Aug 12
2006
«Ich muss immer dichten»
News in Persönlichkeiten in der Neuzeit 1 Kommentar »Die Anfänge des Eugen Berthold Brecht
«Berthold Eugen» war ein sechzehnjähriger Augsburger Gymnasiast, der im August 1914 den deutschen Aufbruch in die Schützengräben und Gräber des Ersten Weltkriegs mit erhabenen Versen feierte: «Das ist so schön, schön über all' Ermessen / Dass Mütter klagelos die Söhne sterben sehn / Dass alle ihre Sorgen still vergessen / Und um des Grossen Sieg nun beten gehn.» Die Frage ist, wie aus dem Verfasser solcher Zeilen binnen zweier Jahre der Dichter Bert Brecht werden konnte. Insgesamt 39 patriotische Beiträge lyrischer oder prosaischer Art veröffentlichte Brecht unter seinem Pseudonym bis zum Februar 1916, der letzte, das Gedicht «Soldatengrab», klingt bereits deutlich ernüchtert. Vom schönen Sterben, vom Sieg «des Grossen» ist nicht mehr die Rede, stattdessen die lakonische Erinnerung an einen Freund, der irgendwo in einem Massengrab verschwunden ist.
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«Berthold Eugen» war ein sechzehnjähriger Augsburger Gymnasiast, der im August 1914 den deutschen Aufbruch in die Schützengräben und Gräber des Ersten Weltkriegs mit erhabenen Versen feierte: «Das ist so schön, schön über all' Ermessen / Dass Mütter klagelos die Söhne sterben sehn / Dass alle ihre Sorgen still vergessen / Und um des Grossen Sieg nun beten gehn.» Die Frage ist, wie aus dem Verfasser solcher Zeilen binnen zweier Jahre der Dichter Bert Brecht werden konnte. Insgesamt 39 patriotische Beiträge lyrischer oder prosaischer Art veröffentlichte Brecht unter seinem Pseudonym bis zum Februar 1916, der letzte, das Gedicht «Soldatengrab», klingt bereits deutlich ernüchtert. Vom schönen Sterben, vom Sieg «des Grossen» ist nicht mehr die Rede, stattdessen die lakonische Erinnerung an einen Freund, der irgendwo in einem Massengrab verschwunden ist.
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