Als die Amerikaner ihr Tor ins All aufstießen

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Die deutschen V2-"Vergeltungswaffen" waren der Anfang: Vor 60 Jahren startete die erste Rakete auf Cape Canaveral – das Weltraumzeitalter hatte begonnen.


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Eine neue Ära beginnt: Eine Bumper-V2 ist die erste Rakete, die vom amerikanischen Weltraumbahnhof auf Cape Canveral startet

Am 29. Mai 1947 rast eine Rakete über El Paso in Texas hinweg und stürzt in Juarez in Mexiko ab. Sie kracht in einen Friedhof – kein Lebender nimmt Schaden. Die amerikanischen Streitkräfte haben die Rakete abgefeuert; ein Probeschuss auf dem Testgelände in White Sands, New Mexico, ist statt in nördliche Richtung nach Mexiko gegangen. Washington muss sich beim Nachbarland entschuldigen und Schadenersatz zahlen. Der Vorfall zeigt dem US-Militär drastisch: White Sands liegt zu nahe an besiedelten Gegenden, um Raketen dort zu testen. Mehr als 300 Eisenbahnwaggons voller Bauteile der "Vergeltungswaffe 2" haben die Amerikaner als Kriegsbeute hierher gebracht, jener V2-Rakete, mit denen die deutsche Luftwaffe Tod und Zerstörung nach London trug. Ein alternatives Testgelände muss gefunden werden.
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Chruschtschows schönster Tag

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Am 1. Mai 1960 schossen die Sowjets den US-Spionagepiloten Gary Powers über Sibirien ab. Der Kalte Krieg erreichte einen neuen Höhepunkt.


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7. Mai 1960: Nikita Chruschtschow präsentiert Luftaufnahmen vor dem Obersten Sowjet in Moskau, die von einem Film des abgeschossenen US-Piloten Francis Gary Powers stammen sollen

Die Nachrichten, die Anfang der fünfziger Jahre in Washington eintrafen, waren beunruhigend: Mit aller Macht rüstete die Sowjetunion auf; innerhalb von fünf Jahren war der alte Verbündete aus den Tagen des Zweiten Weltkriegs zum Todfeind geworden. Nicht allein, dass sowjetische Physiker bereits im Oktober 1949 die Atombombe gezündet hatten. Deutsche V2-Techniker, nach 1945 zwangsrekrutiert und jetzt heimgekehrt, berichteten von den Erfolgen der Russen in der Raketentechnik. Amerikanische Militärattachés meldeten, das Land habe neue Langstreckenbomber gebaut. Schon bald könnte es über atomar gerüstete Interkontinentalraketen und eine strategische Bomberflotte verfügen. Hatten die Sowjets die Vereinigten Staaten in der Rüstung überholt?
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Revolution mit Hamburgern

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1989 fällt die Berliner Mauer, 1991 löst sich die Sowjetunion auf - und in der Zwischenzeit ist es in Moskau auch noch zu einer Konsum-Revolution gekommen: Am 31. Januar 1990 wird am Puschkin-Platz das erste McDonald's-Restaurant eröffnet. Die Metropole hat den Verbrauchern zu dieser Zeit noch kaum etwas zu bieten. Die Moskauer müssen sich in den Geschäften ausweisen. Sie werden bevorzugt versorgt, denn die Nahrungsmittel reichen nicht für diejenigen aus, die aus der Provinz in die sowjetische Hauptstadt kommen. Nach den politischen Umwälzungen, die KPdSU-Generalsekretär Michail Gorbatschow in die Begriffe "Perestroika" ("Umgestaltung") und "Glasnost" ("Offenheit") gekleidet hat, steht das amerikanische Schnell-Restaurant nun für kommerzielle Innovation. "Es war ein Zeichen des Umbruchs, der da in diesem riesigen Land stattfand", erinnert sich WDR-Korrespondent Hermann Krause. "McDonald's - die Inkarnation des American Way of Life - öffnete seine Türen."

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Winkelemente des Kapitalismus


Am Eröffnungstag ist das Interesse der Bevölkerung gewaltig: Vor dem McDonald's-Restaurant bildet sich eine drei bis vier Kilometer lange Schlange.
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Der Mythos vom Ursprung des Aids-Virus

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Von Geheimdiensten und Gerüchten: Erzeugte einst das US-Militär das HI-Virus? Die Stasi streute diesen Mythos. Was ist dran? Der Genetiker Erhard Geißler erinnert sich.[/b]

Seit es Aids gibt, gibt es Verschwörungstheorien zu dieser Krankheit. Ende der 80er-Jahre war es vor allem die Behauptung, der Aids-Erreger sei in amerikanischen Labors "gezüchtet" worden, die Aufregung hervorrief. Das Gerücht wurde von dem DDR-Mediziner Jakob Segal verbreitet, der dazu 1987 in einem Interview der Tageszeitung von Stefan Heym befragt wurde. Heute behauptet die Zeitung, es habe sich um eine gezielte Kampagne der Stasi gehandelt.

Reichlich zwanzig Jahre ist es her, dass Desinformationen von der Abteilung X der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) in die Welt gesetzt wurden. Einige ihrer ehemaligen Obristen fahren damit munter fort, und einige Journalisten und ihre Leser fallen immer noch darauf herein. Dabei geht es um die von der Wissenschaft längst beantwortete Frage nach der Herkunft des Erregers der Immunschwäche Aids.
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Marodes Machtsymbol

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Als der Bau vor 50 Jahren begann, war der Assuan-Staudamm ein Symbol für arabische Aufbruchsstimmung, erfolgreiche sowjetische Machtpolitik und den Fortschritt. Heute ist er ein Denkmal für die fatalen Folgen des Glaubens an die Technik.[/b]

Seit 4000 Jahren leben die Menschen im Niltal von den Nährstoffen und Mineralien, die der Fluss jeden Sommer aus seinem ostafrikanischen Einzugsgebiet anschwemmt: Das alljährliche Hochwasser lagert Nilschlamm auf den Feldern ab, bewässert und düngt sie. "Kemet" heißt das alte Ägypten, "Schwarzes Land", nach dem saftigen Boden, den der Nil bringt.

