Mythos 1492

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Christoph Kolumbus hielt sich für ein Werkzeug Gottes. Seine kühne Westfahrt war ein Geniestreich, maßlose Sturheit und Selbstüberschätzungen brachten ihn zu Fall.[/b]

Am 11. Oktober haben die Schiffe mit schwerer See zu kämpfen. Dennoch machen sie gute Fahrt. Wie gut, weiß die Mannschaft nicht, denn ihr Kapitän verheimlicht ihr schon seit einem vollen Monat, wie schnell sie vorankommen.

Die Leute murren. Kann man die Heimat überhaupt noch wieder erreichen? Dann bricht die frühe tropische Nacht herein. Unbeirrt segeln die Schiffe weiter, Kurs West, der Kapitän hat ein Ziel. Stöcke haben die Männer heute aufgefischt und einen Ast mit roten Früchten vorbeitreiben sehen. Zwei Stunden nach Mitternacht kracht ein Kanonenschuss – das Zeichen, dass Land gesichtet wurde. Die Segel werden eingeholt, die Seeleute erwarten den Sonnenaufgang. Das Publikum ist eingetroffen, aber die Bühne ist noch von der Nacht verhängt. Das »großartigste Ereignis seit der Erschaffung der Welt«, wie die Entdeckung Amerikas schon 60 Jahre später genannt werden wird, muss auf den Morgen verschoben werden.

Als es dämmert, wird das Ufer einer flachen, üppig grünen Insel sichtbar. Es ist Freitag, der 12. Oktober 1492. Später wird man sagen, es sei eine neue Zeit angebrochen und eine neue Welt entdeckt worden.
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"Sofort ziehen sie den Toten über das Feuer"

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Zahlreiche Amerikafahrer berichteten von Menschenfressern. Doch ob es in der Neuen Welt tatsächlich Kannibalen gab, ist bis heute umstritten.


Im Jahre 1554 sei er im Urwald von Brasilien Zeuge eines grauenhaften Geschehens geworden, berichtet der deutsche Landsknecht und Kanonier Hans Staden. Ein gefangener Indianer vom Stamm der Cario sei erkrankt, die Tupinambá-Indianer hätten ihn daraufhin massakriert: »Sofort nehmen die Frauen den Toten, ziehen ihn über das Feuer, kratzen ihm die ganze Haut ab [...]. Wenn die Haut abgeputzt ist, nimmt ein Mann ihn und schneidet ihm die Beine über den Knien und die Arme am Leibe ab. [...] Danach trennen sie den Rücken mit dem Hintern vom Vorderteil ab. Das teilen sie unter sich.
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Die Eingeweide behalten die Frauen. Sie sieden sie, und mit der Brühe machen sie einen dünnen Brei, Mingáu genannt, den sie und die Kinder schlürfen [...]. Das alles habe ich gesehen, und ich bin dabei gewesen.« So schreibt Hans Staden in seinem Buch Wahrhafftige Historia und Beschreibung eyner Landtschafft der Wilden Nacketen, Grimmigen Menschenfresser-Leuthen, in der Newenwelt America gelegen von 1557.
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Auf, ins Meer der Finsternis!

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Als Heinrich der Seefahrer im November 1460 starb, hatte er Europa von Portugal aus den Weg in eine neue Welt gewiesen.[/b]

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Das Ölgemälde aus dem 15. Jahrhundert zeigt Heinrich den Seefahrer

In Portugal lebte einst ein Prinz, der seine Welt um vieles größer machte, als man sie noch im Jahr seiner Geburt gekannt hatte. Ja, es war eine ganz neue Welt, die da im Laufe seines Lebens entstand, eine Welt, die weit über die Iberische Halbinsel, weit über Europa, weit über die nördliche Halbkugel der Erde hinausreichen sollte.
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Die neue Weltordnung

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»Von der Freiheit der Meere«: Vor 400 Jahren erschien die berühmte Schrift des Hugo Grotius, erster Baustein seines Werkes, mit dem er das Völkerrecht begründete. Ein Porträt des niederländischen Diplomaten und Gelehrten

Ein Sohn aus gutem Hause. Sein Vater war Patrizier in Delft, später Bürgermeister der Stadt, ein hochgebildeter Mann und einer der Kuratoren der neuen Universität Leiden. Sie war gegründet worden am Anfang des Freiheitskampfes der Niederlande gegen die Spanier. 1568 begann er, dauerte 80 Jahre und wurde erst beendet mit der allgemeinen völkerrechtlichen Anerkennung des neuen Staats im Westfälischen Frieden zu Münster und Osnabrück, mit dem auch der Dreißigjährige Krieg in Deutschland endlich vorüber war.

