online-Enzyklopädie Wikipedia? Ein Gespräch mit dem Historiker Peter Haber.[/b]

[b]DIE ZEIT:[/b] Herr Haber, nutzen Sie Wikipedia für Ihre Arbeit?
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[b]Peter Haber:[/b] Ja, oft – und gerne.

[b]ZEIT:[/b] Hegen Historiker da keine Vorbehalte?

[b]Haber:[/b] Doch. Viele Kollegen sind sehr skeptisch. Es wird allerdings kaum über das Thema gesprochen.

[b]ZEIT:[/b] Weil man nur ungern zugibt, bei Wikipedia nachgelesen zu haben?

[b]Haber:[/b] Auch. Zugleich ist der Blick in die Wikipedia heute so selbstverständlich wie der Griff zum Brockhaus.

[b]ZEIT:[/b] Wobei das nicht dasselbe ist. Sonst hätten Sie an der Universität Wien nicht ein Forschungsseminar Wikipedia und die Geschichtswissenschaften geleitet. Wodurch unterscheidet sich Wikipedia von herkömmlichen Enzyklopädien?
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Das Leid der sowjetischen Soldaten

News in Der Zweite Weltkrieg 2 Kommentare »
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Verfolgt und vergessen: 5,7 Millionen sowjetische Soldaten gerieten nach 1941 in deutsche Gefangenschaft. Ein Berliner Verein hilft den letzten Überlebenden.

[IMG]http://images.zeit.de/wissen/2010-06/s19-gedenkstaette/s19-gedenkstaette-540x304.jpg[/IMG]
Den gefallenen Sowjetsoldaten wurden Monumente errichtet wie hier im Berliner Tiergarten, die ehemaligen Gefangenen aber ignoriert man bis heute

Im Lager, schreibt Iwan Dmitrijewitsch Solonowitsch, »begann für mich der Schrecken des Krieges«. Im November 1940 ist er, gerade 19 Jahre alt, eingezogen worden. Wenige Wochen nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941 entrinnt er, schwer verletzt, nur knapp dem Tod. Neun Monate später schickt man den jungen Mann erneut an die Front, auf der Krim kesseln die Deutschen seine Einheit ein. Solonowitsch wird ins Reich verschleppt, in ein Kriegsgefangenenlager in Hagen.
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Tüfteln für den Endsieg

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Wir befinden uns im »Zuse-Jahr«. Erinnert wird an den Computerpionier Konrad Zuse, der vor 100 Jahren, am 22. Juni 1910, in Berlin geboren wurde. Zuse brachte nicht nur als Erster auf der Welt eine programmgesteuerte, binäre Rechenmaschine zum Laufen; Zuse erfand auch die erste höhere Programmiersprache für Computer. Und dies mitten im Bombenkrieg von Berlin. Darüber wird in den Festreden weniger gesprochen. Viele seiner Verehrer würden über diese Zeit und Zuses Verstrickungen am liebsten schweigen.[/b]
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»Nie wieder Rügen«

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Block V des riesigen Prora-Komplexes wird zur Jugendherberge umgebaut. Einst litten hier die DDR-Bausoldaten. Unser Autor war einer von ihnen.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-06/prora-ruegen-ddr/prora-ruegen-ddr-540x304.jpg[/IMG]
"Lebensgefahr! Betreten strengstens verboten" steht auf einer Hinweistafel an einem Gebäude an der Küste in Prora auf Rügen, das zuletzt von NVA-Soldaten genutzt worden war

Das Ding ist ein Monstrum. Ein 4,5 Kilometer langer, sechs Stockwerke hoher Stahlbetonriegel im Osten der Insel Rügen. Gebaut wurde er in den dreißiger Jahren nach Plänen des Architekten Clemens Klotz für die NS-Reiseorganisation Kraft durch Freude (KdF). 20.000 Volksgenossen sollten hier Urlaub machen. Doch das »Seebad Prora« blieb Projekt, der Koloss unvollendet.

Nach dem Krieg bot er der größten Kaserne der DDR Platz. Heute ist er eine Touristenattraktion. Vor allem Jugendliche zieht es nach Prora, es gibt einen Zeltplatz, sommers locken Partys. 2011 soll nun in BlockV die »längste Jugendherberge der Welt am Nordende des weltberühmten KdF-Bads« eröffnet werden. So wirbt das Deutsche Jugendherbergswerk (DJH) für das Bauvorhaben.

