Vom zweiten zum "Dritten Reich"

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Der Historiker Stephan Malinowski im Gespräch über die Feudalisierung des Bürgertums, die Krise des deutschen Adels und die Geburt des Führerkults aus dem Geist des Wilhelminismus.


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August 1933: Adolf Hitler und Reichspräsident Paul von von Hindenburg, der schon im Kaiserreich diente

ZEITGeschichte: Herr Malinowski, die Frage, welche Traditionslinien vom Kaiserreich zum Nationalsozialismus führen, ist in Deutschland jahrzehntelang heftig diskutiert worden. Zu welchen Ergebnissen ist die Geschichtswissenschaft gekommen? Gilt sie noch, die These vom deutschen Sonderweg?

Stephan Malinowski: Die Sonderweg-These ist seit Mitte der achtziger Jahre zermahlen worden in den Mühlen der empirischen Forschung. Vor allem Fritz Fischer hatte sie in den sechziger und siebziger Jahren vertreten. Seine Kernthese, die er 1978 unter dem Titel Bündnis der Eliten präsentierte, lautete, dass es vor dem Ersten und vor dem Zweiten Weltkrieg dieselben gesellschaftlichen Kreise gewesen seien, die Deutschland ins Verderben getrieben hätten. Sie hätten die gleichen Ziele, die gleichen ökonomischen Großprojekte verfolgt. Erst von den achtziger Jahren an aber wurden diese Zusammenhänge überhaupt empirisch erforscht. Es zeigte sich dabei, dass eine Kontinuität der Ziele leichter zu belegen ist als eine Kontinuität der Eliten, die sie verfolgten. Eines der wichtigsten deutschen Forschungsprojekte dazu war das von Jürgen Kocka zur Geschichte des europäischen Bürgertums. Es ergab, dass die Kontinuitäten der Machtstrukturen in fast allen europäischen Ländern größer waren als in Deutschland, wo es 1918 durch den verlorenen Weltkrieg zu einem enormen Bruch kam. Die These vom deutschen Sonderweg als Abweichung von einem – letztlich imaginären – europäischen Standardweg ist deshalb längst korrigiert worden. Auf dem diesjährigen Historikertag wurde sie nicht einmal erwähnt. Deutsche Geschichte besteht eben nicht einfach nur aus einem Bündel problematischer Traditionslinien.
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Geheime Flugstunden in Russland

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1925 übernahm die Reichswehr in der Sowjetunion eine Fliegerschule. Bis 1933 bauten hier Deutsche und Russen gemeinsam ihre Luftwaffen auf.


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Eine Militärmaschine aus den zwanziger Jahren

An einem Apriltag des Jahres 1928 steigt eine Gruppe von Offizieren der Reichswehr am Berliner Bahnhof Zoo in einen Zug nach Moskau. Unter ihnen ist Hans Arens, von Beruf Flieger. Ziel der Reise ist das Städtchen Lipezk, knapp 400 Kilometer südöstlich der sowjetischen Hauptstadt. Die Gruppe reist in Zivil, das Unternehmen ist geheim. Doch bei der Fahrt durch Polen bemerkt Arens, dass er und seine Kameraden unter Beobachtung stehen. Zwei Reisende geben laute Kommentare über die Reichswehr von sich und lassen erkennen, dass sie wissen, worum es geht: um die geheime Ausbildung deutscher Jagdflieger in Russland.
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Ich hatt' einen Kameraden: Capas Kriegsfoto - nur gestellt?

