Pariser Nächte eines früh Unvollendeten: der Maler Andreas Walser (1908-1930)

Voll liebender Einfühlung hat sich Daniel Schmid in den Körper eines vergessenen Künstlers zurückgeträumt, eines «Luftmenschen», wie Schmid mit weitreichender Geste unterstrich: Ja, Andreas Walser bleibt als zitternde Luft, als Horizontspiegelung aller früh Begabten, Paris-Süchtigen und Paradiessucher eine Projektionsfläche. Walser sagte von sich, er sei in die falsche Richtung geboren worden, mitten hinein in die beengenden Berge statt in die Stadt aller Städte, das Paris der 1920er Jahre. Dort hat er in knapp zwei Jahren viele hundert Bilder gemalt, hat Jean Cocteau als Liebenden und Picasso als Malenden kennengelernt, wurde von ihnen geschätzt - Picassos Händler kaufte neun Bilder vom jungen wilden Schweizer, der sich dann so rasch überblüht hatte: Morphium und Wein zum Träumen, dann wieder Kaffee und Nikotin zum Wach-Sehen, Opium zum Erweitern der Wahrnehmung in Wahnweiten oder, wenn gerade nichts im Atelier war: ein Schluck Maltinktur.
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