40.000 Jahre altes Mammut entdeckt

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Im sibirischen Dauerfrost haben russische Forscher ein gut erhaltenes Mammut gefunden. Bei dem Jungtier sind Muskeln und Teile der Organe erhalten.[/b]

Ein etwa 40.000 Jahre altes, gut erhaltenes Mammut haben Jäger im Norden Sibiriens entdeckt. Nicht nur Haut und Knochen, sondern sogar Muskeln und einige innere Organe habe der Permafrost konserviert, teilte die Russische Akademie der Wissenschaften jetzt mit.

Die Überreste fanden sich bereits im August in einer Höhle an der Küste des Nordpolarmeers nahe dem Fischerdorf Jukagir in der Teilrepublik Jakutien knapp 5.000 Kilometer nordöstlich von Moskau. Zu Ehren des Fundorts wurde das Mammut "Jukka" getauft. In Sibirien kam es in den vergangenen Jahren immer wieder wegen des schmelzenden Permafrosts zu Mammut-Funden.
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Archäologen entdecken bisher älteste Anglerhaken

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Menschen haben schon vor 140.000 Jahren auf der Hochsee gefischt. Beleg: In Osttimor haben Wissenschaftler Fossilien und eine steinzeitliche Angelausrüstung ausgegraben.
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Steinzeitmenschen haben schon deutlich früher als bisher vermutet auf dem offenen Meer gefischt. In Osttimor gefundene Fossilien lassen vermuten, dass unsere Vorfahren bereits vor 42.000 Jahren in den Hochseegewässern zwischen Australien und Südostasien auf Fischfang gingen, berichten Forscher im Magazin Science.

Während in Küstennähe sowie an Flüssen und Seen schon vor bis zu 140.000 Jahren geangelt wurde, war man bislang davon ausgegangen, dass Menschen erst vor 12.000 Jahren anfingen, auf dem offenen Meer zu fischen.
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Die ersten Maler Mitteleuropas lebten in Schwaben

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Der Tübinger Prähistoriker Nicholas Conard hat wieder einen Sensationsfund gemacht: Auf der Alb kamen die ältesten Zeugnisse farbiger Malerei ans Licht.[/b]

Vor mehr als 30.000 Jahren lebten Jäger und Sammler an den Ufern der Ardèche im Süden Frankreichs und versuchten zu überleben. Ihr Staunen, dass ihnen das tatsächlich gelang, drückten sie in zahlreichen Bildern aus, die sich unter anderem in der Chauvet-Höhle erhalten haben. Der Regisseur Werner Herzog hat diesem Kulturerbe in seinem aktuellen Film "Die Höhle der vergessenen Träume" ein grandioses Denkmal gesetzt.

So spektakulär wie die rund 400 Wandbilder von Chauvet, die 1994 ans Licht kamen, ist die neueste Entdeckung von Nicholas Conrad nicht. Es sind gerade einmal vier unscheinbare Steine, deren menschliche Spuren zudem deutlich jünger sind als die Funde an der Ardèche. Dennoch stellen die Punkte, die auf den Steinen zu sehen sind, eine Sensation dar.
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Steinzeitlicher Mastodon-Mord

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Bisher galten die Clovis-Menschen als erste Großwildjäger Nordamerikas. Eine Speerspitze in der Rippe eines Ur-Rüsseltiers verriet nun die noch früheren Steinzeit-Jäger.[/b]

[img]http://images.zeit.de/wissen/2011-10/mastodon-rippe/mastodon-rippe-540x304.jpg[/img]
Am oberen Rand der Mastodon-Rippe steckt ein fremdes Knochenstückchen: die Spitze des Speers, mit dem Frühmenschen das Tier erlegten.

Ihren Namen bekamen die Steinzeitmenschen Amerikas erst im Jahr 1937, als man in der Stadt Clovis in New Mexico zum ersten Mal einige ihrer Speerspitzen fand, mit denen sie auf Jagd gingen. Seither heißen sie Clovis-Menschen. Bisher galten sie als die ersten Großwild-Jäger des Kontinents.

Jetzt berichten Paläontologen im Magazin Science, dass Menschen in Nordamerika schon rund 800 Jahre vor dem Auftauchen der Clovis-Kultur Mastodonten – und vermutlich auch Mammuts – mit Speeren getötet haben.
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Die weiße Revolution

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Wer keine Milch verträgt, ist in Deutschland in der Minderheit. Vor 7.000 Jahren aber war das noch anders. Wie die Europäer zu Milchtrinkern wurden.