Doch Prora hat vor allem eine DDR-Geschichte und Block V eine ganz besondere: Hier waren die Waffenverweigerer der DDR untergebracht, die Bausoldaten. Diese Geschichte wird demnächst womöglich endgültig wegsaniert.
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Als die Westmark zu uns kam

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Vor zwanzig Jahren wurde in der DDR die D-Mark eingeführt, die "Ost-Mark" war Geschichte. Drei Autoren aus Ostdeutschland erzählen, wie sie die Währungsunion erlebten.


[IMG]http://images.zeit.de/politik/deutschland/2010-07/frankfurt-oder-waehrungsunion/frankfurt-oder-waehrungsunion-540x304.jpg[/IMG]
Im Zuge der Vorbereitungen auf die Währungsunion bilden sich vor den Sparkassen lange Schlangen

Wie wir ostdeutschen Abiturienten die Währungsunion feierten

[i]Von Evelyn Finger[/i]

Natürlich ist es nicht besonders originell, sich zum Abschied zu betrinken. Ich würde gern etwas Abenteuerlicheres erzählen als die Wahrheit: dass meine Freunde und ich unser letztes Geld für poppig bunte, übersüße und viel zu teure Mixgetränke verpulvert haben. Wir waren gerade volljährig geworden und wir verschwendeten noch keinen Gedanken an künftige deutsch-deutsche Jahrestage mit rituellen So-war-das-damals-Erzählungen. Wir sahen nicht ganz den historischen Ernst der Stunde, wir hatten nur so ein merkwürdiges melancholisches Endzeitgefühl.
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Die Suche im Tal der Könige geht weiter

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Am Ende eines Tunnels erhofften sich Forscher einen Schatz – doch der Gang führte ins Leere. Was bleibt, ist der Traum, ein unversehrtes Grab im Tal der Könige zu finden.[/b]

Schatzsuche im Tal der Könige: Drei Jahre schufteten ägyptische Archäologen und Ingenieure in dem mehr als 3000 Jahre alten Felsentunnel, der unter der prunkvollen Grabkammer von Pharao Sethos I. in die Tiefe führt. Stück für Stück musste die Decke abgestützt und der Schutt in kleinen Loren ins Freie geschafft werden.

In teilweise lebensgefährlicher Arbeit drangen die Forscher schließlich 174 Meter in den fragilen Schacht vor, in der Hoffnung, er werde sie zu einem bislang unentdeckten – und vielleicht noch unversehrten – Königsschatz führen. Unterwegs fanden sie kleine Figuren, Tonscherben und Steinfragmente mit dem Namen des Grabbesitzers. Die freigelegten Felswände waren voller Skizzen für opulente Reliefs und Wandmalereien, die allerdings nie verwirklicht wurden.

Am Ende war die Enttäuschung groß: Die mysteriösen Korridore und Treppen des sogenannten Schacht K enden im Nichts. Eine dekorierte Fläche erwies sich als Scheintür.
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Die mythische Schlacht

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Bei Tannenberg in Masuren kämpften die Deutschordensritter 1410 ihren letzten großen Kampf. Es war ein Wendepunkt der polnischen und der preußischen Geschichte.[/b]

Diese beiden Schwerter kennt jeder Pole. Vor der Schlacht erhielt sie König Ladislaus II. Jagiełło von zwei Gesandten der Ordensarmee überreicht. Nicht als Versöhnungsgeschenk, versteht sich. Der Hochmeister des Deutschen Ordens – so sprachen die Gesandten – fordere die Polen und Litauer zum Kampf auf, und falls die königliche Armee zu wenig Platz habe, dann sei der Hochmeister auch bereit, sich ein wenig zurückzuziehen, damit der Gegner nicht im Gebüsch vermodere. Die Antwort fiel so knapp und würdig aus, dass Schuljungen sie noch nach mehr als einem halben Jahrtausend in ihren Kriegsspielen wiederholen: »Schwerter haben wir genug, aber auch diese nehmen wir entgegen, als ein Zeichen unseres Sieges!«
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An jenem 15. Juli 1410 stehen die beiden Armeen in zwei fast drei Kilometer langen Linien etwa 200 Meter von einander entfernt. Sie sind bereit zu einer der größten Schlachten des späten Mittelalters, die für fast vier Jahrhunderte das Machtgefüge in Ostmitteleuropa vorentscheiden sollte: zur Schlacht von Grunwald (deutsch: Grünfelde), die in Deutschland seit preußischer Zeit die Schlacht bei Tannenberg (polnisch: Stębark) heißt, beides Orte in der Nähe des Geschehens südwestlich von Allenstein in Masuren. Auf der einen Seite warten über 20000 Mann – die Armee des Deutschen Ordens mit 250 Rittern, Tausenden Söldnern zu Pferd und zu Fuß aus allen Ländern Europas und 100 Kanonen. Auf der anderen bis zu 30000 Polen und Litauer, aber auch ruthenische Einheiten (drei Banner aus Smolensk) und etwa 2000 tatarische Reiter.
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Hauen und Rechnen

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Wie das Ritterleben wirklich war: Eine große Doppelausstellung in Nürnberg und Berlin zeigt die Burg als Macht- und Zauberort.


