Einfrieren wie die Eskimos

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Was den Deutschen Käpt'n Iglo, ist den Amerikanern Captain Birdseye. Letzteren gab es wirklich, vor fast hundert Jahren schaute er sich die Tiefkühlkost von den Inuit ab.[/b]

So recht wissen die braven Bürger von Springfield im amerikanischen Massachusetts nicht, was sie mit dem knallhart gefrorenen Spinat und den eisigen Fischen anfangen sollen, die am 6. März 1930 in ihrem Supermarkt liegen. Tiefkühlkost haben sie noch nie gesehen. Zum Glück stehen Berater hinter der Auslage. So wird die Ware, hier erstmals für ganz gewöhnliche Kunden käuflich zu erwerben, zum Riesenerfolg.

Ihren Anfang nimmt die Geschichte dieses Erfolges schon viel früher, zwischen 1912 und 1915. Da ist ein junger Wissenschaftler im Auftrag der US-Behörden in der kanadischen Arktis unterwegs, um das Leben der Ureinwohner zu studieren – und nebenbei ein paar Felle zu handeln. Er heißt Clarence Birdseye.

Stünde diese Geschichte in einer englischen Zeitung, würden die Leser jetzt stutzen: Birdseye? Captain Birdseye? Denn so heißt auf dem britischen Markt die Werbefigur, die auf Deutsch als Käpt'n Iglo über die Weltmeere schippert und immer neue Abenteuer erlebt. Im Polarmeer zum Beispiel.

Tatsächlich heißt der Erfinder der Tiefkühlkost Clarence Birdseye. Ohne Captain. 1886 in Brooklyn, New York, geboren, Biologiestudent. 1910 und 1911 arbeitet er erstmals für die US-Behörden, sammelt im Bitterroot Valley in Montana Hunderte kleiner Säugetiere, um ihr Ungeziefer der Forschung in Sachen Rocky-Mountains-Fleckfieber zuzuführen.

Dann verschlägt es Birdseye in den hohen Norden, nach Labrador. Die Inuit nehmen ihn zum Eisfischen mit. Der neugierige Forscher stellt fest, dass die gefangenen Fische bei den eisigen Temperaturen von minus 40 Grad Celsius sofort frieren – und nach dem Auftauen frisch schmecken, viel frischer als der gekühlte Fisch, den er aus New York kannte. Diese Erkenntnis macht Birdseye ein paar Jahre später zum Millionär.
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Werner von Siemens: Ein Kabel zu Ruhm und Ehre

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Vor 150 Jahren sollte ein Telegrafenkabel Suez mit Karachi verbinden. Es funktionierte nie richtig – aber für Werner von Siemens war das Projekt ein Schritt zum Erfolg.[/b]

Triumphe der Technik sind manchmal kurzlebig: Das erste Telegrafenkabel auf dem Boden des Atlantik hält gerade mal einen Monat. Am 16. August 1858 gratulieren Queen Victoria und US-Präsident James Buchanan einander durch den Draht zur Leistung der Ingenieure, im September ist Funkstille. Die Isolierung hält dem Wasserdruck nicht stand.

Das Scheitern der einen ist das Glück des anderen. Werner von Siemens erhält nach dem transatlantischen Debakel von der britischen Regierung den Auftrag, alle öffentlichen Telegrafenleitungen auf der Insel zu prüfen. Und die Firma Newall & Co. heuert ihn an, um das Verlegen eines Kabels zwischen Indien und Ägypten zu überwachen. Für seine 1847 gegründete "Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske" bedeutet der Einstieg in den wichtigen britischen Markt einen Schub an internationalem Renommee.
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Siemens hat mit Johann Georg Halske den Zeigertelegrafen zur Serienreife entwickelt, ein Gerät, das die Stellung eines Zeigers auf einer Buchstabentafel auf ein Empfangsgerät mit der gleichen Tafel überträgt. Auch, als sich das schnellere Morse-System durchsetzt, benutzen zum Beispiel Eisenbahner noch den Zeigertelergrafen, weil jeder ihn ohne Kenntnisse eines besonderen Alphabets bedienen kann.
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Ein Telefon für die Westentasche

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Im Jahr 2010 werde jeder Mensch ein Taschentelefon haben, prophezeite Robert Sloss vor 100 Jahren. Seine Vision wurde übertroffen: Heute haben viele sogar mehrere Handys.[/b]

"Netz besetzt": Da will man noch während des Feuerwerks per Handy Neujahrsgrüße loswerden – und kommt einfach nicht durch. Kein Wunder, denn zum Jahreswechsel verschicken die Deutschen etwa 300 Millionen SMS, fünfmal so viele wie an einem Durchschnittstag.

