Spalier am Mördergraben

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Der Musikwissenschaftler Hans Heinrich Eggebrecht gehörte im Zweiten Weltkrieg der Feldgendarmerie-Abteilung 683 an, die auf der russischen Halbinsel Krim Greueltaten verübte.


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Deutsche Truppen marschieren durch Simferopol – ein Foto vom 22. November 1941. Hans Heinrich Eggebrecht ist nicht zu sehen

Am 9. Dezember 1941 begann in Simferopol, der Hauptstadt der Halbinsel Krim, eine der größten Massenexekutionen von Juden in der südlichen Sowjetunion während des Zweiten Weltkriegs. Bereits in den Tagen zuvor wurden die Juden in mehreren Gebäuden der Stadt zusammengetrieben. Sie mussten, in dem Glauben, umgesiedelt zu werden, zu dem zentral in Simferopol gelegenen ehemaligen Hauptsitz der KP marschieren.

In Kolonnen von Lkw transportierte man sie an die Exekutionsstätte, einen noch von der Roten Armee angelegten Panzergraben, rund 11 Kilometer außerhalb der Stadtgrenze. Dort wurden die Menschen durch ein Spalier von Wachposten getrieben. Sie mussten ihre Schuhe ausziehen, Männer wurden von Frauen und Kindern getrennt.
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Der Untergang der »Admiral Graf Spee«

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Im Dezember 1939 kam es in der Mündung des Rio de la Plata zu einem Drama, das bis heute ein dunkler Mythos umgibt.


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Das modernste Kriegsschiff seiner Zeit wurde vom eigenen Kommandanten versenkt, um die Technologien nicht an den Feind zu verlieren

Ohne Pauken und Trompeten, so unauffällig, als ginge es auf eine ihrer zahlreichen Erprobungsfahrten, verlässt die Admiral Graf Spee in den Abendstunden des 21. August 1939 Wilhelmshaven. Um Mitternacht bleibt Helgoland an Steuerbord zurück. Das Panzerschiff fährt funkstill, abgedunkelt und unter voller Kriegswache, führt zur Tarnung die Positionslichter eines Frachtdampfers. Tagsüber wird nach Flugzeugen Ausschau gehalten.

Am 26. August, die Enge zwischen den Färöern und Island ist unbemerkt passiert, läuft die Admiral Graf Spee in einen Nordoststurm, 8 Beaufort und schwere See. Beim Spannen mannsichernder Strecktaue auf dem Vorschiff wäscht ein Brecher den Oberbootsmaat Herbert Matzker vom Deck. »Es war ein junger Berliner, ein Unteroffizier«, erinnert sich lange danach der Maschinengefreite Bernhard Dells. »Wir sahen ihn winken, dann war er weg.« Nach zwei Stunden wird die Suche eingestellt. Mit südlichem Kurs verschwindet das Panzerschiff in der Weite des Atlantiks.
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Die letzten Dinge

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In der Gedenkstätte des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau drohen die Habseligkeiten der Opfer zu verfallen. Die Restauratoren haben große Probleme, die Überbleibsel des Grauens zu konservieren. Es ist ein Kampf gegen die Zeit – und gegen die Tränen.


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Restauration eines Schuhs: viele von ihnen offenbaren den Restauratoren Geheimnisse, die sie über sechs Jahrzehnte lang in sich getragen hatten

Die Sandale gehörte einem Kind. Sein Fuß hat einen Abdruck auf der Innensohle hinterlassen, die Spuren der kleinen Zehen sehen aus wie der Schatten einer Perlenkette. Der Fußabdruck ist das Letzte, was blieb. Das Kind musste seine Schuhe ausziehen, bevor es die Gaskammer betrat. Sein Körper wurde im Krematorium entsorgt, für ihn hatte man keine Verwendung mehr. Die Sandalen aber hob man auf, sie kamen in einen Lagerraum, zur Wiederverwertung im Reich.
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Churchill: Bomben auf die Schweiz

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Winston Churchill wird als Freund der Schweiz gefeiert, der die schweizerische Neutralität hoch geschätzt hat. Eine Episode aus dem Jahr 1941 verändert das Bild. 1941 wollte Churchill die Eisenbahnlinie für den Kohletransport durch die Schweiz bombardieren.

