Schwarzer Tod in Europa: 650 Jahre altes Erbgut enttarnt Pest-Erreger

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Der Schwarze Tod raffte ein Drittel von Europas Bevölkerung dahin, lange haben Experten über den Auslöser der mittelalterlichen Seuche gerätselt: Ebola-ähnliche Viren und Milzbrand-Erreger galten als verdächtig. Forscher haben jetzt das Mysterium entzaubert - auf einem alten Londoner Friedhof.
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Zwischen Himmel und Hölle

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Das Mittelalter war eine Zeit voller Widersprüche: Der Historiker Johannes Fried über die Zumutungen des Alltags, den Aufstieg der Städte und die Geburt der Wissenschaft aus dem Geist der Apokalypse.[/b]

[b]ZEIT Geschichte[/b]: Herr Fried, Sie kennen das Mittelalter wie kaum ein anderer. Hätten Sie gerne damals gelebt?

[b]Johannes Fried[/b]: Um Himmels willen! Der entsetzliche Schmutz, der Gestank, man müsste sein gesamtes Sinnessystem zurückentwickeln, um das auszuhalten. Wir leben ja heute in einer beinah gestankfreien Welt. Die Menschen damals haben sich hingegen nicht wie wir täglich gewaschen; das Alltagsgewand war vielfältig geflickt, darin schlief man, arbeitete man, schwitzte man, fror man. Das stank! Die Abfallgrube? Na, gleich hinterm Haus. Das stank! Abtritte? Klatsch, klatsch, klatsch machte das, in Schlössern einfach runter an der Außenmauer. Das stank! Und dann das Reisen. Sie wollen von hier nach da? – Also los: auf Schusters Rappen. Vielleicht werden Sie mal ein Stückchen mit dem Pferdefuhrwerk mitgenommen. Und falls Sie selbst ein Pferd haben, Vorsicht: Nicht dass es von der Wiese der Bauern frisst, da kommt die Bauernschaft und schlägt Sie halb tot. Dazu die Kleinheit der Welt, die vielen Abhängigkeiten. Und wenn Sie in die Kirche gehen, da stehen Sie, da gibt’s keine Stühle. Dann das Essen, pfui Teufel, das schmeckt doch gar nicht – völlig versalzen! Also, wenn ich da gefragt werde, wollen Sie im Mittelalter leben? Nein. Ich könnte es nicht.

[b]ZEIT Geschichte[/b]: Das Mittelalter, das Sie in Ihren Büchern als so fortschrittlich preisen, war also doch ganz schön finster?
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Machtvoll in Demut/Der klösterliche Alltag

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Die Benediktinerklöster des Mittelalters waren gleichermaßen geistliche, kulturelle und wirtschaftliche Zentren. Die Benedikt-Regel bot ihnen dafür nicht nur geistige Wegbegleitung, sondern zugleich eine Anleitung für die Organisation des täglichen Lebens.
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Mittelalterliches Handbuch für Liebesbriefe entdeckt

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Forschergruppe fand in der "Biblioteca Capitolare" in Verona durch Zufall das Werk eines gewissen "Guido" aus dem 12. Jahrhundert
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"Mittelalter-Bilder basieren mehr auf Vorurteilen als auf Wissen"

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Das Mittelalter gilt einerseits als "die dunkeln Jahrhunderte" mit Unwissen und Hexenverfolgung, auf der anderen Seite begeistern Mittelalter-Fantasien von König Artus bis zum Herrn der Ringe die Massen. Abseits solcher Klischees arbeiten Wissenschafter des Instituts für Mittelalterforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) seit mittlerweile zehn Jahren an einer fundierten Aufarbeitung - 1998 wurde das Institut als Forschungsstelle ins Leben gerufen.
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Von den schönen Frouwen

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Käufliche Liebe im Alten Bern – ein Sofagespräch im Kornhausforum

Als Kaiser Sigismund mit seinem Gefolge 1414 nach Bern kam, offerierten ihm die Stadtväter nicht nur Speis und Trank. Sie schenkten dem ehrenwerten Besuch auch «schöne Frouwen» zur frivolen Unterhaltung.
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Ein Hort für die Ärmsten der Armen

