Nur Sekunden und Meter vom Krieg entfernt

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Vor 50 Jahren schrammte die Welt um wenige Meter an einem Atomkrieg vorbei, weil ein US-General die Muskeln spielen und am Checkpoint Charlie Panzer auffahren ließ.


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Das Archivbild vom 28.10.1961 zeigt sowjetische Panzer am Sektorengrenzübergang "Checkpoint Charlie" in der Friedrichstraße, nachdem Tags zuvor mehrere amerikanische Panzer unmittelbar an der Grenzlinie zwischen West- und Ostberlin Aufstellung genommen hatten.

Edwin Allan Lightner, stellvertretender Chef der US-Mission in Berlin, trägt Zivil am 22. Oktober 1961. Es ist ein Sonntag, Lightner und seine Frau wollen im Ostteil der Stadt die Aufführung einer Theatertruppe aus der Tschechoslowakei besuchen. Das ist nichts Ungewöhnliches: Die Vertreter der Alliierten genießen auch nach dem Mauerbau vom 13. August Bewegungsfreiheit in der ganzen Stadt.

Doch als das Ehepaar Lightner in der Friedrichstraße am einzigen Übergang zwischen den beiden Stadthälften vorfährt, wollen DDR-Grenzsoldaten die Ausweise sehen. Das steht ihnen nicht zu: Berlin unterliegt der Hoheit der vier Besatzungsmächte, nicht der der DDR.

US-Diplomat Lightner ist sich dessen bewusst und weigert sich, seinen Pass einem DDR-Volkspolizisten zu zeigen. Er fragt nach einem sowjetischen Offizier, doch die Grenzer bleiben stur. Lightner auch – er ruft die Militärpolizei. Acht bewaffnete MPs eskortieren ihn über die Sektorengrenze. Lightner erinnert sich später: "Hätten sie auf einen von uns geschossen, wir hätten sie alle töten müssen."

Der Konflikt fängt damit erst an.
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JFK-Witwe im Interview Also sprach Jackie

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Eine vornehme Stilikone - so sah die Welt Jackie Kennedy. Der Journalist Arthur Schlesinger lernte sie 1964 von einer anderen Seite kennen. In persönlichen Interviews mit ihm ließ die ehemalige Präsidentengattin alle Zurückhaltung fahren, gewährte tiefe Einblicke in ihr Privatleben und teilte kräftig aus. Nun werden die Gespräche veröffentlicht.
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Gorbatschow-Archiv: Genossen im Untergang

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Erich Honecker wusste lange vor dem Mauerfall, dass die DDR am Ende ist. Wie Dokumente aus dem privaten Gorbatschow-Archiv zeigen, bekannten seine Kader bei Kontakten mit Sowjets schon 1988: Die Lage ist ausweglos. Zu spät erkannte man den eigenen Fehler - die Verteufelung der Perestroika.
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Afghanistan -Protokolle der Sowjets: Jeden Monat desertieren tausend Mann

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Bloß raus da: So lautet das Fazit der sowjetischen Führung nach sieben Jahren Afghanistan-Krieg. Teile der Protokolle ihrer Debatten aus den achtziger Jahren sind jetzt erstmals zugänglich. Die Entscheidung zum Rückzug traf schließlich Michail Gorbatschow.
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Die geheime Islampolitik in der frühen BRD

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Nazis, CIA und der Kalte Krieg: Wie die abenteuerliche Geschichte einer Münchner Moschee die Entwicklung des politischen Islam hierzulande aufzeigt.[/b]

Das ist ein Stoff für John le Carré, den Meister der Agententhriller: Ausgediente NS-Funktionäre, das Vertriebenenministerium, deutsche und amerikanische Geheimdienstler und andere schillernde Gestalten raufen sich um Muslime, die im Zweiten Weltkrieg gegen die Sowjetunion gekämpft und sich anschließend in Deutschland niedergelassen haben. Es gibt Verschwörungen und Verrat – die Muslime aus Zentralasien sollen instrumentalisiert werden, um die Sowjetunion zu destabilisieren.