Am 27. Januar 1941 schickte der britische Premier Winston Churchill dem Luftfahrtministerium eine Anweisung: Es bestehe anscheinend ein intensiver Eisenbahnverkehr zwischen Deutschland und Italien. Mindestens 200 000 Tonnen würden wöchentlich transportiert: «Es ist offensichtlich äusserst wichtig, dass dies auf jede mögliche Weise verhindert werden soll. In Anbetracht der gebirgigen Natur des Landes» – der Name der Schweiz wird nicht genannt –, «durch das die Züge fahren, sollte dies machbar sein. Bitte lassen Sie mir einen Bericht zukommen, was getan worden ist und was getan werden muss.» Das Dokument findet sich in den im Britischen Nationalarchiv hinterlegten und bereits 1970 freigegebenen
persönlichen Akten Churchills. Die Geschichte ist bisher auch in Fachkreisen kaum beachtet worden.
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Wehrmacht: Missbrauchte Verbrechen

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Die »Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts« war nicht viel mehr als eine Hilfstruppe der NS-Propaganda.[/b]

Mitte September 1939, wenige Tage nach dem deutschen Überfall auf Polen, erscheint in den Verordnungsblättern von Heer, Luftwaffe und Marine ein auf den 4. des Monats datierter Erlass des Chefs des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW), Wilhelm Keitel, mit dem er bei der Rechtsabteilung des OKW eine »Wehrmacht-Untersuchungsstelle für Verletzungen des Völkerrechts« einrichtet. Ihr Auftrag lautet, »die von den gegnerischen Militär- und Zivilpersonen gegen deutsche Wehrmachtangehörige begangenen Verstöße gegen das Völkerrecht festzustellen und zugleich die vom Auslande gegen die deutsche Wehrmacht in dieser Hinsicht erhobenen Anschuldigungen aufzuklären«.

Eine paradoxe Situation: Ausgerechnet in jener Kommandobehörde, die wenig später den Truppen mit mörderischen Anordnungen wie dem Kriegsgerichtsbarkeitserlass und dem Kommissarbefehl den Weg in den Vernichtungskrieg weisen wird, entsteht so eine Stelle, die sich hauptamtlich mit Kriegsverbrechen auseinandersetzen soll. Hatte sich damit etwa – wie von konservativen Historikern behauptet – mitten in Hitlers militärischer Schaltzentrale eine Zelle redlicher, aber ohnmächtiger Juristen etabliert?
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Der letzte Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto ist tot

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[b]Er kämpfte gegen die Nazis, den Kommunismus und für Minderheiten. Am Freitag verstarb Marek Edelman in Warschau.[/b]

Er war Kriegsheld, Arzt, Regimekritiker und Parlamentarier. "Niemals passiv sein, immer die Schwächeren in Schutz nehmen." Das riet Marek Edelman deutschen Jugendlichen, als er 2002 als Ehrengast am Holocaust-Gedenktag im Berliner Bundestag teilnahm.

Der Anführer des Aufstandes im Warschauer Ghetto gegen die deutsche Besatzungsmacht von 1943 war diesem Prinzip während seines ereignisreichen Lebens treu geblieben. Am gestrigen Freitagabend verstarb er im Familienkreis in seinem Haus in Warschau.

Sein Geburtsdatum ist umstritten, angenommen wird, dass er 1922 in Gomel (heute Weißrussland) geboren wurde, andere Quellen verweisen auf das Jahr 1919. Ende der zwanziger Jahre zog er mit seiner Familie nach Warschau. Zwischen den Weltkriegen war er im Bund einer jüdisch sozialistischen Organisation tätig. Nach der deutschen Besetzung Polens wurde er von den Nationalsozialisten mit seiner Familie ins Ghetto verschleppt. Dort trat er in den Jüdischen Kampfverband ZOB ein.
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Angeblicher Hitler-Schädel stammt von einer Frau

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[b]Jahrzehntelang galt ein Schädelteil mit Einschussloch als einer der wenigen handfesten Belege für den Tod Adolf Hitlers. Nun hat eine DNA-Untersuchung ergeben, dass das Knochenfragment auf keinen Fall dem Diktator gehört haben kann. Das Russische Staatsarchiv meldet allerdings Zweifel an der Studie an.[/b]

Alles, was von Adolf Hitler übrig blieb, waren ein Stück vom Kiefer, eine Zahnbrücke und, glaubt man Moskauer Geheimdienstkreisen, ein Schädelfragment. Doch zumindest der Schädelknochen stammt definitiv nicht von dem Diktator, hat jetzt Nick Bellantoni herausgefunden, Professor für Anthropologie und Staatsarchäologe des US-Bundesstaates Connecticut. DNA-Reste, die der Wissenschaftler aus dem Stück gewinnen konnte, zeigen eindeutig: Der Knochen umschloss einst ein weibliches Gehirn.