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Moment der Wahrheit und neue Vorwürfe: Was ist eigentlich noch echt am berühmten Foto "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" von Robert Capa?
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"Die Wahrheit ist eine Kategorie, die sich im gleichen Maße verändert, wie wir neue Kenntnisse erlangen‘‘, schreibt der mexikanische Schriftsteller Juan Villoro. Der Anlass dafür ist, dass der bisherige Wissensstand zu "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes"- dem legendären Foto des gleichsam legendären Kriegsfotografen Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) - um ein Detail erweitert worden ist. Die Tageszeitung El Periódico de Catalunya, die in Barcelona erscheint, ermittelte durch - wie sie schreibt - eigene Recherchen, wo das Foto geschossen wurde: vor den Toren eines kleinen, andalusischen Örtchens mit dem schönen Namen Espejo, der auf Deutsch "Spiegel" bedeutet und in der Provinz Córdoba liegt. Allerdings geht diese Neuigkeit, die El Periódico als Weltsensation in Szene setzte, auf José Manuel Susperregui zurück, einem spanischen Akademiker, der Espejo in seinem in diesem Sommer erschienenen Buch "Sombras de la fotografía" (Schatten der Fotografie) genannt hat.

Belegt wird dies nun durch einen Abgleich dieser und ähnlicher Capa-Fotos mit aktuellen Landschaftsaufnahmen aus Espejo. Sie beweisen, dass die schon öfter bezweifelte Annahme, Capas Foto sei im 50 Kilometer entfernten Cerro Muriano entstanden, auf einem kompletten Irrtum beruhen dürfte. Einerseits. Andererseits lassen sie auch die Zweifel an der Authentizität des Bildes ins Unermessliche wachsen. Die Debatte darum geht bereits auf das Jahr 1975 zurück, als Philip Knigthley den 1954 an der Front in Indochina umgekommenen Capa des Fakes bezichtigte. Seither ist die Diskussion um "Loyalistischer Soldat im Moment seines Todes" nicht abgerissen.
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Es rappelt in der Kiste: Negativ-Filmrollen von Robert Capa aufgetaucht

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… aber sonst tut sich nicht viel. Die neu aufgetauchten Fotos des berühmten Kriegsfotografen Robert Capa aus dem Spanischen Bürgerkrieg sind vor allem eines: noch nicht völlig aufgetaucht.

Jetzt schon genauso spektakulär wie die Motive, die wohl auf den Fotos zu sehen sein werden, ist die Geschichte der Negative dieser Fotos. Es ist die Geschichte einer Odyssee. Sie führt von Paris nach Marseille und schließlich nach Mexiko-Stadt, wo die Negative bei einem mexikanischen General und Diplomaten auftauchten, der unter Pancho Villa diente. Dauer dieser Weltreise: 68 Jahre. Und niemand wusste, dass sie überhaupt stattgefunden hatte.

Denn die mehr als 3000 Negative, von denen hier die Rede ist, galten als verschollen. Der Fotograf selber hielt sie für verschollen. Der Fotograf ist Robert Capa, der wohl berühmteste Kriegsfotograf der Geschichte.

Capa, der sein bis dahin entstandenes Werk 1939 in Paris zurückließ, weil er vor den Nazis fliehen musste, emigrierte in die USA und fotografierte später als Kriegsberichterstatter unter anderem die Landung amerikanischer Soldaten in der Normandie im Juni 1944. 1954 wurde er in Vietnam von einer Mine getötet.

Capa ist Urheber jenes 1936 entstandenen hochdramatischen Fotos aus dem spanischen Bürgerkrieg, das einen tödlich getroffenen Soldaten im Moment seines Zusammenbruchs zeigt. Das Bild des Milizionärs, das 1937 an der Front nahe Córdoba aufgenommen wurde, hat immer schon Diskussionen darüber ausgelöst, ob es sich tatsächlich um das dokumentarische Foto eines Opfers oder um eine nachgestellte Szene handelt. Bislang sind an die 500 Capa-Fotos aus diesem Bürgerkrieg dokumentiert.
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Ein halbes Jahr vor Hitler endet der Rechtsstaat

