Krieg gegen Amerika

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Am 11. Dezember vor 70 Jahren erklärte das Deutsche Reich den USA den Krieg. Bis heute rätseln Historiker, warum.[/b]

Am 7. Dezember 1941 überfallen die Japaner Pearl Harbor. Sie versenken im Hafen der US-Basis auf der Pazifikinsel Hawaii ein Dutzend Schiffe und zerstören weit über hundert Flugzeuge, zweieinhalbtausend Soldaten sterben. Die USA, die bislang den deutschen Krieg in Europa und die japanische Aggression in Asien ungeachtet zahlreicher Hilfeleistungen an Großbritannien und China primär aus der Beobachterposition verfolgt haben, stehen unter Schock. Am Morgen danach fährt Präsident Franklin D. Roosevelt in Washington zum Kongress. Das amerikanische Volk werde, so verkündet Roosevelt, »in all seiner rechtschaffenen Kraft« bis zum vollständigen Sieg über das Kaiserreich Japan kämpfen. Er spricht seinen Landsleuten aus dem Herzen. Für Amerika ist die Zeit des Abwartens vorbei. Es ist ein Krieg, den der Senat auf Antrag Roosevelts an jenem 8. Dezember einstimmig und das Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit erklärt, nur die Radikalpazifistin Jeannette Rankin aus Montana stimmt dagegen.

Doch es ist der falsche Krieg. Gegen den falschen Feind. Denn Roosevelt plant seit Jahren die Niederringung eines Diktators, den er für viel gefährlicher hält als Japans Militärkaste: Adolf Hitler. Jetzt, nach Pearl Harbor, aber richtet sich die Empörung der Amerikaner allein gegen Japan. Die Finsternis von Tyrannei, Krieg und Völkermord, die sich über weite Teile Europas gesenkt hat, gerät aus dem Blick. Roosevelt lässt sich keine Verunsicherung anmerken. Und in der Tat wird der Präsident binnen drei Tagen erfahren, dass er sich auf Hitler verlassen kann: auf dessen Verachtung für die größte Demokratie der Welt – und auf Hitlers Hass auf ihn persönlich, auf den »Herrn Rosenfeld«.
Weiterlesen »

Was vom Kriege übrig blieb: Weltkriegsmunition im Meer

News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »

Bomben und Minen, Granaten und Torpedos: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Nord- und Ostsee als billige Endlager für Munition genutzt. Bis heute sind Mensch und Umwelt gefährdet.


Mehr als 65 Jahre nach Kriegsende lagern noch immer gewaltige Mengen Bomben und Munition in Nord- und Ostsee: Noch nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Meere als billige Endlager für Munition genutzt. Allein in deutschen Hoheitsgewässern werden mindestens 1,6 Millionen Tonnen konventionelle und weitere 5000 Tonnen chemische Kampfmittel vermutet. Das ergab die Bestandsaufnahme der Arbeitsgruppe von Behörden aus Bund und Ländern "Munitionsaltlasten im Meer", die am Montag in Hamburg vorgestellt wurde.

[IMG]http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1227094.1323097882%21/image/image.jpg_gen/derivatives/536x301/image.jpg[/IMG]
Explosive Reste: Eine US-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg wird vor Rügen gesprengt. Immer noch lagern gewaltige Mengen an Munition in Nord- und Ostsee. (© dpa)

Diese Schätzung sei aber aufgrund der unklaren Datenlage besonders für die Ostsee wenig belastbar, heißt es in dem rund 1100 Seiten starken Bericht. Eine großräumige und akute Gefahr gehe von den Kampfmitteln nicht aus, wohl aber eine latente und kleinräumige. "Diese Stoffe gehören nicht in unsere Meere", sagte Jens Sternheim vom schleswig-holsteinischen Innenministerium.
Weiterlesen »

Das Todesspiel der deutschen Militärauswahl

News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
[b]
1942 treten Ukrainer gegen deutsche Besatzer an: ein Duell, das wohl vier Fußballer mit dem Leben bezahlen und das bis heute in der Ukraine präsent ist.[/b]

Das Spiel seines Lebens hat Fritz Walter nicht 1954 in Bern gemacht. Sondern neun Jahre zuvor, der Krieg war gerade zu Ende gegangen, und Walter wartete in einem Gefangenenlager der Roten Armee im rumänischen Mármos-Sziget auf seine Deportation nach Sibirien. Beim gemeinsamen Kick mit den Wachleuten wurden diese auf ihn aufmerksam und erzählten dem fußballbegeisterten Lagerkommandanten, wen sie da gerade entdeckt hatten. Ein paar Wochen später war Fritz Walter daheim in Kaiserslautern.
Das ist eine anrührende Geschichte, und sie steht für das Bild, das sich die Deutschen von ihrem Lieblingsspiel in den Jahren des Terrors lange Zeit gemacht haben.
Weiterlesen »