Das 17. Jahrhundert wurde für die Niederlande zu ihrer großen Zeit. Sie waren führend in der Landwirtschaft, hatten sich einen beachtlichen Kolonialbesitz erworben und verfügten über eine Flotte, größer als die englische. Es ist auch das Goldene Jahrhundert ihrer Wissenschaft, ihrer Kunst. Selten nur in der Geschichte hat die Menschheit in so kurzer Zeit auf so begrenztem Raum so viele Genies der Malerei hervorgebracht wie damals: Rembrandt und Lievens, Frans Hals und Vermeer, Willem Kalf, van Goyen, Terborch und Fabritius, Jan Steen, Gerard Dou, die Ruysdaels und viele mehr.
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Zu den großen Niederländern der Zeit gehört auch jener Sohn aus gutem Delfter Hause, Huigh de Groot, der sich bald lateinisch Hugo Grotius nannte, 1583 geboren. Auch er ist weltberühmt geworden. Ein Jurist, den man noch heute Vater des modernen Völkerrechts nennt und den Begründer des klassischen Naturrechts. 1609, vor 400 Jahren, veröffentlichte er das Werk, dessen Titel fast noch bekannter wurde als der Name seines Autors: Mare Liberum – Von der Freiheit der Meere. Ein Werklein in lateinischer Sprache, gerade mal 36 Seiten, mit dem er den Anspruch der Spanier und Portugiesen auf ein Monopol im Kolonialhandel zurückweist und das Recht des jungen niederländischen Staates auf freie Schifffahrt und freien Handel verteidigt. Das Meer gehöre niemand, jeder könne es befahren und nutzen. Die Schrift, ursprünglich im Auftrag niederländischer Handelsherren entstanden, zeigt schon beim jungen Grotius die große Begabung, juristische Konstruktionen in den Dienst einer politisch wirksamen Rechtsüberzeugung zu stellen. Mare Liberum erschien anonym und wurde heftig diskutiert, der Papst stellte es sofort auf den Index. Grotius aber arbeitete weiter an seinen Ideen und entfaltete sie schließlich 1625 in seinem großen Buch De Iure Belli ac Pacis (Über das Recht des Krieges und des Friedens), das Grundlage der Völkerrechtsordnung werden und bleiben sollte – bis heute.
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Ein Traum von einer Insel

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Manche Karten verzeichnen auch heute noch Inseln, die schlicht erfunden sind. Sie entsprangen fehlgeleitetem Entdecker-Ehrgeiz - oder auch nur der Rumflasche.

Es ist ein Albtraum für Urlauber - und es könnte jeden treffen: Die Reise zur Trauminsel misslingt, weil das Eiland verschwunden ist. Ein abwegiges Szenario? Keineswegs. Im Golf von Mexiko haben Suchtrupps mit Flugzeugen und Schiffen wochenlang nach Bermeja gefahndet, einer Insel so groß wie Föhr.

Obwohl die Insel auf Seekarten verzeichnet ist, gaben Wissenschaftler der Universität UNAM in Mexiko-Stadt nun das Scheitern der staatlichen Suchmission bekannt. Bei Bermeja handele es sich um eine "Phantominsel".
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Kolumbus brachte auch Frauen in die Neue Welt

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Als der Portugiese Christoph Kolumbus im Jahr 1493 zum zweiten Mal nach Amerika segelte, gründete er im Norden Hispaniolas die erste europäische Siedlung in der "Neuen Welt": La Isabela. Noch heute ist dort nicht nur sein Haus, sondern auch das Fundament einer Kirche sowie ein 1494 geweihter Friedhof erhalten.