Man hilft ihnen beim Aufbau von Institutionen, unterstützt die Gründung einer Moschee in München-Freimann – und schafft damit die Keimzelle eines politischen Islam in Deutschland, an die später andere islamische Gruppen andocken. All dies geschieht in den 50er und 60er Jahren, unbemerkt von der Öffentlichkeit, die den Islam im eigenen Land erst mit den Terroranschlägen des 11. September 2001 entdeckt.
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Der Frieden am Südpol

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23. Juni 1961: Während in Berlin die Mauer gebaut wird, die Großmächte nuklear aufrüsten, und der Kalte Krieg am kältesten ist, tritt der Antarktisvertrag in Kraft.[/b]

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1957, vier Jahre vor Inkrafttreten des Antarktisvertrages, bahnt sich der Eisbrecher "Northwind" seinen Weg durchs Packeis, begleitet von einem Hubschrauber der US-Marine.

Der Mensch ändert sich wohl nie. Kaum ist Christoph Kolumbus 1492 auf einer Insel vor der amerikanischen Küste gelandet, nimmt er sie im Namen des Königs von Portugal in Besitz. Ganz egal, dass da schon Menschen leben. Kaum hat Neil Armstrong 1969 seine ersten Mondhopser der Menschheit gewidmet, steckt er eine US-Fahne in den Staub. Und kaum hat Roald Amundsen 1911 als erster den Südpol erreicht und die norwegische Flagge ins Eis gehackt, beginnen Entdecker, Forscher und Abenteurer, die Namen ihrer Heimatländer auf die Landkarten zu schreiben.

Admiral Richard E. Byrd unternimmt im Auftrag der US-Marine 1946 und 1947 die Operation "Highjump", eine gigantische Expedition mit 4.700 Soldaten und Wissenschaftlern, 13 Schiffen und mehr als 20 Flugzeugen, um die Antarktis zu kartografieren. Er lässt Flaggen aller Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen über dem Kontinent abwerfen: Die Antarktis gehört allen, soll das heißen. Und sie sollte von der Staatengemeinschaft verwaltet werden.
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Er kniete auch für uns

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Bundeskanzler Willy Brandts große Geste vor 40 Jahren wurde in der DDR zunächst verschwiegen.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-12/s21-brandt/s21-brandt-540x304.jpg[/IMG]Warschau, 7. Dezember 1970: Willy Brandt kniet nieder vor dem Denkmal für die Opfer des Ghetto-Aufstandes von 1943

War es Kalkül? Der es wissen musste, sagte: Nein. »Ich hatte nichts geplant«, schrieb Willy Brandt 1988 in seinen Erinnerungen über den 7. Dezember 1970. »Am Abgrund der deutschen Geschichte und unter der Last der Millionen Ermordeten tat ich, was Menschen tun, wenn die Sprache versagt.«

Egon Bahr, damals Staatssekretär im Bundeskanzleramt, war etwas zu spät beim Warschauer Denkmal für die Opfer des Ghetto-Aufstands angelangt. Er stieg aus und näherte sich »der dichten Menge von Journalisten und Photographen [...] – da wird es plötzlich ganz still. Daß dieses hartgesottene Völkchen verstummt, ist selten. Beim Nähertreten flüstert einer: ›Er kniet.‹« Gesehen habe er das Bild erst, als es um die Welt ging, so erinnerte sich Bahr 1996 in seinem Buch Zu meiner Zeit. »Den Freund zu fragen, habe ich mich auch am Abend beim letzten Whisky gescheut.«

Das Bild. Längst zählt es zur Ikonografie des 20. Jahrhunderts. Wann kam mir der kniende Brandt erstmals vor Augen? Im elterlichen Pfarrhaus stand 1970 noch kein Fernsehapparat. Und die Zeitungen der DDR? Deren Flaggschiff Neues Deutschland berichtete auf den Seiten 1 und 2 drei Tage lang ausführlich von Brandts Warschau-Reise – ohne jegliches Foto. Wichtig war der Text. Der Bundeskanzler und der polnische Ministerpräsident unterzeichneten den »Vertrag über die Grundlagen der Normalisierung ihrer gegenseitigen Beziehung«. Er besiegelte Bonns Anerkennung der polnischen Westgrenze, wie sie die alliierten Siegermächte des Zweiten Weltkriegs im Potsdamer Abkommen gezogen hatten.

