Marsch auf Berlin

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Im März 1920 griffen rechte Republikfeinde erstmals nach der Macht in Deutschland. Doch der Kapp-Putsch scheiterte am entschlossenen Widerstand der Arbeiterschaft.


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März 1920: Auch in München reiten Anhänger des Kapp-Putsches durch die Straßen

In den späten Abendstunden des 12. März 1920 alarmiert eine Nachricht die Reichshauptstadt: Die Marinebrigade Ehrhardt marschiert auf Berlin zu. Ihr Ziel: Sturz der amtierenden Koalitionsregierung unter dem sozialdemokratischen Reichskanzler Gustav Bauer und Beseitigung der erst wenige Monate alten deutschen Republik.

Eine Stunde nach Mitternacht versammelt Reichswehrminister Gustav Noske (SPD) die führenden Militärs in der Bendlerstraße. Seiner Forderung, dass man Gewalt nur mit Gewalt beantworten könne, schließt sich allein der Chef der Heeresleitung, General Walther Reinhardt, an. Alle anderen hohen Offiziere lehnen einen Kampf gegen die Putschisten ab. »Truppe schießt nicht auf Truppe«, erklärt der Chef des Truppenamts, General Hans von Seeckt.
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Die 2007 an der Charité entdeckte Frauenleiche wird bestattet

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Vermutungen, bei der unbekannten Toten handle es sich um die 1919 ermordete Rosa Luxemburg, haben sich nicht bestätigt. Die Leiche der Revolutionärin bleibt verschwunden.


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Rote Nelken auf einer Gedenktafel für die vor 90 Jahren ermordete KPD-Gründerin Rosa Luxemburg. Das Grab der Revolutionärin ist allerdings leer

Begonnen hatte alles mit einer unidentifizierten Frauenleiche, die der Leiter der Berliner Rechtsmedizin, Michael Tsokos, 2007 im Fundus seines Instituts an der Berliner Charité entdeckt hatte.

Der Rechtsmediziner vermutete damals, bei dem Körper, Kopf, Hände und Füße fehlten, könne es sich um die Leiche der 1919 ermordeten Rosa Luxemburg handeln. In dem offiziellen Obduktionsbericht zu Rosa Luxemburg stieß er auf einige Ungereimtheiten. "Obwohl bekannt ist, dass Rosa Luxemburg zunächst niedergeschlagen und dann durch einen Kopfschuss getötet wurde, konnten die Pathologen keine Spuren eines Einschusses finden", sagte Tsokos damals im Interview mit ZEIT ONLINE.

Außerdem sei die Leiche bei der Leichenschau nicht als Rosa Luxemburg identifiziert worden – lediglich vor Beginn der rechtsmedizinischen Untersuchung sei der Name der Revolutionärin gefallen. Die litt an einer angeborenen Hüftverschiebung, wodurch ihre Beine unterschiedlich lang waren. "Auch davon steht in dem Obduktionsbericht von 1919 nichts", sagte Tsokos.
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Braune Keimzelle

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Als erste deutsche Stadt wurde Coburg vor 80 Jahren von den Nazis übernommen. Sie exerzierten dort vieles, was sie später im ganzen Reich vollzogen.

Ausgerechnet Coburg. Ausgerechnet die Stadt im beschaulichen Oberfranken mit dem Haupt eines Mohren im Stadtwappen war die „erste nationalsozialistische Stadt Deutschlands“: Am 23. Juni 1929 errang die NSDAP dort die absolute Mehrheit im Stadtrat. Nicht nur das Wappen arisierten die Nazis bald. Warum waren sie ausgerechnet in Coburg so früh so erfolgreich?
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Neue Forschungen zur Weimarer Zeit in Bayern

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Tagungsbericht

Die Weimarer Republik wurde lange nur mit Blick auf ihre Extreme wahrgenommen, die Demokratie als improvisiert und unvollendet beschrieben. Seit einiger Zeit haben jedoch Forschungen zur Weimarer Republik an Intensität gewonnen, die den politischen und diplomatischen Alltag der Zwischenkriegszeit aufgreifen und damit die Konzentration auf die Extreme überwinden.
Vom 6. bis zum 7. Oktober 2008 veranstaltete das Institut für Bayerische Geschichte mit Unterstützung der Michael-Doeberl-Stiftung in München ein Kolloquium, das neuere Forschungen zur Weimarer Zeit vorstellte. Die Organisatoren CLAUDIA FRIEMBERGER (München) und MARKUS SCHMALZL (München) hatten Nachwuchswissenschaftler aus dem gesamten Bundesgebiet eingeladen, die sich in ihren Dissertationen mit bilateralen Verbindungen, politischen Akteuren, aber auch der Verfasstheit des Staatsgebildes der Weimarer Republik befassen. Die Mehrzahl dieser Forschungen rückt dabei vornehmlich den jungen Freistaat Bayern ins Zentrum der Untersuchungen.
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Im Interview: Heinrich Jaenecke - Der Enkel Friedrich Eberts