Am Tod des Diktators gibt es freilich keinen Zweifel: Eingeschlossen von russischen Truppen in Berlin, schoss er sich am 30. April 1945 im Führerbunker in die Schläfe. Seine engsten Vertrauten schafften die Leiche Hitlers und die seiner frisch angetrauten Frau Eva Braun hinaus, verbrannten sie und bestatteten die Reste im Garten der Reichskanzlei.
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Die Mörder von Danzig

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Nach dem Sturm auf die Polnische Post am 1. September 1939 sprach die deutsche Justiz blutig Recht. Die Dokumentation eines Dramas, das Günter Grass in seiner »Blechtrommel« beschrieb.

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Adolf Hitler besichtigt die eingenommene zerstörte Westerplatte. Am 1. September 1939 um 4:45 Uhr hatte das Linienschiff "Schleswig-Holstein" das Feuer auf die polnischen Befestigungen auf der Westerplatte vor Danzig eröffnet

Als der große Danzig-Roman Die Blechtrommel von Günter Grass vor 50 Jahren erschien, oblag es kurz darauf dem Vizepräsidenten des Hanseatischen Oberlandesgerichts Bremen, Dr. Kurt Bode, einen Verbotsantrag gegen das Buch zu überprüfen. Es sei pornografisch. Damals landeten viele inzwischen berühmte Bücher vor deutschen Gerichten – von Henry Millers Sexus, Plexus, Nexus-Trilogie bis zu Vladimir Nabokovs Lolita. Doch Bode hielt sich aus wohlüberlegten, allerdings nicht zensurfeindlichen Gründen zurück. Zu einem Verbot kam es nicht. Zehn Jahre später erinnerte sich der inzwischen pensionierte Richter in einem Gespräch an seine Lektüre der Blechtrommel: »Ich habe es nach zwei Kapiteln wieder weggelegt. Die Polen und die Danziger waren ganz anders.«
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Wahrscheinlich war das eine Lüge. Der Richter hatte nach 1945 oft und erfolgreich gelogen, wenn es um seine Rolle im »Dritten Reich« ging. Denn wenige Tage nach Kriegsbeginn hatte Kurt Bode 38 Verteidiger der Polnischen Post in Danzig, unter ihnen Franzciszek Krause, einen Onkel von Günter Grass, zum Tode verurteilt. Sie wurden alle erschossen. Es war ein Justizmord sondergleichen. Die Kapitel 18 bis 20 der Blechtrommel erzählen, wie es dazu kam. Ganz gewiss hatte Bode auch diese Passagen gelesen; denn sie entsprachen in nobelpreiswürdiger dichterischer Ausstattung der historischen Wirklichkeit.
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Geschichte mit Lücken

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Der Zweite Weltkrieg hatte auch Auswirkungen auf die Länder der "Dritten Welt". Aber die werden in Kriegserinnerungen selten erwähnt. Das will eine Ausstellung mit erschütternden Fakten ändern.

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Frau von der Insel Guam 1944 nach der Befreiung von japanischer Besatzung

"Wenn ihr das nächste Mal Krieg führt, dann bitte nicht bei uns", lautet der bescheidene Wunsch einer alten Frau von der Inselgruppe Palau in Mikronesien. Ihr Bild, der zarte Körper, das zerfurchte Gesicht, brennt sich in das Gedächtnis ein. Denn es klagt an, stellvertretend für all die Opfer aus der Dritten Welt, die in deutschen Statistiken über den Zweiten Weltkrieg nicht genannt werden.

"In den meisten Büchern werden schon die Millionen Toten in China nicht mal erwähnt", sagt Karl Rössel. Mitte der neunziger Jahre war ihm und einigen Kollegen im „Rheinischen JournalistInnenbüro“ in Köln aufgefallen, dass es kaum Material über die Auswirkungen des Zweiten Weltkrieges auf die so genannte "Dritte Welt" gab. Damit begann ein historisches Langzeitprojekt mit Recherchen in 30 Ländern. Es folgten die Gründung des Vereins "Geschichte e.V.", Buch- und Zeitschriftenpublikationen sowie die Veröffentlichung von Unterrichtsmaterialien. Und nun hat Rössel eine Ausstellung zur Geschichte der Dritten Welt im Zweiten Weltkrieg zusammengestellt, die seit dem 1. September in Berlin zu sehen ist.

