William Hearst (Citizen Kane): Auflage wichtiger als Wahrheit

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Lügen, Intrigen und Affären waren sein Geschäft: William R. Hearst stieg zur Jahrhundertwende zum Großverleger auf. Die Auflage war ihm stets wichtiger als die Wahrheit.[/b]

Dass auf Hearst Castle einst ein König residierte, ist bis heute unübersehbar. Mit dem gigantischen Schloss, das sich der zum "King of the Yellow Press" aufgestiegene William Randolph Hearst in den 1920er Jahren bauen ließ, setzte er seinem Erfolg die bauliche Krone auf. Das Anwesen ist der Stein gewordene amerikanische Traum von den unbegrenzten Möglichkeiten, die selbst vor Stilgefühl oder Geschichtsbewusstsein nicht haltmachen.

Fresken an den Gewölben, der größte Privatzoo seiner Zeit und kitschige Antiquitäten aus ganz Europa: Der Prachtbau bot die perfekte Kulisse für die ausgelassenen Partys, die der Verleger ausrichtete. Sein Erfolgsgeheimnis würden heutige Karriereberater "Networking" nennen. Stets umgarnte er Hollywood-Stars, wie Joan Crawford, Charlie Chaplin, Cary Grant oder Clark Gable. Auch der mehrmalige britische Premier Winston Churchill und der Luftfahrt-Pionier Charles Lindbergh ließen sich gern von Hearst bewirten. Weil der stets mittendrin war statt nur dabei, fielen ihm die Sensationsstorys nur so zu: Damit fütterte er seine Boulevard-Blätter.
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Sacagawea: Das traurige Ende der Vogelfrau

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In den USA kennt fast jeder Sacagawea: Die Schoschonin ist nationale Legende. Sie starb vor 200 Jahren, auch wenn viele glauben wollten, dass sie noch lange lebte.[/b]

Vielleicht empfanden die Zeitgenossen den Tod der "Vogelfrau" am 22. Dezember 1812 als ein zu trauriges Ende für eine Wildwest-Geschichte. Zumindest stürzten sich die Schriftsteller des frühen 20. Jahrhunderts geradezu auf mündliche Quellen, denen zufolge Sacagawea viel länger gelebt und es zurück in ihre Heimat geschafft haben soll, zu den Schoschonen im heutigen US-Bundesstaat Idaho. Doch starb eine der berühmtesten amerikanischen Ureinwohnerinnen kläglich in einem Handelsposten am Fleckfieber.

Sacagawea, Sakakawea oder Sacajawea, so schreiben die Bleichgesichter den Namen der Schoschonin vom Lemhi River. Angehörige eines verfeindeten Stammes, der Hidatsa, haben sie wohl so genannt, nachdem sie sie im Alter von zwölf Jahren zusammen mit anderen Kindern entführt hatten. In der Sprache der Hidatsa bedeutet Sacagawea Vogelfrau.

Der frankokanadische Trapper Toussaint Charbonneau, der bei den Hidatsa wohnt, nimmt sie zur Frau. Als die Expedition von Meriwether Lewis und William Clark auf ihrem Weg zur Pazifikküste das Gebiet durchquert, bietet er sich ihnen als Dolmetscher an. Sacagawea, mit ihren 16 Jahren gerade zum ersten mal schwanger, kommt mit, weil sie die Sprache der Schoschonen beherrscht.
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Der wahre Krieg

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[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2012-11/s23-gardner/s23-gardner-540x304.jpg[/IMG]
Ein Bild von Timothy O'Sulllivan, das Soldaten bei der Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 zeigt.

Mathew Brady ist ein Fotograf mit einem wachen Sinn fürs Geschäft. Doch diesmal, im Herbst 1862, zeigt er in seinem Studio am New Yorker Broadway keine Porträts und nichts Dekoratives, sondern eher schwer verkäufliche Ware: Fotos, die unter die Haut gehen. Bald drängeln sich die Menschen; nicht wenige verlassen blass, zutiefst erschüttert und mit Tränen in den Augen den Raum.