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Exklusiv für GEOEPOCHE "Die Weimarer Republik" hat der renommierte Publizist und ehemalige STERN-Redakteur Heinrich Jaenecke ein Porträt seines Großvaters geschrieben: des ersten deutschen Reichspräsidenten Friedrich Ebert. GEOEPOCHE-Redakteur Olaf Mischer hat ihn dazu in seinem Haus im Norden Hamburgs interviewt
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Damals, Das Magazin für Geschichte und Kultur: Die Weimarer Republik

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Auf den Trümmern des zusammengebrochenen Kaiserreichs wurde 1919 die Weimarer Republik gegründet. Ein Neubeginn, wie er schwerer kaum hätte sein können. Menschen, die diese Republik geprägt haben, stehen stellvertretend für die Hoffnungen und Niederlagen, Ängste und Abwege dieser ereignisreichen Jahre: vom ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert über den Industriellen Walther Rathenau, den Medienmogul Alfred Hugenberg, den Außenminister Gustav Stresemann bis zum Weimarer Schicksalskanzler Heinrich Brüning.


Damals, April 2007, 39. Jahrgang 4/2007

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Zwischen den Fronten der Unversöhnlichen

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Der Weg und das Wirken des ersten Reichspräsidenten Friedrich Ebert - minutiös rekonstruiert

"Es bedarf gewiß weiterer Forschung zu Persönlichkeit und Wirken Friedrich Eberts", schreibt der Historiker Eberhard Kolb in einem Beitrag aus dem Jahr 1997, "bis eine ausreichende Zahl von Bausteinen bereitgestellt ist, die sich zu einem fundierten, kritisch reflektierten Ebert-Bild zusammenfügen lassen, einem Ebert-Bild, das gleich weit entfernt ist von emphatischer Apologie wie von ungerechter oder gar gehässiger Herabsetzung." In der Tat, wie manch anderer Politiker der unglücklichen Weimarer Republik hatte auch ihr erster Reichspräsident durchgehend ein heute nur noch schwer vorstellbares Übermaß an Anfeindungen, Verletzungen und Verhöhnungen zu ertragen. Denn für die national-konservativen Kreise beispielsweise blieb er von Anfang an der "Mann der verhaßten Revolution". Schließlich wurde gegen ihn von dieser Seite des politischen Spektrums sogar der auch noch gerichtlich sanktionierte Vorwurf des Landesverräters erhoben, weil er in der zentralen Leitung des Ausstandes der Munitionsarbeiter im Januar 1918 mitgewirkt hatte, ohne daß seinem auf rasche Beendigung des Streiks eintretenden Handeln die erforderliche Beachtung geschenkt worden wäre. Auf der anderen Seite stigmatisierte ihn die radikal-revolutionäre Linke, weil er in den Unübersichtlichkeiten des Kriegsendes und der Revolution für Ruhe und Ordnung eingetreten war, sich in ihren Augen also schlicht als "Arbeiterverräter" geriert hatte. Kurt Tucholsky etwa verschmähte ihn als einen typischen "Bonzen" und blutleeren "Papiermenschen": Daß damit nicht nur Friedrich Ebert und die SPD, sondern letztlich auch die parlamentarische Demokratie von Weimar in Mitleidenschaft geriet, wurde dabei ganz offensichtlich in Kauf genommen.
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Historiker Hans Mommsen über Arbeitslosigkeit und Weimar

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Hans Mommsen (74), emeritierter Professor für Neuere Geschichte in Bochum, ist einer der führenden Historiker für die Weimarer Republik. Im Interview äußert sich Mommsen, der in Feldafing am Starnberger See lebt, über Arbeitslosigkeit, NPD und von Unionspolitikern gezogene Vergleiche zwischen Weimarer Republik und der Gegenwart.
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Tragik eines Demokraten

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Am Morgen des 26. August 1921 erschossen Angehörige eines Freikorps den Zentrumsabgeordneten und ehemaligen Reichsfi?nanzminister Matthias Erzberger, als er in Griesbach/Schwarzwald spazierenging. Zum erstenmal hatten Rechtsextreme einen führenden Vertreter der Weimarer Republik ermordet und damit ihre Entschlossenheit bekundet, die junge Demokratie zu zerstören. Das Attentat bildete den Auftakt einer ganzen Reihe politischer Morde, denen ein Jahr später unter anderen Außenminister Walther Rathenau zum Opfer fiel.
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(C) Daniel Oswald