Feb 11
2013
Mord auf Bestellung?
News in Lateinamerika | Altamerikanische Kulturen Noch keine Kommentare »Der Daimler-Konzern steht im Verdacht, sich zum Komplizen der argentinischen Militärjunta gemacht zu haben. Jetzt liegt der Fall beim Obersten Gerichtshof der USA. Fragen an die Menschenrechtsaktivistin Gaby Weber.
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Frauen und Mütter demonstrieren Mitte der 1980er Jahren in Argentinien. Sie machen auf Menschen aufmerksam, die während der Militärdiktatur verschleppt worden sind oder spurlos verschwanden.
DIE ZEIT: Frau Weber, Sie erheben schwere Vorwürfe. Mercedes-Benz Argentina soll während der Militärdiktatur zwischen 1976 und 1983 insgesamt 17 Betriebsaktivisten an den Geheimdienst ausgeliefert haben...
Gaby Weber: ...was einem Todesurteil gleichkam. Menschenrechtsorganisationen schätzen, dass unter Jorge Videla rund 30.000 Menschen »verschwanden«. Die meisten hat man nie gefunden. Nachdem die Entführten gefoltert wurden, warf man ihre Leichen aus Flugzeugen über dem Meer oder dem Rio de la Plata ab. Höchstwahrscheinlich erlitten auch 14 der verschleppten Mercedes-Mitarbeiter dieses Schicksal.
DIE ZEIT: Haben Sie mit den drei Überlebenden gesprochen?
Gaby Weber: Ich habe mit meinen Nachforschungen 1999 begonnen und seither mit allen Beteiligten, den Überlebenden und den Familien, Gespräche geführt. Einer der wichtigsten Zeugen ist Héctor Ratto. Am 12. August 1977 zitierte Juan Tasselkraut, der Produktionsleiter des Mercedes-Werks in Buenos Aires, ihn in sein Büro, wo zwei Polizisten auf Ratto warteten. Sie brachten ihn in eine Kaserne, eine Folterstätte der Militärs. Dort traf Ratto einige Kollegen aus dem Mercedes-Betriebsrat wieder, darunter Diego Núñez, der kurz nach ihm verhaftet worden war und der nie wieder auftauchte.
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