Maria Sibylla Merian

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Frei von aller Konvention, geht die Naturforscherin und Künstlerin ganz eigene Wege. Ihre Expedition durch den Regenwald von Surinam wird ein einziger Triumph.


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Maria Sibylla Merian (1647-1717), Selbstbewusst in die Welt hinaus

Nur mal so gedacht: 12. Klasse, die Lehrerin bringt ihren Schülern ein Vorbild mit. »Eine ganz große Frau der Wissenschaft, eine berühmte deutsche Naturforscherin.« Müdes Lächeln bei den Teenagern. »Eine der Ersten, die den Zyklus von Ei zu Raupe zu Puppe zu Schmetterling beschrieben hat. Im 17. Jahrhundert, als die meisten Leute noch dachten, Insekten entstünden in einer Urzeugung aus Schlamm.« Demonstrative Ignoranz, höchstens über den altertümlichen Namen mokieren sich die Schüler: Maria Sibylla Merian. Die Lehrerin versucht sich an einem Gag: »Wir haben sie unzählige Male abgeschleckt, ihre gummierte Rückseite wenigstens.« Denn MSM prangte auf einer Briefmarke zu 40 Pfennig. »Und auch auf dem 200-Mark-Schein.«
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Weiter gedacht: Was hätte MSM denn wohl selbst erzählt? Zeitlebens geizte sie mit Persönlichem. Aber vor 17-Jährigen könnte man ja offen sprechen. Über das Leben eines bürgerlichen Mädchens, das 1647 in eine gut situierte Frankfurter Kupferstecherfamilie hineingeboren wird. Über die kreative Umgebung, musisch, handwerklich. Über Lebensmodelle. Maria Sibylla fand früh ihren eigenen Stil: Pflanzendarstellungen mit Raupen und Schmetterlingen, ästhetisch und akkurat. Als sie 1665 einen Schüler aus der stiefväterlichen Werkstatt heiratete, mit ihm nach Nürnberg zog, war sie eine aufstrebende Künstlerin. Ihre Bücher machten sie bekannt. Aber statt Reputation und Vermögen zu mehren, flüchtete sie 1685 aus ihrem bürgerlichen Leben. Sie schnappte sich ihre zwei jungen Töchter und zog für sechs Jahre in eine Landkommune engstirniger niederländischer Protestanten.

Hatten sie Erbstreitigkeiten in ihrer Familie entnervt? War ihr der Ehemann – die Biografen spekulieren über sexuelle Eskapaden und Seitensprünge – zuwider geworden?
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Letzte Titanic-Überlebende gestorben

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Die letzte Überlebende des Titanic-Schiffsunglückes ist verstorben. Von der Tragödie hat die 97jährige damals nichts mitbekommen.

Millvina Dean hieß die letzte Zeitzeugin des Schiffsunglückes der Titanic. Die 97jährige lebte zuletzt in einem Pflegeheim in England, und ist nun verstorben.

Im Jahr 1912, als die Titanic unterging, war Dean gerade mal neun Wochen alt. Ihre Eltern hatten eine Kneipe in London verkauft, in den USA wollten sie ein neues Leben aufbauen. Der Vater starb bei dem Schiffsunglück, Mutter und Bruder überlebten ebenfalls.
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Der erste große Europäer/Georg Friedrich Händel

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Vor 250 Jahren, am 14. April 1759, starb in London eines der größten Genies der Musikgeschichte: Georg Friedrich Händel. Beigesetzt wurde der große Europäer in der Westminster Abbey. 600 Pfund hatte der Hallenser mit englischer Staatsbürgerschaft selbst für sein Marmordenkmal hinterlassen.
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450. Todestag von Adam Ries

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Sie rechnen laut Adam Riese? Leider falsch; der vor 450 Jahren gestorbene Rechenkünstler hieß Ries. Gigantisch sind seine Verdienste trotzdem.
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Nichts als die Wahrheit

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In ihrer Hingabe an die Wissenschaft war Edith Stein fast so radikal wie später in ihrer Hingabe an Gott. Was wäre heute aus ihr geworden?