Brauner Sand in Westerland

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Als "Henker von Warschau" ließ er Tausende töten, auf Sylt war Heinz Reinefarth danach unbehelligt Bürgermeister. Seine SS-Vergangenheit wird bis heute totgeschwiegen.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2011-09/reinefarth-nationalsozialismus/reinefarth-nationalsozialismus-540x304.jpg[/IMG]
Nazi-Verbrecher unter sich: Heinz Reinefarth (Mitte) um 1940 während eines Treffens von SS-Größen.

Im Vorgarten des reetgedeckten Friesenhauses von Heinz Reinefarth flattert die Wäsche unter der warmen Sylter Sonne. Entlang der Promenade unten am Strand von Westerland bummeln braun gebrannte Menschen in teurer Kleidung. So war es schon während der 13 Jahre, in denen Heinz Reinefarth für den Bund der Heimatlosen und Entrechteten (BHE) als Bürgermeister im Rathaus von Westerland saß – bis 1964. Anschließend lebte er noch als niedergelassener Rechtsanwalt 15 Jahre lang unbehelligt in seinem Friesenhaus, bis zu seinem Tode. Es gehört nun seinen Kindern, die sich zu ihrem Vater – dem "Henker von Warschau" – nicht äußern wollen.

Reinefarth hatte vor 1945 eine steile Karriere gemacht – bis zum Generalleutnant der Polizei und Waffen-SS unter Heinrich Himmler. Der schätzte Reinefarth als besonders durchsetzungsstark ein und kommandierte ihn im Sommer 1944 nach Warschau ab. Mit seinen SS-Truppen sollte Reinefarth den Warschauer Aufstand niederkämpfen. Am 1. August hatte sich dort die nationalpolnische Heimatarmee (Armia Krajowa) gegen die deutschen Besatzer erhoben. Diese waren waffenmäßig stark überlegen – und schlugen den Aufstand brutal nieder. Zur Strafe richteten sie wahllos Zivilisten hin. Allein unter dem Kommando von Reinefarth wurden so 15.000 Menschen getötet. Er ließ sogar Krankenhäuser stürmen und Patienten, Frauen und Kinder erschießen.
Weiterlesen »

Im Strudel der erstarrten Zeit

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
Die Blockade Leningrads, die vor siebzig Jahren begann, hat in der Literatur ein erschütterndes Zeugnis gefunden.

Keine andere europäische Stadt musste im Zweiten Weltkrieg so leiden wie das belagerte Leningrad. Rund eine Million Menschen kam ums Leben. Die Erinnerung daran ist im Westen blass geblieben. Die russische Literatur indes gibt reiches Zeugnis, doch werden nur wenige Werke dem Desaster auch ästhetisch gerecht.

Am 8. September 1941 schlossen deutsche und finnische Truppen den Belagerungsring um die zweitgrösste Stadt der Sowjetunion, Leningrad. Die Drei-Millionen-Metropole wurde von sämtlichen Versorgungswegen abgeschnitten. Das war der Anfang der 872-tägigen Blockade, eines der grössten Verbrechen in der modernen Geschichte. Die Menschen starben meist durch Hunger, aber auch durch Kälte und Artilleriebeschuss, die Zahl der Opfer wird auf 1,1 Millionen geschätzt. Das Desaster wurde von den Deutschen nicht nur in Kauf genommen, sondern war gewollt und geplant (hinzu kam sowjetischerseits eine miserabel organisierte und teilweise schikanöse Evakuierung nach politischen Gesichtspunkten).

Blockade im Bewusstsein

So hiess es in Hitlers geheimer Weisung Nr. Ia 1601/41 vom 22. September 1941 «Die Zukunft der Stadt Petersburg»: «1. Der Führer hat beschlossen, die Stadt Petersburg vom Erdboden zu vertilgen.
Weiterlesen »

Blockade Leningrads: Hunger als Waffe

News in Der Zweite Weltkrieg 2 Kommentare »
[b]
Um "Lebensraum" zu gewinnen und das Reich mit Nahrungsmitteln zu versorgen, wollten die Deutschen weite Landstriche der Sowjetunion entvölkern. Allein der Blockade Leningrads fielen rund eine Million Menschen zum Opfer.[/b]

Der Krieg gegen die Sowjetunion hatte noch nicht begonnen, da arbeiteten die deutschen Behörden und Parteidienststellen schon an detaillierten »Nachkriegsplänen«. Alles schien in den siegestrunkenen Monaten der Jahre 1940 und 1941 möglich. Der »Erbfeind« Frankreich war in einem »Blitzkrieg« geschlagen worden. Hitler und die Generalität der Wehrmacht nahmen an, dass der geplante Russlandfeldzug ebenfalls nur wenige Wochen dauern würde.

