Rettung der verbrannten Bücher

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Ein Feuer hat 2004 in der Anna Amalia Bibliothek in Weimar Zehntausende historischer Werke beschädigt. In einem weltweit einzigartigen Verfahren werden diese jetzt restauriert.


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Ein schwer beschädigtes Buch aus dem Bestand der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar

Kühle Luft schlägt dem Besucher entgegen, wenn er in Museumspantoffeln den Rokokosaal der Anna Amalia Bibliothek betritt. Regale mit in Leder gebundenen Ausgaben ragen auf drei Etagen in dem kathedralengleichen Raum empor. Von den goldgesäumten Geländern der ersten Galerie blicken die gipsweißen Büsten von Schiller, Goethe, Herder und Wieland herab. Keine Spur scheint von dem großen Brand geblieben zu sein, der 2004 Teile des Saals verwüstet hat. Erst beim gründlichen Hinsehen fallen die grauen Papierschachteln ins Auge, die zwischen den historischen Büchern stehen. Eingeweihte wissen: Darin stecken restaurierte Werke.
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Lehramtsstudenten wissen viel zu wenig über die NS-Zeit

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[b]"Nahezu ein schwarzes Loch"

Lehramtsstudenten wissen viel zu wenig über die NS-Zeit. Das sollte sich ändern, sagt Benjamin Ortmeyer.[/b]

[b]DIE ZEIT:[/b] Kürzlich hat eine Studie des sterns für Aufsehen gesorgt: Danach hat in Deutschland jeder Fünfte zwischen 18 und 29 Jahren noch nie von Auschwitz gehört. Sie haben in den vergangenen drei Jahren rund 1000 Studierende befragt. Zu welchen Ergebnissen kommen Sie?

[b]Benjamin Ortmeyer:[/b] Eines vorweg: Wir haben diese Erhebungen nicht gemacht, um Studierende zu blamieren. Ganz im Gegenteil, im Sinne der alten Sokratesmethode ging es darum, Nichtwissen in Wissen zu verwandeln. Aber auch wir sind tatsächlich auf erhebliche Wissenslücken gestoßen. Die Zahl von sechs Millionen ermordeter Juden oder auch der Begriff Auschwitz sind zwar bekannt, aber fundierte Kenntnisse darüber hinaus fehlen.

[b]ZEIT: In welchem Rahmen hat Ihre Befragung stattgefunden?

[b]Ortmeyer:[/b] Fünf Semester lang haben wir ein Lehr- und Forschungsprojekt an der Goethe-Universität Frankfurt durchgeführt, es trug den Titel »Reflexionen über die NS-Zeit und die NS-Pädagogik als Vorbereitung auf den Lehrberuf«. Das hat die Hans-Böckler-Stiftung ermöglicht. Es wurden Verbrechen, Ideologie, aber auch die Pädagogik der Nazis thematisiert. Das Interesse bei den Studierenden war erfreulich groß. An den Vorlesungen haben mitunter mehr als 700 Personen teilgenommen. In diesem Rahmen haben wir Forschungen anhand umfangreicher Fragebogenaktionen durchgeführt, die je circa 300 Studierende der Erziehungswissenschaften in den letzten drei Semestern ausgefüllt haben. Mehr als 90 Prozent der Teilnehmer betonten in einer abschließenden Befragung, dass gerade diese Fragebogenaktion ihnen ihr Nichtwissen gezeigt hätte und daraus bei ihnen ein Interesse erwachsen sei, sich genauer mit den Verbrechen des NS-Regimes zu befassen.
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Kirchen, Keller, Käfige

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Heute vor genau 1.219 Jahren, am 16. Januar 793 um zehn Uhr morgens, gründete der Missionar Liudger an einer Furt mit dem Ausruf: "Jetzt gründe ich die Stadt Münster in Westfalen!"


Als Allererstes baute er einen Dom und ein Brauhaus, und so dauerte es auch nicht mehr lange, bis aus allen Richtungen bisher versprengte Münsteraner herbeigeströmt kamen, die nun endlich ein Zuhause hatten.
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Karl May – Häftling, Hochstapler, Hochliterat?

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Erst saß er jahrelang im Gefängnis, dann wurde er mit Winnetous Abenteuern berühmt. Vor Karl Mays 100. Todestag erscheinen gleich zwei Biografien.[/b]

Anno 1874 öffnen sich für den Häftling mit der Nummer 402 nach vier Jahren die Tore des Zuchthauses Waldheim bei Chemnitz. Er saß dort wegen wiederholter Hochstapelei und kleinerer Diebstähle. Unter anderem hatte er sich als Augenarzt Dr. med. Heilig ausgegeben. Seine Hauptbeschäftigung im Gefängnis bestand im Zigarrenrollen, bei Ungehorsam drohte Dunkelarrest.