Milch ist – global betrachtet – nur für wenige gesund: 75 Prozent der erwachsenen Weltbevölkerung können sie nicht verdauen, diesen Menschen fehlt das Enzym Laktase. Säuglinge spalten damit den Milchzucker Laktose auf – die Voraussetzung, um ihn überhaupt verwerten zu können. Fehlt die Laktase, gelangt die Laktose als ganzes Molekül in den Darm, wo es ein gefundenes Fressen für die Bakterien ist, die sich dort befinden. Sie vergären die Laktose, es entstehen Gase, die zu Blähungen führen, und Milchsäure, die Wasser anzieht – Durchfälle sind die Folge. Im Erwachsenenalter geht die Fähigkeit zum Spalten der Laktose normalerweise verloren, der Mensch entwickelt eine Laktoseintoleranz. Er verträgt dann weder Kuh- noch Ziegen- oder Schafsmilch.

Die meisten Europäer aber können aufgrund einer Genmutation ein Leben lang Milch trinken, ohne Bauchschmerzen zu bekommen. Durchschnittlich 90 Prozent der erwachsenen Nordeuropäer vertragen Milch. Je weiter es in Richtung Süden geht, desto weniger werden es: Mehr als zwei Drittel der Südeuropäer haben eine Laktoseintoleranz, in Asien vertragen nur etwa sechs Prozent der Bevölkerung Milch.
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Fossiler Adam

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Ein Knochenfund entfacht eine alte Debatte neu: Wer war der Urahn aller Menschen?


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/2011-09/s46-knochenfund-berger/s46-knochenfund-berger-540x304.jpg[/IMG]
Skelett des Australopithecus sediba

Vergangene Woche haben die Urmenschenforscher wieder ihr Lieblingsschauspiel aufgeführt. Mal wird es als Komödie gegeben, mal als Tragödie. Das Stück hat zwei Akte: Im ersten gelingt einem Paläoanthropologen ein bedeutsamer Fossilfund, und die Kollegen gratulieren inbrünstig. Im zweiten Aufzug streitet die Zunft, erst mit dem Entdecker, dann untereinander. Der Zwist geht um die Frage, was die geborgenen Knochenreste für die Entstehungsgeschichte des Menschen zu bedeuten haben. Und insgeheim hofft fast jeder der Gebein-Experten, selber der Finder jenes Wesens zu sein, aus dem die Gattung Homo entstanden ist.
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Die Lusthöhle in Franken

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Seit Jahrzehnten suchen Archäologen in Deutschland nach steinzeitlicher Höhlenkunst. Jetzt wurden sie erstmals fündig. Bei Bamberg stießen sie auf eine vorzeitliche Kapelle voller Erotik.[/b]

Tief unten in der ewigen Kühle der Grotte – acht Grad auch im Juli – öffnet sich endlich der Raum. Mit der Funzel an seinem Grubenhelm leuchtet Häck gegen die feuchte Wand, an der kugelige Sinterklumpen herabhängen. Er dreht den Kopf und leuchtet in die nächste Ecke: Dort hat das seit Millionen Jahren tropfende Wasser an den Kalkkugeln so etwas wie Nippel hinterlassen. Spätestens bei diesem Anblick zieht die Fantasie wohl in jedem menschlichen Kopf einen Vorhang auf – und der Betrachter staunt über die seltsamen Objekte, die die Natur in diesem Loch im Berg fabriziert hat. Ja klar, das sieht aus wie menschliche Organe. Die Natur hat weibliche Brüste geschaffen! Und da: Hoden. Nicht einzelne Hoden, sondern hundert Hoden. Dazwischen ein riesiger Penis. Ist der Vorhang erst einmal auf, dann sieht man Geschlechtsteile, wohin man blickt.

Schließlich schwenkt Häck mit dem Kegel seiner Lampe in den hinteren Teil des Höhlenraums und hinauf zu einer dunklen vertikalen Öffnung im Tropfstein. Längst sensibilisiert, sehe ich dort nur noch eins: Hoch über der ganzen Szene thront eine riesige Vulva.