»Dutzende Kameras waren auf die Staatsmänner gerichtet, als sie ihre Unterschriften unter die Vertragstexte setzten«, so schrieb ND- Reporter Horst Iffländer mit zäher Tinte. »Danach tauschten Józef Cyrankiewicz und Willy Brandt die ledergebundenen Dokumentenmappen aus.« Was für Repräsentanten! Der Pole hatte Mauthausen und Auschwitz überlebt, der Deutsche war Exilant gewesen. Cyrankiewicz hatte bereits 1950 das Görlitzer Abkommen unterzeichnet. Darin akzeptierte die DDR namens ihres Ministerpräsidenten Otto Grotewohl auf sowjetisches Geheiß jene »Oder-Neiße-Friedensgrenze«, die den CDU-geführten Bundesregierungen dann noch zwanzig Jahre lang als bloße Demarkationslinie galt.
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Wie die USA Hitlers Schergen versteckten

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Ein Bericht des US-Justizministeriums liefert erste Details, wie NS-Verbrecher nach 1945 in den USA untertauchten – auch mit aktiver Hilfe der Behörden.[/b]

Rund 300 NS-Schergen wurden aus den USA ausgewiesen, seit das Office of Special Investigation (OSI) 1979 gegründet wurde, um eingewanderte Nazis aufzuspüren. Diese Zahl steht in einem jetzt von der New York Times veröffentlichten Bericht, der die Leistungen des OSI beleuchtet, seine Fehlleistungen – und das, was die Autoren als "Kollaboration der Regierung" mit den NS-Verbrechern bezeichnen: Die USA, die sich als "sicherer Hafen für die Verfolgten" verstünden, hätten Verfolger wissentlich ins Land geholt.

Der wohl spektakulärste Fall ist der von Otto von Bolschwing, Mitarbeiter von Adolf Eichmann, Hauptorganisator des Massenmordes an Europas Juden. Von Bolschwing war an der Planung des Holocaust und als Chef des Sicherheitsdienstes (SD) in Rumänien auch an der Ausführung beteiligt. Laut OSI war er der höchstrangige deutsche NS-Verbrecher, den die Behörde verfolgte. Der Aristokrat schloss sich gegen Kriegsende in Österreich dem Untergrund an und half den Alliierten. Ein US-Offizier bescheinigte ihm, dem Vormarsch der US-Armee über den Fernpass und durch Westösterreich gedient zu haben. Nach dem Krieg habe er bei der Verfolgung von NS-Verbrechern geholfen und "persönlich mehr als zwanzig hohe Nazi-Offizielle und SS-Offiziere verhaftet".
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USA gewährten Nazis Unterschlupf

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Die Amerikaner haben nach dem Zweiten Weltkrieg bewusst Nazis aufgenommen und mit ihnen kooperiert. Das ist Inhalt eines geheimen Reports des US-Justizministeriums.[/b]

Die USA haben nach 1945 willentlich deutsche Nazis ins Land gelassen. Wie die New York Times berichtet, liefere ein rund 600 Seiten umfassender, eigentlich nicht zur Veröffentlichung gedachter Report des Justizministeriums dafür neue Beweise. Demnach habe zum Beispiel der US-Geheimdienst CIA in den Nachkriegsjahren bewusst mit Helfern des Hitler-Regimes zusammengearbeitet, um von deren Wissen zu profitieren. Die Nationalsozialisten hätten ins Land kommen dürfen, obwohl ihre dunkle Vergangenheit bei den US-Behörden bekannt gewesen sei.

Der Bericht spreche von der "Kollaboration der Regierung mit den Verfolgern", zitiert die Zeitung. "Amerika, das sich als sicherer Hafen für die Verfolgten rühmte, wurde – in einem kleinen Maße – auch ein sicherer Hafen für die Verfolger", heißt es weiter. Die USA hätten deswegen in zahlreichen Fällen diplomatischen Streit mit anderen Ländern gehabt.
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Chruschtschow: Schlug er zu?

