Dez 19
2006
Die ersten Erd-Fotos aus dem All
News in Geschichte der Naturwissenschaften 12 Kommentare »Vor 60 Jahren haben Forscher erstmals die Erde aus dem All fotografiert. Die historischen Schnappschüsse waren Nebenprodukte des ersten Raumfahrtprogramms der USA. Deutsche Raketen trugen die Premieren-Kamera - doch die ersten Bilder sind verschollen.
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21. Dez 2006 um 21:20
Im thüringischen Nordhausen konnten die US-Truppen rund 100 V2-Raketen erbeuten, demontieren und in die USA bringen. Sieh an... Was haben die Russen dazu gesagt? Nordhausen war ja immerhin vereinbarte sowjetische Besatzungszone. Ich würde das Plünderung nennen.
21. Dez 2006 um 21:32
Sieh an... Was haben die Russen dazu gesagt? Nordhausen war ja immerhin vereinbarte sowjetische Besatzungszone. Ich würde das Plünderung nennen.Na ja, immerhin wurde ja ein Zipfel Thüringen von den Westalliierten gegen Westberlin getauscht. Vielleicht lag Nordhausen ja genau dort. Ohnehin dürfte die V2-Demontage sogleich kurz nach dem Krieg geschehen sein, und Thüringen war zunächst ja komplett von den Amerikanern besetzt.
21. Dez 2006 um 21:36
Na ja, immerhin wurde ja ein Zipfel Thüringen von den Westalliierten gegen Westberlin getauscht. Vielleicht lag Nordhausen ja genau dort. Ohnehin dürfte die V2-Demontage sogleich kurz nach dem Krieg geschehen sein, und Thüringen war zunächst ja komplett von den Amerikanern besetzt.
Aus Wiki:
Am 11. April besetzte die 104. Infanterie-Division (1. US-Armee) (General Hodges) kampflos Nordhausen. Im nordwestlich gelegenden Konzentrationslager Dora-Mittelbau kamen die US Soldaten in engen Kontakt mit dem Grauen dort und befahlen der Zivilbevölkerung an den Aufräumarbeiten im Lager mit zu wirken. Die Rote Armee löste die Amerikaner als Besatzungsmacht am 2. Juli 1945 ab.
21. Dez 2006 um 21:39
Interessant finde ich das hier was anderes steht:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BraunWernher/
April: Mit 500 Mitarbeitern verläßt Braun Peenemünde, um sich in Süddeutschland der amerikanischen Armee zu stellen. Diese läßt verbliebene V2-Raketen, Raketenteile, Pläne u.a. aus Peenemünde holen und in die USA transportieren.
Was stimmt denn jetzt oder ist beides richtig?
21. Dez 2006 um 22:12
Na ja, immerhin wurde ja ein Zipfel Thüringen von den Westalliierten gegen Westberlin getauscht. Vielleicht lag Nordhausen ja genau dort.
Ich glaube nicht:
Nach 1945 kam es zu einigen Grenzänderungen zwischen den Besatzungszonen. Im Rahmen des Wanfrieder Abkommen, eines Gebietsaustausches an der wichtigen Nord-Süd-Eisenbahnstrecke Göttingen-Bebra, kamen die hessischen Dörfer Sickenberg, Asbach, Vatterode und Weidenbach/Hennigerode zum Landkreis Heiligenstadt und dafür die thüringischen Dörfer Neuseesen und Werleshausen zum Landkreis Witzenhausen in Hessen. Als Austausch für den den östlichen Teil des Kreises Blankenburg im Harz wurden die Gemeinden Bad Sachsa und Tettenborn aus dem ehemaligen Regierungsbezirk Erfurt dem Landkreis Osterode (Niedersachsen) eingegliedert. Außerdem kam Besenhausen bei Kirchgandern zu dem Landkreis Göttingen (Niedersachsen) und die Exklave Ostheim wurde dem Freistaat Bayern zugeordnet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_der_Verwaltungsgliederung_Th%C3%BCringens#1945_bis_1952
Die Grenzkorrekturen hatten nichts mit West-Berlin zu tun; die Aufteilung Berlins in vier Sektoren war ja schon auf der Konferenz von Jalta beschlossen worden.
21. Dez 2006 um 22:20
Interessant finde ich das hier was anderes steht:
http://www.dhm.de/lemo/html/biografien/BraunWernher/
Was stimmt denn jetzt oder ist beides richtig?
Daß die amerikanische Armee Raketen aus [I]Peenemünde[/I] abtransportierte, kann ich mir nicht so recht vorstellen:
Am 17. Februar 1945 begann die Räumung des Geländes und die Evakuierung konnte bis Anfang März abgeschlossen werden. Peenemünde und Heeresversuchsanstalt wurden am 4. Mai 1945 von sowjetischen Truppen besetzt. Diese demontierten die größtenteils noch erhaltenen Anlagen bis 1946 und transportierten sie überwiegend über den Hafen Swinemünde in die UdSSR. Nicht demontierte Anlagen wurden durch eine deutsche Firma gemäß Beschluss des Alliierten Kontrollrats gesprengt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Heeresversuchsanstalt_Peenem%C3%BCnde
21. Dez 2006 um 22:25
Ich würde sagen, beides ist richtig. In Peenemünde war ja der Forschungskomplex und das Testgelände, in der unterirdischen Fabrik Dora-Mittelbau bei Nordhausen die Hauptfertigung der V2.