Alles reine Geologie, bis hierhin. Das Gestein, das die heutige Höhle umgibt, ist die Ablagerung eines Meers, das sich vor 150 Millionen Jahren hier ausdehnte. Kalkige Jura-Sedimente, die zu Festland wurden, als die europäische Kontinentalplatte sich hob und das Gewässer sich zurückzog. Schließlich schuf Verwitterung diese Grotte: Wasser drang ins Gestein, Kohlensäure löste den Kalk. Hohlräume entstanden, und jeder Tropfen Wasser ließ beim Fallen an der Decke eine winzige Menge Kalk zurück – Stalaktiten senkten sich herab. Der restliche Kalk landete mit den Tropfen auf dem Boden – Stalagmiten richteten sich auf. Im Lauf von Jahrmillionen entstanden bizarre Figuren, ganz von allein.

Doch dann führt Häck seinen Besucher nah an die obszönen Rundungen heran, zu den steinernen Testikeln, und zeigt ihm Spuren, für die nicht die Geologie verantwortlich gemacht werden kann. Es sind Gravuren, parallele Linien, sich kreuzende Linien, dreieckige Formen. Man könnte sie für zufällige Kritzeleien halten. Doch die Stellen im Fels, an denen diese Zeichen oder Symbole mit Kraft in den Kalk geritzt worden sind, lassen keinen Zweifel zu. Hier sahen Menschen in den Steinformationen dasselbe wie wir heute. Sie haben sich davon inspirieren lassen und eigene Darstellungen in den Kalkstein geritzt.
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Rätsel um den Mann, der andersherum lag

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[b]Entdeckung bei Ausgrabung in Prag[/b]


Vor 4500 Jahren war die Rollenverteilung noch klar - dachten wir jedenfalls. Bis zum neuesten archäologischen Fund in Prag. Jetzt rätseln die Forscher: War der Tote ein schwuler Höhlenmensch? Oder handelt es sich gar um ein mysteriöses drittes Geschlecht?
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"Cave of Forgotten Dreams" - Das älteste Kino der Welt

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Ein außergewöhnliches 3-D-Erlebnis: Werner Herzogs Dokumentation "Cave of Forgotten Dreams" zeigt Höhlenmalereien, die 30.000 Jahre alt sind.[/b]

Der Höhlenforscher, der auf einer prähistorischen Fünfton-Elfenbeinflöte The Star-Spangled Banner bläst. Der Parfümspezialist, der Eingänge zu weiteren Höhlen am Geruch erkennen möchte. Der Leiter des Forschungszentrums, der so begeistert seine selbst gebaute Speerschleuder vorführt, dass er kaum zum Gespräch zurückkehren möchte. Werner Herzog wäre nicht Werner Herzog, wenn er nicht auch in der seriösen Wissenschaftswelt überall Freaks und Phantasten aufspüren würde. Cave of Forgotten Dreams, Herzogs Exkursion in die Welt der Höhlenforscher, ist ein Berlinale-Höhepunkt besonderer Art. 3-D-Fans, Höhlenforscher und Herzog-Anhänger bringt er zum Schwärmen. Zusammengenommen ist das eine ziemlich große Zielgruppe.
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Anthropologie Lucy und das Rätsel des aufrechten Gangs

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Was ein Knöchelchen über unsere Urahnen verrät: Lucy und ihre Verwandten gingen aufrecht. Darauf schließen Forscher anhand eines drei Millionen Jahre alten Fußknochens.
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[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2011-02/fuss-knochen-australopithecus/fuss-knochen-australopithecus-540x304.jpg[/IMG]
Ein Fußknochen des Frühmenschen "Australopithecus afarensis"

Und sie taten es doch! Lucy und ihre Artgenossen gingen vor 3,2 Millionen Jahren aufrecht. Das schließen US-Forscher aus dem Fund eines Mittelfußknochens in Äthiopien. Er zeige eine Anatomie, die typisch für die Fußknochen des modernen Menschen sei, schreiben Forscher im Wissenschaftsjournal Science.
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Steinwerkzeugfunde: Über Arabien die Welt erobert

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Steinwerkzeuge sollen belegen, dass der moderne Mensch viel früher als bislang gedacht Afrika verließ. Forscher rütteln nun an der Geschichte unserer Vorfahren. Zu Recht?[/b]

Mit großer Wucht schnellt der spitz geschliffene Stein auf das Opfer nieder. Der Faustkeil gräbt sich in die Haut des Tieres, er schabt an den Knochen, löst das Fleisch. Wer das Steinwerkzeug führte, damit jagte oder schlachtete, wissen wir nicht. Vielleicht unser Vorfahr?