Was Brady ausstellt und solche Sensation macht, sind die Werke seines Mitarbeiters, des Fotografen Alexander Gardner, der aus Schottland in die Neue Welt eingewandert ist und als überzeugter Sozialist bislang meist das Elend der armen Leute dokumentiert hat. Einige Wochen zuvor ist Gardner an einem kleinen Fluss namens Antietam Creek in Maryland gewesen, dem Schauplatz einer der blutigsten Schlachten des Amerikanischen Bürgerkriegs. 2108 Unionssoldaten (aus dem Norden) und 1564 Konföderierte (aus dem Süden) waren hier am 17. September 1862 gefallen, fast zwanzigtausend Menschen verwundet worden. Gardner fotografierte die Leichenberge, die aufgedunsenen Körper – in Gräben und hinter zerschossenen Zäunen, neben verlassenen Kanonen.
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Den Toten in die Augen sehen

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[IMG]http://einestages.spiegel.de/hund-images/2012/09/25/46/3e9a01bf63723928bc0769868a0220b0_image_document_large_featured_borderless.jpg[/IMG]
Gruppenbild mit Diktator: Unionssoldaten posieren am 1. September 1864 während der Belagerung von Petersburg, Virginia, mit einem riesigen 13-Zoll-Mörser, den sie den "Diktator" nannten. Das Geschütz war eigentlich nicht für die Schlacht im Feld gebaut worden, für seinen Einsatz musste es auf einen Eisenbahnwaggon montiert werden.

Als der Krieg nach New York kam, standen die Menschen Schlange: 1862 zeigte der Fotograf Mathew Brady seinen Landsleuten Aufnahmen von den Schlachtfeldern des Amerikanischen Bürgerkriegs. Erstmals waren auf den Fotos Opfer des verlustreichen Kampfes zu sehen - so schonungslos wie später nie wieder. Von Solveig Grothe

Die Männer haben ihre Köpfe abgewandt. Mit ausgestreckten Armen und seltsam verdrehten Körpern liegen sie zwischen den Stoppeln eines Maisfelds. Einige dicht an dicht aneinandergereiht, andere verstreut, ihre Gesichter verzerrt, den Mund weit aufgerissen, die Augen offen. Hemden und Uniformjacken sind verrutscht, Bäuche entblößt, die Hosentaschen aufgerissen. Manchem fehlt ein Schuh, anderen beide. Kleiderfetzen liegen herum. Weiter hinten die Umrisse von Pferden, auf der Seite oder auf dem Rücken liegend, die Leiber aufgedunsen, Stummel abgerissener Gliedmaßen ragen in die Luft. So etwas hatten die New Yorker noch nie gesehen, und der Schock war entsprechend groß.
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San Francisco City Hall ruins from 1906 quake found

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Crews working on a building project in San Francisco's Civic Center have unearthed the massive foundations of the old City Hall, a ghostly reminder of San Francisco's greatest disaster.

The imposing old City Hall collapsed in a shower of bricks, stone and steel in the 1906 earthquake. It was the largest municipal building west of Chicago and was so elaborate it took 25 years to build. The City Hall was supposed to be earthquake proof, but it collapsed in seconds after the great quake struck. It had been open for less than 10 years.
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Das Kapitol in Flammen

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Im Britisch-Amerikanischen Krieg, der 1812 begann, wurde auch Washingtons Regierungsviertel zerstört.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2012-06/s24-britisch-amerikanischer-krieg/s24-britisch-amerikanischer-krieg-540x304.jpg[/IMG]
Das Gemälde von Edward Percy Moran aus dem Jahr 1910 zeigt die Schlacht um New Orleans (1815), bei der die Briten geschlagen wurden. Im Zentrum des Gemäldes steht der General Andrew Jackson.

James Madison hielt die Feder für mächtiger als das Schwert. Einen Bücherwurm nannten Spötter den vierten Präsidenten der USA, den kleinen, meist schwarz gekleideten, scheuen Mann mit der stets leicht bekümmerten Miene. 1751 in Virginia geboren und in Princeton zum Juristen ausgebildet, hatte er sich schon früh einen Namen als Publizist gemacht und gehörte zu den Hauptautoren der amerikanischen Verfassung.

