Apr 11
2007
Gegenwelten
News in Kunstgeschichte Noch keine Kommentare »Der italienische Stecher und Radierer Giovanni Battista Piranesi wurde zu seiner Zeit rasch berühmt mit Veduten oder Ansichten, die der Stadt Rom und ihrer weiteren Umgebung das Gehör einer subtilen Einbildungskraft zu vermitteln wussten. 1720 in der Nähe von Venedig geboren und zunächst beeinflusst von Canaletto, dem brillanten Porträtisten der «Serenissima», bevorzugte Piranesi anfangs einen hellen, in den Lichtern glänzenden Stil. Zwar nahm er die Architektur durchaus ernst. Aber der Himmel verklärte die Monumente und Ruinen, so dass den Betrachter ein Klima von Arkadien umwehte. Später allerdings begann der Künstler diese Wirklichkeit zu dramatisieren, indem er die Schatten stark machte und die Winkel ins Pathetische verzerrte. Als Goethe auf seiner italienischen Reise dann die eigenen Erfahrungen mit Piranesis Vorgaben vergleichen konnte, wurde er doppelt enttäuscht - einerseits von der Welt, wie sie sich nun viel bescheidener präsentierte, anderseits von der Kunst, die ihm falsche Grösse «vorgegaukelt» hatte.
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