Die Szene könnte sich so vor rund 115.000 bis 125.000 Jahren abgespielt haben, im heutigen Kalksteinmassiv Jebel Faya, kaum 55 Kilometer entfernt vom Persischen Golf und dem Golf von Oman in den heutigen Vereinigten Arabischen Emiraten. In den Sedimentschichten graben Archäologen schon seit mehr als 15 Jahren. Hier stießen Hans-Peter Uerpmann von der Uni Tübingen und sein Team schließlich auf derart alte Steinwerkzeuge. Im Magazin Science veröffentlichen sie jetzt ihre Fundstücke zusammen mit einer Theorie, die die Archäologie und Anthropologie aufmischen wird.
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Erste Bauern waren Einwanderer

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Die Landwirtschaft kam neuen genetischen Studien zufolge durch eine Einwanderungswelle aus dem Nahen Osten nach Europa. Experten vermuten außerdem einen X-Faktor in der Abstammungslinie heutiger Europäer.[/b]

Gegen Ende der mittleren Steinzeit begannen die Menschen, ihr Nomadendasein als Jäger und Sammler aufzugeben. Sie wurden sesshaft und setzten erstmals auf Ackerbau und Viehzucht – eine Umwälzung, die auch neolithische Revolution genannt wird. Ihren Ausgangspunkt, da sind sich die meisten Forscher einig, hatte diese folgenreiche Veränderung im Nahen Osten. Von dort breitete sie sich über ganz Europa aus.

Doch an dieser Stelle ist Schluss mit der Einigkeit unter den Forschern. War es lediglich die Idee des sesshaften Lebens, die nach Europa einwanderte und wie ein Lauffeuer immer mehr Terrain eroberte? Oder kam das Konzept mit der Einwanderungswelle – brachten also die Erfinder von Ackerbau und Viehzucht diese Lebensweise selbst in den Westen?
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Das Partysäugetier

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Schon die ersten Menschen kamen zu Gelage, Tanz und Techtelmechtel zusammen. Feste formten unsere Kultur.[/b]

Drei gegrillte Auerochsen und eine Wildsau vermochten die steinzeitliche Festgemeinde nicht zu sättigen. Die Feldküchenmeister legten zusätzlich 71 Schildkröten auf die Holzkohle, um die schlemmenden Trauergäste zu verköstigen. Womöglich verdrückten die Feiernden auch noch die Filetstücke eines Steinadlers, eines Leoparden und zweier Marder.
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Forscher rätseln über 400.000 Jahre alte Zähne

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[b]Forscher sind möglicherweise auf die bislang ältesten Hinweise auf die Existenz des modernen Menschen gestoßen. Der Fundort: eine Höhle nahe Tel Aviv.[/b]

Wissenschaftler haben in Israel nach eigenen Angaben die bislang ältesten Zähne des modernen Menschen gefunden. Die Tel Aviver Universität teilte am Dienstag auf ihrer Webseite mit, bei Ausgrabungen in einer Höhle seien Forscher auf etwa 400.000 Jahre alte Zähne des Homo sapiens gestoßen.
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Neuer Urmensch

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Wieder ein Verwandter mehr: Neben dem Neandertaler und dem Homo sapiens existierte vor mehr als 30.000 Jahren der Denisova-Mensch. Das zeigt die Erbgut-Analyse eines fossilen Fingerknochens.


Der sogenannte Denisova-Mensch, der vor 30.000 Jahren lebte, stellt eine neue Urmenschen-Form dar.

[IMG]http://polpix.sueddeutsche.com/polopoly_fs/1.1039632.1293090198%21/image/image.jpg_gen/derivatives/536x200/image.jpg[/IMG]
Wissenschaftler bei Ausgrabungen in der Denisova-Höhle im Altai-Gebirge im südlichen Sibirien. Hier hat ein internationales Forscherteam Knochen die mindestens 30.000 Jahre alten Knochen entdeckt. (© dpa)

Diese Theorie hatten Forscher um den Paläogenetiker Svante Pääbo vom Leipziger Max- Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie bereits im März dieses Jahres publiziert, nachdem sie die mitochondriale DNS des Denisova-Menschen untersucht hatten.
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"Ötzi" wurde entfrostet und aufgeschnitten

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Mikrobiologen wollen herausfinden, welche Bakterien der 5.300 Jahre alte Steinzeitmann in seinem Verdauungsorganen hatte.[/b]

