Nov 18
2011
Nur Sekunden und Meter vom Krieg entfernt
News in Blockbildung und Kalter Krieg Noch keine Kommentare »Vor 50 Jahren schrammte die Welt um wenige Meter an einem Atomkrieg vorbei, weil ein US-General die Muskeln spielen und am Checkpoint Charlie Panzer auffahren ließ.
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Das Archivbild vom 28.10.1961 zeigt sowjetische Panzer am Sektorengrenzübergang "Checkpoint Charlie" in der Friedrichstraße, nachdem Tags zuvor mehrere amerikanische Panzer unmittelbar an der Grenzlinie zwischen West- und Ostberlin Aufstellung genommen hatten.
Edwin Allan Lightner, stellvertretender Chef der US-Mission in Berlin, trägt Zivil am 22. Oktober 1961. Es ist ein Sonntag, Lightner und seine Frau wollen im Ostteil der Stadt die Aufführung einer Theatertruppe aus der Tschechoslowakei besuchen. Das ist nichts Ungewöhnliches: Die Vertreter der Alliierten genießen auch nach dem Mauerbau vom 13. August Bewegungsfreiheit in der ganzen Stadt.
Doch als das Ehepaar Lightner in der Friedrichstraße am einzigen Übergang zwischen den beiden Stadthälften vorfährt, wollen DDR-Grenzsoldaten die Ausweise sehen. Das steht ihnen nicht zu: Berlin unterliegt der Hoheit der vier Besatzungsmächte, nicht der der DDR.
US-Diplomat Lightner ist sich dessen bewusst und weigert sich, seinen Pass einem DDR-Volkspolizisten zu zeigen. Er fragt nach einem sowjetischen Offizier, doch die Grenzer bleiben stur. Lightner auch – er ruft die Militärpolizei. Acht bewaffnete MPs eskortieren ihn über die Sektorengrenze. Lightner erinnert sich später: "Hätten sie auf einen von uns geschossen, wir hätten sie alle töten müssen."
Der Konflikt fängt damit erst an.
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