Mär 29
2007
Christie's versteigert Besitztümer europäischer Adelshäuser
News in Kunstgeschichte 7 Kommentare »Bei einer dreitägigen Auktion versteigert das Auktionshaus Christie's in Amsterdam Kostbarkeiten aus dem Besitz europäischer Könige, Prinzen, Grafen und anderen Familien mit adeligem Namen. Im Rahmen der Ausstellung "European Noble and Private Collections" haben Interessenten von 30. März bis 3. April die Möglichkeit, diverse Seltenheiten zu ersteigern. Insgesamt umfasst die Auktion über 1.200 Gegenstände von Einlieferern aus Deutschland, Österreich, Belgien und den Niederlanden.
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29. Mär 2007 um 11:23
Interessantes Thema, die Welfen hauen, glaube ich auch alles raus derzeit und das auch bei anderen Auktionshäusern. Die Auktionskataloge sind auch und gerade bezüglich der Gemälde und Miniaturen interessant, weil diese ein letztes Mal so öffentlich sichtbar werden, um danach in privaten Sammlungen wieder zu verschwinden.
29. Mär 2007 um 12:15
Aus Griechenland gab es proteste wegen der versteigerung von ehemaligen Besitztümern des griechischen Könighauses. Man wolle nicht dass sich die Kunstobjekte in privatsammlungen verlieren.
29. Mär 2007 um 12:17
Aus Griechenland gab es proteste wegen der versteigerung von ehemaligen Besitztümern des griechischen Könighauses. Man wolle nicht dass sich die Kunstobjekte in privatsammlungen verlieren.
Das Problem ist ja recht allgemein. In wie weit übernehmen diese Familien nicht auch mit der Tradition eine Verantwortung für die beweglichen Dinge unserer Geschichte. Wie kann man später noch den Zusammenhang herstellen, wenn solche Sammlungen versprengt sind?
29. Mär 2007 um 12:34
Tja, entweder man gesteht den Nachfahren der Adelsherren und -damen einen Sonderstatus zu, was leider der demokratischen Grundordnung widerspricht, oder es bleibt nun mal, wie es ist ... dass jeder Von-und-Zu genau wie jeder Normalverbraucher genug Geld verdienen muss, um sein Erbe erhalten zu können.
Ich traf einmal einen Schlosserben im Jagsttal, der für die Renovierung seines bescheidenen Schlossdaches aus Denkmalschutzgründen handgebrannte Dachziegel für eine halbe Millionen DM besorgen musste. Die ganze Dacherneuerung verschlang mehr als eine Millionen. Da wundert es mich nicht, dass solche Menschen ihr Tafelsilber verscherbeln, nur um den Familiensitz erhalten zu können.
29. Mär 2007 um 12:43
Ich traf einmal einen Schlosserben im Jagsttal, der für die Renovierung seines bescheidenen Schlossdaches aus Denkmalschutzgründen handgebrannte Dachziegel für eine halbe Millionen DM besorgen musste.
Das klingt eher nach Restaurierung. Aber immerhin Hut ab vor der Denkmalschutzbehörde. Leider schlagen die immer in beide Richtungen ins Extreme Pedanterie oder Oberflächlichkeit.
Klar das mit der Finanzierungsgrundlage ist so ein Problem. Zum einen, was will der Adel mit einem Haus, dessen Inhalt er zur Erhaltung verkaufen muss? Wohin mit dem Inhalt, wenn er das Gebäude nicht halten kann?
Dennoch finde ich es gut, dass mit solchen Artikeln auf die Problematik des Hochadels (und nicht nur des Hochadels) hingewiesen wird, denn das sind die Probleme der Zukunft, schließlich geht es um das kulturelle Erbe, denn manches Mal gehen ja doch noch ganze Sammlungen in die öffentliche Hand über.
29. Mär 2007 um 13:07
hier kann ich vielleicht auch auf eine Auktion aufmerksam machen, die in der deutschen Presse in der Regel kaum Aufmerksamkeit findet:
)

Im April finden in Sotheby's und Christie's eine der beiden großen jährlichen Auktionen zur
islamischen Kunst
statt. Leider auch hier, wie in der Antike mit "Beutekunst" aus dem Irak, ohne große öffentliche Empörung. Ein Ausverkauf des Erbes der Menschheit.
Diese Auktionen sind eine hervorragende Schau der islamischen Kunst, oft interessanter als so manche der seltenen Ausstellungen zum Thema.
Das beste ist, man kann sich die Stücke auch im Internet anschauen! Sehr interessant, da viele Objekte zu begutachten sind, von wertvoller Iznik-Keramikware, über Astrolabien, bis hin zu Waffen der vielen Jahrhunderte. Ein Augenschmaus, nicht nur für Kunsthistoriker! (Ost-westliche/west-östliche gegenseitige Beeinflussung...
Diese Tipps gelten natürlich auch für die vielen anderen Ausstellungen, so kommen im April z.B. auch die ostasiatischen Objekte unter den Hammer.
Hier der Sotheby's Auktionskatalog, den man ohne Anmeldung nur anschauen kann, wenn man im Browser Javascript für Sotheby's deaktiviert:
Hier ohne aktiviertem Javascript blättern
und hier der Christie's Katalog ohne Tricks:
http://www.christies.com/LotFinder/lfsearch/SearchResults.aspx?intSaleID=21173
(Einiges ist sogar bezahlbar und eine bessere Altersvorsorge, als so manche Aktie.)
Viel Spaß beim Bieten...
29. Mär 2007 um 13:18
(Einiges ist sogar bezahlbar und eine bessere Altersvorsorge, als so manche Aktie.)
Na da wäre ich vorsichtig. Die Werte von vielen Gegenständen sinken doch erheblich, wenn der Antiquitätenmarkt von Gegenständen einer bestimmten Art oder eines Zeitschnittes ersättigt wird bzw. ein breite Masse kein Interesse mehr an einem Stil findet. Die Spannen sind da schon recht groß.