Schädel im Schrank

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Das düstere koloniale Erbe der deutschen Rasseforschung muss endlich aufgeklärt werden.


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Die namibische Delegation nimmt in einer Zeremonie an der Berliner Charité rund 20 Schädel entgegen.

Der feierliche Akt war ebenso ungewöhnlich wie verstörend. Vor wenigen Tagen, am 30. September, erschien im Hörsaal des traditionsreichen Berliner Universitätsklinikums Charité eine große Delegation aus dem afrikanischen Land Namibia, um zwanzig Schädel entgegenzunehmen. Zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts waren die Gebeine aus »Deutsch-Südwest« ins Reich gebracht worden. Hier sollten sie der gerade heftig im Aufwind befindlichen Rasseforschung dienen.

Die wilhelminischen Wissenschaftler hatten sich ihr »Material« unter erschreckenden Umständen beschafft. Denn von 1903 bis 1908 überzog die deutsche Schutztruppe das Land mit Krieg. Den verzweifelten Kampf der Ovaherero und Nama gegen den Verlust ihrer Existenzgrundlagen beantwortete sie mit gezielten Vernichtungsstrategien. Zehntausende Menschen fielen der deutschen Gewalt zum Opfer – bis zu 80 Prozent der Ovaherero und über 50 Prozent der Nama. Die Rasseforscher witterten die Gelegenheit und ließen sterbliche Überreste von Gefallenen, Hingerichteten und in Konzentrationslagern Umgekommenen konservieren. Dabei sind die nun zurückgegebenen zwanzig Schädel nur ein Bruchteil der damals nach Deutschland geschafften Körperteile.
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"Aufräumen, aufhängen, niederknallen"

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Waren die Verbrechen des Kolonialzeitalters Vorläufer des Holocaust? Der Streit um diese Frage hat in den vergangenen Jahren ein lange vernachlässigtes Kapitel der deutschen Geschichte erhellt.


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Deutsch-Südwest-Afrika, 1904: Kriegsgefangene des Hererovolkes

Am 11. Dezember 1904 taucht das Wort erstmals in einem Schreiben der deutschen Regierung auf. Reichskanzler Bernhard Fürst von Bülow telegrafiert an diesem Tag nach Deutsch-Südwestafrika und ordnet an, »Konzentrationslager« errichten zu lassen »für die Unterbringung und Unterhaltung der Reste des Hererovolkes«. Adressat ist der Oberbefehlshaber in Deutsch-Südwest, Lothar von Trotha.

In den Monaten zuvor hatte Trotha seine »Schutztruppe« in einen rücksichtslosen Kampf gegen die aufbegehrenden Herero und Nama geschickt, gegen bewaffnete Männer, aber auch gegen Frauen und Kinder, gegen Alte und Kranke. Im August 1904 trieben die deutschen Soldaten mehrere Zehntausend Herero in die Omaheke, ein weites Sandfeld im Osten der Kolonie, sie riegelten die Wasserlöcher systematisch ab, sie töteten und hetzten in den Tod. Trotha sprach von »Rassekrieg«, sein Ziel lautete »Vernichtung«.

Auch der Begriff Konzentrationslager ist ihm, 30 Jahre vor Dachau, längst geläufig. Concentration camps nannten die Briten um 1900 die Lager, in die sie während des Krieges gegen die Buren in Südafrika massenweise Zivilisten pferchten, um das Land zu »befrieden«. Jetzt dienen sie als Vorbild für die elenden Barackensiedlungen in Windhoek, Swakopmund und anderen Städten mit Eisenbahnanschluss sowie – der berüchtigtste Ort – auf den Haifischinseln vor der Lüderitzbucht.
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Goldener Brief aus Birma entschlüsselt

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Im Jahr 1756 erhielt Georg II., König von England, einen Brief aus Gold. Doch die Schriftzeichen waren ihm ein Rätsel. Erst jetzt hat es ein Historiker gelöst.


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Der Goldene Brief in der Leibniz Bibliothek Hannover

Der luxemburgische Historiker Jacques Leider hat den geheimnisvollen Goldenen Brief aus Birma entschlüsselt. 250 Jahre lang schlummerte das Schreiben des birmanischen Königs Alaungphaya an den englischen König Georg II. aus dem Jahr 1756 im Tresor der Leibniz Bibliothek Hannover. Niemand konnte mit den birmanischen Schriftzeichen etwas anfangen. Nun ist klar: Es ging dem asiatischen Herrscher um eine Handelskooperation.