Am 18. Juni 1812 aber wurde seine Feder selbst zum Schwert. An diesem Tag nämlich unterzeichnete er eine Kriegserklärung, die der Kongress zuvor befürwortet hatte. Zum zweiten Mal zogen die USA in einen Krieg, und der neue Gegner war der alte, war Großbritannien, das Mutterland, gegen das sie von 1775 bis 1783 ihre Unabhängigkeit erstritten hatten.

Die Gründe waren vielfältig. Verbindet die beiden atlantischen Staaten heute eine besonders innige Allianz, so war England damals noch der Erbfeind der USA. Großbritanniens Griff, wenn nicht nach der Weltherrschaft, so doch nach der Welthandelsherrschaft musste immer wieder zu Konflikten mit den Amerikanern führen.
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Das Experiment des Sadisten

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Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg infizierte der US-Mediziner John Cutler im Auftrag seiner Regierung fast 1.400 Menschen in Guatemala mit Syphilis. Viele starben qualvoll, noch heute leiden Opfer an ihren Verletzungen. Jetzt tauchen die Versuchsprotokolle auf.[/b]

Als der US-Präsident Barack Obama davon erfuhr, rief er eine Nummer mit der Vorwahl von Guatemala an. Er sagte, er empfinde »tiefstes Bedauern« und entschuldige sich bei den Opfern. Der guatemaltekische Präsident Álvaro Colom antwortete, was geschehen sei, nenne er ein »Verbrechen gegen die Menschlichkeit«.

Für den Amerikaner Obama war der Anruf der Beginn einer Aufarbeitung, für die alte Guatemaltekin Marta Orellana war er der Beginn einer Krise. Erst durch diesen Anruf erfuhr sie von ihrem Schicksal. Erfuhr, dass die Amerikaner – als sie ein kleines Kind war – ihr Leben in Leid verwandelt hatten. »Dass ich infiziert wurde, ist schlimm«, sagt sie. »Dass ich davon erfahren habe, ist schlimmer.«
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Als sich in Alaska der Höllenschlund auftat

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Es war der größte Vulkanausbruch des 20. Jahrhunderts. Als der Novarupta vor 100 Jahren explodierte, kamen nur wenige Menschen um. Heute wäre eine Eruption katastrophal.[/b]

Als die Erde plötzlich zu explodieren schien, tollten die Kinder in Katmai gerade über die Wiesen, die Eltern bereiteten Seelachs für das Mittagessen zu. Das kleinen Dorf in Südalaska war schockiert an diesem heißen Junitag vor 100 Jahren. Urplötzlich wurden sie Zeugen der gewaltigsten Vulkaneruption des 20. Jahrhunderts. Der Novarupta war aufgewacht.

Der Knall war so laut, dass sogar die Bewohner des 1.000 Kilometer entfernten Juneau – der heutigen Hauptstadt des US-Bundesstaates – aufgeschreckt wurden. Der Schall erreichte sie eine Stunde später. Der Vulkan spie Schutt und Asche, eine riesige Rauchwolke zog über den Horizont.

Das 500-Seelendorf Katmai lag dem Epizentrum am nächsten. Die Angehörigen der Alutiiq, eines indigenen Stammes in Südwestalaska, wussten, dass sie auf vulkanischem Gebiet siedelten. Doch mit einem Ausbruch dieser Stärke hätten sie nie gerechnet. Die Lehrerin Hildred D. Erksine unterrichtete damals an der Territorial School in Kodiak. Sie kam am 6. Juni 1912 gerade vom Fischen. Ihre Erinnerungen sind in einem Buch des Lokalhistorikers Gordon Pullar überliefert: "Es war drei Uhr nachmittags, als wir aus dem Wald kamen und zum ersten eine gigantische Wolke direkt vor dem Dorf sahen. Es war die dunkelste und dichteste Wolke, die ich je gesehen hatte. Lichtblitze zuckten durch das Wolkenband. Das Wetterleuchten alarmierte uns. (…) Wir hatten Todesangst."
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Szenen einer Metropole

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Die Stadtverwaltung von New York hat aus ihrem umfangreichen Archiv 870'000 Fotos veröffentlicht. Die Sammlung reicht bis ins 19. Jahrhundert zurück und zeigt sämtliche Facetten der Metropole: von Gebäuden und Brücken über Alltagsleben und Kriminalfälle bis zu Szenen aus der Arbeitswelt.