Kurzfristig, so der Plan, sollten die eroberten Gebiete Lebensmittel und Rohstoffe für die deutsche Kriegswirtschaft liefern, um damit die Engpässe auszugleichen, die durch die britische Seeblockade entstanden. Langfristig galt es, Hitlers »Ostprogramm« umzusetzen und den »neuen Lebensraum« mit Deutschen zu besiedeln.
Weiterlesen »

Zähe Legenden

News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
Warum die Deutschen so lange brauchten, um der Wahrheit über den Krieg gegen die Sowjetunion ins Gesicht zu blicken. Ein Gespräch mit dem Historiker Wolfram Wette
Weiterlesen »

Der Weg ins Inferno

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
Zwei Ziele standen Hitler immer vor Augen: Die "Ausrottung" der Juden und die Vernichtung der Sowjetunion. Der Feldzug im Osten, der vor 70 Jahren begann, verband die beiden Ziele miteinander.

Fast zwanzig Jahre lang hatte Adolf Hitler vorgehabt, die Sowjetunion anzugreifen, am 22. Juni 1941 war es so weit: Das Unternehmen Barbarossa begann. Bereits im Dezember 1922, zwei Jahre nach Gründung der NSDAP, hatte er erklärt, die Zerstörung Russlands »mit Hilfe Englands« sei nötig, um Raum zu schaffen für deutsche Siedler und die deutsche Wirtschaft. 1926, als der zweite Band seines programmatischen Bekenntnisbuches Mein Kampf erschien, gehörte der Gewinn von »Lebensraum« auf Kosten Russlands zu den Kernelementen seiner Vorstellungen und Ziele. Hitlers obsessiver Judenhass fand seine außenpolitische Entsprechung in seinem Hass auf die Sowjetunion und in der Verachtung der »minderwertigen slawischen Rasse«. »Das Ende der Judenherrschaft in Rußland«, schrieb er, »wird auch das Ende Rußlands als Staat sein.« Es scheint fast so, als sei ihm das Vernichten wichtiger gewesen als das Erobern.
Weiterlesen »

Hiroshima-Überlebender: "Daran ist der Mensch schuld"

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Er saß in Hiroshima in der Schule, als die Atombombe fiel. Hideto Sotobayashi spricht über das Unglück und darüber, dass Radioaktivität nicht ansteckend ist.[/b]

[b]ZEIT:[/b] Herr Sotobayashi, wie verfolgen Sie die Katastrophe in Japan?

[b]Hideto Sotobayashi:[/b] Im Internet, in japanischen Zeitungen und im Fernsehen natürlich. Als ich die Bilder von Kindern sah, die auf radioaktive Strahlung untersucht werden, von Menschen, die ihre Kleidung ablegen mussten, weil die Geigerzähler zu hohe Messwerte anzeigten, fürchtete ich, dass den Opfern heute dasselbe passiert wie mir und den vielen anderen damals: Sie werden geächtet.

[b]ZEIT:[/b] Was meinen Sie damit?

[b]Hideto Sotobayashi:[/b] Viele Leute denken, dass Menschen, die einmal radioaktiver Strahlung ausgesetzt waren, ansteckend sind. Sie werden gesellschaftlich isoliert.

[b]ZEIT:[/b] Ist Ihnen das selbst so ergangen?

[b]Hideto Sotobayashi:[/b] Mein Bruder drängte bis vor wenigen Jahren darauf, ein Geheimnis daraus zu machen, dass ich in Hiroshima war, als die Atombombe fiel. Dabei ist er Arzt. Er müsste doch wissen, dass die Befürchtungen irrational sind. Er sorgte sich darum, dass seine Kinder Schwierigkeiten bekämen, einen Ehepartner zu finden mit einem Onkel wie mir. Deshalb wollte er auch nicht, dass der Name unserer Mutter in der Gedenkstätte der Atombombenopfer in Hiroshima angebracht wurde. "Warte wenigstens, bis meine Kinder verheiratet sind", sagte er. Ich habe 60 Jahre lang gewartet, ihm zuliebe.
Weiterlesen »