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Afrikanische Kolonialsoldaten der britischen Streitkräfte beim Training
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Täter und Opfer

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Im Mai 1944, kurz vor der Landung der amerikanischen und britischen Alliierten in der Normandie, kursierte in Moskau ein bitterer Witz. "Was ist ein Altgläubiger?" - "Jemand, der noch an die Eröffnung einer zweiten Front glaubt." Dabei hatte die Sowjetunion, die seit Jahren an der ersten Front kämpfte, das Schlimmste da schon hinter sich. Am 1. September vor 70 Jahren überfiel Deutschland Polen, 1941 die Sowjetunion, und nichts, was die Nazis im Westen anrichteten, ähnelte dem Vernichtungsfeldzug im Osten auch nur entfernt.

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Während die deutschen Besatzer polnische Lehrer erschossen und ukrainische Museen plünderten, planten sie ein gigantisches Kolonialreich, in dem slawische Heloten deutschen Herrenmenschen dienen sollten. 25 Millionen Menschen verlor die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg, 70.000 Städte, Siedlungen, Dörfer wurden zerstört.
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Das Regime der Herrenmenschen

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Die Kreishauptleute in Polen waren gebildete Juristen und Verwaltungsexperten. Sie sahen sich als Elite und herrschten als Tyrannen.


Der Einmarsch begann in den frühen Morgenstunden des 1. September 1939. Mit Panzern und Flugzeugen stieß die Wehrmacht vor, Warschau und andere polnische Städte wurden bombardiert. Keine vier Wochen später kapitulierte Polens Armee, zumal inzwischen von Osten, gemäß dem geheimen Teilungsabkommen zwischen Deutschland und der Sowjetunion, auch Stalins Truppen eingefallen waren. Bereits in den ersten Wochen ermordeten die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei Tausende Menschen, die zur polnischen Elite zählten. Die Invasoren steckten Synagogen in Brand, plünderten Kirchen und Museen, Geschäfte und Wohnungen. Es gab Massaker an Kriegsgefangenen, an polnisch-jüdischen Zivilisten, Vergewaltigungen. Die deutschen Soldaten und Polizisten hatten nahezu freie Hand.

Es war der Beginn eines Besatzungsregimes, an dessen Ende Polen den Tod von sechs Millionen seiner Staatsbürger zu beklagen hatte, davon drei Millionen jüdischen Glaubens. Die rasch in das Deutsche Reich eingegliederten westlichen Gebiete sollten auf Verlangen Hitlers »von Juden und Polacken gereinigt« werden. In Städten wie Posen, Gnesen oder Lodz durfte nichts mehr an Polen erinnern; Lodz bekam sogar einen neuen Namen und hieß seit 1940 Litzmannstadt – nach einem vier Jahre zuvor verstorbenen preußischen General und Helden des Ersten Weltkriegs, der ein begeisterter Nazi war. Hunderttausende Polen verloren in den folgenden Jahren ihre Heimat. Sie mussten in das so genannte »Generalgouvernement« übersiedeln, jenes Gebiet, das die Distrikte Warschau, Radom, Lublin, Krakau, später auch Galizien umfasste und zu einer Art Reservat für Polen erklärt wurde.

Oft blieben den Menschen nur wenige Minuten, um ein paar Habseligkeiten zu packen, bevor sie in das Generalgouvernement abgeschoben wurden. In den ersten Wochen indes zeigte sich das dort zuständige Militär überfordert, zum Teil auch unwillig; Chaos breitete sich aus. Schon aus diesem Grund, vor allem aber um möglichst ungebunden von aller internationaler Kriegsordnung agieren zu können, beendete Hitler zum 26. Oktober 1939 die Militärverwaltung, beließ das Generalgouvernement in einem völkerrechtlichen Schwebezustand und errichtete eine zivile Besatzungsverwaltung.
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Der Weg in den Krieg - 70 Jahre Hitler-Stalin-Pakt

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Jedes Abkommen war nur Ausgangspunkt für neue Kämpfe - Adolf Hitler wollte unbedingt "seinen Krieg" und führte die Welt so in die Katastrophe.

