Kriegserklärung an die eigene Gesellschaft

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Vor 30 Jahren verhängte Wojciech Jaruzelski das Kriegsrecht über Polen. Damit endeten 16 Monate der Freiheit und des gesellschaftlichen Aufbruchs.[/b]

Als die Führung der unabhängigen Gewerkschaft Solidarność am 10. Dezember 1981 zu Beratungen in Danzig zusammenkam, herrschte im gesamten Land eine eigentümliche Spannung. Der Ton zwischen der Staatsmacht und der Opposition war in den vergangenen Monaten schärfer geworden. Beide Seiten beschuldigten sich, die Konfrontation zu suchen, statt die drängenden Probleme des Landes zu beheben: Wiederkehrende Streiks, Lohnerhöhungen, der Ausbau von Sozialleistungen, steigende Rohstoffpreise und die wachsende Auslandsverschuldung führten zum Kollaps der Volkswirtschaft. Die Lebensmittelmarken waren nicht ausreichend gedeckt, selbst Grundnahrungsmittel Mangelware. Vor den Geschäften bildeten sich lange Schlangen.

Vermittlungsversuche der Kirche zwischen dem kommunistischen Regime und der Opposition scheiterten. Und über allen schwebte die Forderung des großen sowjetischen Bruders und der DDR an die polnischen Genossen, die "Konterrevolution" der Solidarność endlich zu zerschlagen.
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"Jelzin wollte die Sowjetunion erhalten"

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Vor 20 Jahren zerbrach die UdSSR. Gennadij Burbulis war dabei – als Stellvertreter von Jelzin. Im Interview berichtet er, wie er diesen Teil der Geschichte erlebt hat.[/b]

Am 8. Dezember 1991 haben die Präsidenten Russlands, der Ukraine und Weißrusslands die Sowjetunion aufgelöst. Der erste russische Präsident Boris Jelzin gilt deshalb vielen als Zerstörer der UdSSR. Sein engster Mitstreiter Gennadij Burbulis widerspricht. Der damalige russische Staatssekretär und stellvertretende Regierungschef war dabei, als das Imperium mit einer Erklärung von der Weltkarte getilgt wurde.

[b]ZEIT ONLINE:[/b] Mitte November 1991 hat Boris Jelzin bei den Verhandlungen mit Gorbatschow noch gesagt: "Ich habe den Willen, die Union zu erhalten." Drei Wochen später hat er die UdSSR aufgelöst. Warum?

[b]Gennadij Burbulis:[/b] Das ist nicht wahr, dass Jelzin die UdSSR aufgelöst hat. Wir waren daran interessiert, einen neuen Unionsvertrag aufzusetzen. Bei unserer Reise nach Weißrussland in den Urwald von Belowesch war es das wichtigste Ziel von Boris Jelzin, die ukrainische Delegation und ihren Präsidenten Leonid Krawtschuk davon zu überzeugen, zu einer erneuerten Union zurückzukehren. Tag und Nacht haben wir diese Perspektive diskutiert. Der hartnäckigste und konsequenteste war dabei ausgerechnet Jelzin.
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Der Klempner und der Gulag

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Russlands Regierung kümmert sich nicht um das Erbe der Stalinschen Todeslager. Die Erinnerungsarbeit liegt in den Händen von engagierten Privatleuten.[/b]

Auf die Ruhe der Toten trinkt man in Russland ohne Worte. Iwan Panikarow hebt den Becher, hält inne, schweigt. Dann kippen wir den Wodka hinunter. Ringsum gelbgoldene Lärchen, die schneebedeckten Gipfel der Taiga. Wir trinken auf viele Tote an diesem verlassenen Hügel im Bezirk Jagodnoje, Region Magadan, acht Flugstunden von Moskau entfernt, in Russlands Fernem Osten.