Vor 20 Jahren noch waren diese Massen an Mobiltelefonen undenkbar – dabei prophezeite Robert Sloss bereits vor 100 Jahren in einem Aufsatz für das 1910 erschienene Buch Die Welt in 100 Jahren: "Jedermann [wird] sein eigenes Taschentelefon haben, durch welches er sich, mit wem er will, wird verbinden können, einerlei, wo er auch ist." Wer Robert Sloss war, ist nicht genau überliefert; es heißt, er sei ein US-Journalist gewesen. Seine Vision vom "drahtlosen Jahrhundert" jedenfalls wurde Wirklichkeit.
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Alles unter Kontrolle

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Im März 1979 kommt es im US-Atomkraftwerk Three Mile Island bei Harrisburg erstmals zu einer Kernschmelze – Auslöser ist eine unbedeutende Panne. Das Protokoll einer Beinahekatastrophe.


[IMG]http://images.zeit.de/bilder/2009/13/international/82-three-mile-island/82-three-mile-island-artikel-410.jpg[/IMG]
Das AKW Three Mile Island bei Harrisburg in dem US-Bundesstaat Pennsylvania nach dem Unglück

Vor 30 Jahren, im März 1979, geschah, was nach Prognosen von Atomgutachtern praktisch ausgeschlossen war: Der Reaktorblock eines Atomkraftwerks geriet außer Kontrolle. Es passierte im AKW Three Mile Island bei Harrisburg, der Hauptstadt des US-Bundesstaats Pennsylvania. Eine ganze Woche lang kämpften die Operateure der Betreiberfirma Metropolitan Edison Company und eine kontinuierlich anschwellende Expertenschar gegen das Inferno. Die erste Kernschmelze in einem Großreaktor konnten sie nicht verhindern. Als tonnenschwerer Sturzbach ergoss sich das weiß glühende Reaktorherz auf den Grund des Druckbehälters. Fast drei Viertel des Kerns aus 36.816 Brennstäben, gebündelt in 177 Brennelementen, waren bei Temperaturen nahe 2800 Grad geschmolzen.
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Die Ära der schwebenden Stoffwürste

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Als Passagiere noch in mahagonigetäfelten Gondeln unter gasgefüllten Zigarren saßen: Vor 100 Jahren wurde in Deutschland die erste Fluggesellschaft der Welt gegründet.[/b]

Die Geschichte der Passagierluftfahrt beginnt mit einem Crash. Am 28. Juni 1910 fährt der Zeppelin LZ 7Deutschland aus Düsseldorf ab. Er soll von nun an regelmäßig Gäste via Frankfurt nach Baden-Baden und zurück befördern. Unter den 23 Passagieren sind etliche Journalisten, die über die erste kommerzielle Zeppelin-Fahrt – nicht Flug, darauf besteht der Luftschiffer ebenso wie der Ballonfahrer – berichten sollen.

Die Flug-, Pardon Fahrgäste reisen bequem: Die Mahagonitäfelung der Passagierkabine ist mit Perlmutt eingelegt, Teppiche liegen in der Gondel unter der 127 Meter langen Zigarre aus Stoff und gasdichtem Rinderblinddarm. Doch einer der Daimler-Motoren stottert, ein Unwetter zieht auf.
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Zurück in die Zukunft

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[b]Es ist der Star der IAA 2009 – und dabei schon mehr als 100 Jahre alt: das Elektroauto[/b]

Jetzt gibt’s richtig Geld: 2,4 Milliarden Dollar steckt die US-Regierung in die Entwicklung des Elektroautos, und auch in Deutschland beeilt man sich, nichts zu verpassen. Ein »nationaler Entwicklungsplan Elektromobilität« soll es richten.

Bis 2020, so hofft man, wird eine Million der neuen Wagen über unsere Straßen rollen: »Deutschland muss zum Leitmarkt werden und die Führungsrolle behaupten.« China, Japan, Frankreich, Großbritannien und die EU fördern die neuen [i]green cars[/i] ebenfalls mit ambitionierten Programmen. Es scheint, als habe die angerostete Autoindustrie eine neue Vision gefunden – den vermeintlichen Ausweg aus Umweltkrisen und Ölpreisexplosionen.

Von Wasserstoff oder Brennstoffzelle, den Erlöserfantasien der neunziger Jahre, redet kaum noch jemand. Selten war sich die Branche, die jetzt in Frankfurt auf der IAA zu ihrem jährlichen Hochamt zusammenkommt, so einig: Das Auto der Zukunft fährt elektrisch.