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Kampf in schimmernder Rüstung? Ritterstolz und Minnesang gehören keineswegs zur Standardausstattung der Burg

Ach, das herrliche Ritterleben! In die polierte Rüstung gestiegen, dem Burgfräulein gewinkt, das Pferd gesattelt und ein paar Heiden, wahlweise Räuber, einen Kopf kürzer gemacht. Nach der Arbeit zurück in die Burg, ein deftiges Mahl und zum Abendprogramm noch ein paar Weisen eines fahrenden Sängers. So sieht es aus, das Wunsch- und Traumbild vom Leben auf der Burg. Glaubt man dagegen dem Brief des späten Ritters Ulrich von Hutten (1488 bis 1523) an seinen Freund Willibald Pirckheimer, schlug man sich dort weniger mit teuflischen Schurken als dem bestialischen Gestank der Tiere, mit quengelnden Bauern und dem Lärm blökender Schafe herum. Hutten: »Überall stinkt es nach Schießpulver; und dann die Hunde und ihr Dreck, auch das – ich muss es schon sagen – ein lieblicher Duft!«

Wie war es also wirklich, das Burgleben?
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Die Hitler-Tagebücher: Von der Sensation zum Alptraum

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Vor 25 Jahren wurden Konrad Kujau und Gerd Heidemann verurteilt. Sie hatten gefälschte Hitler-Tagebücher verkauft. Der "Stern" war nicht ganz unschuldig an der Komödie.[/b]

[img]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-07/stern-tagebuch-hitler/stern-tagebuch-hitler-540x304.jpg[/img]
Der Reporter Gerd Heidemann (rechts) mit den vermeintlichen Dokumenten

Es geht hoch her in der redaktionsinternen Heftkritik beim Stern am 6. Mai 1983. Gerade ist die zweite Ausgabe mit Auszügen aus Adolf Hitlers Tagebüchern erschienen. Dazu Fotos von Hitler, der Kinderwangen tätschelt, von Rudolf Heß in Piloten-Pose, von Goebbels und Göring recht freundlich. Kritik wollen die Chefredakteure Peter Koch und Felix Schmidt nicht hören. Wer an den Tagebüchern zweifle, "befindet sich beim falschen Blatt", sagt Schmidt.

Nur Stunden später melden Nachrichtenagenturen, dass Bundesarchiv und Bundeskriminalamt die Tagebücher als plumpe Fälschungen enttarnt haben: mit Nachkriegstinte auf Nachkriegspapier geschrieben, mit Polyesterfäden gebunden, die es erst seit den fünfziger Jahren gibt, die Inhalte lustlos aus Geschichtsbüchern abgeschrieben.

Die Schmierenkomödie beginnt in den siebziger Jahren. Stern-Reporter Gerd Heidemann gilt als gewiefter Rechercheur, aber er ist, wie das Hamburger Landgericht ihm 1985 bescheinigt, "vom Thema Nationalsozialismus besessen".
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Ein Sensationsfund?

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Laut der Vatikan-Zeitung «L'Osservatore Romano» soll ein unbekanntes Gemälde Caravaggios in Rom aufgetaucht sein.

Im Rom ist möglicherweise ein bislang unbekanntes Caravaggio-Gemälde entdeckt worden. Ob das Kunstwerk tatsächlich von dem italienischen Barockmaler stammt, sollen weitere Untersuchungen zeigen, wie die Vatikan-Zeitung «L'Osservatore Romano» am Samstag berichtete. Das fragliche Gemälde befindet sich demnach im Besitz des Jesuiten-Ordens in Rom und stellt das Martyrium des heiligen Laurentius dar.

Das von der Zeitung abgedruckte Bild zeigt einen halbnackten jungen Mann mit verzweifelt geöffnetem Mund, der sich inmitten züngelnder Flammen nach vorn lehnt und einen Arm ausstreckt. Es zeige für Caravaggios Arbeit charakteristische Merkmale, schrieb «L'Osservatore Romano».

Allerdings werde in keinem einzigen der bekannten Dokumente über den Maler erwähnt, dass dieser sich mit einer Darstellung des Martyriums des heiligen Laurentius befasst habe. Italien beging am Wochenende den 400. Todestag Caravaggios.
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Die Politiker – das sind wir

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Schon der französische Philosoph und Revolutionär Condorcet wusste, dass ein Parlament allein noch keine Demokratie macht.


