Bismarck im O-Ton

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In den USA sind verschollen geglaubte Tonaufnahmen des deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck aufgetaucht. Eine Hörprobe offenbart Überraschendes.

Der Thomas Edison National Park im amerikanischen Bundesstaat New Jersey hat diese Woche einen sensationellen Fund bekanntgegeben: Die als verschollen geglaubten Tondokumente mit der Stimme des mächtigen deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck aus den Jahren 1889 und 1890 sind aufgetaucht.
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Die Kaiserin, die es sogar mit Bismarck aufnahm

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Als liberale Gegenspielerin Otto von Bismarcks stand Kaiserin Augusta allein. Eine Ausstellung in Weimar widmet sich der Frau Kaiser Wilhelms I.[/b]

Die erste deutsche Kaiserin Augusta (1811-1890) steht im Mittelpunkt einer Ausstellung im Stadtschloss Weimar. Die Prinzessin aus dem Haus Sachsen-Weimar und Eisenach war Ehefrau des Preußenprinzen Wilhelm, der 1861 preußischer König und bei der Gründung des Deutschen Reichs 1871 in Schloss Versailles bei Paris Kaiser wurde. „In der geschichtlichen Forschung ist sie bisher ein weißes Blatt, eine vergessene Persönlichkeit", sagt Ausstellungskuratorin Katharina Krügel. Anlass für die Schau ist der 200. Geburtstag von Augusta.

Mit 17 Jahren wurde Augusta Catharina Prinzessin von Preußen. Die Tochter des Weimarer Großherzogs Carl Friedrich heiratete den preußischen Prinzen Wilhelm.


Mit ihren liberalen Ansichten avancierte die als Maria Luisa Augusta Catharina von Sachsen-Weimar und Eisenach geborene Kaiserin zur – allerdings erfolglosen – Gegenspielerin des Reichskanzlers Otto von Bismarck.
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Auf hoher See

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Als Generaldirektor der Hapag lässt Albert Ballin die maritimen Träume des Kaisers wahr werden. Der Sohn eines jüdischen Einwanderers erfindet die Kreuzfahrt und gehört zu den erfolgreichsten Unternehmern im Reich.[/b]

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Passagierschiff aus dem Jahr 1914. Die "Vaterland" fuhr von Cuxhaven nach New York

Ein warmer Wind fährt den Damen ins frisierte Haar und den Herren unter die eleganten Rockschöße, als das größte und luxuriöseste Passagierschiff der Welt in Hamburg vom Stapel läuft. Der 20. Juni 1914 ist ein milder Frühsommertag, 40.000 Menschen sind ans Ufer der Elbe gekommen, um dabei zu sein, wenn der Kaiser den Riesendampfer auf den Namen Bismarck tauft. Jubelchöre erschallen unter blauem Himmel, Blumengirlanden schmücken die Werft von Blohm & Voss, das Kaiserreich feiert seinen letzten friedlichen Triumph.

Dass diese Schiffstaufe eine Abschiedsgala von der nur noch kurz währenden Normalität sein wird, ahnt keiner der Schaulustigen.
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Das Paradies auf Erden

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Nackt, vegetarisch, bedürfnislos: Enttäuschte Bildungsbürger, genervte Städter und hoffnungsvolle Träumer suchten in der Lebensreform ihr Glück. Ein Besuch in der ehemaligen Gartenkolonie Eden bei Berlin.[/b]

Nach Eden fährt der Bus der Linie 824 alle zwanzig Minuten vom S-Bahnhof Oranienburg bei Berlin. Fahrzeit ungefähr zehn Minuten, vorbei an viel DDR-Plattenbau, dem Oranienburger Schloss und den landesüblichen Einkaufsmärkten. Aussteigen an der Haltestelle Eden – und tief Luft holen. Der erste Eindruck ist niederschmetternd: Ein Steakhaus, das Papa Asada heißt, liegt nicht weit entfernt, die neue Bundesstraße 96 ist in Sichtweite, das übliche Verkehrsgetobe.

Angesichts dieser bundesrepublikanischen Normalität aus Autobahnzubringern und Leichenschmaus käme niemand auf die Idee, dass hier vor mehr als hundert Jahren ein paar hoffnungsvolle Berliner Vegetarier und Weltverbesserer das Paradies auf Erden gegründet haben: »Eden«, eine Obstbaukolonie vor den Toren Berlins, der Traum unserer pflastermüden, großstadtgeplagten Urgroßväter, die hier barfuß über die Sandwege einem anderen Leben und einer besseren Zeit entgegenlaufen wollten.
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Was war das deutsche Kaiserreich?