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Nach dem Tod ihres Mannes verwendete Elisabeth von Thüringen ihr Vermögen, um ein Hospital in Marburg zu unterhalten. Hier kümmerte sie sich eigenhändig um Notleidende und Kranke. Dies war der Grundstein für ihre spätere Heiligsprechung.
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Haferbrei - ohne Zucker

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Aus der NZZ am Sonntag vom 3.12.2006:

Die mittelalterliche Küche war armselig und ohne Abwechslung

Von Thomas Köster

Im Mittelalter war Essen kein Zuckerschlecken. Rezepte sucht man im Buch von Ernst Schubert deshalb vergebens. Wie der ehemalige Göttinger Professor für niedersächsische Landesgeschichte ausführt, war die mittelalterliche Küche nicht nur arm an Vitaminen, Frischfleisch, Gewürz und Variationen. Das ebenerdige, offene Herdfeuer liess gar keine aufwendige Kochkunst zu. Auch der Geschmackssinn des mittelalterlichen Menschen funktionierte anders. Und Essen und Trinken diente, bis auf festliche Ausnahmen, nicht dem spektakulären Gaumenkitzel, sondern vornehmlich dem Überleben.

«Wer partout ein authentisches mittelalterliches Gericht essen möchte, dem empfehle ich mit Wasser zubereiteten und ungezuckerten Haferbrei», schreibt Schubert. Nicht der Braten, dessen Sauce übergewichtigen Männern in späteren Darstellungen gern aus den Bärten trieft, sondern dünnflüssige Grütze war im deutschen Mittelalter «Nationalgericht». Das Leben von der Hand in den Mund wirkte bis in die grosse Politik. Wie Schubert ausführt, herrschte selbst am Hof Karls des Grossen zeitweise eine bedenkliche, die Gastfreundlichkeit beschränkende Knappheit an Nahrungsmitteln. Der «Wohlstandsfixierung der deutschen Kulturgeschichtsschreibung» wird so der Riegel vorgeschoben.

Es ist also sinnvoll, wenn Schubert seine kenntnisreiche Abhandlung mit einem grossen Kapitel über den «heissen Hunger» und die existenzbedrohenden Hungersnöte beginnen lässt - um sich erst in einem zweiten Schritt dem Salz als einem überlebenswichtigen Würz- und Konservierungsmittel zuzuwenden. Überhaupt entfaltet Schubert sein Tableau am Schicksal einzelner Nahrungsmittel und aus der Sicht des gemeinen Manns.

Anhand der Getreide-, Brot- und Weinproduktion beschreibt er die Entwicklung jenseits aller Bauern- und Winzerromantik als ununterbrochene Schufterei von Bauern, Knechten und Tagelöhnern. Er zeigt auf, welche ernährungsrelevanten Veränderungen etwa die Auflösung und Umformung der Fronorganisation mit sich brachte. Er illustriert die wichtige Rolle des Federviehs in der Nahrungskette, beleuchtet die im 14. Jahrhundert durch Kontrollmechanismen eingeschränkte Funktion des privilegierten Metzgerstands und die Rolle der Fischer, die mit Hering und Stockfisch im Spätmittelalter nicht nur neue Volksnahrungsmittel schufen, sondern auch dem Aufstieg der Hanse-Städte Vorschub leisteten. Er zieht die Wanderungsbewegungen von Rosmarin, Gemüsebohne und Erdbeere längs der Handelswege nach, beleuchtet die Auswirkung von Anbaugewohnheiten auf Dorf- und Stadtgründungen sowie die Auswirkung früher Umweltschädigungen auf das Nahrungsangebot. Und er zeigt, wie sich der «lange Weg des Biers» und der gleichzeitige Bedeutungsverlust des Met-Getränks nicht zuletzt anhand der Veränderungen in der deutschen Agrarlandschaft erklären lassen.

Ein letzter Teil von Schuberts Buch schliesslich beleuchtet das «Essen und Trinken in den Lebensordnungen» der damaligen Welt, als Ausdruck des Rechtsgefüges und der Gemeinschaftssicherung. Hier kommt das als komplexes repräsentatives Ritual inszenierte höfische Fest des hohen Mittelalters mit seinen Tafelfreuden dann doch noch zu seinem Recht.