Wie der MI5 dem "Werwolf" auf den Leim geht

News in Der Zweite Weltkrieg 9 Kommentare »
[b]
Geheime deutsche "Werwolf"-Sabotagetrupps versetzten die Alliierten 1945 in Angst. Opfer gab es fast nur unter Deutschen. Jetzt sind neue Akten aufgetaucht.[/b]

Geheimdienste lieben es konspirativ – das liegt in der Natur ihrer Tätigkeit. Zugleich sichern sie sich gern ab. Deshalb finden sich in streng geheimen Akten fast aller Geheimdienste, sobald sie nach meist vielen Jahrzehnten erstmals der Öffentlichkeit vorgelegt werden, überraschende Urteile und Informationen, die scheinbar sensationell sind. Meist aber steckt wenig mehr dahinter als die Vorsorge der professionellen Nachrichtensammler, in jedem Fall "vorgewarnt“ zu erscheinen, um sich im Nachhinein herausreden zu können.
Weiterlesen »

Nicht alle Helden sind Vorbilder

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Den Rettern von Juden ist eine internationale Konferenz gewidmet. Doch als Abziehbilder für Zivilcourage in der Gesellschaft von heute lassen sie sich nicht instrumentalisieren. [/b]

Während des Russlandfeldzugs der Wehrmacht erhielten drei Offiziere gleichlautende Befehle: Sie sollten alle Juden von Dörfern in der Nähe ihrer Standorte umbringen. Ein Offizier befolgte den Befehl umgehend. Ein anderer ließ sich die Order schriftlich bestätigen und schritt danach zum Mord. Der dritte jedoch verweigerte den Befehl. Sein Vorgesetzter rügte ihn daraufhin: "Wann werden Sie endlich hart?" Seine Antwort: "Nie!"
Weiterlesen »

Eine Frage der Ehre

News in Der Zweite Weltkrieg 2 Kommentare »
[b]
Der Streit um das Buch zur Geschichte des Auswärtigen Amtes nimmt seltsame Formen an. Sachliche Argumente spielen kaum noch eine Rolle.[/b]

Skandalös: Mit diesem Wort bedachte der Historiker Horst Möller, Direktor des Münchner Instituts für Zeitgeschichte (IfZ), vorige Woche in der FAZ die im Herbst mit viel Medienwirbel veröffentlichte Studie zur NS-Geschichte des Auswärtigen Amts, Das Amt und die Vergangenheit. Worin das Skandalon besteht, wurde indes nicht recht klar. Möller, zuständig unter anderem für die Dokumentenedition Akten zur Auswärtigen Politik der Bundesrepublik Deutschland (AAPD), beklagte die »Hysterie zeitgeschichtlicher Diskussionen in Deutschland« sowie die fortwährende »Alarmierung der Öffentlichkeit« in Sachen NS-Vergangenheit mithilfe von »Verschwörungstheorien«. Ist Das Amt, das Außenminister Guido Westerwelle erst kürzlich seinem israelischen Amtskollegen überreicht hat und das Westerwelles Vorvorgänger Joschka Fischer am Dienstag in New York präsentieren wird, also ein Sarrazin-Buch von Historikern, mit bislang fast 70.000 Käufern? Sind die 1,5 Millionen Euro des Staates für die Kommissionsarbeit »der eigentliche Skandal«?
Weiterlesen »

Google holt Jad Vaschem ins Netz

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Es ist ein Mahnmal im Netz. Die Holocaust-Gedenkstätte Jad Vaschem hat mithilfe Googles sein Bildarchiv ins Internet gestellt.[/b]

Die Unterlagen der Holocaust-Gedächtnisstätte Jad Vashem in Jerusalem kann nun auch online erforscht werden. Die Betreiber des berühmten Archivs haben gemeinsam mit Google 130.000 Bilder und andere Dokumente über die Ermordung von sechs Millionen europäischen Juden durch das Naziregime [url=http://collections.yadvashem.org/photosarchive/en-us/photos.html]ins Netz gestellt[/url. Für alle, die sich mit dem Holocaust beschäftigen, soll damit eine wertvolle Quelle verfügbar werden.
Weiterlesen »

Ingenieure des Mordens

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Späte Erinnerung: Am 27. Januar wird in Erfurt das Dokumentationszentrum über die Firma Topf & Söhne eröffnet, die Ofenbauer von Auschwitz.[/b]