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Am 23. August 1939 unterzeichneten der deutsche Joachim von Ribbentrop (links) und der sowjetische Außenminister Wjatscheslaw Molotow (vorn) in Moskau den deutsch-russischen Nichtangriffspakt. Im Hintergrund lächelt Stalin.

Anders als beim Ersten hat es beim Zweiten Weltkrieg nie eine Diskussion über die Schuldfrage gegeben. An Hitler-Deutschlands Hauptverantwortung besteht kein Zweifel. Kampf und Krieg waren für den deutschen Diktator die Lebensprinzipien. Ein Gegensatz zwischen Politik und Krieg hat für ihn nie bestanden. Der Friede war kein positives Ziel, stets nur ein Ausgangspunkt für neue Kämpfe. Keine Frage: Hitler wollte "seinen" Krieg.

Bis zum Jahr 1937 war Hitler auf seinem Weg vorangekommen, zunächst eine Hegemonialstellung auf dem europäischen Kontinent durch stückweise Revision des Versailler Vertrages zu erlangen. Mittel und Zweck vermischten sich dabei: Austritt aus dem Völkerbund (1933), Nichtangriffspakt mit Polen (1934), deutsch-britisches Flottenabkommen (1935), Einmarsch in die entmilitarisierte Zone des Rheinlandes (1936), "Achsenbündnis" mit Italien (1936). 1937 sprach er dann erstmals von einer möglichen Auseinandersetzung mit den europäischen Kontinentalmächten. Seine Wunschkonstellation war dies nicht.
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Mon cœur est français – mon cul est international: Eine Liebe in Zeiten des Krieges

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Die Geschichte des französischen Filmstars Arletty, unvergessen als Garance in den »Kindern des Olymp«, und ihres deutschen Offiziers Hans Jürgen Soehring, der später zu den Gründern der Gruppe 47 zählte.

Es war nur eine Notiz vor kurzem in Le Monde: Eine französische Produktionsfirma plant einen Film über die Liebesaffäre, die Mme. Arletty, Star der dreißiger und vierziger Jahre, während der Okkupation mit einem deutschen Offizier verband. Das Drehbuch schreibt Georges Marc Benamou, der mit seinem Bericht über die letzten Lebenstage des Präsidenten François Mitterrand literarischen Ruhm gewann.

Der Hinweis fand in den deutschen Journalen kein Echo. Obwohl sich doch gewiss viele Menschen hierzulande noch an das geheimnisvolle, so lockende und zugleich ironisch-skeptische Lächeln der Garance in den Kindern des Olymp von Jacques Prévert und Marcel Carné erinnern: einem Klassiker der Filmgeschichte mit Glanzrollen für Jean-Louis Barrault und Pierre Brasseur – vielleicht der schönste Film, der jemals in Frankreich produziert worden ist. Les Enfants du Paradis, 1947 in den Kinos unserer Ruinenstädte zu sehen, empfanden auch die Deutschen als ein überwältigendes Ereignis, das der niemals ganz verschütteten Liebe zur Kultur des Nachbarn – zusammen mit den Werken von Camus und Sartre, den Bühnenstücken von Anouilh – eine enthusiastische Renaissance bescherte.

Für die Beobachter der französischen Szene war jene knappe Meldung über die filmische Auferstehung der Arletty indes eine kleine Sensation, signalisiert sie doch, wie freimütig sich Frankreich inzwischen mit allen Facetten des Lebens unter der deutschen Besatzung von 1940 bis 1944 auseinandersetzt. So gibt es im Fall Arletty offensichtlich kaum noch eine Beschämung wegen der Bindung der Schauspielerin an einen Offizier der boches, sondern eher über die Wogen der Ressentiments, die nach der libération auf die gefeierte Künstlerin herabstürzten. Und auch über den Opportunismus, von dem sie sagte, er habe sie über Nacht von der meistgefragten Dame in die meistgemiedene Person verwandelt: »J’étais la femme la plus invitée, je suis la plus évitée.«
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Celle, 8. April 1945

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Celle, 8. April 1945

Die Amerikaner bombardieren den Güterbahnhof der Stadt. Ein Zug mit KZ-Häftlingen wird getroffen. Die Menschen fliehen – und werden gnadenlos gejagt. An dem Massaker, vier Tage vor dem Einmarsch der Briten, beteiligen sich auch etliche Celler Bürger