Der Goldene Brief ist in ein 55 mal 12 Zentimeter großes Goldblech eingraviert und an den schmalen Seiten mit 24 hochkarätigen Rubinen verziert. Damit wollte Alaungphaya seine Wertschätzung für den hannoversch-englischen König ausdrücken. Als Transportbehältnis diente ein ausgehöhlter Elefantenstoßzahn, der ebenfalls erhalten ist.
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Aus Deutsch-Südwestafrika wird Namibia

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Für Namibia endete die Kolonialzeit erst vor 20 Jahren: Als letztes Land auf dem Kontinent wurde das ehemalige "Deutsch-Südwest", seit Ende des Ersten Weltkriegs unter südafrikanischer Herrschaft, ein selbstständiger Staat.[/b]

"Der Platz an der Sonne", das waren die "blühenden Landschaften" des 19. Jahrhunderts: Wie Kanzler Helmut Kohl 1990 das Gedeihen des deutschen Ostens beschwor, verhieß der Staatssekretär im Auswärtigen Amt und spätere Reichskanzler Bernhard von Bülow Deutschland 1897 ein helles, warmes Plätzchen. "Wir wollen niemanden in den Schatten stellen, aber wir verlangen auch unseren Platz an der Sonne", sagte er im Reichstag. Er meinte Kolonien. Eine davon war Deutsch-Südwestafrika, das heutige Namibia.
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In Frankreichs Armen

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Vor 50 Jahren entließ Paris 14 afrikanische Staaten in die Unabhängigkeit. Doch die neu gewonnene Souveränität wurde für viele von ihnen nur zur Fortsetzung der Kolonialisierung mit anderen Mitteln – wie das Beispiel Gabun zeigt.


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Ein Kolonialsoldat lässt sich von Afrikanern durch den Busch tragen. Diese Zeichnung, etwa aus dem Jahr 1850, verdeutlicht, mit welchen Selbstverständnis die Kolonialisten ihre Macht demonstrierten

Das Jahr 1960 ist Afrikas annus mirabilis. Zwischen Januar und November entstanden 17 neue Staaten. Darunter waren allein 14 Länder, die zum französischen Kolonialreich gehört hatten, wie Niger, Mali und der Tschad. Wunderbar war dieses Jahr der sogenannten Entkolonialisierung vor allem für das französische West-und Zentralafrika, weil sie hier – anders als in Frankreichs Kolonien auf Madagaskar, in Indochina und Algerien – ohne Kampf und fast ohne Blutvergießen verlief.

Das Wunder hat eine längere Vorgeschichte, und die beginnt mit dem deutschen Sieg über Frankreich im Sommer 1940. Zur Stunde der Kapitulation befand sich der Brigadegeneral und Unterstaatssekretär Charles de Gaulle bereits in London und rief die Franzosen von dort aus via BBC zum Widerstand gegen die Besatzer auf. Der Akt erschien vielen als hilflos, verfügte de Gaulle doch über keinerlei Mittel, und so folgte denn auch nur eine kleine Minderheit seiner Landsleute dem Londoner Aufruf.

Hoffnung für de Gaulle kam aus Afrika. Im August 1940 erklärte der Gouverneur von Französisch-Äquatorialafrika, Félix Éboué, seine Solidarität mit dem Rebellen de Gaulle. Éboué war der erste schwarze Gouverneur in Frankreichs Geschichte. Bis 1943 distanzierten sich alle französischen Kolonien außer Indochina vom Vichy-Regime des Marschalls Pétain, das nach der Niederlage den nicht besetzten Teil Frankreichs beherrschte und mit Hitler kollaborierte.
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„Unsre schönen Kolonien“

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In Ausstellungen oder auf „Völkerschauen“, in Vereinen oder Parteien widmete sich Deutschland der Exotik ferner Welten im Allgemeinen – und pflegte im Besonderen die Sehnsucht nach eigenen Kolonien.