Erfurt, an einer Ausfallstraße nahe des Hauptbahnhofes: Ein Einkaufszentrum wie jedes andere, noch bis Anfang 2009 befand sich hier eine Industriebrache. Es ist das Gelände der lang zuvor aufgegebenen Ofenbaufirma J. A. Topf & Söhne, eines Unternehmens, das in den vierziger Jahren ein ganz besonderes Produkt hergestellt hat: die Verbrennungsöfen für die Massenkrematorien in Auschwitz.
Weiterlesen »

Ermittler jagen fotografierte NS-Kriegsverbrecher

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Zugespielte Bilder von möglichen NS-Gräueltaten lassen die Dortmunder Staatsanwaltschaft rätseln. Mit der Veröffentlichung hofft sie nun auf Hinweise aus der Bevölkerung.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2011-01/naziregime-opfer/naziregime-opfer-540x304.jpg[/IMG]
Jüdische Zwangsarbeiter? Anfang des vergangenen Jahres gab ein Unbekannter 50 Lichtbilder von möglichen Kriegsverbrechen im Eschweiler Amtsgericht ab

Kahle Bäume, in deren Ästen Gehenkte baumeln, zehn, zwölf pro Baum. Balken, an denen Menschen aufgeknüpft wurden. Wehrmachtslastwagen, beladen mit Leichen. Es sind sehr drastische Bilder unter den 50 Fotos, die vor einem Jahr anonym beim Amtsgericht Eschweiler eingingen. Zwei der harmlosesten haben die für NS-Verbrechen zuständige Dortmunder Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen jetzt veröffentlicht. Sie erhoffen sich davon Hinweise auf den Tatort, die genaue Tatzeit – und womöglich die Täter.
Weiterlesen »

Der Totenwald von Piaśnica

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Die Massaker von Piaśnica im September 1939 waren die erste systematische Mordaktion der Nationalsozialisten im besetzten Europa.


Ein gespenstischer Ort. Überall zwischen den Stämmen der hohen Kiefern und Fichten stehen Gedenksteine und Grabkreuze. Es sind Stätten der stillen Erinnerung und des Gebets – zum Beispiel für die mehr als 400 Kinder,

Piaśnica (Piasnitz) steht für die erste große Mordaktion der Deutschen im besetzten Europa. Was sich hier in den Wäldern nahe dem kaschubischen Dorf Wielka Piaśnica gleich nach dem deutschen Überfall auf Polen abgespielt hat, lässt sich heute nur noch erahnen. Oder an den Bäumen ablesen, in die bei Gewitter oft Blitze einschlagen – angezogen, so heißt es, vom Metall der Gewehrkugeln, die noch in den Stämmen stecken. Zehn Kilometer nördlich von Wejherowo (Neustadt in Westpreußen) wurden zwischen September und Dezember 1939 tausende Menschen ermordet: Kaschuben aus der Region, psychisch Kranke aus deutschen Heilanstalten sowie internierte deutsche Antifaschisten, Polen, Tschechen und staatenlose Juden aus dem Reichsgebiet.
Weiterlesen »

The Blitz – Bombenregen über London

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Zu Weihnachten 1940 ließ Adolf Hitler mehrere britische Städte bombardieren. Erinnerung an eine der verheerendsten Luftschlachten des Zweiten Weltkriegs.[/b]

[img]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-12/oxford-street-london/oxford-street-london-540x304.jpg[/img]
17. April 1941: Zerstörung in der Oxford Street in London

Am 29. Dezember 1940 ziehen Qualmwolken über die Londoner Innenstadt. Nach einem der schwersten Angriffe der deutschen Luftwaffe gegen Großbritannien im Zweiten Weltkrieg lodern mehr als 1400 Brände in der Stadt. Es ist das "Second Great Fire of London", das zweite große Feuer nach dem von 1666, dem vier Fünftel der Stadt zum Opfer gefallen waren.

Ein in dieser Nacht von Herbert Mason aufgenommenes Foto der St.-Paul's-Kathedrale inmitten des Infernos wird zum Symbol für die Schlacht um Großbritannien, die "Battle of Britain" – und zur Ikone für den Durchhaltewillen der Briten. Die Daily Mail veröffentlicht es an Silvester mit der Bildunterschrift, es symbolisiere "die Standhaftigkeit Londons gegen den Feind, die Festigkeit des Guten gegen das Böse".
Weiterlesen »

Fenster zum Weltgericht

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »

Ein Museum für das berühmteste Tribunal des 20. Jahrhunderts: Das neue Memorium Nürnberger Prozesse erzählt ein umstrittenes Kapitel der Nachkriegsgeschichte.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-11/s19-memorium/s19-memorium-540x304.jpg[/IMG]
Ein Besucher des "Memorium Nürnberger Prozesse".