Vier Jahre lang hatten Experten an dem Projekt gearbeitet. Es sei nicht nur das Ziel, die Bilder einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich zu machen, sondern den Zugang zum Archiv auch für Experten bequemer zu gestalten, sagte ein Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Auf der Website wird zudem angekündigt, die Foto-Sammlung werde laufend erweitert. Neben Fotos soll der Online-Dienst auch Karten, Film- und Tonaufnahmen zur Verfügung stellen.
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US-Zensus 1940 veröffentlicht

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Mehr als drei Jahre lang haben Archivare des National Archive in den USA daran gearbeitet, die Daten der Volkszählung aus dem Jahr 1940 zu digitalisieren.

Diese Daten sind ab dem heutigen Montag im Netz verfügbar und können durchsucht und heruntergeladen werden. Nutzungsbeschränkungen gibt es keine.
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Vertane Chancen, verlorene Jahre - Geschichte der Umweltpolitik

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Schon einmal sollte die große ökologische Wende hin zu erneuerbaren Energien und Klimaschutz beginnen: 1977 in den USA unter Präsident Jimmy Carter.[/b]

Amerika in der Krise? Nichts Neues unter der Sonne. Als die Amerikaner am 2. November 1976 Jimmy Carter, den Gouverneur von Georgia, zu ihrem 39. Präsidenten wählten, befanden sich die USA gleich in einer dreifachen Krise. Die Nachbeben des Watergate-Skandals waren allenthalben zu spüren. Hinzu kam das Trauma des verlorenen Vietnamkriegs; ein Jahr zuvor war Südvietnams Hauptstadt Saigon gefallen.

Vor allem aber steckten die USA in einer ausgemachten wirtschaftlichen Depression. Der erste »Ölpreisschock« 1973 zog nicht nur eine kurzfristige Vervierfachung der Ölpreise nach sich. Für Amerika hatte er zweistellige Inflationsraten zur Folge und einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf über 12 Prozent.

Überall im Land sah man den Horizont verdunkelt. Die »Grenzen des Wachstums«, die Dennis Meadows und seine Kollegen vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) wenige Jahre zuvor in ihrer gleichnamigen Studie beschrieben hatten, schienen näher zu kommen. Ihr Bericht, 1972 dem Club of Rome vorgelegt, gipfelte in dem Fazit, dass die Erde spätestens im Jahre 2100 ihre absoluten Wachstumsgrenzen erreichen werde, wenn die Zunahme der Weltbevölkerung und der Industrialisierung, der Anstieg der Umweltverschmutzung und der Nahrungsmittelproduktion sowie die Ausbeutung natürlicher Rohstoffe unverändert anhielten.

Zwei Jahre später veröffentlichten Meadows und andere Forscher einen Folgebericht. Ihre Studie Menschheit am Wendepunkt endete mit der Erkenntnis, dass die gegenwärtigen Krisen keineswegs temporär seien. Man könne sie nur langfristig und in einer globalen Anstrengung überwinden. Viele alte Rezepte würden dabei wohl versagen.

Schon »Global 2000« warnt 1980 vor den Gefahren des »Treibhauseffekts«

Diese etwas dürre Quintessenz ließ die meisten Leser ziemlich ratlos zurück. Ein »hohles und irreführendes Werk«, schrieb die New York Times Book Review, ein Buch, das »die Hochwassermarke altmodischen Unsinns« erreicht habe, spottete der Londoner Economist. Namhafte Ökonomen wie der amerikanische Nobelpreisträger Paul A. Samuelson sprachen von einer mehr als wackligen Datenbasis und warfen der Studie vor, die technische Innovationsfähigkeit unberücksichtigt gelassen zu haben.