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Chruschtschows Schuh-Auftritt vor 50 Jahren in der Vollversammlung der UN ist eine der beliebtesten Geschichten aus dem Kalten Krieg. Doch was an ihr stimmt wirklich?


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Der damalige Kremlchef Nikita Chruschtschow bei seiner Rede vor der UN-Vollversammlung 1960

Hat er oder hat er nicht? Zog der Kremlchef Nikita Chruschtschow im Oktober 1960 vor der UN-Vollversammlung tatsächlich einen Schuh aus und schlug damit wutentbrannt auf das Rednerpult ein? Immer wieder wurde die Szene kolportiert, viele sehen sie geradezu vor sich. Chruschtschow mit seiner diplomatischen Schuh-Note gehört zu jenen Bildern, in denen sich der Kalte Krieg, der die Welt von 1945 bis 1989 in Atem hielt, symbolisch verdichtet hat.

Doch seltsam: Von dieser Szene existiert keine Filmaufnahme und nur ein rätselhaftes Foto. Dafür gibt es umso mehr widersprüchliche Aussagen.
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Als die Amerikaner ihr Tor ins All aufstießen

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Die deutschen V2-"Vergeltungswaffen" waren der Anfang: Vor 60 Jahren startete die erste Rakete auf Cape Canaveral – das Weltraumzeitalter hatte begonnen.


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Eine neue Ära beginnt: Eine Bumper-V2 ist die erste Rakete, die vom amerikanischen Weltraumbahnhof auf Cape Canveral startet

Am 29. Mai 1947 rast eine Rakete über El Paso in Texas hinweg und stürzt in Juarez in Mexiko ab. Sie kracht in einen Friedhof – kein Lebender nimmt Schaden. Die amerikanischen Streitkräfte haben die Rakete abgefeuert; ein Probeschuss auf dem Testgelände in White Sands, New Mexico, ist statt in nördliche Richtung nach Mexiko gegangen. Washington muss sich beim Nachbarland entschuldigen und Schadenersatz zahlen. Der Vorfall zeigt dem US-Militär drastisch: White Sands liegt zu nahe an besiedelten Gegenden, um Raketen dort zu testen. Mehr als 300 Eisenbahnwaggons voller Bauteile der "Vergeltungswaffe 2" haben die Amerikaner als Kriegsbeute hierher gebracht, jener V2-Rakete, mit denen die deutsche Luftwaffe Tod und Zerstörung nach London trug. Ein alternatives Testgelände muss gefunden werden.
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Chruschtschows schönster Tag

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Am 1. Mai 1960 schossen die Sowjets den US-Spionagepiloten Gary Powers über Sibirien ab. Der Kalte Krieg erreichte einen neuen Höhepunkt.


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7. Mai 1960: Nikita Chruschtschow präsentiert Luftaufnahmen vor dem Obersten Sowjet in Moskau, die von einem Film des abgeschossenen US-Piloten Francis Gary Powers stammen sollen

Die Nachrichten, die Anfang der fünfziger Jahre in Washington eintrafen, waren beunruhigend: Mit aller Macht rüstete die Sowjetunion auf; innerhalb von fünf Jahren war der alte Verbündete aus den Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Todfeind geworden. Nicht allein, dass sowjetische Physiker bereits im Oktober 1949 die Atombombe gezündet hatten. Deutsche V2-Techniker, nach 1945 zwangsrekrutiert und jetzt heimgekehrt, berichteten von den Erfolgen der Russen in der Raketentechnik. Amerikanische Militärattachés meldeten, das Land habe neue Langstreckenbomber gebaut. Schon bald könnte es über atomar gerüstete Interkontinentalraketen und eine strategische Bomberflotte verfügen. Hatten die Sowjets die Vereinigten Staaten in der Rüstung überholt?
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Revolution mit Hamburgern

