Aug 12
2006
Brechts verspäteter Eckermann
News in Persönlichkeiten in der Neuzeit Noch keine Kommentare »Erinnerungen von Ernst Schumacher
Ernst Schumacher war für Brecht und Helene Weigel ein junger Literaturwissenschafter und Landsmann, der ein gescheites Buch über den Stückeschreiber verfasst hatte, «dicker als das, was der Brecht selber geschrieben hat». Jener 600 Seiten starke, 1955 bei Rütten & Loening in Ostberlin erschienene Wälzer, «Die dramatischen Versuche Bertolt Brechts 1918-1933», war damals immerhin eine Pionierarbeit über einen noch lebenden umstrittenen Autor, der im Westen als Kommunist, im Osten als Formalist und Feind des sozialistisch-realistischen Einfühltheaters verschrien war. Als Schlussstein seiner zahlreichen Brecht-Publikationen legt nun der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag Feiernde und als Nestor der DDR-Theaterwissenschaft zu Würdigende einen wiederum voluminösen, 560 Seiten umfassenden Band, «Mein Brecht», vor, in dem er den marxistischen Stückeschreiber zum Kronzeugen seiner eigenen poetischen und intellektuellen Menschwerdung macht und sich in der Rolle des verspäteten Eckermann sieht, dem das historische Interesse an Brecht zur besonderen Lebensaufgabe geworden ist.
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Ernst Schumacher war für Brecht und Helene Weigel ein junger Literaturwissenschafter und Landsmann, der ein gescheites Buch über den Stückeschreiber verfasst hatte, «dicker als das, was der Brecht selber geschrieben hat». Jener 600 Seiten starke, 1955 bei Rütten & Loening in Ostberlin erschienene Wälzer, «Die dramatischen Versuche Bertolt Brechts 1918-1933», war damals immerhin eine Pionierarbeit über einen noch lebenden umstrittenen Autor, der im Westen als Kommunist, im Osten als Formalist und Feind des sozialistisch-realistischen Einfühltheaters verschrien war. Als Schlussstein seiner zahlreichen Brecht-Publikationen legt nun der in diesem Jahr seinen 85. Geburtstag Feiernde und als Nestor der DDR-Theaterwissenschaft zu Würdigende einen wiederum voluminösen, 560 Seiten umfassenden Band, «Mein Brecht», vor, in dem er den marxistischen Stückeschreiber zum Kronzeugen seiner eigenen poetischen und intellektuellen Menschwerdung macht und sich in der Rolle des verspäteten Eckermann sieht, dem das historische Interesse an Brecht zur besonderen Lebensaufgabe geworden ist.
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