Dort sind Archäologen nun auf mehr als 50 Skelette gestoßen – und haben Erstaunliches entdeckt: die Gebeine von mindestens einer Europäerin.
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Robuste Mauern dank Tierknochen

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In der abschließenden Phase der Reconquista war Granada auf dem spanischen Festland letzter Rückzugspunkt für die Mauren. Noch heute zeugen gewaltige Maueranlagen von ihrer einstigen Verteidigung gegen die christlichen Eroberer. Wie Forscher jetzt herausfanden, wurden die schützenden Wände von den Nasriden, der letzten maurischen Dynastie, mit einer ganz speziellen Masse aus Kalk und verbrannten Tierknochen überzogen, um sie witterungsfest zu machen.
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Die Abenteuer des Woodes Rogers

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Ausgestattet mit einem Kaperbrief der englischen Krone umsegelte Captain Woodes Rogers von 1708 bis 1711 die Welt als Freibeuter. Seine abenteuerlichen Erlebnisse – wie die Begegnung mit Alexander Selkirk, dem Vorbild für Daniel Defoes Romanfigur Robinson Crusoe – schrieb er dabei stets in seinen Tagebüchern nieder. Im englischen Bristol ist nun eine der seltenen Kopien dieser Chroniken mit dem Titel "A Cruising Voyage Around the World" aufgetaucht.
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Schiffbruch eines Piraten

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Vor seinen Überfällen pflegte Captain Blackbeard sich brennende Lunten in seinen Bart einzuflechten. So verbreitete der gefürchtete Pirat in der ganzen Karibik Angst und Schrecken. Bei einem seiner berüchtigten Coups könnte er aber unschuldig gewesen sein.

Nach einem Beutezug im Jahr 1718 soll Blackbeard nämlich die Queen Anne’s Revenge - das Flagschiff seiner kleinen Flotte – absichtlich versenkt haben. Der Grund: Auf diese Weise habe er sich eines Teils seiner eigenen Mannschaft entledigen und mit der Beute nach North Carolina absetzen können.
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Forscher: Piraten als Vorreiter der Demokratie

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Seeräuber haben schon um 1700 mit schriftlich festgelegtem Kodex ihr Verhältnis untereinander geregelt
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Ein Entdecker auf Abwegen

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Eigentlich war Ferdinand Magellan im Jahr 1519 aufgebrochen, um im Auftrag Karls I. die Gewürzinseln auf dem Westweg zu erreichen – doch kam er dort nie an. Stattdessen ging er im zwei Jahre später etwa 1500 Kilometer nordöstlich auf Guam, der größten Insel der Marianen, an Land. Wissenschaftler um Scott Fitzpatrick vermuten nun, dass Magellan wegen eines El Nino vom Kurs abkam.
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500 Jahre altes Schiffwrack vor Namibia entdeckt

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Johannesburg - Vor der Küste von Namibia ist ein rund 500 Jahre altes Schiffswrack aus der Zeit der Eroberung des Kontinents durch die Europäer gefunden worden. An Bord waren Goldmünzen, Elefantenstoßzähne, Kupferbarren und auch etliche Kanonen.
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Spiel-Karten der Weltmächte

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Ein möglichst klares Abbild der Erde ist seit Jahrhunderten das Ziel von Kartografen. Doch ihre Werke dienten nicht allein zum Orientieren oder Navigieren: Mit ihnen wurde Politik gemacht, die Welt revolutioniert - SPIEGEL ONLINE zeigt die Kartenschätze.
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Kolumbus hatte die Syphilis im Gepäck

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Nun soll er es doch gewesen sein. Was Forscher noch vor wenigen Jahren von der Hand wiesen, scheint nach den neuesten Untersuchungen amerikanischer Wissenschaftler jetzt zu stimmen: Kolumbus hatte bei seiner Rückkehr aus Amerika die Syphilis mit im Gepäck.
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Navigieren zu Zeiten von Galileo Galilei

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Es ist höchst umstritten – sogar zwischen Orient und Okzident – wer in welchem Land einst den Kompass erfand. Nur eines steht fest: Galileo Galilei war es nicht. Der Mann ist aber Namensgeber des neuen Navigationssystems. Doch wie gut hätte er selbst navigieren können?
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Nackt und verloren in der Wildnis

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Sie kamen als Eroberer und gingen als Geläuterte: Acht unglaublich harte Jahre irrte der spanische Konquistador Álvar Núñez Cabeza de Vaca durch Nordamerika. Hunderte seiner Männer starben, nur vier überlebten - dank der Eingeborenen, die sie unterwerfen sollten.
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Die weissen Götter

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Rund um die Eroberung Mittelamerikas durch die Spanier ranken sich manche Mythen – unter anderem heisst es, die Eindringlinge seien von den indianischen Ureinwohnern für Götter gehalten worden. Der «weisse Gott» aber ist eindeutig eine Erfindung der Weissen.
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Kollision der Kulturen