Nach dieser Kritik wollte Präsident Carter es besser machen. Der 52-jährige Erdnussfarmer hatte zwar bis dato über sein Wirken als Gouverneur von Georgia hinaus so gut wie keine Rolle in der Politik gespielt, und die Presse war noch während des Wahlkampfs herzlich über »Jimmy Who?« hergezogen. Doch gerade in seiner Außenseiterrolle sah er eine Chance. Von Anfang an verstand er sich als der Mann aus dem Volke, der für mehr Moral und Ehrlichkeit in der Politik eintrat.

Zum neuen, anderen Anspruch dieses Präsidenten gehörte es, auch andere Themen zu setzen als seine Vorgänger und neue Fragen zu stellen. Angesichts der heftigen Wirtschaftskrise und des zweifelhaften Ruhms der USA, weltweit Energieverschwender Nummer eins zu sein, wurde Nachhaltigkeit – sustainability – zu seinem Thema. Carter war es, der im August 1977 das Department of Energy ins Leben rief und damit deutlich machte, dass Energiepolitik von nun an mehr war als nur ein Sektor der Wirtschaftspolitik.
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Auf dem Pfad der Tränen

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Ethnische Säuberung im 19. Jahrhundert: Zwischen 1831 und 1838 wurden in den USA Zigtausende Indianer aus ihrer Heimat vertrieben.


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Einige vertriebene "Native Americans" ziehen gen Westen durch Louisiana. Gemälde von Alfred Boisseau, 1847

Auf seiner Reise durch die Neue Welt wurde der späterhin berühmte französische Staatsphilosoph Alexis de Tocqueville Ende Dezember 1831 Zeuge eines Exodus, der ein düsteres Kapitel in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika einleitete. Nahe Memphis, am Ufer des Mississippi, stieß er auf einen Treck von Native Americans, die gerade dabei waren, sich und ihre kümmerliche Habe auf einen Flussdampfer einzuschiffen. Auf Anordnung der Bundesbehörden hatten die Choctaws ihr Stammesgebiet im Bundesstaat Mississippi aufgeben müssen, um Platz für die herandrängenden Siedlermassen zu schaffen. Was zahlreichen indianischen Nationen erst noch bevorstand, erlitten die Choctaws als eine der ersten. Mehr als 15.000 Menschen mussten das Land ihrer Ahnen räumen, wo sie über Hunderte von Jahren gelebt hatten. Mitten im Winter brachen sie nun auf, um in ein Reservat weit jenseits des Mississippi zu ziehen.
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Erinnern, nicht feiern

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Die USA gedenken ihres grausigen Bürgerkriegs, der vor 150 Jahren begann.[/b]

Salutschüsse hallen über den Platz vor dem ehrwürdigen Kapitol in Montgomery, der Hauptstadt von Alabama. Markige Reden, die Kapelle spielt Dixie-Musik. Höhepunkt des historischen Spektakels ist die »Vereidigung des Präsidenten«. Doch der Mann, der hier schwört, Jefferson Davis, ist nicht der Präsident der USA, sondern der eines neuen Landes: der Südstaaten – der Konföderierten Staaten von Amerika.

Die Amerikaner lieben solche reenactments, solch historisches Freilichttheater. Und zurzeit erlebt dieses eine besondere Hausse. Bald jede Woche wird irgendwo in den USA ein Staatsakt nachgespielt oder ein berühmtes Gefecht, wie die legendäre Schlacht von Gettysburg. Denn vor 150 Jahren begann der Amerikanische Bürgerkrieg: Am 12.April 1861 eröffneten auf Befehl ebenjenes Jefferson Davis hin Geschütze der Miliz von South Carolina – die nun Teil der Armee der Konföderierten wurde – das Feuer. Es galt der Festung Sumter, am Hafen von Charleston gelegen, die von loyalen Truppen der Union gehalten wurde. Das Bombardement dauerte einen Tag und eine Nacht; als Todesopfer war allerdings nur ein Pferd zu beklagen. Doch so glimpflich ging es wahrlich nicht weiter. Als der mörderische Bruderkrieg im Frühjahr 1865 mit der Kapitulation der Konföderierten zu Ende ging, hatte er 620.000 Menschenleben gefordert.