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Das Gemälde von Carl Wendling (1910) zeigt Pfälzer Freiheitsfreunde zur Zeit der Revolution. Das Bild hängt im Rathaus von Landau

Wie viel Mitsprache der Bürger braucht der Staat? Wie viel direkte Demokratie verträgt die Republik? Und vor allem: Wie ist das zu organisieren? Das sind die entscheidenden Fragen, die uns immer wieder zurückführen zu den Anfängen der modernen Demokratie in Europa, in die Tage der Französischen Revolution. Seit einiger Zeit findet dabei ein Denker erneut Beachtung, der die Revolution mit einer Reihe von wichtigen Texten begleitet hat und auch als politisch Handelnder eine bedeutende Rolle einnahm. Die Rede ist vom Marquis de Condorcet, dem Citoyen Caritat.

Der Nachwelt ist er fast nur noch durch sein Buch über die Fortschritte des menschlichen Geistes in Erinnerung geblieben. Kurz vor seinem Tod 1794 verfasst, teilt diese Schrift die menschliche Geschichte in neun Epochen des linearen Fortschritts und verlängert diese Entwicklung in eine zehnte, eine strahlende Epoche der Zukunft. Der Ruhm des optimistischen Werks prägte Cordorcets Bild. Besonders das 19. Jahrhundert feierte den Marquis. Als vermeintlicher Entdecker der geschichtlichen Bewegungsgesetze wurde er zu einem Säulenheiligen des Fortschrittsglaubens. Im 20. Jahrhundert indes wandelte sich das Bild. Jetzt erkannte die kritische »Dialektik der Aufklärung« im gepriesenen Fortschritt einen übersteigerten Rationalismus, dessen Vernunftobsession in freiheitsfeindliche, in autoritäre, ja totalitäre Maßnahmen umschlägt.
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Der letzte Erfinder

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In wenigen Wochen läuft das letzte Patent der DDR aus. Es gehört einem der fleißigsten Erfinder des Ostens. Früher halfen seine Maschinen dabei, Atombunker zu tarnen, heute kühlen sie Pizza. Das Protokoll einer Verwandlung.[/b]

Es ist etwas größer als eine Konservenbüchse, hat acht Löcher und wiegt so viel wie ein Kürbis. Dieter Mosemann wischt mit einem Lappen das Schmierfett ab. Er hebt das Stück Edelstahl behutsam hoch und zeigt es von allen Seiten. Ein kleines Bauteil für eine große Maschine. Es ist die letzte Erfindung der DDR, Patent Nummer DD 298536, und Dieter Mosemann ist der Erfinder.

Er könnte stolz darauf sein, und vielleicht ist er es auch, aber man merkt es nicht. Mosemann steht in einer Fabrikhalle und redet von seinen Chefs, die ihn immer unterstützt hätten, und von seinen tollen Kollegen, die an vielen der Erfindungen beteiligt waren. Er spricht schnell und konzentriert, er sagt Wörter wie »Teillastverstellung«, ohne sich zu versprechen, er sagt meistens »man« und selten »ich«. Er sagt: »Der Ingenieursgeist muss immer wach bleiben.«

155 Erfindungen hat Dieter Mosemann zum Patent angemeldet, 71 davon in der DDR, die letzte davon am 2. Oktober 1990, ein paar Stunden bevor am Brandenburger Tor das Feuerwerk der deutschen Einheit zündete.

Es ist Zufall, dass ausgerechnet sein Patentantrag der letzte war, bevor die DDR geschlossen wurde. Und doch ist seine Geschichte beispielhaft: für die große Hoffnung, die die DDR in ihre Erfinder setzte; dafür, dass die Planwirtschaft allen Klischees zum Trotz Spitzentechnologie hervorgebracht hat; und für die Schwierigkeiten, die guten Ideen in die globalisierte Wirtschaft hinüberzuretten.
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Luise von Preussen - Keine von uns

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Königin Luise von Preußen war ganz anders, als oft behauptet. Das zeigt Daniel Schönpflug in einer ausgezeichneten Biografie.[/b]