Die Liste der NS-Verbrechen in den letzten Wochen und Tagen des Zweiten Weltkrieges ist lang. Tausende und Abertausende Menschen – KZ-Insassen, Gestapo-Häftlinge, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene und sogenannte Wehrkraftzersetzer – wurden dabei umgebracht. Bis heute sind viele dieser Untaten, dieser Massaker an der »Heimatfront«, kaum aufgeklärt, geschweige denn im öffentlichen Gedächtnis präsent.
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Waffenfähiges Plutonium am "schmutzigsten Ort der Welt"

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Mit dem "Manhattan-Projekt" setzten die USA ab 1942 alles daran, mit der Atombombe den Weltkrieg endgültig für sich zu entscheiden. Zentrum der Entwicklungen war die "Hanford Site" im Bundesstaat Washington. Hier sollte natürliches Plutonium zu waffenfähigem angereichert werden.
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Gesunkenes Weltkriegs-U-Boot U-864 erhält Beton-Sarkophag

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Norwegische Behörden befürchten, dass die noch immer in dem deutschen Wrack enthaltenen 65 Tonnen Quecksilber austreten könnten
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Niederländer ehren einen Wehrmachtssoldaten

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Das Bild der Deutschen in den Niederlanden erfährt nach den Gräueltaten der Nationalsozialisten jetzt einen Lichtblick: In dem kleinen Dorf Goirle hat sich eine Bürgerinitiative dazu entschlossen, dem deutschen Soldaten Karl-Heinz Rosch ein Denkmal zu errichten. Er rettete zwei Kinder und verlor dabei sein Leben.
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Tauchgang zu Hitlers Torpedo-Falle

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Vor der US-Ostküste lauerte 1942 eine tödliche Gefahr: Deutsche U-Boote schossen binnen weniger Wochen Hunderte Schiffe auf den Meeresgrund. Jetzt soll das Schlachtfeld zum Unterwassermuseum für Taucher werden - und an ein fast vergessenes Kapitel der Kriegsgeschichte erinnern.
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Historikerkommission präzisiert Zahl der Dresdner Bombenopfer von 1945

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Vielfältiges Quellenmaterial ausgewertet - Zwischenbericht geht von einer Obergrenze von 25.000 Toten aus
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Wrackfotos sollen Rätsel der "Sydney" lösen

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Es sind spektakuläre Bilder vom Meeresboden: Forscher präsentieren die ersten Fotos vom Wrack der "HMAS Sydney". Die Bilder sollen die Frage beantworten, wie der Kreuzer im Zweiten Weltkrieg von einem umgebauten deutschen Handelsschiff versenkt werden konnte.
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Wrack der "HMS Hunter" gefunden

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Der britische Zerstörer versank vor 68 Jahren vor der norwegischen Stadt Narvik
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Das letzte Epos

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Wassili Grossman (1905–1964) gehört nicht zu den bekannten Namen der modernen russischen Literatur. Und doch stammt aus seiner Feder ein atemberaubendes literarisches Werk, das bisher erst unzulänglich wahrgenommen wurde. Mit «Leben und Schicksal» verfasste Grossman in den fünfziger Jahren ein Stalingrad-Epos, das mit schonungsloser Offenheit alle schmerzlichen Themen der sowjetischen Kriegserfahrung anspricht.
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Amerikanischer Abfangjäger am Strand von Wales

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Dass sie ihre Sandburgen auf einem Jagdbomber der United States Army Air Force aus dem Zweiten Weltkrieg bauten, wäre den vielen Strandbesuchern an der walisischen Küste sicher nicht in den Sinn gekommen. Genau dieses Flugzeug – eine Lockheed P-38 Lightning – gab jetzt der Sand nach 65 Jahren frei.
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Auferstehung aus dem Acker

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Er war Bomberpilot, wurde von den Deutschen über Holland abgeschossen: Mehr wusste John Edward Kehoes' Familie nicht, als sie sich vor sechs Jahrzehnten auf die Suche nach seiner Leiche machte. Erst jetzt haben Archäologen die Überreste aus einem Acker geborgen. Die Geschichte einer unglaublichen Suche.
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Strategischer Bombenkrieg über Deutschland

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Waren die Luftangriffe der Alliierten auf Städte wie Hamburg oder Dresden nötig für die Niederlage Deutschlands oder strategisch sinnlos und moralisch fragwürdig? Vor allem Zivilisten fielen der Bombenoffensive 1944/45 zum Opfer.
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(C) Daniel Oswald