Insofern erscheint es dem Außenstehenden schon etwas seltsam, dass man jetzt in Alabama ausgerechnet Jefferson Davis feiert, den Mann, mit dessen Bestimmung zum »Präsidenten« durch die abtrünnigen Südstaaten die Elendszeit begann. Aber die Organisatoren des Historienspiels, ein Verein namens Sons of Confederate Veterans, begannen das Jahr bereits mit einem »Konföderiertenball« in Charleston – eine Veranstaltung, bei der Gentlemen in eleganten Gehröcken und Ladys in rauschenden Roben à la Scarlett O’Hara den alten Süden wiederauferstehen ließen. Nur die Sklaven, welche die Basis dieser Bälle, dieser Kultur, dieser ganzen Gesellschaft bildeten, wollte offensichtlich niemand spielen.
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Die Schrecken des Eises

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Henry Hudson war besessen von der Idee, eine Nordpassage nach Asien zu finden. Vier Mal brach er auf – vier Mal scheiterte er.[/b]

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Henry Hudson, sein Sohn und ein Crewmitglied nachdem Meuterer sie ausgesetzt haben. Das Gemälde entstand 1881 und stammt von John Maler Collier

Das erste Licht des Tages dämmert herauf. Henry Hudson tritt aus seiner Kapitänskabine. Muskulöse, vernarbte Männerarme greifen von hinten nach ihm und überwältigen ihn. Die Meuterei auf der Discovery beginnt: Fast ein Dutzend von Hudsons Männern wagen es, gegen ihren Kapitän aufzubegehren. Ihre Furcht davor, dass er nun, wo das Schiff endlich vom Eis wieder freigegeben ist, immer noch nicht in die Heimat segeln, sondern weiter nach der Nordwestpassage suchen will, ist zu groß. Die Männer wollen endlich nach Hause. Die Eismassen haben das Schiff eingeschlossen, seit acht Monaten sitzt die 23-köpfige Mannschaft fest: kein Entkommen aus der Kälte, kein Ausweg, nur Eis und Himmel. Die Verpflegung ist knapp geworden, die Männer haben Hunger, sie sind zum Teil krank, leiden an Skorbut, sind unterkühlt. Sie streiten heftig, alte Feindschaften brechen auf, die Kälte hat ihre Moral zermürbt.
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Eingeäscherte Gebeine belegen frühe Besiedlung Nordamerikas

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In einem Haus aus der Eiszeit haben Forscher die Überreste eines Kindes entdeckt. Der Fund zeigt: Bereits vor 11.500 Jahren siedelten Menschen in Alaska.[/b]

Die Eltern bestatteten ihr Kind in der Feuergrube in der Mitte des Hauses. Xaasaa Cheege Ts'eniin war mit drei Jahren viel zu früh gestorben. Die Familie entschied sich dafür, den Ort zu verlassen. Sie ließen das Haus zurück, das sie über die wärmeren Sommermonate bezogen hatten.
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Das lässt tief blicken

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Die New Yorker entdecken einen der schönsten U-Bahnhöfe der Stadt wieder: die 1945 aufgegebene City Hall Station.


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Eine Zug der Linie 6 fährt durch die City Hall Station in Manhattan

Brooklyn Bridge/City Hall« – bislang war es so, dass sich der Zug schnell leerte, wenn der krächzende Lautsprecher die Endstation der Linie 6, des Lexington Local, ankündigte. Höchstens ein paar schlafende Obdachlose blieben in den Waggons zurück. Das hat sich jetzt geändert: Seit Kurzem ist es erlaubt, auf seinem Platz sitzen zu bleiben, während die Bahn nach der Haltestelle eine Schleife dreht und wieder zurückfährt. Und seit in der New York Times zu lesen stand, dass sich dort hinten am Ende des Schachts die älteste U-Bahn-Station der Stadt verbirgt, bleiben immer mehr Passagiere an Bord.