Stockholm/Innsbruck/Bozen - Der Eismann vom Similaungletscher in den Ötztaler Alpen wurde vor wenigen Wochen zum zweiten Mal seit seiner Entdeckung aufgetaut. Im Anschluss schnitten die beteiligten Wissenschafter "Ötzi" ein etwa zehn Zentimeter großes Loch in seinen Bauch. Hintergrund der Operation: Die Forscher wollen mit Hilfe der dabei entnommenen Gewebeproben ermitteln, welche Bakterien es vor 5.300 Jahren im Magen des Steinzeitmannes gab. An der Untersuchung beteiligt sind Mikrobiologen vom Karolinska Institut und dem Seruminstitut in Stockholm.
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Steinzeitmenschen waren Meister der Klinge

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Unsere Vorfahren fertigten schon weit früher als bekannt Schneidwerkzeuge. Mit einer speziellen Technik zersplitterten sie roh behauene Steine zu scharfen Bruchstücken.[/b]

Der Mensch hat vermutlich schon viel früher als bisher angenommen eine spezielle Technik beherrscht, mit der sich besonders scharfe Steinmesser und Speerspitzen herstellen ließen. Archäologische Funde aus der Höhle Blombos Cave in Südafrika deuten darauf hin, dass die Technik bereits vor 75.000 Jahren entstand, schreiben Forscher im Wissenschaftsmagazin Science. Das wäre 55.000 Jahre früher als bisher bekannt.

Christopher Henshilwood von der Universität Witwatersrand in Johannesburg und Kollegen der amerikanischen Universität von Colorado entdeckten bei den gefundenen Steinwerkzeugen typische Merkmale für das sogenannte Pressure-Flaking. Bei dieser Technik wird auf die Kanten von zunächst roh behauenen Steinstücken mit einem Tierknochen oder einem anderen Werkzeug so stark Druck ausgeübt, dass dünne Steinplättchen absplittern. Auf diese Weise entstehen sehr scharfe Randstücke oder gar Klingen. Einige Steinarten können direkt auf diese Weise bearbeitet werden, andere müssen zuvor erhitzt werden. Bisher nahmen Forscher an, dass die Technik vor rund 20.000 Jahren in Westeuropa entstand.
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Wie der erste Beduine die Oasen eroberte

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Forscher haben in Jordanien Spuren einer 6000 Jahre alten Kultur gefunden. Ihre Vermutung: Mit Brunnen erschlossen die Beduinen erstmals fruchtbares Land in der Wüste.[/b]

Ein Arbeitsmodul in der Wüste umfasst zwölf Tage. Dann müssen die Archäologen zurück in die Zivilisation, um sich und die Ressourcen aufzutanken. Skorpione sind auf der Grabung alltägliche Begleiter. 45 Grad sind die Regel. Wenn Hans-Georg Gebel und seine Mannschaft Pech haben, verlieren sie durch einen Sandsturm vier oder fünf Tage. "Da gehen nicht nur die Kameras kaputt, sondern auch das Differential-GPS leidet", berichtet der Prähistoriker von der Freien Universität Berlin. Unter solch widrigen Bedingungen hat Gebel jetzt in der südöstlichsten Ecke Jordaniens, an der Grenze zu Saudi Arabien, eine bislang unbekannte Kultur entdeckt.
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In Lucys kalter Küche

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Begann die Steinzeit viel früher? Forscher fanden Knochen mit Werkzeugspuren aus einer Zeit bevor Menschen der Gattung Homo lebten. Vielleicht muss die Geschichte der Steinzeit nun neu geschrieben werden. [/b]

Als sie sich Lendenstücke, Brust und Bauchlappen des Paarhufers einverleibt hatten, kratzten sie mit scharfen Steinklingen die letzten Fleischfetzen von den Knochen. Doch auch damit war ihr Hunger nach tierischem Eiweiß und Fett nicht gestillt. Sie griffen nach einem wuchtigen Gesteinsbrocken, schlugen die Röhrenknochen entzwei und pulten das nahrhafte Mark heraus.