Der steinige, ewig gefrorene Boden unter unseren Füßen birgt die Knochen Tausender, vermutlich Zehntausender Häftlinge. Wer sie waren, weiß niemand genau zu sagen. Männer, vielleicht auch Frauen, sowjetische Bürger und Ausländer, politische Gefangene – Diebe, Mörder? Josef Stalin ließ sie in den dreißiger Jahren verurteilen und auf Schiffen in diese lebensfeindliche Gegend deportieren. Sie sollten der rauen Landschaft Straßen abringen und Gold aus den Minen schlagen für den Aufstieg des Sowjetreichs. Die Großregion um den Kolyma-Strom, zu der Magadan und das benachbarte Jakutien gehören, wurde zum Synonym des Gulag, des riesigen Netzes von Arbeitslagern, das die gesamte Sowjetunion unter Stalin überzog. Bis zur Schließung der Lager nach dem Tod des Diktators 1953 kamen eine knappe Million Häftlinge hierher. Mindestens 130.000 haben nicht überlebt.

»Die Toten in diesem Massengrab sind nicht wie viele andere erfroren, verhungert, an Krankheit und Schwäche zugrunde gegangen. Sie wurden erschossen«, sagt Panikarow. In den achtziger Jahren hat er hier, bei Jagodnoje, beim Goldwaschen Knochen und Patronen gefunden. So fing alles an. Er erfuhr, dass dort, wo er auf Knochen gestoßen war, einmal das Untersuchungsgefängnis Serpentinka stand, in Wirklichkeit ein Todeslager, in dem die Schwachen, die nicht mehr arbeiten konnten, vernichtet wurden. Mit Freunden schleppte Panikarow 1991, ein paar Monate vor dem Ende der Sowjetunion, einen grob behauenen Granitblock her. Es war eines der ersten Denkmäler für die Opfer der kommunistischen Gewaltherrschaft in Russland. »Der Stein ist ganz schlicht«, sagt Panikarow entschuldigend. »Aber es ist ein starkes kleines Denkmal.«
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Warum die Sowjetunion verloren ging

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Im August 1991 versuchten kommunistische Funktionäre die UdSSR noch zu retten. Ihr Putsch scheiterte, der Zerfall des Reiches war längst besiegelt.


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Sowjetische Panzer parken auf dem Roten Platz in Moskau am 19. August 1991. Zuvor hatte ein Putschversuch gegen Präsident Gorbatschow begonnen.

Sind die Putschisten Verräter oder Patrioten? Konservative Kader versuchten vom 18. bis 21. August 1991, die Demokratisierung der Sowjetunion zu stoppen. Sie lehnten die Reformen ab, die Präsident Michail Gorbatschow angestoßen hatte und wollten die Macht nicht aus der Hand geben.

Heute sind sich die Russen uneins darüber, wie sie die Ereignisse von damals bewerten sollen. Für die einen sind die alten Partei-Apparatschiks um Verteidigungsminister Dmitrij Jasow und Innenminister Boris Pugow Verräter an der Perestrojka. Für die anderen jedoch sind die Gerontokraten aus der Führungsriege der KPdSU Patrioten, die den Zerfall des Imperiums aufhalten wollten. Und jene, die letzteres glauben, stellen inzwischen die Mehrheit.

Gerade noch jeder Zehnte beurteilt den Zerfall der Sowjetunion und die anschließenden Reformen positiv, wie eine Umfrage der Friedrich Ebert Stiftung und des Instituts für Soziologie der Russischen Akademie der Wissenschaften zeigt.

Zur Erinnerung: Mit Gewalt versuchte ein Teil der KPdSU-Funktionäre in diesen Augusttagen vor zwanzig Jahren, den Staat zu übernehmen. Gorbatschow wurde von ihnen festgehalten und für abgesetzt erklärt und das Weiße Haus in Moskau, damals der Sitz des Ministerrates, mit Panzern belagert. In ihm hatte sich der Präsident der russischen Republik verschanzt, Boris Jelzin, das erste demokratisch gewählte Staatsoberhaupt des Landes. Verteidigt wurde das Weiße Haus von normalen Bürgern. Der Putsch scheiterte, weil die Menschen ihn nicht wollten und weil die Armee nicht mitmachte.
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SPIEGEL Interview with Mikhail Gorbachev

