Mär 31
2007
"Unglaublich große" keltische Kultfeuer entdeckt
News in Die Kelten 1 Kommentar »Ausgrabungen bringen neue Erkenntnisse über keltische Kulte im früheren "Vicus Belginum" im Hunsrück
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(C) Daniel Oswald
02. Jun 2007 um 00:44
Morbach - Eine bisher einmalige keltische Kultstätte ist bei Grabungen im Archäologiepark "Belginum" im Hunsrück im deutschen Bundesland Rheinland-Pfalz entdeckt worden. In der Mitte des Kultplatzes befänden sich quarzhaltige Gesteine (Quarzite), eines fünf Mal fünf Meter groß, die von zwei Gräben umgeben seien, gab die Leiterin des Archäologieparks, Rosemarie Cordie, am Samstag bekannt.
Auf Grund von in den Steinen eingebrannten Eisenresten werde davon ausgegangen, dass an der Stätte "unglaublich große Feuer" brannten, möglicherweise zur Darbietung von Opfern.
Der Kultplatz wurde im ersten Jahrhundert nach Christus von römischen Bewohnern in einen kleinen Tempel eingebaut und später in einen römischen Umgangstempel integriert. Ungewöhnlich sei, dass die Quarzite dabei nicht zerstört wurden, sagte Cordie.
In dem Straßenort "Vicus Belginum" an der heutigen Hunsrück-Höhenstraße, der im ersten nachchristlichen Jahrhundert errichtetet wurde, konnten Reisende zwischen Bingen und Trier nach einer Tagesreise Pferde wechseln, Wagen reparieren lassen, essen und übernachten. In der Blütezeit der Siedlung im zweiten und dritten Jahrhundert lebten dort etwa 200 bis 300 Einwohner, vor allem Kelten vom Volksstamm der Treverer, plus ebenso viele Durchreisende.
Aus der Hauptstadt der von Cäsar unterworfenen Treverer, dem späteren römischen Augusta Treverorum (Augustus-Stadt im Land der Treverer), ist das heutige Trier hervorgegangen. In den Jahren 30 und 29 v. Chr. wurde der erste Trevereraufstand gegen die Römer niedergeschlagen.
Seit 50 Jahren forschen Wissenschafter auf dem rund 35 Hektar großen Gelände. Die Anlage, zu der neben der Siedlung ein Gräberfeld, drei Tempelbezirke, ein Kulttheater und ein Militärlager zählen, ist laut Cordie in Mitteleuropa einzigartig. Die zahlreichen Funde belegten, "wie die keltische Bevölkerung unter römischer Herrschaft vom ersten Jahrhundert vor Christus bis 400 Jahren danach allmählich römisch wurde, ohne ihre Wurzeln zu vergessen". Anders als andere Römerorte wurde "Belginum" nie überbaut. (APA/dpa)