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1989 fällt die Berliner Mauer, 1991 löst sich die Sowjetunion auf - und in der Zwischenzeit ist es in Moskau auch noch zu einer Konsum-Revolution gekommen: Am 31. Januar 1990 wird am Puschkin-Platz das erste McDonald's-Restaurant eröffnet. Die Metropole hat den Verbrauchern zu dieser Zeit noch kaum etwas zu bieten. Die Moskauer müssen sich in den Geschäften ausweisen. Sie werden bevorzugt versorgt, denn die Nahrungsmittel reichen nicht für diejenigen aus, die aus der Provinz in die sowjetische Hauptstadt kommen. Nach den politischen Umwälzungen, die KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow in die Begriffe "Perestroika" ("Umgestaltung") und "Glasnost" ("Offenheit") gekleidet hat, steht das amerikanische Schnell-Restaurant nun für kommerzielle Innovation. "Es war ein Zeichen des Umbruchs, der da in diesem riesigen Land stattfand", erinnert sich WDR-Korrespondent Hermann Krause. "McDonald's - die Inkarnation des American Way of Life - öffnete seine Türen."

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Winkelemente des Kapitalismus


Am Eröffnungstag ist das Interesse der Bevölkerung gewaltig: Vor dem McDonald's-Restaurant bildet sich eine drei bis vier Kilometer lange Schlange.
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Der Mythos vom Ursprung des Aids-Virus

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Von Geheimdiensten und Gerüchten: Erzeugte einst das US-Militär das HI-Virus? Die Stasi streute diesen Mythos. Was ist dran? Der Genetiker Erhard Geißler erinnert sich.[/b]

Seit es Aids gibt, gibt es Verschwörungstheorien zu dieser Krankheit. Ende der 80er-Jahre war es vor allem die Behauptung, der Aids-Erreger sei in amerikanischen Labors "gezüchtet" worden, die Aufregung hervorrief. Das Gerücht wurde von dem DDR-Mediziner Jakob Segal verbreitet, der dazu 1987 in einem Interview der Tageszeitung von Stefan Heym befragt wurde. Heute behauptet die Zeitung, es habe sich um eine gezielte Kampagne der Stasi gehandelt.

Reichlich zwanzig Jahre ist es her, dass Desinformationen von der Abteilung X der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in die Welt gesetzt wurden. Einige ihrer ehemaligen Obristen fahren damit munter fort, und einige Journalisten und ihre Leser fallen immer noch darauf herein. Dabei geht es um die von der Wissenschaft längst beantwortete Frage nach der Herkunft des Erregers der Immunschwäche Aids.
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Marodes Machtsymbol

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Als der Bau vor 50 Jahren begann, war der Assuan-Staudamm ein Symbol für arabische Aufbruchsstimmung, erfolgreiche sowjetische Machtpolitik und den Fortschritt. Heute ist er ein Denkmal für die fatalen Folgen des Glaubens an die Technik.[/b]

Seit 4000 Jahren leben die Menschen im Niltal von den Nährstoffen und Mineralien, die der Fluss jeden Sommer aus seinem ostafrikanischen Einzugsgebiet anschwemmt: Das alljährliche Hochwasser lagert Nilschlamm auf den Feldern ab, bewässert und düngt sie. "Kemet" heißt das alte Ägypten, "Schwarzes Land", nach dem saftigen Boden, den der Nil bringt.

Doch der Rhythmus des Flusses birgt Gefahren: Fluten und Dürren, biblische Plagen. In modernen Zeiten wächst die Bevölkerung Ägyptens, die Versorgung wird zu knapp, um die Ernte den Launen des Flusses preiszugeben; die Baumwolle für den Export ist zu wertvoll. Eine Möglichkeit muss her, die Fluten zu regulieren. Einen ersten Staudamm bei Assuan (auch Aswan geschrieben) bauen die britischen Besatzer von 1882 bis 1902. Er ist zu niedrig, um das saisonale Hochwasser zurückzuhalten.
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Als der Kalte Krieg auftaute

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Vor 30 Jahren fiel der Nato-Doppelbeschluss: Ohne ihn hätte es keine Friedensbewegung gegeben und keine grüne Partei – und vielleicht gäbe es die Sowjetunion heute noch.