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In a SPIEGEL interview, Mikhail Gorbachev, 80, discusses the last days of the Soviet Union, his failure to resolve problems with the Communist Party and the ensuing bloodshed he says still troubles him today. He also accuses Vladimir Putin of pulling the country "back into the past."
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Gespräch mit Loretta Walz über ihre Dokumentation "Im Schatten des Gulag

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In ihrem Dokumentarfilm Im Schatten des Gulag als Deutsche unter Stalin geboren beschäftigt sich Filmemacherin Loretta Walz mit einem weitgehend unbekannten Kapitel deutscher Geschichte.
Mit dem Schicksal von Kindern deutscher Emigranten, die ab 1930 in die Sowjetunion gehen und dort als "Volksfeinde" den stalinistischen "Säuberungen" zum Opfer fallen. Deren dort geborene Kinder kommen in Heime, werden mit den Eltern nach Sibirien oder Kasachstan deportiert, wo sie unter unmenschlichen Bedingungen leben müssen. Der leise Film, in dem das Grauen unspektakulär dokumentiert wird, war am Sonnabend in der Gedenkstätte Buchenwald zu sehen.
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Weiße Flecken, schwarze Flecken

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Überraschung im Osten: Polnische und russische Historiker schreiben erstmals gemeinsam Geschichte.[/b]

Der schwarze Foliant ist ein europäisches Ereignis. Vorgelegt wurde er kurz vor Weihnachten von der »Polnisch-Russischen Gruppe zur Aufarbeitung schwieriger Fragen« unter Leitung des polnischen Politikers (und kurzzeitigen Außenministers) Adam Daniel Rotfeld und des russischen Historikers Anatolij W. Torkunow. In dem fast 900 Seiten starken Band mit dem Titel Weiße Flecken – schwarze Flecken behandeln 32 Historiker, Politologen und Ökonomen die schwierigsten Momente der polnisch-russischen (respektive sowjetischen) Beziehungen in den Jahren 1918 bis 2008.
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Held und Trauma

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Der 1984 ermordete Solidarność-Priester Jerzy Popiełuszko wird seliggesprochen – Fragen an Polens Kirche bleiben.[/b]

Wenn Polen sich Schmerz und Stolz hingibt, dann kommen die Menschen hier zusammen, im Zentrum von Warschau, auf einem riesigen Platz, der seit 1989 wieder nach General Józef Piłsudski benannt ist, dem Vorkämpfer der polnischen Unabhängigkeit.

Zu Tausenden legen sie dann Blumen nieder auf den Steinplatten, zünden ewige Lichter an oder hören gebannt zu. Auf diesem Platz standen sie vor einem Monat, als sie des Präsidentenpaars und all der anderen Opfer der Katastrophe von Smolensk gedachten; hier standen sie 1979 zu Hunderttausenden, als der im Jahr zuvor gewählte Papst Johannes Paul II. zu seinen Landsleuten sprach: »Fürchtet euch nicht!«

Zehn Jahre später besiegten die Menschen den Kommunismus; und obwohl die Proteste im Wunderjahr 1989 unblutig verliefen, war der Weg dorthin lang und der Preis hoch. Männer wie der Priester Jerzy Popiełuszko zahlten ihn. Auf dem Piłsudski-Platz wird er nun – am 6. Juni – seliggesprochen. So hatte es Johannes Paul gewünscht, so hat es sein Nachfolger Benedikt XVI. veranlasst.