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Luise von Preußen, um 1800

In einer berühmten Vorlesungsreihe prägte der New Yorker Literaturkritiker Lionel Trilling 1970 zwei diametral entgegensetzte kulturelle Leitbegriffe, die er mit den englischen Worten Sincerity (Aufrichtigkeit) und authenticity (Authentizität) umschrieb. Sincerity hieß für Trilling die Bemühung des Einzelnen, das äußere soziale und das innere private Leben ohne Selbstverstellung möglichst in Einklang zu bringen. Authenticity dagegen sei von der Suche nach Selbstbefreiung und -offenbarung geprägt. Sincerity impliziere ein gewisses Verständnis für die Erfordernisse des Gesellschaftlichen, für Tradition und für die Notwendigkeit des redlichen Rollenspiels. Authenticity dulde im Gegenteil ungern das Konventionelle; sie verlange das ungebundene Ausleben des Ichs. In der Kulturgeschichte Westeuropas über die letzten 500 Jahre erkannte Trilling ein stetes Oszillieren zwischen diesen zwei ethischen Orientierungen. Spätestens seit der Romantik sei die westliche Moderne jedoch durch einen Siegeszug der Authentizität auf Kosten der alten Aufrichtigkeit gekennzeichnet gewesen.

Luise von Preußen lebte zwar in der Epoche der anbrechenden Romantik, blieb jedoch eindeutig und lebenslang dem Ethos der Aufrichtigkeit verpflichtet. Das Erste, was ihr an ihrem zukünftigen Mann, Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen, positiv auffiel, war die schlichte Redlichkeit seines Wesens. »Der Prinz ist ausserordentlich gut und gerade«, schrieb sie an ihre Schwester Therese, nach der ersten Begegnung mit dem preußischen Thronfolger. »Kein unnötiger Schwarm von Worten begleiten seine Reden, sondern er ist erstaunend wahr.«

Mit der Suche nach Selbstverwirklichung hatte diese Vorliebe für Aufrichtigkeit nichts zu tun. Weder als Kronprinzessin (von 1793 an) noch als preußische Königin (von 1797 an) stellte Luise die ihr zugedachte Rolle jemals infrage. Das innere Empfinden wurde der öffentlichen Person konsequent untergeordnet. Sie war, wie der Berliner Historiker Daniel Schönpflug in seiner eleganten, intelligenten Biografie der Königin darlegt, eine Schauspielerin auf der Bühne der Macht. Sie spielte eine Hauptrolle in jenem »täglich neu inszenierten Stück namens Monarchie«. Vom Morgen bis tief in die Nacht durch das ganze Jahre hindurch musste sie sich dem Rhythmus des Hofes restlos anpassen. »Mach Dich darauf gefasst zu erfahren, dass ich bald sterben werde«, schrieb sie an ihre Schwester Therese im Februar 1794, »denn seitdem ich mit diesem Brief begann, habe ich immer nur getanzt […] Morgen ist Ball bei der Königinwitwe, übermorgen große Gesellschaft bei mir, Freitag Ball bei dem Grafen Alvensleben, für Sonnabend ist Gottseidank noch nichts festgelegt […] Da kann man wirklich seine Seele verlieren und sein Testament machen.«
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Die Rolle des Adels im „Dritten Reich“: Wir waren alle im Widerstand

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Heute jähren sich das Attentat und der Staatsstreich vom 20. Juli. Der Historiker Stephan Malinowski über die Rolle des Adels beim Aufstieg der Nationalsozialisten, über eingebildete Eliten - und die Frage, warum man immer auf der richtigen Seite war.

Die Nazis waren Pack, die vornehmen Leute wollten damit nichts zu tun haben, der Adel war im Widerstand: Darauf scheint, verkürzt und zugespitzt, der herrschende Konsens hinauszulaufen.

Diese Vorstellung ist doppelt falsch. Die Nationalsozialisten verstanden sich als Avantgarde einer künftigen Volksgemeinschaft, woran zumindest eines richtig ist: alle Schichten waren in der NS-Bewegung vertreten. Und dass Adel gleichbedeutend wäre mit Reichtum, Bildung, Macht, das stimmte im 20. Jahrhundert längst nicht mehr; er sah sich nur so, auch wenn höchstens zwanzig bis dreißig Prozent wirklich über Reichtum und Macht verfügten.
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Ältester Champagner der Welt gefunden - er schmeckt

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Vermutlich eine Gabe von Ludwig XVI. an den russischen Zaren: In einem Schiffswrack in der Ostsee entdeckten Taucher sehr alten Champagner. [/b]

Die Geheimnisse der Meere gehören zu den schönsten Anregern der Fantasie. Was liegt da alles am Grund?

Zum Beispiel Champagner, der mehr als 230 Jahre alt ist und noch schmeckt. In einem Schiffswrack in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland haben Taucher den vermutlich ältesten Edel-Schaumwein der Welt entdeckt.