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Albert Grzesinski trägt Schwarz am 20. Juli 1932. Das ist Zufall: Er will an diesem Mittwoch dienstlich zu einer Beerdigung; ein verdienter Kriminalrat soll beigesetzt werden. Doch dann muss Berlins Polizeipräsident kurzfristig absagen.
Denn an eben diesem 20. Juli 1932 wird in Preußens Hauptstadt der Rechtsstaat zu Grabe getragen. Grzesinski, der seinen Posten als SPD-Politiker bekommen hat, erfährt um 11.20 Uhr, dass Reichspräsident Paul von Hindenburg über ganz Preußen den Ausnahmezustand verhängt hat. Die Reichswehr übernehme die Macht, teilt General Gerd von Rundstedt telefonisch mit. Sein Nachfolger werde der bisherige Polizeipräsident von Essen, Kurt Melcher, erfährt Albert Grzesinski noch - dann ist die Leitung tot. Überall im Polizeipräsidium am Alex ziehen Soldaten auf.
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Der Weg zur ersten Demokratie

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In den Außenbezirken Berlins pulst heute vor genau 90 Jahren das Leben wie gewohnt, rattern die Straßenbahnen wie an jedem anderen Tag. Und auch in den Vierteln der Innenstadt herrscht auf den ersten Blick ganz normales geschäftiges Treiben; auf den Bürgersteigen wogen die Massen.


Dennoch ist die Unruhe zu spüren, die über der Reichshauptstadt liegt an jenem 8. November 1918. Am Vortag sind einzelne Züge mit revoltierenden Matrosen aus Kiel und anderen Soldaten im Lehrter Bahnhof angekommen; bald darauf wird der Eisenbahnfernverkehr unterbrochen, ebenso Telefone und Telegrafen. Immer öfter tauchen in der Innenstadt Polizisten zu Fuß und zu Pferde auf. Alle öffentlichen Gebäude und das Schloss werden von Wachen umstellt. Mehrfach zerstreuen berittene Einheiten Menschenansammlungen am östlichen Ende der Linden. Die Stimmung verschlechtert sich. Revolution liegt in der Luft
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Sensationeller Fund

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Am 6. Mai 1937 ging das deutsche Luftschiff „Hindenburg“ während des Landeanflugs binnen Sekunden in Flammen auf und stürzte ab. Mehr als 80 Jahre nach der Katastrophe des Zeppelins fanden sich kürzlich 63 Originalteile des ehemaligen Bordservices wieder. Kaum zu glauben, doch die sorgfältige Verpackung ist wohl der Grund dafür, dass das kostbare Porzellan den Sturz aus über dreißig Metern unbeschadet überstand.
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Hitler-Putsch: Heinrich Hoffmann kam zu spät

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Am 9. November 1923 zieht Adolf Hitler an der Spitze von rund 2000 Bewaffneten durch München. Am Tag zuvor hat er gegen die Regierung geputscht. Doch seltsam: Von jenem dramatischen Ereignis scheint es kein einziges zweifelsfreies Foto zu geben. Hier erklärt der Geschäftsführende Redakteur von GEOEPOCHE, der Historiker Cay Rademacher, warum
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Vatikan öffnet Archive aus kritischer Ära

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Pontifikat von Papst Pius XI. umfasste die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg - Quellen über die Rolle des Vatikans nun frei zugänglich
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Die deutsche Handelsflotte in den 1920er und 30er Jahren

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Ein Internet-Projekt des Deutschen Schiffahrtsmuseums

In einem Projekt, dessen Ergebnisse das Deutsche Schiffahrtsmuseums im Internet unter der Adresse http:www.dsm.de/DBSchiff veröffentlicht, beschreiben Fachleute nun die technische Entwicklung der deutschen Handelsflotte in den 1920er und 1930er Jahren.

http://www.dsm.de/
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Vor 80 Jahren erklärt Mussolini den Faschismus zur neuen Staatsform Italiens

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Italien im Januar 1925. Seit dem Marsch auf Rom im Oktober 1922, als König Viktor Emanuel III. Benito Mussolini mit der Regierungsbildung beauftragte, regiert der Faschismus im Land. Aber noch hat Mussolini die Macht nicht ganz in seinen Händen, auch wenn er bei öffentlichen Auftritten vom Volk wie ein Heilsbringer gefeiert wird.
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(C) Daniel Oswald