Jerzy Popiełuszko war neben dem polnischen Papst der größte Held der Kirche im Kampf gegen den Kommunismus. Der Papst durfte das Ende dieser Diktatur erleben – Popiełuszko nicht.
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Vor 30 Jahren marschierten sowjetische Truppen in Afghanistan ein

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Eine Million Tote und neun Millionen Kriegsflüchtlinge auf afghanischer Seite. Dazu kommen mehr als 14 000 gefallene Sowjetsoldaten, über 270 weitere werden bis heute vermisst. Die Zahl der Kriegsversehrten beläuft sich auf mehrere Hunderttausend. Vor allem aber war Moskaus Afghanistan-Krieg, der vor dreißig Jahren begann, der Anfang vom Ende der Sowjetunion. Die Mehrheit der Russen ist davon jedenfalls felsenfest überzeugt.
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Die blutigste Episode der Wendezeit

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Die Diktatur in Rumänien war die brutalste im Ostblock. Vor 20 Jahren begann der kurze und blutige Aufstand gegen Nicolae Ceauşescu. Weihnachten wurde er hingerichtet.


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Bukarest, Heiligabend 1989: Demonstranten verschanzen sich hinter einem Panzer. Sie liefern sich Schussgefechte mit den Regime-treuen Securitate-Agenten

1989. In der Sowjetunion herrscht Tauwetter. Die Ungarn zerschneiden den Eisernen Vorhang. Die Polen wählen ein Parlament, in Berlin fällt die Mauer – und Rumänien ächzt unter der Herrschaft Nicolae Ceauşescus. Unangefochten regiert das "Genie der Karpaten", der "Conducător" (Führer), wie er sich nennen lässt. 22 Jahre lang. Bis zum Dezember 1989.

Der Aufstand beginnt in Timişoara, der zweitgrößten Stadt Rumäniens. Die vielen ethnischen Ungarn hier im Banat nennen die Stadt Temesvár, die Deutschen Temeschwar oder Temeschburg. László Tőkés, Pastor der Ungarischen Reformierten Kirche von Temesvár, wagt es, über die Diskriminierung der ungarischen Minderheit zu predigen, über die Armut, die von Ceauşescu geplante Landreform, der tausende Dörfer zum Opfer fallen sollen.
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Wie Stalin den Schmied Z. ermorden ließ

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[b]In den Jahren 1937/38 ließ das Sowjetische Innenministerium Hunderttausende einfache Leute hinrichten. Das Deutsche Historische Institut in Moskau dokumentiert einige der vergessenen Schicksale.[/b]

Gebiet Kalinin, Kolchose "Pariser Kommune", am 6. August 1937. Der Leutnant M. des sowjetischen Innenministeriums (NKWD) erhält den Auftrag, den Schmied Z. zu verhaften. Der Leutnant meldet noch am selben Tag Vollzug. Es beginnt eine auf den ersten Blick unspektakuläre Untersuchung: Ein Personalfragebogen wird ausgefüllt, ein Verhör findet nicht statt.
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Stalin: Aufstieg eines Gangsters

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Mord, Brandstiftung, Schutzgelderpressung: Der junge Stalin ist bereit, alles zu tun, um Geld für die Bolschewiki zu organisieren und vermeintliche Verräter auszuschalten
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Der Tag der tödlichen Strahlen

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Vor 60 Jahren testete die Sowjetunion in Kasachstan ihre erste Atombombe. Noch heute leiden die Menschen unter der Radioaktivität, die Nuklearforscher dabei freisetzten.


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Eine Mitarbeiterin eines russischen Museums reinigt ein Modell der ersten sowjetischen Atombombe, die 1949 in Kasachstan gezündet wurde. (Archivbild)

Der Stolz der sowjetischen Kernphysiker ruht auf einem 30 Meter hohen Turm. Wenn die Nuklearexperten ihre Mission erfüllen, dann wird dort in wenigen Minuten nur noch ein Loch sein.

Die Wissenschaftler sind aufgeregt und genauso unruhig wie die 1538 Tiere, die rund um das Experimentierfeld unter und über der Erde in ihren Käfigen sitzen. Um sie herum stehen Attrappen von Häusern, Panzern und Flugzeugen. Die Menschen ziehen sich in Schutzräume zurück, die Versuchstiere bleiben in der Gefahrenzone. Dann zündet das sowjetische Atomteam in Semipalatinsk-21 die Bombe.