Die 30 bestens erhaltenen Flaschen, auf denen allerdings kein Etikett war, könnten nach Angaben einer Weinexpertin und eines Tauchers vom Samstag aus einer der ersten Lieferungen von Veuve Clicquot stammen.

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Die Taucher fanden die Ware nahe den finnischen Aland-Inseln. Aller Wahrscheinlichkeit nach handle es sich um Veuve Clicquot, sagt der Leiter der Tauchmission, Christian Ekström: "Wir stehen im Kontakt mit Moët & Chandon, und sie sind sich zu 98 Prozent sicher, dass es sich um Veuve Clicquot handelt."

Auf dem Korken sei ein Anker, so Ekström, und dieses Symbol habe in der Champagne nur dieser Hersteller verwendet. "Laut unseren Archiven stammt die Flasche aus den 1780er Jahren", sagt der Cheftaucher. Die Produktion von Veuve Clicquot habe 1772 begonnen, die erste Flasche sei aber erst 1782 ausgeliefert worden. "Also kann es nicht vor 1782 sein und auch nicht nach 1789, weil die Französische Revolution die Produktion stillgelegt hat."

Sollte sich das Alter bestätigen, wäre damit der Weltrekord des ältesten trinkbaren Champagners gebrochen. Bislang hält eine Flasche Perrier Jouët aus dem Jahr 1825 den Rekord. Da der Champagner im Wasser bestens gekühlt wurde, schmeckte er trotz seines hohen Alters gut, wie die Önologin Ella Grüssner Cromwell-Morgan feststellte. "
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Stollen für den Sieg

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Hoch in den Tiroler Alpen errichteten die Nazis ein Bergwerk, um einen kriegswichtigen Rohstoff zu fördern.

Nebelschwaden ziehen über die Gebirgskette, nur vereinzelt stechen Spitzen und Kanten hervor. Im Tiroler Valsertal, südlich von Innsbruck, wo die Gipfel über 3000 Meter in die Höhe ragen, liegt auf der Alpeiner Scharte in den Zillertaler Alpen ein vergessenes Stück NS-Geschichte vergraben: ein verlassenes Bergwerk inmitten von Geröllhalden und Lawinenstrichen. 18 Quadratkilometer groß war die Anlage, vom Stollen, knapp unter der Gletschergrenze, bis hinunter in das Tal. Große Hoffnungen wurden einst in dieses Projekt gesetzt; schließlich endete es in einem Fiasko.

NS-Geschichte
Stollen für den Sieg
Hoch in den Tiroler Alpen errichteten die Nazis ein Bergwerk, um einen kriegswichtigen Rohstoff zu fördern.

© Johannes Simon/Getty Images


In den Tiroler Alpen bauten die Nazis einen Stollen, um Molybdän zu bergen
Nebelschwaden ziehen über die Gebirgskette, nur vereinzelt stechen Spitzen und Kanten hervor. Im Tiroler Valsertal, südlich von Innsbruck, wo die Gipfel über 3000 Meter in die Höhe ragen, liegt auf der Alpeiner Scharte in den Zillertaler Alpen ein vergessenes Stück NS-Geschichte vergraben: ein verlassenes Bergwerk inmitten von Geröllhalden und Lawinenstrichen. 18 Quadratkilometer groß war die Anlage, vom Stollen, knapp unter der Gletschergrenze, bis hinunter in das Tal. Große Hoffnungen wurden einst in dieses Projekt gesetzt; schließlich endete es in einem Fiasko.

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»Grab hier«, ruft Gerhard Stadler, ein Industriearchäologe von der Technischen Universität Wien. Sein Assistent schwingt das rostige Werkzeug. Schon beim ersten Spatenstich stößt er auf eine Betonplatte: »Vielleicht ein Maschinenfundament oder doch ein Wasserbecken.« 14 Studenten und ihre Betreuer sind derzeit im Valsertal unterwegs, um ein wahnwitziges Stück Geschichte zu erkunden. »Es ist das höchstgelegene Bergwerk Europas, das mir je untergekommen ist«, sagt Stadler. »Allein die Seilbahn, die hier stand, besaß eine bis dahin ungeahnte Dimension.«

Viel von dem waghalsigen Projekt ist nicht mehr übrig: Die Aufbereitungsanlage im Tal wurde 1989 gesprengt. Andere Gebäude sind zugewuchert, und der Eingang zum Bergwerk liegt unwegsam abseits der Wanderwege. Bis Kriegsende wurde allerdings in der unwirtlichen Gerölllandschaft geschuftet und nach Molybdän gesucht – einem kriegswichtigen Edelmetall für die Flugzeug- und Panzerproduktion.
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Schiff am Ground Zero entdeckt