Was dabei gern vergessen wird: Schon das Auto der Vergangenheit fuhr elektrisch. Ende des 19. Jahrhunderts kämpfte »der elektrische Wagen« in einem dramatischen Kopf-an-Kopf-Rennen gegen den Benziner. Und er hatte gute Chancen, dieses Rennen zu machen.
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Der große Flug vor dem «kleinen Schritt»

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Das Unternehmen Mondlandung gipfelte in dem berühmten Schritt von Neil Armstrong, begeistert beobachtet von Millionen TV-Zuschauern. Vor genau 40 Jahren hob das Raumschiff «Apollo 11» von der Erde ab.
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Museum zeigt online historische Glasaugen

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Glasaugen, Prothesen und Studienobjekte von anno dazumal: "Zum Leben erweckt" heißt eine Ausstellung, die ab dem 2. März im Londonder Science Museum und online zu sehen sein wird. Die Exponate stammen aus der Geschichte der Medizin - und manche wirken ein bisschen gruselig.
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Das Märchen vom entfärbten Glas

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Das in den deutschen Glashütten im Mittelalter und in der frühen Neuzeit erzeugte Gebrauchsglas war in der Regel mehr oder minder stark grün gefärbt. Die Bezeichnung „Waldglas“ hierfür geht jedoch nicht auf die „waldgrüne“ Färbung, sondern auf den Standort der Hütten im Walde zurück. Abbildung 1 zeigt einen Nuppenbecher aus leicht grünem Glas; es handelt sich um eine Replik aus Böhmen. Mehr oder minder farblose Nuppenbecher waren im 13./14. Jahrhundert weit verbreitet.
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Kompasse: Eine wegweisende Erfindung

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Zu allen Tages- und Nachtzeiten, bei Nebel, Sturm und Flaute – der Kompass ist seit Jahrhunderten Richtungszeiger und Garant fürs Überleben auf dem Meer. Erfunden wurde er aber eigentlich für die Reise über Land.
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Duell der Erfinder: Gleichstrom gegen Wechselstrom

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Zwei Männer wollen die USA mit Elektrizität versorgen: Thomas Alva Edison und George Westinghouse. 1887 entbrennt zwischen ihnen ein erbitterter Kampf um das bessere Stromsystem. Edison ist dabei jedes Mittel recht.
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Die Entwicklung alchemistischer Gefäße

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Aus der Küche ins alchemistische Laboratorium.
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Die Erbauung der Brooklyn Bridge

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Die Brooklyn Bridge ist eine Meisterleistung, die ohne den deutschstämmigen Architekten Röbling wohl nie gebaut worden wäre. Denn vor 125 Jahren hatten New Yorks Stadtväter schwerste Bedenken: Wollen Menschen wirklich über eine solch lange Brücke gehen?
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Älteste Tonaufnahme der Welt entdeckt - mit Hörprobe

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Bereits 1860 bannte der Franzose Scott de Martinville die menschliche Stimme auf Papier - 17 Jahre vor Edisons "Mary had a little Lamb"
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Forscher präsentieren älteste Tonaufnahme der Welt

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Es rauscht, es vibriert - und ist doch als Melodie erkennbar: US-Forscher haben eine Klangaufnahme aus dem Jahr 1860 wiederhergestellt. Das französische Kinderlied ist 20 Jahre älter als alle bisher bekannten Tonaufzeichnungen. SPIEGEL ONLINE gibt eine Hörprobe.
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900 Jahre alter Segler im Windkanal

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Wie haben die Seeleute des Mittelalters die Wellen der Ostsee bezwungen? Das Modell eines Segelschiffs, das vor 900 Jahren im Stettiner Haff versunken ist, soll jetzt Antworten liefern - indem es im Windkanal getestet wird.
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Hans Geiger: Er ließ die Atome ticken

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Spätestens seit dem Unglück in Tschernobyl ist der Geiger-Zähler jedem Menschen ein Begriff. Sein Name wird für immer mit Atomtphysik verbunden sein. Zum 125. Geburtstag des Physikers Hans Geiger.
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Wissenstest: Wer hats erfunden?

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Nein, diesmal waren es nicht die Schweizer. Aber auf wen gehen Erfindungen wie die Dampfmaschine, die erste Fotografie und der Mikroprozessor tatsächlich zurück? Testen Sie Ihr Wissen.
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Sputnik: Ein Piepston, der die Welt veränderte

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Vor 50 Jahren, am 4. Oktober 1957, schoss die Sowjetunion den ersten künstlichen Satelliten auf eine Erdumlaufbahn. Der Sputnik löste im Westen einen Schock aus, führte aber auch zu einer gewaltigen Aufholjagd
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(C) Daniel Oswald