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Den Kolonisatoren Nordamerikas wird meist pauschal der Vorwurf gemacht, die Besiedlung sei außerordentlich gewalttätig und kriegerisch erfolgt. Ein genauerer Blick auf die ersten puritanischen Kolonien Neuenglands, Plymouth, Massachusetts oder Connecticut, relativiert dieses Urteil.
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Raubverdacht um Schatz

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Der am Wochenende aus einem alten, im Atlantik versunkenen Schiff geborgene Millionenschatz erregt den Argwohn der Spanier, zumal die Bergefirma den genauen Fundort nicht nennen will.
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Überraschung: Silber der Columbus-Siedlung La Isabella war aus Spanien

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Bisherige Hinweise auf die erste Silbermine der Europäer in Amerika sind widerlegt. Erz und Schlacke aus der von Christopher Columbus gegründeten Siedlung La Isabella sahen Forscher bisher als Beweis für den ersten Silberabbau der Europäer in der Neuen Welt an. Eine exakte chemische Analyse ergab nun aber: Das Erz stammte aus Spanien.
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Rätsel um Kolumbus-Silber gelöst

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Das vermeintlich erste von Europäern in Amerika gefundene Silber stammt in Wirklichkeit aus der Alten Welt: In einer Karibiksiedlung entdecktes Erz dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit Christoph Kolumbus selbst mitgebracht haben, glauben amerikanische Forscher.
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Herkunft von Kolumbus weiter ein Rätsel

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Mehr als 500 Jahre nach seinem Tod gibt der Entdecker Christoph Kolumbus weiter Rätsel auf. Genforschern ist es bislang nicht gelungen, die Frage nach der Herkunft des Seefahrers zu beantworten.

Wie der Direktor des Genlabors der Universität Granada in Südspanien, José Antonio Lorente, mitteilte, konnten Genanalysen in Spanien, Südfrankreich und Norditalien das Rätsel des Geburtsorts von Kolumbus bislang nicht lösen.

Mit herkömmlichen Methoden lasse sich die Frage nicht beantworten, sagte der Wissenschaftler nach Presseberichten von Samstag. Es müssten zunächst neue Verfahren der Genanalyse entwickelt werden. Die meisten Historiker halten es für wahrscheinlich, dass der Entdecker in Genua zur Welt kam. Allerdings wird auch nicht ausgeschlossen, dass Kolumbus aus Spanien, Portugal oder Frankreich stammte.

Um die Frage der Herkunft zu klären, nahmen die Forscher DNA- Proben von fast 500 lebenden Spaniern, Franzosen und Italienern, die Nachnamen wie Colombo, Colón, Colom oder Coulomb tragen und - theoretisch - Nachfahren des Seefahrers sein könnten. Diese Proben wurden mit denen von Knochenresten von Kolumbus verglichen. Lorente äußerte sich zuversichtlich, dass die Wissenschaftler nach der Entwicklung neuer Analyseverfahren noch zu einem Ergebnis kommen.

Die Genforscher hatten Ende Juli zunächst ein anderes Kolumbus- Rätsel teilweise gelöst. Sie wiesen nach, dass die in der Kathedrale von Sevilla in Südspanien exhumierten Knochenreste wirklich von Kolumbus stammen. Die Überreste machten allerdings nur 15 Prozent des Skeletts des Entdeckers aus. Wo sich die übrigen Knochenreste befinden, ist weiterhin unklar. Die Wissenschaftler hatten die Reste mit denen des Kolumbus-Sohnes Hernando und des Bruders Diego verglichen.

Die Dominikanische Republik behauptet, das Kolumbus-Grab befinde sich in der Hauptstadt Santo Domingo. Die Behörden des Karibikstaates erlaubten den Wissenschaftlern jedoch bislang nicht, die dortigen Knochenreste zu untersuchen.
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Deutsches Messing gegen Indio-Gold

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Wie kamen Columbus und die ersten spanischen Eroberer an das Gold der Ureinwohner Amerikas? Unter anderem mit Hilfe ihrer Schnürsenkel, wie Ausgrabungen jetzt erneut gezeigt haben. Besonders die Messinghülsen an den Enden der Schnüre hatten es den Indios angetan.
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Sevilla: Archiv zeigt größte Sammlung von Kolumbus-Dokumenten

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Archivo General de Indias präsentiert bis 15. Oktober rund 40 Manuskripte aus der Zeit zwischen 1492 bis 1505
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Der Herr der Karten

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Wie Gerhard Mercator in der Epoche der Entdeckungen, der Glaubenskrisen und -kriege mit seinen Globen und Atlanten unser Bild der Welt entwarf
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(C) Daniel Oswald