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Seltsamer Fund auf der Baustelle des World Trade Center: Dort liegt seit rund 200 Jahren ein Schiff. Forscher vermuten, dass es einst als Füllmaterial verwendet wurde.[/b]

In New York ist ein Schiff aus dem 18. Jahrhundert gefunden worden. Der mindestens 200 Jahre alte und neun Meter lange Schiffsrumpf liege auf der Baustelle des neuen World Trade Center, sechs bis neun Meter unter dem Straßenniveau, wie die New York Times berichtet. Nun soll der Holzrumpf möglichst schnell gesichert werden, um seinen Verfall zu verhindern.
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Im Grab des geheimnisvollen Herrschers

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1600 Jahre lang lag der Tote unberührt in dem Erdloch: Archäologen haben in Guatemala die Grabkammer eines Maya-Herrschers entdeckt. Die Ruhestätte enthält Knochen von sechs Kindern, die dem König in den Tod folgten, sie ist voller Schätze und Rätsel - und erstaunlich unversehrt.[/b]

El Zotz ist ein ungemütlicher Ort. Durch den sumpfigen Urwald in der Umgebung schleichen Jaguare und Pumas, gelegentlich kommt ein Beulenkrokodil vorbei. Bricht die Dämmerung herein, schwärmen Tausende Fledermäuse aus, die in den nahen Klippen und in einer Höhle der Maya-Pyramide "El Diablo" leben. Der 45 Meter hohe Bau heißt wie der Teufel, weil seine Wände so steil sind, dass man sie nur unter Lebensgefahr besteigen kann. So viele Fledermäuse verdunkeln am Abend den Himmel, dass die guatemaltekische Ruinenstadt nach ihnen, den "Zotz", benannt wurde.
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Akten zum Warschauer Ghetto

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Zufälle sind Teil der Wirklichkeit. Manchmal bedarf es eines Zufalls, um ein Tor aufzustoßen, das ganz neue Erkenntnisse ans Tageslicht fördert. So erging es dem Leipziger Verleger Joachim Jahns. Er veröffentlichte die Autobiografie einer 93-jährigen Frau. Ein 92-jähriger Mann, einst Angehöriger der Waffen-SS und im Warschauer Ghetto eingesetzt, erfährt davon und zieht gegen den Verlag und die Autorin Lisl Unger vor Gericht.

Unger war 1942 von einem Polizeioffizier schwanger geworden, der danach nach Warschau versetzt wurde. Im beschriebenen SS-Mann glaubt sich nun Jahrzehnte später der in der Nähe von Hannover lebende Erich Steidtmann wiederzuerkennen. Von dessen Klage wird Jahns aufgeschreckt, denn es geht um die Existenz des kleinen Verlages. Der Herausgeber vertieft sich in Archive in mehreren Ländern und fördert Erschreckendes zutage. Steidtmann war nach Überzeugung Jahns an der Liquidierung der jüdischen Bevölkerung in Warschau beteiligt. Bei seiner Herkulesaufgabe stößt Jahns – vor allem bei der Einsicht von Stasiakten – auch auf das Schicksal eines anderen SS-Angehörigen. Franz Konrad heißt der Mann, einst der „Ghettokönig von Warschau“ genannt. Jahns zeigt sich von Konrad, einem Unmenschen, der versucht hatte, menschlich zu bleiben, fasziniert.
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Stonehenge-Zwilling gefunden

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In der Nähe des berühmten Steinkreises Stonehenge fanden Forscher Hinweise auf ein ähnliches Bauwerk. Dieses sei vermutlich aus Holz gewesen.

Britische Forscher haben neben dem berühmten Steinkreis Stonehenge Hohlräume entdeckt, die auf ein ähnliches Bauwerk aus Holz schließen lassen. Der neue Fund liegt 900 Meter von den gigantischen Steinen in der Nähe der englischen Stadt Salisbury entfernt, berichtete Vince Gaffney von der Universität Birmingham. Die Wissenschaftler des internationalen Forschungsprojektes feierten die Entdeckung des "Stonehenge-Zwillings" als "unglaublich".
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Als die Amerikaner ihr Tor ins All aufstießen

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Die deutschen V2-"Vergeltungswaffen" waren der Anfang: Vor 60 Jahren startete die erste Rakete auf Cape Canaveral – das Weltraumzeitalter hatte begonnen.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-07/v2-start-cape-canaveral/v2-start-cape-canaveral-540x304.jpg[/IMG]
Eine neue Ära beginnt: Eine Bumper-V2 ist die erste Rakete, die vom amerikanischen Weltraumbahnhof auf Cape Canveral startet