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Wirtschaftsboom und Weltmachtstreben, Avantgarde und Aggression: Das deutsche Kaiserreich war eine kurzlebige, dynamische, widerspruchsvolle Zeit. In die Begeisterung für den Fortschritt mischte sich die Angst vor dem Untergang. Das Porträt einer herausfordernden Epoche.


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Neujahrstag 1912: Kaiser Wilhelm II (1859 - 1941) mit seinen Söhnen in Berlin

Am 15. Oktober 1899 schrieb der 32-jährige Theaterkritiker Alfred Kerr in einem seiner Briefe aus Berlin: »Das Jahrhundert geht zu Ende. Mit jeder anbrechenden Nacht rückt der Punkt näher, wo wir die große Einkehr halten. Der Wahnsinn und die Glorie unserer Zeit steigen herauf, beide hart nebeneinander; die Größe und die Bestialität; der Fortschritt und der Servilismus; der machtvolle Gedanke der Freiheit, der Zauber technischen Könnens, die listige Lüftung stiller Elementargeheimnisse, die Verfeinerung und Erhöhung der Menschlichkeit, die Verbreitung der ethischen Idee – auf der anderen Seite die stärkste Machtanbetung aller Zeiten, zum mindesten die bewußteste aller Zeiten, die erste Philosophie der Machtanbetung, die Herrschaft des Säbels und noch über dem Säbel die Vergottung des Geldes.«
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Macht geht vor Recht

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In drei Kriegen schuf Otto von Bismarck den ersten deutschen Nationalstaat. Ein Porträt des »Blut und Eisen«-Kanzlers.[/b]

Der Junker Otto von Bismarck war empört. Nach einem Besuch des Friedhofs im Berliner Friedrichshain, wo die gefallenen Barrikadenkämpfer der Märzrevolution 1848 ihre letzte Ruhestätte gefunden hatten, schrieb er im September 1849 seiner Frau Johanna: »Nicht einmal den Toten konnte ich vergeben, mein Herz war voll Bitterkeit über den Götzendienst mit den Gräbern dieser Verbrecher, wo jede Inschrift auf den Kreuzen von ›Freiheit und Recht‹ prahlt, ein Hohn für Gott und Menschen.«

Bismarcks Hass auf die 48er saß tief, und er hatte neben politischen auch ganz handfeste persönliche Gründe. Denn gerade hatte sich der 32-jährige Neuling aus der Provinz im Vereinigten Landtag, einer 1847 in Berlin einberufenen ständischen Versammlung, als ultrakonservativer Heißsporn einen Namen gemacht, als die revolutionären Ereignisse vom 18. März 1848 die so erfolgreich begonnene Karriere auch schon wieder zu beenden schienen.
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Gruppensex im Grunewald

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Es begann mit einer Swingerparty: Der Historiker Wolfgang Wippermann über das Ende der Ehrkultur im Kaiserreich.[/b]

[b]DIE ZEIT:[/b] Herr Wippermann, für Ihr Buch Skandal im Jagdschloss Grunewald haben Sie einen heißen Fund ausgewertet – eine polizeiliche Aktenmappe voll anonymer, teils pornografischer Briefe...
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[b]Wolfgang Wippermann:[/b] Diese Briefe sind tatsächlich einzigartig. Sie geben einen ungewöhnlichen Einblick in die Sitten- und Mentalitätsgeschichte der wilhelminischen Gesellschaft, in ihre Vorstellungen von Männlich- und Weiblichkeit und in das, was als sexuell »normal« galt.

[b]ZEIT:[/b] Diese Briefe schildern, was man heute eine Swingerparty nennt – und zwar in höchsten Hofkreisen.

[b]Wippermann:[/b] Ja, es geht um eine Sexparty, die im Januar 1891 nach einer Schlittenfahrt gefeiert wurde. 15 hohe Angehörige der kaiserlichen Hofgesellschaft waren dabei, darunter eine Schwester Wilhelms II. und einer seiner Schwager. Die Frauen nahmen sich selbstbewusst, worauf sie Lust hatten. Männer vergnügten sich mit Männern.

