Dez 08
2011
Enthüllung aus dem Archiv: Warum Thomas Mann den Nobelpreis wirklich bekam
News in Kultur- und Philosophiegeschichte 1 Kommentar »[b]
"Der Zauberberg"? Viel zu modern! Als die Schwedische Akademie 1929 den Nobelpreis für Literatur an Thomas Mann verlieh, leistete sie sich aus heutiger Sicht eine echte Peinlichkeit. Ein Blick in alte Sitzungsprotokolle der Nobel-Jury offenbart Abgründe.[/b]
Am kommenden Samstag wird in Stockholm der diesjährige Nobelpreis für Literatur an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer verliehen. Grund genug, einmal in alten Sitzungsprotokollen der Schwedischen Akademie nachzublättern, um nachzuvollziehen, wie frühere Entscheidungen des Komitees zustande kamen. Aus dem Blick in die Akten geht nicht nur hervor, wie knapp und umstritten manche Abstimmung verlief, sondern auch, dass bisweilen der richtige Autor für das falsche Buch ausgezeichnet wurde. So erging es Thomas Mann, der 1929 im zweiten Anlauf den Literaturnobelpreis erhalten hatte - nicht jedoch für sein damals aktuelles und im Rückblick bedeutenderes Werk "Der Zauberberg", sondern für sein dreißig Jahre zurückliegendes Debüt "Buddenbrooks".
Dass Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" bei seinem Erscheinen in den zwanziger Jahren manche Leute die Nase rümpfen ließ und dem Verfasser bei seiner Nobel-Kandidatur kaum Pluspunkte einbrachte, mag sich für heutige Leser wie ein Lügenmärchen anhören. Aber so und nicht anders war die Situation, als Mann für den prestigeträchtigsten aller Literaturpreise vorgeschlagen wurde.
Weiterlesen »
"Der Zauberberg"? Viel zu modern! Als die Schwedische Akademie 1929 den Nobelpreis für Literatur an Thomas Mann verlieh, leistete sie sich aus heutiger Sicht eine echte Peinlichkeit. Ein Blick in alte Sitzungsprotokolle der Nobel-Jury offenbart Abgründe.[/b]
Am kommenden Samstag wird in Stockholm der diesjährige Nobelpreis für Literatur an den schwedischen Lyriker Tomas Tranströmer verliehen. Grund genug, einmal in alten Sitzungsprotokollen der Schwedischen Akademie nachzublättern, um nachzuvollziehen, wie frühere Entscheidungen des Komitees zustande kamen. Aus dem Blick in die Akten geht nicht nur hervor, wie knapp und umstritten manche Abstimmung verlief, sondern auch, dass bisweilen der richtige Autor für das falsche Buch ausgezeichnet wurde. So erging es Thomas Mann, der 1929 im zweiten Anlauf den Literaturnobelpreis erhalten hatte - nicht jedoch für sein damals aktuelles und im Rückblick bedeutenderes Werk "Der Zauberberg", sondern für sein dreißig Jahre zurückliegendes Debüt "Buddenbrooks".
Dass Thomas Manns Roman "Der Zauberberg" bei seinem Erscheinen in den zwanziger Jahren manche Leute die Nase rümpfen ließ und dem Verfasser bei seiner Nobel-Kandidatur kaum Pluspunkte einbrachte, mag sich für heutige Leser wie ein Lügenmärchen anhören. Aber so und nicht anders war die Situation, als Mann für den prestigeträchtigsten aller Literaturpreise vorgeschlagen wurde.
Weiterlesen »