Als er entlassen wird, sagt er, er wolle nach Amerika auswandern. Er ist 32 Jahre alt. Seine Eltern, arme Weber, hatten ihr gesamtes Erspartes für die Ausbildung des Sohnes zum Lehrer ausgegeben. Nummer 402 ist also auf der ganzen Linie gescheitert. Sein weiterer Lebensweg scheint vorgezeichnet: In diesem Alter wird er es kaum noch zu etwas bringen. Gut möglich, dass er erneut auf die schiefe Bahn gerät.
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Können Tiere Mitleid empfinden?

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[b]Nachdem im Oktober an dieser Stelle geklärt wurde, dass es Freundschaft zwischen Tieren geben kann, fragten gleich mehrere Leser nach, ob denn der Mensch beim Mitleid noch eine Monopolstellung habe. Oder können auch Tiere sich in die Pein ihrer Mitgeschöpfe einfühlen?[/b]

Mitleid oder Empathie ist die Fähigkeit, zu erkennen, dass ein anderes Wesen leidet, und dieses Gefühl zu »spiegeln«. Es ist die Grundlage für die menschliche Moral – Serienkillern und anderen Psychopathen fehlt meist jegliches Empathievermögen. Schon seit mehreren Jahren weiß man, dass Primaten Emotionen ihrer Artgenossen deuten können. Schimpansen leiden mit, wenn sie im Fernsehen Bilder von gequälten Schimpansen sehen. Rhesusaffen, denen man eine Belohnung anbot, wenn sie anderen Rhesusaffen Elektroschocks versetzten, lehnten die Nahrung ab (was bei Menschen keine Selbstverständlichkeit ist).

In der vergangenen Woche berichteten nun Forscher von der University of Chicago in Science von Hinweisen, dass auch Ratten Empathie empfinden: Im Experiment befreiten die Nager eingesperrte Artgenossen, die sichtbar litten, aus einem Gefängnis. Das Leiden des Mitgeschöpfs war also nicht nur »ansteckend«, es führte sogar zu einer altruistischen Handlung, aus der die Ratten keinen unmittelbaren Nutzen zogen. Und sogar wenn ihnen als Alternative Schokolade angeboten wurde, ließen sie zunächst die andere Ratte frei und teilten danach mit ihr die Süßigkeit: ihr Mitgefühl war noch stärker als die Naschsucht.
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Die Natur ist kein Trost mehr

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Zählt in der globalisierten Welt noch das nationale Argument? Verändert der Klimawandel die Geschichtsschreibung? Fragen an den indischen Historiker Dipesh Chakrabarty.


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"Europa ist eine Provinz", sagt der indische Historiker Dipesh Chakrabarty.

DIE ZEIT: Sie sind für 24 Stunden im krisengeschüttelten Europa gelandet. Wie sieht der Kontinent heute für den Europakenner und indischen Historiker aus Chicago aus?

Dipesh Chakrabarty: Von Berlin aus mag Europa wie ein Kontinent aussehen, der von der Krise geschüttelt wird. Aber bei allem Respekt: Die bedrängenden Probleme der Welt sind doch globale Knappheitskrisen. Sie zeigen sich im Klimawandel, in der Ernährungsfrage, bei der Wasserversorgung. Im Weltmaßstab betrachtet, ist Europa eine Provinz, es sollte nicht im Zentrum der historischen Einbildungskraft stehen. Aber es ist jedermanns Provinz, das europäische Erbe ist jedermanns Erbe. Wir sollten uns heute danach umschauen: Wer denkt nicht nur über die eigene nationale Volkswirtschaft nach, sondern über die Menschheit als Ganzes? Wir müssen eine Politik des Gemeinguts erfinden.

DIE ZEIT: Zusammen mit China?

Dipesh Chakrabarty: Na ja. China mag ökonomisch eine Supermacht werden, aber wenn es um die Frage geht, welche Ideen für ein gelingendes menschliches Leben die Welt beeinflussen können, steht China nicht gut da. Ich frage die Intellektuellen dort oft, ob es denn ihr Wunsch ist, die Welt mit ihren Ideen zu prägen, so wie es Voltaire, Kant oder Marx im Sinn hatten – oder ob es für sie nur China gibt.

DIE ZEIT: Und für die Inder nur Indien?