Die Rückwand ist um mehrere Meter nach innen versetzt, es gibt nur noch einen Verteidigertisch, die Dolmetscherkabine fehlt – niemand braucht sie mehr hier im Nürnberger Landgericht. Auch befindet sich die Richterbank schon lange nicht mehr vor den Fenstern des Saals, sondern steht an der Stirnseite; an der Wand darüber prangt ein monströses Kruzifix.
Weiterlesen »

Nachts kehrt der Schrecken zurück

News in Der Zweite Weltkrieg 3 Kommentare »
[b]
Im Alter werden die Kinder des Zweiten Weltkriegs oft von unbewältigten Traumata heimgesucht. Wie lässt sich das therapieren?[/b]

Es ist diese Wunde. Nur wenige Sekunden hat Erika Metzner sie damals gesehen. Trotzdem brannte sich das Bild in ihr Gedächtnis ein. Als fünfjähriges Kind erlebte die heute 70-Jährige den Einfall russischer Soldaten nach Kriegsende. Im heute polnischen Köslin wurde sie Augenzeugin von Lynchmorden und Scheinerschießungen. »Wir wurden in einen Raum getrieben, wo uns alle Wertgegenstände abgenommen wurden«, sagt sie. »Ein Mann wollte seinen Ehering nicht hergeben. Da hat ihn der Soldat mit dem Gewehrkolben erschlagen. Einfach so.« Von dem, was danach geschah, ist ihr nichts in Erinnerung geblieben. Nur dieses blutende Loch, das den Blick auf das Gehirn freigab.
Anzeige

Vollkommen unvorbereitet wurde die Rentnerin vor ein paar Jahren von dem Bild überwältigt, das plötzlich in ihr Bewusstsein zurückkehrte. Nacht für Nacht erlebte sie Dinge wieder, an die sie jahrzehntelang höchstens eine diffuse Erinnerung gehabt hatte. Diese überraschende Konfrontation mit ihrer Vergangenheit ließ sie schier verzweifeln.
Weiterlesen »

Eine Stadt wird vernichtet

News in Der Zweite Weltkrieg 3 Kommentare »

Wendepunkt im Luftkrieg: Vor 70 Jahren verwandelten deutsche Bomber das englische Coventry in ein Flammenmeer.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/2010-11/coventry-2/coventry-2-540x304.jpg[/IMG]
Die Ruinen der Earl Street: Nach einem Blitzangriff der Deutschen im November 1940 liegt Coventry in Schutt und Asche

Die Luftwaffenführung zeigte sich empfindsam. Ausgerechnet den volkstümlichen Titel von Beethovens beliebter Klaviersonate Nr. 14 – Mondscheinsonate – wählte sie als Tarnbezeichnung für einen der verheerendsten deutschen Luftschläge im Zweiten Weltkrieg. In der Nacht vom 14. auf den 15. November 1940 griffen 449 Kampfflugzeuge in mehreren Wellen und unter Einsatz des modernsten elektronischen Navigations- und Zielortungsverfahrens die mittelenglische Stadt Coventry an. Von 20.20 bis 6.35 Uhr warfen sie ihre Bomben ab: 503 Tonnen Sprengbomben, darunter 500- und 1000-Kilogramm-Bomben, Flammölbomben, 881 Bombenschüttkästen mit jeweils 36 Elektronbrandbomben sowie 64 Leuchtbomben.

In jener Mondnacht herrschten über Coventry »besonders günstige Witterungsbedingungen«. Die Bomberbesatzungen meldeten, dass bereits eine Stunde nach Angriffsbeginn »die gesamte Innenstadt einem Flammenmeer« glich. Selbst Besatzungen, die zuvor an den Luftschlägen gegen London teilgenommen hatten, gaben an, »Angriffswirkungen in diesem Ausmaß noch nie beobachtet« zu haben.
Weiterlesen »

Deutsche Diplomaten waren Täter

News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
[b]
Laut einer Studie von Historikern hat sich das Auswärtige Amt nicht wie bisher behauptet vom NS-Apparat abgegrenzt. Es war aktiv an der Judenvernichtung beteiligt.[/b]

"Das Auswärtige Amt war eine verbrecherische Organisation", sagte der Kommissionsleiter, der Marburger Historiker Eckart Conze, dem Spiegel. Nach Recherchen von Historikern hat das Auswärtige Amt während des Zweiten Weltkriegs maßgeblich an der Ermordung der europäischen Juden mitgewirkt. Das berichteten das Nachrichtenmagazin Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) übereinstimmend unter Berufung auf einen vom ehemaligen Außenminister Joschka Fischer (Grüne) in Auftrag gegebene Studie.