Die frühen Hominiden, die sich vor möglicherweise dreieinhalb Millionen Jahren im Gebiet des heutigen Äthiopien zum Tafeln versammelt hatten, aßen gründlich auf. Das belegen die Schnitt- und Schlagspuren an zwei Knochen, die Forscher im Wüstenboden in der Gegend von Dikika gefunden haben.
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Eiszeitliches Massensterben

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Bisher wurden steinzeitliche Jäger und der Klimawandel für das Massensterben zum Ende der Eiszeit verantwortlich gemacht. Doch es könnte auch ganz andere Ursachen gehabt haben.[/b]

Der Höhlenlöwe war ein mächtiger Jäger. Mit einer Schulterhöhe von 1,50 Meter und einer Länge von fast drei Metern war die Großkatze eines der fürchterlichsten Raubtiere der eiszeitlichen Mammutsteppe.

Diese Graslandschaft zog sich als breites Band von Spanien bis Sibirien. Doch tatsächlich musste nur eine Tierart den Höhlenlöwen fürchten: "Er hatte eine ausgeprägte Vorliebe für Rentiere", berichtete Hervé Bocherens auf der Tagung der European Geosciences Union in Wien.

Der Paläontologe von der Universität Tübingen vermutet, dass der Höhlenlöwe an dieser allzu einseitigen Ernährung schließlich zugrunde ging.

Zusammen mit der Raubkatze verschwanden auch Mammut, Wollnashorn, Höhlenbär, Riesenhirsch, Steppenbison und andere große Säugetiere am Ende der Eiszeit von der Bildfläche. Ob steinzeitliche Jäger oder der Klimawechsel an dem Massensterben am Ende des Pleistozäns Schuld waren, darüber diskutieren Paläontologen seit langem - bislang ohne klares Ergebnis.

[b]"Keiner verzehrte so viel Mammutfleisch wie die Neandertaler"[/b]

Bocherens vermutet nun, dass vor allem Tiere mit starren Gewohnheiten ausstarben. "Sie waren nicht in der Lage, sich an die Umweltveränderungen anzupassen." Womöglich fiel auch der Neandertaler in diese Kategorie: Er ernährte sich laut Bocherens überwiegend von Mammuts und Wollnashörnern. "Kein anderer Fleischfresser verzehrte so viel Mammutfleisch wie die Neandertaler. Vielleicht wurde ihnen das zum Verhängnis."
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Die Formel Sapiens

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Von Menschen und Neandertalern: Forscher entdecken in den Genen Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit. Unterschiede aber zeigen, was unsere Spezies so einzigartig macht.[/b]

Viel ist nicht geblieben. Aus dem Mittelpunkt des Universums verjagt, dann vom Thron der Schöpfung gestoßen. Der Mensch, eine Existenz ohne Sinn und Bestimmung. Voll seelenloser Tristesse zeichnen die Befunde der Wissenschaft die Stellung des Menschen in der Natur – ein harter Gegenschnitt zum abendländischen Menschenbild. In der vergangenen Woche bekam das Bild des Menschen einen weiteren Makel: Homo sapiens hat sich noch in jüngerer Vergangenheit mit »niederen« Verwandten gepaart, verkündeten internationale Wissenschaftler in der Zeitschrift Science. Auf zwölf Druckseiten, für das Magazin ungewöhnlich üppig, präsentierte das 56-köpfige Team um den Paläogenetiker Svante Pääbo vom Leipziger Max-Planck-Institut (MPI) für Evolutionäre Anthropologie den ersten Report zur Entzifferung des Neandertaler-Genoms – und wartete mit einer spektakulären Botschaft auf. »Menschen hatten Sex mit Neandertalern«, verkündeten Tagesschau und heute-journal bereits am Donnerstagabend. Tags darauf war die Nachricht von der humanen Promiskuität in allen Tageszeitungen zu lesen.

»Gratulation an die Jungs, ein außerordentlicher Befund«, urteilt der britische Anthropologe Paul Mellars von der Cambridge University. »Das bedeutet, Menschen und Neandertaler gehörten ein und derselben Spezies an.« Die Menschheit ist demnach nichts weiter als die letzte überlebende Population der Sippe Homo – eine von vielen, die lange Zeit vor und mit ihr existierten. Bis zu vier Prozent des menschlichen Erbmaterials stammten nach den bisherigen Befunden aus dem Genbestand der ausgestorbenen Frühmenschen, rechnen die Forscher vor. Man habe gezeigt, dass Mischlinge zwischen beiden Menschengruppen biologisch möglich waren, versichert Pääbo: »Es konnte passieren, und es ist tatsächlich passiert.«

In der Aufregung um die steinzeitlichen Mesalliancen – sex sells – ging die weitaus brisantere Nachricht beinahe unter.
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Das Stück Neandertaler in jedem von uns