Dipesh Chakrabarty: Tatsächlich frage ich dasselbe meine indischen Freunde: Wollt ihr nur Indiens Wohlstand mehren oder die Welt durch die Macht der Kunst, der Wissenschaft, der Gedanken verändern? Wollt ihr Indien voranbringen oder die Menschheit? Warum erscheint zu fast allen Kernfragen das Standardwerk in Europa – und in Asien verfasst man die partikularen Studien für den Hausgebrauch? Der Westen hat das Weltverständnis aller Bewohner der Welt geprägt, unabhängig von ökonomischen und nationalen Fragen. Inder aus der Kaste der Unberührbaren, die heute für ihre Rechte kämpfen, haben sich Europas Gedanken zu eigen gemacht.
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Bedrohtes Bamberg - Ein ganzes Quartier soll abgerissen werden

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Auch Bambergs wunderbare Altstadt blieb vom Zerstörungsfuror der Nachkriegszeit nicht verschont, im jüdischen Quartier wurden in den 1970er Jahren gleich drei stattliche barocke Häuser und ein Rokokopalais abgerissen und durch eine Sparkasse ersetzt. Deren banaler Tristesse schämt sich unterdessen wohl auch der Eigentümer, die Sparkasse will das Gebäude entsorgt wissen – was eine gute Nachricht sein könnte. Es gibt auch einen abbruchwilligen Interessenten für die Immobilie – was zugleich die schlechte Nachricht ist. Die MultiDevelopment GmbH verspricht Investoren für ein Einkaufszentrum zu finden, das viel Raum braucht: 16800 Quadratmeter sind geplant, eine riesige unterirdische Ladenfläche plus drei überirdische Gebäude. Das geht über die Möglichkeiten des Sparkassengrundstücks und des angrenzenden Parkplatzes weit hinaus. Quer durch einen ganzen Häuserblock soll sich der Komplex daher schieben – und was sich ihm in den Weg stellt, droht weggeschoben zu werden: umfangreiche Reste der Bamberger Stadtmauer aus dem 13. sowie 15. Jahrhundert, mittelalterliche Keller, ein Ensemble mit Bauten des 16. bis 18. Jahrhunderts, ja sogar eine jüdische Mikwe und vermutlich noch Reste der spätmittelalterlichen Synagoge, deren Existenz Quellen belegen.
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Rebell und Pionier

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Einer der ganz Großen seines Fachs: Zum 80. Geburtstag des Bochumer Zeithistorikers Hans Mommsen.


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Der Historiker Hans Mommsen im Alten Museum Berlin

Ein berühmter Name kann eine Bürde sein, aber auch ein Ansporn. Hans Mommsen teilt mit seinem Zwillingsbruder Wolfgang J. (der 2004 gestorben ist) das Schicksal, Sprössling einer Historikerdynastie zu sein, die in der deutschen Wissenschaftsgeschichte ohne Beispiel ist.

Der Urgroßvater, Theodor Mommsen, war einer der bedeutendsten Gelehrten seiner Zeit. Für seine vierbändige Römische Geschichte erhielt er 1902, ein Jahr vor seinem Tod, den Literaturnobelpreis. Der Althistoriker verstand sich als politischer Professor in der liberalen Tradition der 1848er. Er verabscheute das autoritäre Regiment Bismarcks und zog im Berliner Antisemitismusstreit 1879 gegen die antijüdischen Tiraden seines Kollegen Treitschke zu Felde.

Sein Enkel Wilhelm Mommsen, seit 1929 Professor für Neuere Geschichte in Marburg, zählte als Mitglied der liberalen Deutschen Demokratischen Partei (DDP) zu den wenigen Anhängern der Weimarer Republik unter den deutschen Historikern. Doch war er nicht davor gefeit, sich nach 1933 den Nazis anzudienen. Im Herbst 1945 wurde er deshalb von den Amerikanern entlassen. Die Jugend der am 5. November 1930 geborenen Zwillinge war überschattet von dem vergeblichen Kampf des Vaters um die Wiedererlangung der Professur.

Auch Hans und Wolfgang entschlossen sich zum Studium der Geschichte. Ihre akademische Karriere weist verblüffende Parallelen auf: Beide promovierten 1959, Hans in Tübingen bei Hans Rothfels, Wolfgang beim Rothfels-Schüler Theodor Schieder; beide habilitierten sich 1967, und beide erhielten bereits 1968 den ersten Ruf, Hans an die neue Ruhr-Universität in Bochum, Wolfgang an die Universität Düsseldorf.