Angestrengt starren sie in das dichte Schwarz des Tunnels und sehen zunächst nichts als rußige Kabel und grabesgraue Wände vorüberziehen. Dann tauchen plötzlich Säulen, ein Treppenaufgang und das Mosaik mit der Aufschrift »City Hall« unter schwachen Glühbirnen aus dem Dunkel. Wie in einem schlecht erhaltenen Filmfragment flackern im Dämmerlicht die Bilder vergangener Pracht vorbei: die gekachelten Kuppelgewölbe des spanischen Architekten Rafael Guastavino, das blinde Glas der ornamentalen Dachfenster. Ein junger Mann macht die Tour schon zum dritten Mal, diesmal zeigt er seinen Eltern, die aus Kanada zu Besuch sind, den mehr als 100 Jahre alten Bahnhof.
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Sitting Bull, Rebell mit Weltruhm

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Er ist der wohl berühmteste Indianer der Geschichte: Vor 120 Jahren starb Sitting Bull. Zeitlebens kämpfte er für die Freiheit seines Volks. Mit ihm endete eine Ära.


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Die Aufnahme zeigt den Indianerführer Sitting Bull im Jahr 1881

Bei seinem größten Erfolg war Sitting Bull gar nicht dabei. 1876 schlugen seine Krieger angeführt von Crazy Horse zusammen mit den Kämpfern des Häuptling Big Foot die Truppen des Oberstleutnant George Cluster. Die legendäre Schlacht am Little Bighorn im heutigen US-Bundesstaat Montana wurde zur größten Niederlage der US-Kavallerie im Freiheitskampf der Ureinwohner gegen die europäischen Eindringlinge. Sitting Bull war noch geschwächt. Er hatte sich beim Sonnentanz verausgabt.

Eine Woche vor dem 100. Geburtstag der USA rieben seine Krieger die Soldaten Custers auf. Der talentierte, aber hoffnungslos arrogante Oberstleutnant scheiterte an Selbstüberschätzung. Trotz ihrer chaotischen Führung siegten die Indianer. Ein letztes Mal.
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Späte Gnade für Billy the Kid?

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William H. Bonney alias Billy the Kid gilt als Inbegriff des gesetzlosen Revolverhelden. 129 Jahre nach seinem Tod könnte er nun rehabilitiert werden.[/b]

1881, in einer staubigen dunklen Hütte in Fort Sumner, US-Bundesstaat New Mexico. Es ist kurz vor Mitternacht, als William H. Bonney mit einem Messer in der Hand in Richtung Küche schleicht. "Wer ist da?", fragt er auf Spanisch. Die Antwort wird er nicht mehr hören, nur den Schuss. Ein Stück Blei bohrt sich in Bonneys Herz und löscht sein Leben aus.

So beschreibt die Legende den Tod des Mannes, der als Westernheld Billy the Kid in die Geschichte einging. Er galt als Gesetzloser, Revolverheld und Mörder. Jetzt könnte er begnadigt werden – 129 Jahre nach seinem Tod.

Viele Mythen ranken sich um den Mann, der 1859 in New York auf die Welt gekommen sein soll. Selbst sein richtiger Name ist nicht eindeutig überliefert. 21 Morde soll er begangen haben, geschichtlich nachzuvollziehen sind vier. Mehr als ein Dutzend Kinofilme und unzählige Legenden haben The Kid für Western-Fans dennoch zum Helden gemacht. Sein Leben war aufregend und gilt als Sinnbild für den Wilden Westen. Doch es endete schon mit 21 Jahren.
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Überleben mit Austern

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Als englische Siedler im 17. Jahrhundert den Ort Jamestown im heutigen Virgina gründeten, wären sie fast verhungert. Muscheln retteten den Siedlern das Leben.[/b]

Ohne Austern wäre die amerikanische Geschichte anders verlaufen. Als im Mai 1607 englische Siedler im heutigen Virginia den Ort Jamestown gründeten, der die erste permanent bewohnte englische Siedlung in Nordamerika werden sollte, herrschte dort eine langjährige Dürre.
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Ehrenmedaille für Heldentod vor 147 Jahren

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Delafield/USA (apn) Eineinhalb Jahrhunderte nach dem Amerikanischen Bürgerkrieg soll ein Soldat der Nordstaaten die höchste Auszeichnung der US-Streitkräfte erhalten: Der 22-jährige Oberleutnant Alonzo Cushing kam im Juli 1863 in der Schlacht bei Gettysburg ums Leben - nachdem er trotz Verwundung seine Männer in ein letztes Gefecht geführt und einen Vorstoß der Konföderierten zurückgeschlagen hatte.
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US-Geschichtsunterricht: Ist Jefferson zu links?