Änderung: OK, Hyo hats geklärt: Peenemünde lag im sowjetischen Kampfraum.
21. Dez 2006 um 23:48
Danke euch für die Aufklärung.
22. Dez 2006 um 03:17
Die Aufteilung Deutschlands war für das Ende des Krieges bestimmt gewesen.
So war es, dass die Westalliierten soweit wie möglich deutsches Gebiet besetzten, was laut Jalta eigentlich sowjetisches Besatzungsgebiet werden sollte.
Die Amis sind bis ins östliche Erzgebirge, ins mittlere Mecklenburg und ganz Thüringen und heutiges ganzes Sachsen-Anhalt gekommen.
Dass die Amis so weit vordrangen war Strategie. Die Russen durften die schwere Schlacht um Berlin allein schlagen, derweil die Amis in den wehrmachts-verwaisten Gebieten der zukünftigen sowj. Besatzungszone wilderten, was das Zeug hergab.
Die DDR-Geschichtsschreibung wütete später gegen diese Praxis. Dass auch die Sowjets Ostdeutschland demontierten (alles was Stahl oder nach Stahl aussah), stand allerdings nicht drin. Im Gegenteil, die ersten sowjetischen Traktoren über Frankfurt/O. für "Junkerland in Bauernhand" wurden medial ausgeschlachtet.
Übrigens auch KZ Buchenwald (Weimar in Thüringen) sahen amerikanische Alliierte zuerst. Derart ein Problem für den DDR-Film "Nackt unter Wölfen", dass diese in dem Film nicht vorkommen. Buchenwald wurde im Juli 1945 an die Sowjets übergeben, die daraus im August das "Speziallager Nr.2" machten.
Letzteres hat man uns Jugendlichen damals nicht erzählt, als ich im KZ Buchenwald FDJ-Mitglied wurde.
25. Dez 2006 um 10:51
derweil die Amis in den wehrmachts-verwaisten Gebieten der zukünftigen sowj. Besatzungszone wilderten, was das Zeug hergab.
Die DDR-Geschichtsschreibung wütete später gegen diese Praxis. Dass auch die Sowjets Ostdeutschland demontierten (alles was Stahl oder nach Stahl aussah), stand allerdings nicht drin. Es ging mir um befreites Gebiet, was später nicht der Besatzungszone zugeschlagen wurde. Haben die Russen auch in später westalliierten Besatzungszonen Österreichs Schienen und Fabriken demontiert? Das wäre ein Vergleich. Übrigens auch KZ Buchenwald (Weimar in Thüringen) sahen amerikanische Alliierte zuerst. Derart ein Problem für den DDR-Film "Nackt unter Wölfen", dass diese in dem Film nicht vorkommen. Das hatte vor einiger Zeit schon mal jemand mokiert, was dazu geführt hat, daß ich mir den Film extra noch mal ansah. Es gibt bis heute zwei Versionen der Befreiung Buchenwalds. Die Version der Selbstbefreiung wird im Film nachgespielt. Die Amerikaner kommen insofern darin vor, als sie es waren, mit denen man in den letzten Wochen Funkkontakt hatte. Also verschwiegen werden sie im Film nicht. Die Sowjetarmee kommt nicht darin vor. Alles so, wie es als geschichtlich wahr gilt.
25. Dez 2006 um 12:32
Es ging mir um befreites Gebiet, was später nicht der Besatzungszone zugeschlagen wurde. Haben die Russen auch in später westalliierten Besatzungszonen Österreichs Schienen und Fabriken demontiert? Das wäre ein Vergleich.
Laut dem Zitat im Eingangsbeitrag waren es nicht "Schienen und Fabriken", sondern Waffen, die abtransportiert wurden.
25. Dez 2006 um 12:56
Es ging mir um befreites Gebiet, was später nicht der Besatzungszone zugeschlagen wurde. Haben die Russen auch in später westalliierten Besatzungszonen Österreichs Schienen und Fabriken demontiert?
Was ist das für ein Wirrwarr? Befreites Gebiet und Besatzungszone zwei verschiedene Sachen?
Ob die Russen im späteren westallierten Besatzungsgebiet Österrreichs Schienen und Fabriken abräumten, kann sein. Wahrscheinlich hatten sie keine Zeit. Aber die Ösis wurden von ihrer Freude über die Befreiung von den Deutschen schnell eingeholt. Alle Besatzungsmächte hausten im ersten Jahr wie die Raben in Österreich.
Übrigens einige sowjetische Soldaten sind bei der Überschreitung der deutschen Grenze in die technische Zukunft vorgedrungen. Viele Zeitzeugen berichten, dass Soldaten sich wunderten, das Licht von der Decke und Wasser aus der Wand kam.