Am 29. August 1949 explodiert auf dem Testgelände in der Steppe Kasachstans, fast 3000 Kilometer östlich von Moskau, die erste sowjetische Atombombe. Sie hinterlässt eine tellerförmige Mulde. Das Stahlgerüst verschwindet, ist ebenso wie die Attrappen pulverisiert, verdampft und mit der Explosionswolke verweht. Die Tiere in den Käfigen sind tot. Die Wissenschaftler haben ihren Auftrag erfüllt. Stalin ist begeistert.
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Emigranten: Hotel Lux

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In den 1930er Jahren erreicht Stalins Terror ein Moskauer Hotel voller kommunistischer Auswanderer. Der Deutsche Herbert Wehner wird zum Opfer - und zum Täter.
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Nachkriegszeit: Eine exotische Region

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Die zwei Geschichten einer Stadt: Wie aus Königsberg nach 1945 das sowjetische Kaliningrad wurde.

Am 30. November 1948 meldet der sowjetische Innenminister Sergej Kruglow der Führung in Moskau Vollzug: Die »Übersiedlung der deutschen Bevölkerung aus dem Gebiet Kaliningrad in die Sowjetische Besatzungszone Deutschlands« sei nunmehr »in der von der Regierung geforderten Frist abgeschlossen«. Seit Beginn der Aktion im Oktober 1947 wurden »insgesamt 102215 Deutsche ausgesiedelt«. Die Geschichte der Deutschen im nördlichen Ostpreußen und in Königsberg schien zu Ende.

Ganz genauso sieht es 1971 der Historiker Fritz Gause, von 1938 bis 1945 Direktor des Stadtgeschichtlichen Museums von Königsberg und nach 1945 in Essen als Lehrer tätig. Seine monumentale Geschichte der Stadt Königsberg in Preußen endet 1948: »Die siebenhundertjährige Geschichte Königsbergs nahmen die Ausreisenden mit in ihr Vaterland. Was sie hinter sich ließen, war Kaliningrad.« Königsberg habe aufgehört zu existieren, und »was mit Kaliningrad geschieht, ist Sache der UdSSR«.

Der sowjetische Innenminister und der deutsche Stadthistoriker waren sich also ausnahmsweise einmal einig: Königsberg gab es nicht mehr. Die neue Stadt, so lautete die Bilanz, und so lautet sie in vielen Darstellungen bis in unsere Tage, hat mit der alten nichts mehr zu tun. Moskau warf sofort alle Deutschen hinaus, und fortan war alles Deutsche tabu.

Heute aber, mehr als sechzig Jahre später, lohnt sich ein neuer Blick. Denn dann erkennt man: Vieles in der Nachkriegsgeschichte der Stadt verlief anders, war weniger eindeutig.
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Es begann in Poltawa

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Als Russland Großmacht wurde: Vor 300 Jahren besiegte in Poltawa die Armee Peters des Großen das Heer des Schwedenkönigs Karl XII. Die Erinnerung daran ist in Russland und der Ukraine zum brisanten Politikum geworden
Blick auf das Schlachtfeld von Poltawa. Gemälde von Denis Martens um 1726

In den Mittagsstunden ist die Schlacht vorbei: Bei Poltawa, einer kleinen Festungsstadt in der Ukraine, sind die Truppen des Schwedenkönigs Karl XII. vor den Russen auf der Flucht. Es ist der 8. Juli 1709, nach alter Zeitrechnung der 27. Juni – der Wendepunkt des Großen Nordischen Krieges. Und mehr noch: Es ist ein Wendepunkt der europäischen Geschichte. Denn obwohl dieser Krieg erst zwölf Jahre später zu Ende geht, kann Schweden seine Großmachtstellung an der Ostsee nicht wiederaufrichten. Auch das Russländische Imperium, das nun entstand und in Gestalt der Sowjetunion vor unseren Augen unterging, verweist auf diesen Tag und diesen Ort zurück.
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Der Tag, als Ungarn die Grenze abbaute