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Erst nahmen sich Amerikas Fundamentalisten die Biologiebücher vor. Jetzt geht es an den Geschichtsunterricht.[/b]

Thomas Jefferson flog raus. Nicht aus seinem prächtigen Gedenktempel nahe dem Kapitol in Washington, den jeder Hauptstadt-Tourist kennt. Sondern aus dem Kanon der großen Denker des Landes, wie er künftig den knapp fünf Millionen Schülerinnen und Schülern an öffentlichen Schulen im Bundesstaat Texas vermittelt werden soll. Der Verfasser der Unabhängigkeitserklärung und dritte Präsident der USA plädierte für die strikte Trennung von Staat und Kirche. Dies und die Tatsache, dass ihm der kleine Farmer sympathischer war als der Großindustrielle, scheint für die Schulaufsicht in Texas wohl der Grund dafür zu sein, Jefferson für die nächsten zehn Jahre als eher periphere Gestalt ins pädagogische Abseits zu verbannen.
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Das moderne Amerika entdecken - Zum 150. Todestag von Alexis de Tocqueville

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Die beiden Reiter waren abgestiegen und führten ihre Pferde am Zaum. »Unsere Führer marschierten oder besser hüpften wie Wildkatzen über jedes Hindernis auf unserem Weg. Ob es ein umgestürzter Baum war, ein Bach oder ein Sumpf, stets wiesen sie uns mit dem Finger die richtige Richtung. Wir waren völlig in ihrer Hand. Hier galt die umgekehrte Rangfolge. In diesem tiefsten Dunkel und allein auf seine Kräfte angewiesen, marschierte der zivilisierte Mensch blind voran, nicht nur unfähig, seinen Weg im Labyrinth auszumachen, sondern auch, dort das zum Leben Nötige zu finden. Und inmitten derselben Schwierigkeiten triumphiert der Wilde. Für ihn war der Wald sein Vaterland.«

Staunen verjagt alle Furcht, als an diesem 25. Juli 1831 zwei junge Franzosen von altem Adel sich durch die undurchdringlichen Wälder zum Michigan-See vorkämpfen. Geführt werden die Fremden von zwei noch jüngeren Chippewa-Indianern zu Fuß. Verständigen können sich die vier jungen Leute nur durch Gesten.
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Amerikas Sündenfall

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Sie wollten die Freiheit bringen und den christlichen Glauben. Sie brachten Folter, Massaker und Pressezensur – ein moralisches Desaster. 1899 verstrickten sich die USA auf den Philippinen in einen Guerillakrieg.
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Die "Geheimbotschaft", von der Lincoln nichts wusste

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In der Taschenuhr des ehemaligen US-Präsidenten Abraham Lincoln ist ein Kommentar zum amerikanischen Bürgerkrieg eingraviert. Historiker des Smithsonian hätten die Botschaft entdeckt, die ein Uhrmacher wahrscheinlich ohne Lincolns Wissen kurz nach seiner Amtseinführung in das Uhrenlaufwerk graviert habe, teilte das Museum für amerikanische Geschichte am Dienstag in Washington mit. Bei der Botschaft gehe es um den Angriff der Südstaaten auf Fort Sumter, der den amerikanischen Bürgerkrieg (1861-1865) auslöste.
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Historisches Plutonium auf der Müllkippe

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Auf einem Gelände im US-Bundesstaat Washington ist die zweitälteste Probe künstlich hergestellten Plutoniums aufgetaucht. In den 40er Jahren wurden hier Atomwaffen produziert.
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(C) Daniel Oswald