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Nach den Nato-Doppelbeschluss zur "Nachrüstung" mit Atomraketen demonstrierten Hunderttausende gegen die beabsichtigte Stationierung amerikanischer Pershing-II-Mittelstreckenraketen und Cruise Missiles auf deutschem Boden. Diese Bundeswehrsoldaten nahmen trotz Verbots an einer Großkundgebung in Bonn in Uniform teil

Nach den Nato-Doppelbeschluss zur "Nachrüstung" mit Atomraketen demonstrierten Hunderttausende gegen die beabsichtigte Stationierung amerikanischer Pershing-II-Mittelstreckenraketen und Cruise Missiles auf deutschem Boden. Diese Bundeswehrsoldaten nahmen trotz Verbots an einer Großkundgebung in Bonn in Uniform teil

Manchmal sind es die Konservativen, die eine Gesellschaft am meisten verändern. Manchmal sind es die Kriegstreiber, die wie aus Versehen den Frieden erreichen. Und oft ist es schwer zu sagen, was gewesen wäre wenn... es zum Beispiel den Nato-Doppelbeschluss nicht gegeben hätte.

Nehmen wir Helmut Schmidt. Der Sozialdemokrat war nie ein Träumer: Wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen, findet er. Die Konfrontation des Kalten Krieges sah der Ex-Verteidigungsminister, der 1974 Bundeskanzler wurde, als nüchterner Stratege. Als Mitte der siebziger Jahre die Sowjetunion ihre auf Westeuropa gerichteten atomaren Mittelstreckenwaffen durch moderne SS-20-Raketen ersetzte, glaubte er das Gleichgewicht in Europa in Gefahr.
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Heisse Tage im Oktober 1962

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Die Entdeckung von sowjetischen Raketen auf Kuba führte im Oktober 1962 zum «gefährlichsten Moment in der Geschichte der Menschheit» (Arthur Schlesinger). Die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg. Die Kubakrise gilt als die am besten erforschte Episode des Kalten Krieges, nicht zuletzt, weil von den Diskussionen im Weissen Haus geheim erstellte Tonbandaufnahmen existieren. Diese «Kennedy-Tapes» sind aber Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil sie Einblicke ins Krisenmanagement der Regierung von John F. Kennedy erlauben. Ein Fluch, weil die Historiker sich deshalb bisher zu stark auf Washington konzentriert haben. Michael Dobbs, prominenter Reporter der «Washington Post», interessiert sich in seinem neuen Buch hingegen für die Ereignisse auf Kuba – Ereignisse, von denen Kennedy und seine Berater nichts wussten.
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In Westdeutschland lagerten im Kalten Krieg 700 geheime Atomwaffen

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Westdeutschland hat während des Kalten Kriegs etwa 700 geheime Atombomben beherbergt, die dem Land von den USA zur Verfügung gestellt worden waren. Dies berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Forschungserkenntnisse des Münchner Historikers Detlef Bald. "Nur etwa zwei Dutzend Menschen waren damals in die Pläne eingeweiht", sagte Bald, der unter anderem Zugriff auf das Privatarchiv des früheren Kanzlers Helmut Schmidt (1974-82) hatte.
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Als in Berlin der Kalte Krieg begann

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Es ist nicht einfach, heute über Berlin in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu berichten.

Nicht nur, dass weitgehend vergessen worden ist, was in jener Zeit tatsächlich Sache war. In der Stadt und weit über sie hinaus. Auch die Namen der Frauen und Männer, die damals in außergewöhnlicher Zeit für Berlin verantwortlich waren, sind nur wenigen bekannt.
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Wie die Bundeswehr die Russen stoppen wollte

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Geheime Sprengfallen, versteckte Atomminen, Autobahnflugplätze: Hobby-Historiker spüren die Reste der Festung Deutschland im Kalten Krieg auf. Die getarnten Anlagen von immensen Ausmaßen hätten den Vormarsch sowjetischer Panzer stoppen sollen.
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(C) Daniel Oswald