Am 1. Mai 1896 öffnete in Berlin die „Erste Deutsche Kolonial-Ausstellung“ ihre Pforten; sie wurde in fünf Monaten von mehr als zwei Millionen Menschen besucht. Geboten wurden „Eingeborenendörfer“, Kult- und Gebrauchsgegenstände, Exportgüter der Kolonien … Ziel war, das deutsche „Kolonialwesen“ in seiner ganzen Breite vorzuführen, die Argumente der Kolonialgegner zu entkräften und das Deutsche Reich als den anderen Kolonialmächten ebenbürtig zu präsentieren.
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Traum von der Südsee

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Deutschland wurde erst spät Kolonialmacht und hatte dann mit dem vorliebzunehmen, was Großbritannien, Frankreich und andere noch nicht besetzt hatten. Seinen „Platz an der Sonne“ fand es schließlich auch im Pazifik – und herrschte dort ganz anders als in Afrika.
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Mit Pomp und Trara in die Wüste

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Die verlassenen Häuser von Kolmanskop in Namibia zeugen von vergangener Pracht. Einst war die Kolonialstadt das mondäne Zentrum der Diamantenindustrie von Deutsch-Südwestafrika. Heute droht die wilhelminische Architektur der Wüstensiedlung im Sand unterzugehen.
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Alte Wunden

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Wie eine Festung erhebt sich das mächtige Massiv aus der Ebene: 250 Meter hoch thront der Waterberg über dem kargen Buschfeld von Namibia. Blutrot versinkt die Sonne am Horizont und wirft ihre letzten Strahlen auf die gezackten Felsen am oberen Bergrand, die wie Orgelpfeifen in den afrikanischen Himmel ragen. Wenn es auf dem fast 50 Kilometer langen und 16 Kilometer breiten Plateau regnet, läuft das Wasser durch eine Schicht Sandstein, ehe es auf hartes Gestein trifft. Hier quillt es dann in unzähligen kleinen Quellen aus dem Fels. Es ist ein spektakuläres Schauspiel, das dem Berg seinen Namen gab.
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Erbe der Kolonialzeit: Frühere Mau-Mau-Kämpfer fordern Wiedergutmachung

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Gerichtliche Klagen angedroht - erstmals soll gegen die heutige Regierung einer ehemaligen Kolonialmacht vorgegangen werden
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Die Diener wurden häufig frech

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Schönredner der deutschen Kolonialverbrechen geben im Internet den Ton an

Die ersten Konzentrationslager des 20. Jahrhunderts standen in Afrika: Nachdem die deutschen Kolonisten in "Deutsch-Südwestafrika" den dort lebenden Herero das Land genommen hatten, ließen sie sie auf ihren Farmen schuften und erniedrigten, misshandelten, vergewaltigten sie. Als sich die Herero 1904 erhoben, gab Oberbefehlshaber Lothar von Trotha die Order: "Innerhalb der deutschen Grenzen wird jeder Herero mit oder ohne Gewehr, mit oder ohne Vieh erschossen." Bis 1911 ermordeten die Deutschen mindestens 40000 Afrikaner im heutigen Namibia - oder trieben sie in Lagern oder in der Omaheke-Wüste in den Tod.
Die populärsten Webseiten stammen von Freizeit-Historikern

Wer sich jedoch im Internet über den deutschen Kolonialismus informieren will, braucht Geduld - und jede Menge Skepsis. Denn ob man mit Google, Altavista oder Yahoo sucht, die populärsten Webseiten stammen meist von Freizeithistorikern, die statt Kolonien lieber "Schutzgebiete" sagen. Den späten deutschen Griff nach Afrika, der 1884 begann und mit dem Ersten Weltkrieg endete, beschreiben sie bis zum kaiserlichen Uniformknopf genau - die afrikanischen Opfer lassen sie jedoch unerwähnt.
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Vernichtung des "Anderen"

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Als sich der Völkermord an den Herero und Nama in der früheren Kolonie Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, voriges Jahr zum 100. Mal jährte, provozierte dies lebhafte wissenschaftliche und politische Debatten. Neben Symposien, Feuilletonartikeln, Rundfunk- und TV-Beiträgen sorgten politische Aktivitäten für Kontroversen: Dies gilt besonders für die öffentliche Entschuldigung, die die Ministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD), bei ihrem Namibia-Besuch im Namen der Bundesregierung für das Kolonialverbrechen ausgesprochen hat.
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Deutscher Imperialismus

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Als Kolonialmacht spielte Deutschland insgesamt nur eine periphere Rolle, die auch lange ein Randgebiet der Historiographie blieb. Zwei neue Studien wenden sich nun dem Thema und seinen Bezügen zum deutschen Selbstverständnis zu.
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Frankreich wollte Island im 18. Jahrhundert

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Neu aufgetauchte Dokumente aus dem französischen Militärarchiv haben es ans Tageslicht gebracht: Islands Hauptstadt könnte heute womöglich "Baie de Fumée" heißen. Nämlich dann, wenn Dänemark im 18. Jahrhundert auf den Vorschlag Frankreichs eingegangen wäre, die Nordatlantik-Insel Island gegen den heutigen US-Bundesstaat Louisiana einzutauschen, der damals noch französische Kolonie war (und 1803 für 15 Millionen Dollar verkauft wurde).
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Dänemarks dunkler Fleck