Als die zwanzigjährige Edith Stein 1911 in Breslau zu studieren begann, waren Frauen in der akademischen Welt so selten wie weiße Raben. In Preußen durften Mädchen erst seit 1896 Abitur machen, zum Universitätsstudium wurden sie 1908 zugelassen – und nur widerwillig aufgenommen.
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Astronom mit Sehschwäche

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Erfunden hat Galileo Galilei es zwar nicht, doch war er der Erste, der das Fernrohr in den Himmel richtete und damit systematische Forschungen anstellte. Im 17. Jahrhundert erkundete er damit die Landschaften des Mondes, beobachtete Sonnenflecken und bemerkte eine seltsame Unförmigkeit des Saturns.
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Reste von Robinson Crusoe

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Archäologen haben auf einer Insel vor der Küste Chiles Gegenstände gefunden, die nur einem europäischen Einsiedler aus dem frühen 18. Jahrhundert gehört haben können.
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Schwerverbrecher mit Charisma

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Sie beschäftigen sich seit 15 Jahren mit Schinderhannes, haben mehr als 1000 Justizakten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufgearbeitet, sogar in Brasilien recherchiert. Was fasziniert Sie an Johannes Bückler alias Schinderhannes?

Es ist nicht nur die Lebensgeschichte von Johannes Bückler, sondern es ist wie ein Kriminalstück, das man nach 200 Jahren lösen kann und das erstaunlicherweise bisher niemand gelöst hat. Ein Beispiel: Es gibt Berichte, Schinderhannes wäre auf dieser oder jener Mühle gewesen, hätte die Müllersfrau totgeschlagen und das Geldkörbchen gestohlen. Irgendwann, viele Jahre später, fällt mir im Frankfurter Stadtarchiv aus einem riesigen Aktenstapel ein einzelner Zettel in die Hände: ein Schreiben des Müllers an die Stadt Frankfurt. Darauf wird der Name des Täters genannt. Siehe da, es war nicht Schinderhannes selbst, sondern einer aus seinem Umfeld.
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Erste Taten von "Jack the Ripper" bislang übersehen?

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Schon 25 Jahre vor Beginn der bekannten Mordserie soll es den ersten gleichartigen Fall gegeben haben
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Aufzeichnungen einer versinkenden Welt

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Anfang Oktober 1913 brach der 46-jährige Emil Nolde gemeinsam mit seiner Frau Ada zu einer fast einjährigen Reise in die Südsee auf. Sie wurde ein zentrales Ereignis im Leben des Malers.
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„Fidschi-Machens“

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Conrad Machens (1856–1930) war ein früher Selfmademan. Mit 22 Jahren wanderte er mittellos nach Australien aus. 1881 siedelte er auf die Fidschi-Inseln über, wo er rasant zum Großkaufmann aufstieg. Seine umfangreichen Aufzeichnungen vermitteln ein anschauliches Bild von den Verhältnissen in den Südseekolonien.
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Zum 200. Geburtstag des Wahl-Potsdamers Hermann Schulze-Delitzsch

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Sein Begräbnis war ein öffentliches Ereignis. Als Hermann Schulze-Delitzsch 1883 auf dem Alten Friedhof in Potsdam zu Grabe getragen wurde, säumten Tausende die Straßen. Sein Haus in der Spandauer Straße, der heutigen Friedrich-Ebert-Straße, war für seine Anhänger seinerzeit längst zu einer Art Wallfahrtsstätte geworden.
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Rauchen Ursache für Karl Marx’ Eiterbeulen

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Seit seinem 44. Lebensjahr beklagte Karl Marx ein chronisches Hautleiden, das sich in schmerzhaften Eiterbeulen und Fisteln in den Achselhöhlen, den Leistenbeugen und am Gesäß äußerte. Ausgelöst hat er diese als Hidradenitis suppurativa bekannte Erkrankung offenbar selbst – durch exzessives Rauchen.
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Schädel in Schillers Sarg wurde ausgetauscht

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Seit 150 Jahren streiten sich die Gelehrten darüber, ob in der Weimarer Fürstengruft tatsächlich der Schädel Friedrich Schillers bestattet wurde. Nach Informationen des SPIEGEL steht nun fest: Dort liegt nicht der Kopf des Dichterfürsten.
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Die Taschenuhr mit dem Kratzer im Glas

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Irgendwo in Thüringen muss die Taschenuhr noch sein. Davon ist Barbara Reich aus Förtha überzeugt. Eine Uhr mit einem Kratzer im Glas. An ihr hatte ihr Großonkel, August Stauch aus Ettenhausen a.d. Suhl, am 10. April 1908 einen sonderbaren Stein aus dem Wüstensand im damaligen Deutsch-Südwestafrika getestet. Der Stein schnitt das Glas und August Stauch vermutete, was kurz darauf ein Fieber in „Südwest“ auslösen sollte: Es war ein Diamant.
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Der Schädel von Johann Sebastian Bach

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Der begnadete Komponist Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) saß nicht gern Porträt. Nur für ein einziges Gemälde hatte er sich zur Verfügung gestellt. Jetzt ist es sein Schädel, der Modell stand. Schottische Forscher haben einen Abguss davon gescannt - und eine dreidimensionale Rekonstruktion vom Haupt des Komponisten angefertigt.
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Wer ist eigentlich dieser Typ in Rot?