Anders als vom Auswärtigen Amt über Jahrzehnte verbreitet, schirmte sich das Amt laut dem Bericht nicht etwa vom nationalsozialistischen Apparat ab, sondern arbeitete diesem auch bei der Judenvernichtung aktiv zu. "Das Auswärtige Amt war an allen Maßnahmen der Verfolgung, Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der Juden von Anfang an aktiv beteiligt", sagte Conze der FAS. Nach 1945 sei ein erheblicher Aufwand betrieben worden, das zu vertuschen. "Das ist in dieser Gesamtschau tatsächlich schockierend."
Weiterlesen »

Das Auswärtige Amt und der Holocaust - Grund der Dienstreise: „Liquidation von Juden“

News in Der Zweite Weltkrieg 6 Kommentare »
[b]
Wie tief war das Auswärtige Amt in den Nationalsozialismus verstrickt? Der dieser Tage erscheinende Bericht der Historikerkommission zeichnet eine schockierende Bilanz. Die Zielmarke ,Endlösung‘ sei früh erkennbar gewesen.[/b]

Das Auswärtige Amt war viel tiefer in den Holocaust verstrickt als bisher angenommen und hat nach 1945 erheblichen Aufwand betrieben, dies zu vertuschen. Das geht aus dem Abschlussbericht der Historikerkommission hervor, der dieser Tage als Buch in den Handel kommt: „Das Amt und die Vergangenheit - Deutsche Diplomaten im Dritten Reich und in der Bundesrepublik“ bringt auf knapp neunhundert Seiten teilweise monströse Einzelheiten ans Licht: So fanden die Historiker Eckart Conze, Norbert Frei, Peter Hayes und Moshe Zimmermann bei ihrer Akteneinsicht im Politischen Archiv in Berlin eine Reiseabrechnung des Leiters des sogenannten Judenreferats im Auswärtigen Amt, Franz Rademacher, in der als Grund einer Dienstreise von Berlin nach Belgrad und Budapest vermerkt ist: „Liquidation von Juden in Belgrad und Besprechung mit ungarischen Emissären in Budapest“. Wie die Autoren ebenfalls herausfanden, gehörte von Mitte der dreißiger Jahre bis Kriegsausbruch 1939 zur Ausbildung der Attachés nicht nur ein Besuch bei Adolf Hitler auf dem Obersalzberg, sondern auch des Konzentrationslagers Dachau.

Entgegen der vom Auswärtigen Amt selbst nach 1945 verbreiteten Deutung, wonach die Diplomaten des Auswärtigen Amtes nach Hitlers Machtantritt auf ihrem Posten ausharrten, um das Schlimmste zu verhindern, und sich gegenüber dem NS-Regime abschirmten, kam nun heraus, dass das Auswärtige Amt dem Vernichtungsapparat nicht nur zuarbeitete, sondern aktiv unterstützte: „Das Auswärtige Amt war an allen Maßnahmen der Verfolgung, Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der Juden von Anfang an aktiv beteiligt“, sagt der Marburger Historiker Eckart Conze im Interview mit dieser Zeitung. „Die Zielmarke ,Endlösung‘ war schon sehr früh erkennbar.“
Weiterlesen »

Es war richtig, es war anders

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]Der polnische Autor Tomasz Łubieński provoziert seine Landsleute. Sein neues Thema: 1939, das Jahr des Kriegsbeginns.[/b]

Polen ist in Mythen vernarrt. Mit Inbrunst werden die Helden der Aufstände auf Monumente gehievt, Polens Geschichte gerinnt zu einer langen Kette heroischer Taten. Der Historiker, Dramatiker und Essayist Tomasz Łubieński, 1938 in Warschau geboren, aber liebt es, an Mythen zu kratzen. So hat er sich vor einiger Zeit, zur Empörung vieler glühender Patrioten und vaterländischer Historiker, des Aufstands von 1944 gegen die deutschen Besatzer angenommen (wie in den siebziger Jahren schon der Aufstände gegen die Russen im 18. und 19. Jahrhundert). Łubieńskis ketzerisches Urteil: Vergeblich war der Aufstand, zu viele Opfer verlangte er, falsch von Anbeginn an!