Doch der Rhythmus des Flusses birgt Gefahren: Fluten und Dürren, biblische Plagen. In modernen Zeiten wächst die Bevölkerung Ägyptens, die Versorgung wird zu knapp, um die Ernte den Launen des Flusses preiszugeben; die Baumwolle für den Export ist zu wertvoll. Eine Möglichkeit muss her, die Fluten zu regulieren. Einen ersten Staudamm bei Assuan (auch Aswan geschrieben) bauen die britischen Besatzer von 1882 bis 1902. Er ist zu niedrig, um das saisonale Hochwasser zurückzuhalten.
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Als der Kalte Krieg auftaute

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Vor 30 Jahren fiel der Nato-Doppelbeschluss: Ohne ihn hätte es keine Friedensbewegung gegeben und keine grüne Partei – und vielleicht gäbe es die Sowjetunion heute noch.


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Nach den Nato-Doppelbeschluss zur "Nachrüstung" mit Atomraketen demonstrierten Hunderttausende gegen die beabsichtigte Stationierung amerikanischer Pershing-II-Mittelstreckenraketen und Cruise Missiles auf deutschem Boden. Diese Bundeswehrsoldaten nahmen trotz Verbots an einer Großkundgebung in Bonn in Uniform teil

Nach den Nato-Doppelbeschluss zur "Nachrüstung" mit Atomraketen demonstrierten Hunderttausende gegen die beabsichtigte Stationierung amerikanischer Pershing-II-Mittelstreckenraketen und Cruise Missiles auf deutschem Boden. Diese Bundeswehrsoldaten nahmen trotz Verbots an einer Großkundgebung in Bonn in Uniform teil

Manchmal sind es die Konservativen, die eine Gesellschaft am meisten verändern. Manchmal sind es die Kriegstreiber, die wie aus Versehen den Frieden erreichen. Und oft ist es schwer zu sagen, was gewesen wäre wenn... es zum Beispiel den Nato-Doppelbeschluss nicht gegeben hätte.

Nehmen wir Helmut Schmidt. Der Sozialdemokrat war nie ein Träumer: Wer Visionen habe, solle zum Arzt gehen, findet er. Die Konfrontation des Kalten Krieges sah der Ex-Verteidigungsminister, der 1974 Bundeskanzler wurde, als nüchterner Stratege. Als Mitte der siebziger Jahre die Sowjetunion ihre auf Westeuropa gerichteten atomaren Mittelstreckenwaffen durch moderne SS-20-Raketen ersetzte, glaubte er das Gleichgewicht in Europa in Gefahr.
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Heisse Tage im Oktober 1962

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Die Entdeckung von sowjetischen Raketen auf Kuba führte im Oktober 1962 zum «gefährlichsten Moment in der Geschichte der Menschheit» (Arthur Schlesinger). Die Welt stand kurz vor einem Atomkrieg. Die Kubakrise gilt als die am besten erforschte Episode des Kalten Krieges, nicht zuletzt, weil von den Diskussionen im Weissen Haus geheim erstellte Tonbandaufnahmen existieren. Diese «Kennedy-Tapes» sind aber Segen und Fluch zugleich. Ein Segen, weil sie Einblicke ins Krisenmanagement der Regierung von John F. Kennedy erlauben. Ein Fluch, weil die Historiker sich deshalb bisher zu stark auf Washington konzentriert haben. Michael Dobbs, prominenter Reporter der «Washington Post», interessiert sich in seinem neuen Buch hingegen für die Ereignisse auf Kuba – Ereignisse, von denen Kennedy und seine Berater nichts wussten.
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In Westdeutschland lagerten im Kalten Krieg 700 geheime Atomwaffen

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Westdeutschland hat während des Kalten Kriegs etwa 700 geheime Atombomben beherbergt, die dem Land von den USA zur Verfügung gestellt worden waren. Dies berichtet das deutsche Nachrichtenmagazin "Focus" unter Berufung auf Forschungserkenntnisse des Münchner Historikers Detlef Bald. "Nur etwa zwei Dutzend Menschen waren damals in die Pläne eingeweiht", sagte Bald, der unter anderem Zugriff auf das Privatarchiv des früheren Kanzlers Helmut Schmidt (1974-82) hatte.
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Als in Berlin der Kalte Krieg begann

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Es ist nicht einfach, heute über Berlin in den ersten Jahren nach dem Zusammenbruch des Nationalsozialismus, nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges zu berichten.

Nicht nur, dass weitgehend vergessen worden ist, was in jener Zeit tatsächlich Sache war. In der Stadt und weit über sie hinaus. Auch die Namen der Frauen und Männer, die damals in außergewöhnlicher Zeit für Berlin verantwortlich waren, sind nur wenigen bekannt.
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Wie die Bundeswehr die Russen stoppen wollte

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Geheime Sprengfallen, versteckte Atomminen, Autobahnflugplätze: Hobby-Historiker spüren die Reste der Festung Deutschland im Kalten Krieg auf. Die getarnten Anlagen von immensen Ausmaßen hätten den Vormarsch sowjetischer Panzer stoppen sollen.
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(C) Daniel Oswald