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Erwartungsvoll sitzen ungarische Journalisten und ausländische Korrespondenten im Rathaussaal des westungarischen Grenzstädtchens Hegyeshalom. Oberst Balazs Nowaki hält sich nicht lange bei der Vorstellung auf. "Wir haben dieses Treffen hier organisiert, da heute an diesem Tag die elektrischen Alarmanlagen zwischen Ost- und Westeuropa abgebaut werden", verkündet der Chef der Grenztruppen.
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Hunderte mumifizierte Leichen in Bergwerk entdeckt

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In einem slowenischen Bergwerk ist am heutigen Dienstag ein Massengrab mit mehreren hundert mumifizierten Leichen gefunden worden. Bei den in einem Schacht in der Nähe der zentralslowenischen Stadt Lasko entdeckten Leichen handle es sich um Opfer der kommunistischen Massentötungen unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, berichteten das öffentlich-rechtliche slowenische Fernsehen am Dienstagabend.
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Katharinenpalast hofft weiter auf Fund des Bernsteinzimmers

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Die russischen staatlichen Museen Zarskoje Selo bei St. Petersburg hoffen weiter auf den Fund des seit dem Zweiten Weltkrieg verschollenen Bernsteinzimmers. Vermutlich würden etwa 20.000 Kunstgegenstände, die von den Deutschen zwischen 1941 bis 1944 zusammen mit den Teilen des Bernsteinzimmers in Zarskoje Selo geraubt wurden, gemeinsam an einem Ort aufbewahrt.
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Spätantikes Bodenmosaik in Kroatien entdeckt

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In der kroatischen Adriastadt Rijeka ist ein spätantikes Bodenmosaik entdeckt worden. Das Kunstwerk aus dem 5. Jahrhundert sei 40 Quadratmeter groß und Teil einer frühchristlichen Kirche auf dem Boden der alten römischen Thermen, berichtete die Zeitung "Novi list" am Montag in Zagreb.
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Fakten statt Mythen über den Stalinismus

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Je stärker in Russland die heroischen Seiten des 20. Jahrhunderts beschworen werden, desto milder fällt das Urteil über die Herrschaft Stalins aus. An einer Konferenz in Moskau haben Wissenschafter eine Zwischenbilanz über die historische Forschung zum Stalinismus gezogen.
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US-Labor bestätigt Echtheit der Gebeine von Russlands letztem Zaren

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Die Ende der 90er Jahre in einem Wald bei Jekatarinenburg geborgenen Gebeine sind tatsächlich die des letzten russischen Zaren Nikolaus II. Ein US-Speziallabor verglich aus den Überresten entnommene DNA mit der von Nikolaus' Sohn, seinem Vater und Cousin.
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Archäologen finden rätselhafte Steinzeit-Figuren in Russland

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Rund 20.000 Jahre alt sind die Venus-Figuren, die russische Archäologen in Saraisk bei Moskau ausgegraben haben. Ihre Bedeutung? Unbekannt. Ebenso wie das rätselhafte kegelförmige Objekt mit dem Loch in der Mitte.
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Russische Archäologen wollen das legendäre Itil gefunden haben

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Multikulturelle Hauptstadt des einstigen Chasarenreichs soll sich in der Gegend um Samosdelka nördlich des Kaspischen Meers befunden haben
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Das Ende des Prager Frühlings

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Eigentlich wollte Lubos Dobrovsky am 20. August 1968 nur seine Familie vom Flughafen in Moskau abholen. Sie hatte etwas länger als er in der heimatlichen Tschechoslowakei Ferien gemacht.
- Beim Blick auf das Rollfeld sah der 36-jährige Korrespondent des Tschechoslowakischen Rundfunks eine weitere Maschine aus Prag landen. Ihr entstiegen hochrangige Militärs. Normalerweise erfuhr er vorher von solchen Besuchen. Dobrovsky erkundigte sich in der Botschaft. Dort war man ahnungslos. Sein Chef versuchte ihn zu beruhigen, das müsse nichts bedeuten.
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(C) Daniel Oswald