In seinem neuen Buch [i]1939. Noch war Polen nicht verloren[/i] seziert er den Tag des Überfalls der Deutschen, den 1. September 1939. Wieder schlugen die Wogen hoch. Denn, nicht wahr, selbst wenn die Nationalkonservativen eine Heldenlegende daran so recht nicht knüpfen können – zu einer Art heroischem Opfermythos taugt dieses Datum allemal. Zumal wir, die deutschen Nachbarn, aus polnischer Sicht diesen Jahrestag meist kühl ignorieren. Und jetzt kommt so ein Kleingläubiger wie Łubieński! Unerhört!

Doch Łubieńskis fulminanter Essay ist alles andere als eine »Nestbeschmutzung«. Geglückt ist ihm ein erstaunlicher schreiberischer Drahtseilakt.
Weiterlesen »

Leó Szilárd: Prophet, Vater und Gegner der Bombe

News in Der Zweite Weltkrieg 1 Kommentar »
[b]Als vor genau 65 Jahren die Atombombe auf Hiroshima fiel, war dies der furchtbare Höhepunkt im Leben des Physikers Leó Szilárd. Der in Ungarn geborene Wissenschaftler hatte ihre Entwicklung aus Angst vor den Nazis angestoßen und ihren Einsatz über Japan wie kein anderer bekämpft. [/b]

Die US-Bürger erfuhren aus dem Radio von der Existenz der Atombombe. "Die Kraft, aus der die Sonne ihre Macht bezieht, ist auf diejenigen losgelassen worden, die dem Fernen Osten Krieg brachten. "Mit diesen Worten verkündete der US-Präsident Harry S. Truman am 7. August 1945 der Welt, dass die USA eine Atombombe auf Japan abgeworfen hatten.

Die wenigsten Amerikaner dürften wirklich verstanden haben, was das Ereignis tatsächlich für die Welt bedeuten würde.

Doch einer, der vor den Geräten gesessen und den Nachrichten aus dem Äther gelauscht hatte, wusste es ganz genau. Bis zuletzt hatte Leó Szilárd gehofft, dass es nicht so weit kommen würde. Denn der Kernphysiker fühlte sich mitverantwortlich für die Entwicklung der furchtbarsten Waffe, über die Menschen je verfügt hatten.

Szilárd, und nicht J. Robert Oppenheimer, der Leiter des Manhattan-Projekts, in dessen Rahmen die Bombe entwickelt und gebaut wurde, war der eigentliche Vater der Atombombe. Auf das Engagement des 1898 in Ungarn geborenen Querdenkers Szilárd, lässt sich das ganze Projekt letztlich zurückführen. Und selten dürfte ein Vater seine Kinder so gehasst haben wie Szilárd die Atombomben Little Boy und Fat Man.
Weiterlesen »

Schicksal, Schuld und Gräueltaten

News in Der Zweite Weltkrieg Noch keine Kommentare »
[b]
Populäre Geschichtsschreibung aus dem Geist der Kriegspropaganda: Jürgen Thorwalds ewiger Bestseller »Die große Flucht«[/b]

Es gibt Geschichtsbücher, die selbst Geschichte machen. Das können wissenschaftliche Werke sein. Oft aber sind es populäre Bücher. Besonders gut lässt sich dieses Phänomen in den frühen Jahren der Bundesrepublik beobachten. Von Eugen Kogons aufklärendem Werk Der SS-Staat bis hin zu den unsäglichen Wehrmachtglorifizierungen Paul Carells haben etliche Sachbücher enorme Wirkung entfaltet, ja das ganze Genre des populären historischen Sachbuchs wurde in der Nachkriegszeit zu einem Massenmedium, das Sichtweisen prägte und Vergangenheit »bewältigte«.

Dazu gehört – ein frühes und sehr eindrucksvolles Beispiel – Die große Flucht von Jürgen Thorwald. 1949 und 1950 in zwei Bänden (unter den Titeln Es begann an der Weichsel und Das Ende an der Elbe) im Stuttgarter Steingrüben Verlag erschienen, erlebte das Buch seither mehr als 50 Auflagen. Die Gesamtzahl der verkauften Exemplare lässt sich schwer ermitteln, sie geht wohl auf die halbe Million zu. Die vorerst letzte Ausgabe erschien 2005 bei Knaur in München zum 60. Jahrestag des Kriegsendes mit dem neuen Untertitel Niederlage, Flucht und Vertreibung. Thorwalds Die große Flucht dürfte eins der bekanntesten und wirkungsmächtigsten deutschen Sachbücher zur Zeitgeschichte sein.
Weiterlesen »

(C) Daniel Oswald