[b]ZEIT:[/b] Dabei gilt die Zeit des Kaiserreichs doch als eine besonders prüde Epoche.

[b]Wippermann:[/b] Man war protestantisch und sittsam nach außen. Zugleich wurde, freilich nur den Männern, eine gewisse Freizügigkeit zugebilligt. Einer der Partygäste, der Herzog Ernst Günther von Schleswig-Holstein, hieß in Hofkreisen nur »Herzog Rammler«. Er war regelmäßiger Puffgänger – wobei auch gemeinsame Bordellbesuche adliger Herren üblich waren. Eines Tages verlor er einen Orden bei einer Berliner Prostituierten. Die Frau brachte das Fundstück brav zur Polizei, die Sache wurde Stadtgespräch.

[b]ZEIT:[/b] Was sich jedoch nicht zum Skandal ausweitete, so wie die Grunewald-Party. Warum?
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Einen Doktor für den Prinzen

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Mauscheleien um akademische Titel haben eine lange Tradition. Sie kamen in den besten Kreisen vor.

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Die Uni Bonn Anfang des 20. Jahrhunderts: Hier war Prinz August Wilhelm nicht erfolgreich

Schon der spätere Kaiser Wilhelm II. hatte eine Universität besucht. Für einen gottbegnadeten Thronprätendenten war das allerhand. Doch sein Studium diente weniger einer wissenschaftlichen Ausbildung, es war eine wohlwollende Geste gegenüber dem bürgerlichen Bildungsideal. Folglich frönte Prinz Wilhelm vor allem dem feuchtfröhlichen Korpsleben, vier Semester lang, ohne Abschluss. Prägender wurde für ihn der Militärdienst. So sollten es auch seine fünf Söhne halten: zweckfrei studieren. Alle taten das – bis auf einen: August Wilhelm, Jahrgang 1887. Der wollte einfach kein Soldat sein. Ersatzweise wurde für ihn eine Karriere im höheren preußischen Verwaltungsdienst ins Auge gefasst. Doch das setzte ein achtsemestriges Jurastudium mit gutem Staatsexamen voraus. War das einem Kaisersohn zuzumuten?
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Der Mann im Hintergrund

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Der Mann im Hintergrund

Im Mai 1909 starb in Berlin Friedrich von Holstein, die Graue Eminenz des Kaiserreichs, der große Unbekannte, der Dämon im Auswärtigen Amt.

Er war der bekannteste Unbekannte des Kaiserreichs, die Graue Eminenz der deutschen Politik von den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts bis zu seinem Tod im Mai 1909. Otto von Bismarck hatte ihn »entdeckt«, und in gewissem Sinne ist Friedrich von Holstein wohl sein Schüler geblieben, sein Zauberlehrling. Vielen Menschen war er unheimlich, nicht zuletzt seinem Meister. Den »Mann mit den Hyänenaugen« nannte Bismarck ihn einmal, und die stets wohlinformierte Fürstin Marie Radziwill verglich ihn gar mit Joseph Fouché, dem berüchtigten Polizeiminister Napoleons: So wie Fouché arbeite er »im verborgenen und fischt geheimnisvoll in mehr oder minder trübem Wasser.« Kaiser Wilhelm II. selbst soll ihn einen »Höllensohn« genannt haben.
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Wilhelm, der Moderator

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Verkannt und umstritten: Heute vor 150 Jahren wurde der letzte deutsche Kaiser geboren.

Kaiser Wilhelm II. ist noch immer ein Problem, und zwar nicht nur für aktenverliebte Historiker. Denn die Beurteilung seiner dreißigjährigen Herrschaftszeit mit all ihren politischen Wirrnissen, Skandalen und Erfolgen ist eng verbunden mit unserer Sicht auf die Katastrophe der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Wie weit haben seine lauten Reden, sein Militarismus, die häufige Verachtung der Parlamente Preußens und des Reichs beigetragen zum Ersten Weltkrieg, zur Instabilität der Weimarer Republik, zum Aufstieg Hitlers, zum Aufgeben aller zivilisatorischer Standards der Deutschen gegenüber den Nazis? War Wilhelm II. mit Schuld an Hitler? Oder war er der erste moderne, bürgernahe Herrscher Deutschlands?
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Ludwig-Forscher fordert virtuelle Autopsie für toten "Märchenkönig"