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Die Ahnenforschung bringt ans Licht, worüber lange geschwiegen wurde. Die Virgin Islands waren einst dänische Kolonien, die von afrikanischen Sklaven bewirtschaftet wurden.
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Im Sklavenregister

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Fünf Jahre lang hat Camilla Marlene Jensen in Südafrika gelebt und sich dort, wie sie sagt, sofort heimisch gefühlt. "Später begann ich nachzudenken: warum hat mich Afrika schon immer interessiert?" Bekannte hatten sie manchmal gefragt, ob sie nicht "afrikanisches Blut in den Adern" habe, obwohl sie hellhäutig ist wie die meisten Dänen. Das krause Haar, obwohl blond, und die hohen Wangenknochen geben ihr etwas Exotisches. "Quatsch", hatte sie stets erwidert: alle aus ihrer Familie waren hell.
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»... hinaus zum heiligen Krieg«

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Bevor 1904 deutsche »Schutztruppen« im heutigen Namibia das Herero-Volk massakrierten, hatten auch christliche Missionare geholfen, den Boden für diesen ersten Völkermord im 20. Jahrhundert zu bereiten.
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Ein Platz an der Sonne

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Lange war der Kolonialkrieg im heutigen Namibia vergessen. Nun widmet sich eine Ausstellung dem Verhältnis von Deutschen und Namibiern, Schwarzen und Weißen von damals
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Von des Kaisers Bagdadbahn bis zum Transrapid

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Die Kolonialisierung war stets erfolgreich, wenn sie technokratisch daherkam, wenn auf militärische Mittel verzichtet wurde. Zu diesem Befund kommt der Historiker Dirk van Laak in seiner jetzt vorliegenden Habilitationsschrift: "Imperiale Infrastruktur. Deutsche Planungen für eine Erschließung Afrikas 1880 bis 1960".
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Vor 100 Jahren Truppentransport nach ,,Deutsch-Südwest"

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Am 13. Januar 1905 traf nach dreiwöchiger Seereise der deutsche Reichspostdampfer ,,Prinzregent" auf der Reede von Swakopmund ein und verkündete mit einem Schuss aus der Bordkanone seine Ankunft. An Bord des Schiffes befand sich der Transportverband ,,R" der Kaiserlichen Schutztruppe mit 18 Offizieren, 648 Unteroffizieren und Mannschaften sowie acht Militär- und Postbeamten, insgesamt also 710 Mann. Außerdem brachte der Verband 93 Pferde und 98 Proviantwagen mit. Das Kommando hatte ein Major, der schon am Einsatz der deutschen Truppen in China teilgenommen hatte.
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Erinnerungen an einen Völkermord

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Es war der erste von Deutschen begangene Völkermord, darüber sind sich die Historiker heute einig: Im Jahr 1904 erhoben sich die afrikanischen Herero gegen die deutsche Kolonialmacht. 65 000 von ihnen kamen ums Leben. Aber es starben auch Deutsche.
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Geteilte Geschichte, gemeinsames Leiden

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Erst langsam taucht die Geschichte von Deutsch-Südwest Afrika, dem heutigen Namibia, wieder aus dem Nebel des historischen Vergessens auf. Jetzt nimmt sich einen Ausstellung in Köln des Themas an.
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Die Bürde des Mächtigen

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Vor hundert Jahren war Japan im Krieg (gegen Russland), und heute ist es wieder im Krieg (als Teil der Koalitionstruppen im Irak). Die Umstände freilich sind sehr verschieden. 1904 führte Japan Krieg aus eigener Bewegung, weil es mächtig werden wollte. Heute ist es wider Willen in den Krieg verwickelt, weil es mächtig ist.
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Insel der Schuldigen

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Sechs Nachfahren der Bounty-Meuterer werden wegen sexuellen Mißbrauchs verurteilt. Der Prozeß könnte das Ende der britischen Kolonie Pitcairn bedeuten.
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300 Jahre Dänisch-Hallesche Mission

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Im Jahr 2006 begeht das erste Missionsunternehmen in der protestantischen Kirchengeschichte, bekannt als Dänisch-Hallesche Mission, im südindischen Tranquebar sein 300jähriges Jubiläum. Diese Unternehmung bildete zugleich den Auftakt eines friedvollen und einflussreichen Kulturdialos zwischen Indien und Europa.
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(C) Daniel Oswald