In ihrer Arbeit gingen die beiden jedoch getrennte Wege. Hans konzentrierte sich auf die Geschichte der Arbeiterbewegung, der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Unter seinen zahlreichen Publikationen ragt das Großwerk zur Geschichte der Weimarer Demokratie, Die verspielte Freiheit, heraus, das 1989 erschien. Wolfgang, der mit einer Arbeit über Max Weber glanzvoll debütierte, blieb der Geschichte des Kaiserreichs und des Imperialismus treu. Er schrieb unter anderem Standardwerke zur Bismarck-Ära und zum wilhelminischen Deutschland.

»Zweifellos sehr begabt, aber etwas zappelig«, bemerkte Rothfels über seinen Schüler und traf damit einen Wesenszug Hans Mommsens, nämlich die Lust, im akademischen Elfenbeinturm Unruhe zu stiften und zählebige historische Legenden infrage zu stellen.
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Versöhnung oder Kapitulation in Bayreuth

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Wagner und Israel gehen nicht zusammen. Der alte Konflikt wird nun angeheizt durch einen geplanten Auftritt des israelischen Kammerorchesters in Bayreuth.[/b]

Am Sonntag erst konnte man in den Tagesthemen einen rundum glücklichen Campino am Strand von Tel Aviv bewundern. Toll, toll, dass das jetzt möglich sei, diese Atmo, dieses Waaahnsinns-Publikum! Das Israel-Debüt der Toten Hosen war ein Sensationserfolg. Dass die Punkrock-Band aus Deutschland kommt und auch deutsch singt, schien niemanden groß zu interessieren (mal abgesehen davon, dass man die Texte ohnehin nicht versteht) – im Gegenteil: Bei den jungen Israelis ist alles Deutsche gerade superhip.

Auch bei Richard Wagner versteht man nicht viel vom Text. Für sein israelisches Publikum aber, für viele Ältere, ist er bis heute tabu. Der Holocaust mag mehr als 60 Jahre her sein: In Israel wird Wagner – der 1883 starb und als Lieblingskomponist Adolf Hitlers gilt – mit den Gräueltaten der Nazis nahezu gleichgesetzt. Öffentlich gespielt wird er kaum, und die Versuche, den Boykott zu brechen, sind Legende: 1981 Zubin Mehta mit dem Israel Philharmonic Orchestra, 2001 Daniel Barenboim mit der Berliner Staatskapelle, beide Konzerte endeten im Eklat.
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Astronomie 1910: Wie ein Komet Europa in Panik versetzte

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Reißerische Schlagzeilen und Pillen gegen "Kometen-Gift": Als der Halley'sche Komet 1910 an der Erde vorbeisauste, vergaß die aufgeklärte Welt ihre Vernunft.[/b]

Man kennt das ja von den ungebildeten mittelalterlichen Bauern: Kaum tut sich am Himmel Ungewöhnliches – Sternschnuppenschwarm, Sonnenfinsternis, Ufo –, glauben sie den Weltuntergang nah, raufen sich das Haupthaar und bekennen unter anhaltender Selbstgeißelung lautstark ihre Sünden. Aber dass auch noch im aufgeklärten Jahr 1910 das Erscheinen des Halley’schen Kometen Aufsehen und sogar Panik auslöste, mag man kaum glauben.
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Den Kriegern folgten die Beamten

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Wenn ein Häuptling zu viel Land besitzt, um es an einem Tag selbst zu durchqueren, braucht er einen Verwalter. Ist so die Bürokratie entstanden?

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In Monte Albán im heutigen Mexiko bildeten sich schon im ersten Jahrtausend vor Christus staatliche Strukturen.

Unter welchen Bedingungen sind einst die ersten Staaten entstanden? An dieser Frage arbeiten Anthropologen seit vielen Jahren. Charles Spencer vom American Museum of Natural History in New York bietet nun eine Erklärung an, die sich auf folgende Formel reduzieren lässt:

Wenn ein Häuptling mehr Land unterworfen hatte, als er an einem Tag durchschreiten konnte, zwang ihn dies, eine Verwaltung und damit staatliche Strukturen zu schaffen.
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Kölns offenes Herz

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Aus dem Trümmerhaufen des am 3. März eingestürzten Kölner Stadtarchivs konnte bisher erst ein Bruchteil des Archivguts geborgen werden. Der in Köln lebende Schriftsteller Navid Kermani hat den Schauplatz besuchen können und schildert seine Eindrücke.
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«Attila» im Dienst des Kaisers

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Als Stadtplaner und nicht als Architekt war Georges Eugène Haussmann der grosse Baumeister von Napoleon III. In knapp 17 Jahren verwandelte der Präfekt Paris in eine moderne Stadt.
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Köln: Historisches Stadtarchiv eingestürzt