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Zur endgültigen Klärung der Todesursache von König Ludwig II. hat der Berliner Geschichtsforscher Peter Glowasz eine "virtuelle Autopsie" des Märchenkönigs gefordert. Diese neuartige Technik könne bei geschlossenem Sarkophag eingesetzt werden, sagte Glowasz am Donnerstag. Für ihn und viele Königsverehrer sei es 121 Jahre nach dem Tod des Märchenkönigs unerträglich, dass Ludwig II. als Mörder und geisteskranker Selbstmörder dargestellt werde.
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Kaiser Wilhelms berstender Nachttisch

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Der Amerikaner Ben Hecht war einer der wichtigsten Drehbuchautoren Hollywoods. Am 9. November 1918 und einige Monate danach war er US-Reporter in Berlin. Hecht sah die Revolution als Sturm im Wasserglas. Sie war das Gegenteil davon.
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Medienstar Kaiser Wilhelm II.

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Ein Vordenker des PR-Geschäfts, ein Medienstar, ein Meister der Illusion: Der deutsche Kaiser Wilhelm II. (1859-1941) war schon ein Profi der Mediengesellschaft, bevor es sie überhaupt gab.

Nur um die großen Diktatoren des 20. Jahrhunderts wie Hitler, Stalin oder Mao rankte sich ein ähnlicher Personenkult wie um den Spross des Hohenzollerngeschlechts. Allein rund 12 000 Fotografien ließ sich Wilhelm II. nach seiner Abdankung 1918 ins niederländische Exil nachschicken. Eine Auswahl seiner Porträts zeigt bis Ende September eine große Schau von 300 Fotos im Stadtmuseum Kiel.
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Deutschlands vergessene Blütejahre

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Wir stehen unter dem Eindruck, daß plötzlich eine ungeheure Macht in unserer Mitte aufgetaucht ist", schrieb die Londoner "Times" über die Ereignisse, die sich zu Beginn des Jahres 1871 zutrugen: Frankreich war von Preußen-Deutschland besiegt worden. In Versailles hatte Otto von Bismarck den preußischen König Wilhelm I. am 18. Januar 1871 zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Die Nation taumelte im Glück der Einheit, schien doch die alte Zwietracht überwunden zu sein.
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„Bismarcks Reichstag“ in Bad Kissingen

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In Bismarcks Kurquartier in der Oberen Saline in Bad Kissingen kann derzeit auch ein Blick auf seine politische Tribüne im Berlin geworfen werden. Die Ausstellung „Bismarcks Reichstag“, die noch bis 15. September 2005 im Bismarck-Museum Bad Kissingen zu sehen ist, gibt einen umfassenden Einblick in die Anfänge des deutschen Parlamentarismus.
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Krieg in Sicht

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Vor 130 Jahren - am 8. April 1875 - erschien in einer als regierungsnah geltenden deutschen Zeitung ein Artikel mit der Überschrift: "Ist der Krieg in Sicht?" Der Krieg ließ noch 39 Jahre auf sich warten. Doch mit der Krieg-in-Sicht-Krise blieb der seltene Umstand verbunden, dass eine Zeitungsüberschrift in die Geschichtsbücher einging.
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Bismarcks Sturz

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»Der Lotse verläßt das Schiff«, hieß es in der englischen Presse, als Otto von Bismarck nach 28 Dienstjahren am 20. März 1890 seine Entlassung entgegennahm. Zwischen dem jungen Kaiser Wilhelm II. und seinem Kanzler war es zu einer tiefen Entfremdung gekommen. Der seit 1888 regierende Wilhelm II. wollte die Staatsgeschäfte nicht mehr dem Kanzler überlassen und verlangte von Bismarck über dessen Gespräche mit Abgeordneten informiert zu werden. Bismarck wies dieses Ansinnen jedoch unter Verweis auf eine fast 40 Jahre alte Kabinettsorder zurück und legte am 18. März sein Abschiedsgesuch vor. Sein Nachfolger wurde der General der Infanterie Leo von Caprivi.
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Lernen Sie von Bismarck, Mr. President!

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Schockieren und beruhigen: Wenn George W. Bush das Beispiel des großen Preußen beherzigt, könnte er ein bedeutender Staatsmann werden.
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(C) Daniel Oswald