Aug 30
2011
Sehnsucht nach Faksimiles im digitalen Zeitalter
News in Geschichtsmedien und Literatur Noch keine Kommentare »Immer mehr bedeutende Handschriften der Kulturgeschichte werden im Internet zugänglich gemacht. Doch parallel dazu wächst das Bedürfnis, wenigstens faksimilierte Originale in die Hand nehmen zu können. Das wirkt sich auch im Bereich der Bibelhandschriften aus.
Wer aus Neugier oder Forscherdrang eine alte Handschrift konsultieren möchte, erlebt in der Bibliothek, die den Schatz birgt, oft eine herbe Enttäuschung. Die Bibliothekare rücken den Schatz nicht heraus. Die akademischen Titel des Bittstellers beeindrucken die Hüter der Manuskripte nicht. Statt des Originals legen sie dem Besucher einen Band mit Bildtafeln vor. In einem Sonderlesesaal darf er unter strenger Aufsicht in einem aufwendig produzierten, auf Samt gebetteten Faksimile blättern. Die Anfertigung von Notizen ist nur mit Bleistift – und neuerdings mit Notebook – erlaubt.
Die Online-Bibliothek
So war es bis vor wenigen Jahren in Oxford, London, München, Zürich – in allen grossen, Handschriftenschätze hütenden Bibliotheken der Welt. Dann hat sich binnen weniger Jahre – oder sogar Monate – alles geändert. Der Gang in die Bibliothek hat sich fast überall erübrigt. Der Forscher benötigt nur einen Bildschirm und einen Zugang zum Internet.
Viele Bibliotheken haben ihre Handschriften Blatt für Blatt ins Internet gestellt. Tatsächlich ist die Zahl der im Internet verfügbaren Handschriften gewaltig. Das gilt auch für Bibelhandschriften. In diesem Fall ist sogar fast die gesamte Textforschung aus den wissenschaftlichen Zeitschriften ausgewandert, um in Datenbanken, virtuellen Bibliotheken und Arbeitsräumen eine neue Heimat zu finden.
Ein Beispiel dafür ist der «New Testament Virtual Manuscript Room», eingerichtet und gewartet vom Institut für neutestamentliche Textforschung an der Universität Münster. Ein weiteres Beispiel bietet die dem Codex Sinaiticus, einer einzigen Handschrift, gewidmete Website. Die Blätter der griechischen Bibelhandschrift sind auf die British Library, die Russische Nationalbibliothek St. Petersburg, das Katharinenkloster auf dem Sinai und die Universitätsbibliothek Leipzig verteilt; unter einer Web-Adresse – Codex Sinaiticus - Home – ist die Handschrift zusammengefügt, in Druckbuchstaben umgesetzt und mit einer englischen Übersetzung versehen.
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Wer aus Neugier oder Forscherdrang eine alte Handschrift konsultieren möchte, erlebt in der Bibliothek, die den Schatz birgt, oft eine herbe Enttäuschung. Die Bibliothekare rücken den Schatz nicht heraus. Die akademischen Titel des Bittstellers beeindrucken die Hüter der Manuskripte nicht. Statt des Originals legen sie dem Besucher einen Band mit Bildtafeln vor. In einem Sonderlesesaal darf er unter strenger Aufsicht in einem aufwendig produzierten, auf Samt gebetteten Faksimile blättern. Die Anfertigung von Notizen ist nur mit Bleistift – und neuerdings mit Notebook – erlaubt.
Die Online-Bibliothek
So war es bis vor wenigen Jahren in Oxford, London, München, Zürich – in allen grossen, Handschriftenschätze hütenden Bibliotheken der Welt. Dann hat sich binnen weniger Jahre – oder sogar Monate – alles geändert. Der Gang in die Bibliothek hat sich fast überall erübrigt. Der Forscher benötigt nur einen Bildschirm und einen Zugang zum Internet.
Viele Bibliotheken haben ihre Handschriften Blatt für Blatt ins Internet gestellt. Tatsächlich ist die Zahl der im Internet verfügbaren Handschriften gewaltig. Das gilt auch für Bibelhandschriften. In diesem Fall ist sogar fast die gesamte Textforschung aus den wissenschaftlichen Zeitschriften ausgewandert, um in Datenbanken, virtuellen Bibliotheken und Arbeitsräumen eine neue Heimat zu finden.
Ein Beispiel dafür ist der «New Testament Virtual Manuscript Room», eingerichtet und gewartet vom Institut für neutestamentliche Textforschung an der Universität Münster. Ein weiteres Beispiel bietet die dem Codex Sinaiticus, einer einzigen Handschrift, gewidmete Website. Die Blätter der griechischen Bibelhandschrift sind auf die British Library, die Russische Nationalbibliothek St. Petersburg, das Katharinenkloster auf dem Sinai und die Universitätsbibliothek Leipzig verteilt; unter einer Web-Adresse – Codex Sinaiticus - Home – ist die Handschrift zusammengefügt, in Druckbuchstaben umgesetzt und mit einer englischen Übersetzung versehen.
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