Am 29. Mai 1947 rast eine Rakete über El Paso in Texas hinweg und stürzt in Juarez in Mexiko ab. Sie kracht in einen Friedhof – kein Lebender nimmt Schaden. Die amerikanischen Streitkräfte haben die Rakete abgefeuert; ein Probeschuss auf dem Testgelände in White Sands, New Mexico, ist statt in nördliche Richtung nach Mexiko gegangen. Washington muss sich beim Nachbarland entschuldigen und Schadenersatz zahlen. Der Vorfall zeigt dem US-Militär drastisch: White Sands liegt zu nahe an besiedelten Gegenden, um Raketen dort zu testen. Mehr als 300 Eisenbahnwaggons voller Bauteile der "Vergeltungswaffe 2" haben die Amerikaner als Kriegsbeute hierher gebracht, jener V2-Rakete, mit denen die deutsche Luftwaffe Tod und Zerstörung nach London trug. Ein alternatives Testgelände muss gefunden werden.
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"Holzversion" von Stonehenge entdeckt

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Wissenschaftler haben in unmittelbarer Nähe von Stonehenge Hinweise auf eine weitere Kultstätte aufgespürt. Das Holz-Monument ist mit 4500 Jahren genauso alt wie der Steinkreis.


Nahe der britischen Kultstätte Stonehenge haben Archäologen eine "Holzversion" des weltberühmten prähistorischen Steinkreises entdeckt. "Diese Entdeckung ist völlig neu und äußerst wichtig für unser Verständnis von Stonehenge und seiner Umgebung", erklärte Grabungsleiter Vince Gaffney von der Universität Birmingham.

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Die Magnetometer-Aufnahmen der Universität Birmingham zeigen, wo vor 4500 Jahren einst Löcher für das Holz-Monument ausgehoben wurden. (© dpa)

Die Überreste des kreisförmigen Monumentes wurden etwa 900 Meter von Stonehenge entfernt im Südwesten Englands nahe Salisbury ausgegraben. Das Bauwerk entstand nach Angaben der Forscher wahrscheinlich zur selben Zeit wie sein steinernes Gegenstück - vor rund 4500 Jahren.

Die Archäologen der Universitäten Birmingham und Bradford sowie des Wiener Ludwig-Boltzmann-Institutes entdeckten bei ihren Untersuchungen mit Hilfe eines Magnetometers eine kreisförmige Grube und mehrere Löcher. Ein solches Gerät misst Schwankungen im Erdmagnetfeld und kann Strukturen aufspüren, die unter der Erdoberfläche liegen.
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Als die deutsche Luftwaffe ihren Nimbus verlor

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Die Luftschlacht um England ist heute wichtiger Bestandteil der britischen Geschichte. Im Sommer 1940 besiegte die zahlenmässig schwächere Royal Air Force die deutsche Luftwaffe nicht zuletzt dank einer professionellen Logistik.

Vor 70 Jahren tobte am Himmel über Südengland eine der erbittertsten Luftschlachten des zweiten Weltkrieges. Junge, kaum 20-jährige britische Piloten kämpften in ihren Hurricanes und Spitfires gegen ihre oft gleichaltrigem deutschen Gegner. Die «Battle of Britain» ist heute Teil der englischen Geschichte, Churchills «the few» sind nach 70 Jahren fast zu einem Mythos entrückt.

Es ist unbestritten, dass in der Luftschlacht um England die Nazi-Luftwaffe nach ihrem triumphalen Siegen über die schwache polnische Luftwaffe 1939 und die desorientierten französischen Luftstreitkräfte zum ersten Mal eine deutliche Niederlage erlitten hatte. Die grossmäuligen Ankündigungen des deutschen Reichsmarschalls Hermann Göring, die Luftwaffe werde die Royal Air Force (RAF) in wenigen Wochen am Boden und in der Luft vernichten, hatten sich als reines Wunschdenken herausgestellt.

Rückblickend kann gesagt werden, dass die Luftschlacht um England für die Deutschen schon verloren war, bevor der zweite Weltkrieg überhaupt begonnen hatte. Görings Luftwaffe flösste zwar zu Beginn des Krieges ihren Gegnern Angst und Schrecken ein, war strategisch gesehen aber mehr ein Unterstützungsmittel der Wehrmacht im Blitzkriegkonzept der deutschen Generäle. So verfügte die Luftwaffe über keine grossen strategischen Bomber und eine eher kleine Jagdwaffe, die aber mit der Messerschmitt Bf109 hervorragend ausgerüstet war.
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(C) Daniel Oswald