So entsteht ein im Anbetracht der dürftigen Quellenlage überraschend komplexes Bild einer Zeit, in der bis jetzt kaum beachtete und unscheinbar wirkende Faktoren wie der Siegeszug der Erbse oder der ungarische Ochsenhandel und die damit verbundene Bekämpfung der Hungersnöte den Weg in die Neuzeit erst geebnet haben.

Sozialgeschichte als Ernährungsgeschichte: Betrachtet man etwa die Entwicklung von Roggen und Hafer, so erscheint die gemeinhin als düster charakterisierte Epoche des Mittelalters «als die fortschrittlichste Zeit der europäischen Geschichte». Allein schon als Korrektiv gegen gängige, uns oftmals aufgetischte Vorurteile - aber nicht nur deshalb - ist die Lektüre überaus empfehlenswert.

Ernst Schubert: Essen und Trinken im Mittelalter. Primus-Verlag, Darmstadt 2006. 440 Seiten

(Der Link weiter lesen geht bei dieser Pressenachricht nicht)
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Den mittelalterlichen Alltag erleben

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Neue Mittelalterausstellung im Badischen Landesmuseum eröffnet

Nach einem halben Jahr Um-und Neugestaltungsarbeiten ist kürzlich die neue Dauerausstellung „Zwischen Burg, Stadt und Kathedrale - Leben im Mittelalter“ im Badischen Landesmuseum in Karlsruhe eröffnet worden.

http://www.landesmuseum.de/sonder/set.html
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Mit dem Schlafschwamm in die Vollnarkose

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Die Medizin des Mittelalters steht in keinem guten Ruf. Man denkt an herumreisende Quacksalber und blutige Zahnoperationen, und daran, dass heilkundige Frauen gerne als Hexen verbrannt wurden. Aktuelle Studien zeigen jedoch: Das Mittelalter war in Bezug auf die Medizin alles andere als finster.
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Zwischen Klausur und Welt

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Im Kloster lebten sieben der acht Schwestern des berühmten Nürnberger Humanisten Willibald Pirckheimer 1470–1530) – und sie alle wechselten zahlreiche Briefe mit ihrem Bruder. Aus den Briefwechseln läßt sich ein anschauliches Bild des Verhältnisses zwischen den Geschwistern rekonstruieren.
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Um die Wurst

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Die Ausstellung „Um die Wurst“ nimmt die existentielle Bedeutung des Essens in einer Epoche, in der für viele Menschen Hunger eine alltägliche Erfahrung war, unter die Lupe. Sie beschäftigt sich mit den soziologischen und kulturellen Wertigkeiten und Bedeutungen von Essen und Trinken im Mittelalter. Ein weiteres zentrales Thema ist die Technik der mittelalterlichen Nahrungszubereitung: das Konservieren, Herstellen, Kochen und Entsorgen von Speis und Trank.
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Unterirdischer Gang aus dem 12. Jahrhundert in Oberösterreich entdeckt

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Linz - Bei Grabungsarbeiten neben einem Bauernhof in Siegelsdorf in Lasberg (Bezirk Freistadt in Oberösterreich) wurde ein unterirdischer Gang aus dem 12. Jahrhundert entdeckt. Die Anlage dürfte als Zufluchtsort gedient haben, erklärte Josef Weichenberger vom Oberösterreichischen Landesarchiv. Erhalten sind etwa sieben Meter.
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Deutsch-dänische Archäologieausstellung im Lübecker Burgkloster

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Lübeck (dpa) - Mit dem Zusammenleben von Slawen, Dänen und Sachsen im Ostseeraum des frühen Mittelalters beschäftigt sich eine Ausstellung in Lübeck.
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Meisterhafte Bibelbilder

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Im Oxford des 13. Jahrhunderts entstanden die sehr reizvoll und prächtig gestalteten Bibelbilder des Künstlers William de Braile. Die Überlieferungsgeschichte des kostbaren Zyklus ist spannend wie ein Kriminalroman.
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(C) Daniel Oswald