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Es ist bald wieder so weit: Am 6. Dezember kommt der Nikolaus, bald darauf das Christkind und der Weihnachtsmann. Geschenke bringen sie alle. Doch warum gibt es gleich drei Gabenbringer?
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Ludwig II. war nicht bizarr, sondern krank

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Um die Persönlichkeit des einstigen Königs von Bayern ranken sich viele Spekulationen. Er galt als Paradiesvogel und Alleingänger. Sein als krank geltendes Verhalten brachte ihn um den Thron. Posthume Untersuchungen diagnostizierten Paranoia. Eine neue Studie sieht das etwas differenzierter.
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Von der Bananenschachtel in ein würdigeres Grab

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Überreste von Angehörigen des italienischen Adelsgeschlechtes Porcia aus dem 17. und 18. Jahrhundert nach Wiederentdeckung beigesetzt
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George Orwell war selbst Opfer des "Big Brother"

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Erfinder des "Großen Bruders" wurde vom britischen Geheimdienst wegen "kommunistischer Ansichten" überwacht
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Beethovens Tod auf der Spur

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Wiener Gerichtsmediziner: Behandlung der Lungenentzündung mit Bleisalzen war entscheidender Auslöser
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Goethe im Computer-Tomographen

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Düsseldorf (dpa) - Fast genau 175 Jahre nach seinem Tod wird Johann Wolfgang von Goethe ein Fall für die Computer-Medizin: Eine Maske und eine Büste des größten deutschen Dichters sollen in Kürze im Computer-Tomographen eines Mönchengladbacher Krankenhauses genauestens untersucht werden.
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Stand der KGB hinter dem Rufmord an Pius XII.?

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Nach dem Krieg galt er als der Papst, der half. Der im besetzten Rom Klöster und Pfarren für verfolgte Juden öffnen ließ, durch seine Vermittlung über die päpstlichen Nuntiaturen in diversen Ländern die Deportation abertausender Juden verhinderte, unzähligen von ihnen mit gewaltigen Summen zur Flucht verhalf. Der römische Großrabbiner Israel Zolli konvertierte aus Dankbarkeit und ließ sich auf den Vornamen des Papstes Eugenio taufen. 94 jüdische Musiker aus 14 Ländern spielten in Rom für Pius XII. Beethovens Neunte, aus Dankbarkeit für sein „großartiges humanitäres Werk“. Und der palästinensische Großrabbiner schrieb ihm: „So Gott will, wird die Nachwelt sich erinnern, dass, als alles dunkel war für unser Volk, Seine Heiligkeit ein Licht der Hoffnung für sie anzündete.
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„Freiheit überall! Freiheit für alle!“

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Der Titel der Ausstellung und des dazu erschienenen Begleitbands „Für Freiheit und Fortschritt gab ich alles hin“ deutet bereits an, wie weit die Hingabe Robert Blums für seine Idee der Demokratie ging. „Alles“ umfaßte auch sein Leben. Er wurde am 9. November 1848 standrechtlich erschossen.
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Brechts verspäteter Eckermann

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Erinnerungen von Ernst Schumacher



Ernst Schumacher war für Brecht und Helene Weigel ein junger Literaturwissenschafter und Landsmann, der ein gescheites Buch über den Stückeschreiber verfasst hatte, «dicker als das, was der Brecht selber geschrieben hat». Jener 600 Seiten starke, 1955 bei Rütten & Loening in Ostberlin erschienene Wälzer, «Die dramatischen Versuche Bertolt Brechts 1918-1933», war damals immerhin eine Pionierarbeit über einen noch lebenden umstrittenen Autor, der im Westen als Kommunist, im Osten als Formalist und Feind des sozialistisch-realistischen Einfühltheaters verschrien war. Als Schlussstein seiner zahlreichen Brecht-Publikationen legt nun der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag Feiernde und als Nestor der DDR-Theaterwissenschaft zu Würdigende einen wiederum voluminösen, 560 Seiten umfassenden Band, «Mein Brecht», vor, in dem er den marxistischen Stückeschreiber zum Kronzeugen seiner eigenen poetischen und intellektuellen Menschwerdung macht und sich in der Rolle des verspäteten Eckermann sieht, dem das historische Interesse an Brecht zur besonderen Lebensaufgabe geworden ist.
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(C) Daniel Oswald