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In Köln ist am Dienstag das Historische Stadtarchiv eingestürzt. Es handele sich um das alte Stadtarchiv an der Severinstraße in der Südstadt.
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Schatzsucher feiern Fund der "HMS Victory"

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250 Jahre war die "HMS Victory" verschollen, das einst größte Kriegsschiff der Welt. Jetzt haben amerikanische Schatzsucher das Wrack im Ärmelkanal entdeckt - und hoffen, auch die vier Tonnen Gold zu finden, die an Bord vermutet werden.
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Die Heilkraft des Todes

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Waren die Europäer einst Kannibalen? Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts war Menschenfleisch fester Bestandteil der Medizin.
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Benimm auf der "Titanic": Höflich ins nasse Grab

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Forscher haben am Untergang der "Titanic" untersucht, wie sich Menschen im Angesicht des Todes verhalten. Das Ergebnis: Geld und Macht sind immer von Vorteil, aber selbst in Extremsituationen gehen soziale Normen nicht über Bord. Und: Die Briten stellen sich immer höflich hinten an.
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Magischer Ring gefunden

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Auf dem Ernst-Reuter-Platz in Augsburg soll der Neubau der Stadtbücherei entstehen, doch zuvor wurden die Stadtarchäologen fündig: Neben Siedlungsstrukturen aus römischer Zeit und aus dem Mittelalter kam auch eine Überraschung zum Vorschein: ein silberner Ring mit der geheimnisvollen Aufschrift: „TETRAGRAMATON AGLA“.
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Des Pergaments Kern

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Tier-DNA aus Pergamenten könnte zur Datierung und Herkunftsbestimmung von mittelalterlichen Manuskripten dienen. Das sagt der US-Wissenschaftler Timothy Stinson von der Staatsuniversität von North Carolina in Raleigh. Der Forscher sucht nach entsprechenden biotechnologische Methoden, mit denen sich herausfinden lässt, woher ein Pergament stammt und wie alt es ist.
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Der Koloss von Rhodos als Lichtinstallation

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Athen/Rhodos - Der legendäre Koloss von Rhodos, in der Antike Wahrzeichen der griechischen Insel und eines der Sieben Weltwunder, soll wieder errichtet werden. Geplant ist ein Hologramm mit Laserstrahlen, die den Koloss jede Nacht in den Himmel malen, teilte die Stadt Rhodos am Mittwoch mit. An dem Projekt werde sich auch der renommierte deutsche Lichtkünstler Gert Hof beteiligen. "Das Projekt wird ein Teil eines Kongresszentrums sein, auf dessen Dach der Koloss erscheinen wird", erklärte ein Sprecher der Stadt. Rhodos habe bereits vergangenen September einen Vertrag mit Hof unterzeichnet.
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Entdecker, die eigentlich Hochstapler waren

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Sie wollen am Nordpol gewesen sein, Indien entdeckt oder alle Ozeane durchmessen haben - aber sie haben geschwindelt, dass sich die Planken bogen. Einem Gernegroß glaubt noch heute alle Welt.
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Spielesoftware lässt Atlantis der Nordsee auferstehen

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Fruchtbare Flusswiesen, Schilfgürtel, Strände: Vor 8000 Jahren streiften unsere Vorfahren zwischen England und Dänemark durch diese Landschaft. Dann versank Doggerland im Meer. Archäologen haben die Landbrücke jetzt als 3D-Modell rekonstruiert - mit Hilfe einer Spielesoftware für Egoshooter.
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Geschichtslüge unter Glas: "Der falsche Friedensfürst"

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In einer Schauvitrine im New Yorker Uno-Hauptgebäude liegt eine 2500 Jahre alte Keilschrift, die als "antike Deklaration der Menschenrechte" verehrt wird. Jetzt zeigt sich: Der Text stammt von dem antiken Despoten Kyros II., der seine Gegner foltern ließ.
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Der Heftige im Stutengarten

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Ein kleiner Verlag in Lübeck hat den "Atlas der wahren Namen" herausgegeben, in dem alle Orte nach ihrer etymologischen Herkunft benannt sind. Eine schöne Spielerei für alle mit Interesse an Sprache und Geschichte.
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Schiffswürmer bedrohen mysteriöses Wrack

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Riesengroß, reich verziert - und reichlich geheimnisvoll: Ein Schiffswrack gibt britischen Archäologen Rätsel auf. Sie müssen sich beeilen, denn dem Fund droht die Zerstörung. Schuld ist ein fressender Fiesling, den der Klimawandel nach Großbritannien gebracht hat.
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(C) Daniel Oswald