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Er war doch unser Vorfahr: Erstmals haben Forscher das Genom des Neandertalers mit dem menschlichen Erbgut verglichen. Es zeigt, wie viel des Frühmenschen noch in uns steckt.
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Die Formel Sapiens

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Von Menschen und Neandertalern: Forscher entdecken in den Genen Spuren einer gemeinsamen Vergangenheit. Unterschiede aber zeigen, was unsere Spezies so einzigartig macht.
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Weg ist weg

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1627 wurde der Auerochse ausgerottet. Seit Jahrzehnten versucht man ihn "zurückzuzüchten" – vergeblich. Ein Beispiel, das zeigt, was beim rasenden Verlust unserer Artenvielfalt auf dem Spiel steht.[/b]

[img]http://images.zeit.de/wissen/umwelt/2010-04/auerochse-zucht/auerochse-zucht-540x304.jpg[/img]
Ein nachgezüchteter Auerochsbulle auf den Ilkerbruchwiesen bei Wolfsburg

Dunkle, archaische Gestalten blicken den Besucher an. Ihre kräftigen Hörner zeigen nach vorne, scheinen auf den Betrachter zu zielen. Sieht man sie zum ersten Mal, denkt man sofort an die schnaubenden [i]toros[/i] in der spanischen Arena. Dabei grasen sie vollkommen friedlich in der Spreeaue zehn Kilometer nördlich von Cottbus. Im Vordergrund stehen die beiden Stiere, bemuskelt wie die Klitschkobrüder, den mächtigen Schädel von ein paar Locken umspielt. Aus den Augen blitzt eine kräftige Dosis Testosteron. »Das macht die regelmäßige sexuelle Aktivität«, sagt Wolfram Hotzler, Geschäftsführer der Auerochsenreservat Spreeaue GmbH, dem die Herde gehört.

Man sieht den Tieren das Alter der Art nicht an. Doch sie ist Tausende Jahre alt – zumindest sind es einige Gensequenzen des Erbguts. Hier grast auf deutscher Au die Kopie des einst größten Landsäugetieres Europas: Bos primigenius, der Auerochse oder Ur. Er war der mächtige Herrscher der Wiesen und Wälder, Inbild der Kraft und der Wildheit, bis zu einer Tonne schwer, mit fast zwei Metern Stockmaß und gewaltigen Hörnern von bis zu achtzig Zentimetern Länge. Der Stammvater unserer Hausrinder.

Die Cottbusser Nachfahren der Ure sind ein wenig kleiner, aber immer noch Ehrfurcht gebietend. 40 Tiere leben hier auf 52 Hektar Weideland, zwischen Birken- und Kiefernwäldchen. Die Herde ist bildschön und hat doch ein Identitätsproblem. Eigentlich sind dies gar keine Auerochsen, sondern nur Aueroxen, so heißt die neue Kompromissvokabel. Sie liegen irgendwo in der Mitte zwischen Original und Fälschung. Manche nennen sie auch einfach Heck-Rinder.
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Neu entdeckter Hominide schließt eine Lücke der Evolution

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In Südafrika haben Forscher zwei Skelette einer neuen Menschenart entdeckt. Australopithecus sediba könnte ein lange gesuchtes Bindeglied zwischen Affe und Mensch sein.


[IMG]http://images.zeit.de/wissen/geschichte/2010-04/Australopithecus-sediba-hominid/Australopithecus-sediba-hominid-540x304.jpg[/IMG]
Der Schädel des Hominiden Australopithecus sediba, der in einer südafrikanischen Höhle gefunden wurde

Es ist eine Landschaft, die das Auge entzückt: bis zum Horizont reichende Wiesen neben schroffen Abhängen und vereinzelten Bäumen. Was jedoch Forscher an der südafrikanischen Region Sterkfontein begeistert, liegt unter der Erde – und das seit Jahrmillionen.
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Hier in den Malapa-Höhlen fanden Paläoanthropologen gut erhaltene Überreste einer bisher unbekannten Menschenart. Und nicht nur das. Ihr Fund gilt in Fachkreisen als Sensation: Denn Australopithecus sediba – so nannten die Forscher die neue Art – trägt sowohl Merkmale des affenähnlichen Australopithecus africanus sowie des Homo habilis, der bereits zu den frühen Menschen zählt. Vielleicht ist die jetzt entdeckte Art sogar ein direkter Vorfahre des Homo erectus.
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(C) Daniel Oswald