Apr 13
2007
Papst weist Naturwissenschaft in die Schranken
News in Geschichte der Naturwissenschaften 6 Kommentare »Die Evolution ist nicht beweisbar, Wissenschaftler dürfen nicht alle Fragen beantworten: Mit einem Beitrag in einem theologischen Fachbuch will Benedikt XVI. der Kirche die Deutungshoheit über zentrale Themen sichern. Immerhin gibt er zu: Auch der Glaube kann nicht alles erklären.
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13. Apr 2007 um 08:55
Nun, immerhin halten sich mehr Leute an Naturgesetze als an religiöse Vorschriften (welcher Religion auch immer). Aber das nur OT, ich möchte keine religiöse Debatte beginnen.
13. Apr 2007 um 21:22
Die aufgeklärten Mitteleuropäer wieder...
13. Apr 2007 um 22:39
Ich bin über die "Deutungen" des Herrn Schmitt vom SPIEGEL ein bisschen irritiert (oder auch nicht, es kommt halt wie immer auf die Perspektive an).
Die An-Deutung einer Verschwörungstheorie bietet sich vielleicht sogar an:
Kurz vor dem Treffen hatte der neue Papst zudem den Leitungsposten der Vatikanischen Observatorien neu besetzt. Fast 30 Jahre hatte der Jesuit George Coyne die päpstliche Sternwarte geleitet. Er galt als offensiver Verfechter der Evolutionstheorie - und ausgesprochener Kritiker Schönborns.Ich denke aber nicht, dass die Zurruhesetzung von George Coyne im Zusammenhang mit den Kontroversen zu sehen ist, die Kardinal Schönborns etwas ungeschickte Äusserungen zum "Intelligent Design" ausgelöst haben. Warum auch? Der Jesuit Coyne, Jahrgang 1933, ging auf eigenen Wunsch mit 73 Jahren in den unruhigen "Ruhestand", sein Nachfolger ist, wie von vielen erwartet, der 30 Jahre jüngereJosé G. Funes, ebenfalls Jesuit und seit 2000 bei der Vatikanischen Sternwarte und steht bei Astrophysikern in hohem Ansehen.
Von "Wissenschaft in die Schranken weisen" habe ich in dem Buch bis jetzt auch nichts finden können. Mir scheint, Benedikt XVI. sagt, mit etwas anderen Worten, nichts anderes als das, was einst der Münchener Erzbischof Ratzinger gesagt hat:
"Wir können nicht sagen: Schöpfung [I]oder [/I]Evolution. Die richtige Formel muss heißen: Schöpfung [I]und [/I]Entwicklung, denn die beiden Dinge beantworten zwei verschiedene Fragen." In: Im Anfang schuf Gott, vier Münchener Fastenpredigten über Schöpfung und Fall, München 1986oder:
„Dabei trägt die moderne naturwissenschaftliche Vernunft mit dem ihr innewohnenden platonischen Element eine Frage in sich, die über sie und ihre methodischen Möglichkeiten hinausweist. Sie selber muss die rationale Struktur der Materie wie die Korrespondenz zwischen unserem Geist und den in der Natur waltenden rationalen Strukturen ganz einfach als Gegebenheit annehmen, auf der ihr methodischer Weg beruht. Aber die Frage, warum dies so ist, die besteht doch und muss von der Naturwissenschaft weitergegeben werden, an andere Ebenen und Weisen des Denkens – an Philosophie und Theologie.“ quelle
Nichts in dem kleinen Buch also, über was ich mich aufregen müsste (ausser über einige Journalisten, wenn ich mich unbedingt aufregen will), und ich fürchte, ich werde auch nichts finden, wenn ich es mir genauer vornehme.
Jetzt geht's aber erst mal ab, morgen früh in den Flieger, nach Rom, zum Papstgeburtstag. Der wird nicht mit Wissenschaft, sondern mit Kunst (einem Konzert des SWR-Radiosinfonieorchesters) gefeiert.
:devil:
21. Apr 2007 um 22:09
Mir ist zu Ohren gekommen:fs: , dass der Papst nun das Fegefeuer als Trugbild der Kirche erklärt hat, jedoch nichts im Kontext über die Existenz der Hölle "selbst" sagte. Ich würde mal gerne eure Meinungen zu diesem Thema hören, und zudem die Frage aufwerfen, ob man überhaupt ohne die "3 Tage Fegefeuer" in die Hölle gelangen kann, wenn wir nun unseren Glauben nicht von der Wissenschaft trügen lassen
21. Apr 2007 um 22:21
Mir ist zu Ohren gekommen:fs: , dass der Papst nun das Fegefeuer als Trugbild der Kirche erklärt hat
Das ist eine Ente.
24. Apr 2007 um 15:22
Mir ist zu Ohren gekommen:fs: , dass der Papst nun das Fegefeuer als Trugbild der Kirche erklärt hat, jedoch nichts im Kontext über die Existenz der Hölle "selbst" sagte.
Kurz nach seinem Amtsantritt als Präfekt der Glaubenskongregation vor ca. 25 Jahren äusserte Kardinal Ratzinger, dass er als Theologe kein Problem hätte, die im 13. Jahrhundert entstandene Hypothese vom Limbus "fallen zu lassen", die zwar viel Leid gestiftet hat, aber niemals offizielle katholische Lehre war und in manchen katholischen Köpfen weiter geisterte, obwohl das II. Vatikanum erklärt hatte, dass "wir nicht wissen, wo die Seelen ungetaufter Kinder hinkommen, dass wir aber auf die Barmherzigkeit Gottes vertrauen dürfen, der sie vom Heil nicht ausschließen wird".
Vor etwa 6 Monaten hat Benedikt XVI. die Internationale Theologenkommission (die der Glaubenkongregation angegliedert ist) beauftragt, eine theologisch fundierte Erklärung hierzu zu verfassen. Diese Erklärung ist nun, vom Papst approbiert, veröffentlicht worden. Mit dem Fegefeuer hat der "Limbus" nichts zu tun (auch wenn manche Redakteure bei Fernsehen, Rundfunk und in den gedruckten Medien den Unterschied nicht kennen und die Ente vom "abgeschafften Fegefeuer" in die Welt gesetzt haben.
Die Idee des "Limbus" spiegelt eine beschränkte Sicht des Heils wider