Apr 13
2007
Experiment: Den Reichen soll genommen werden
News in Wirtschaftsgeschichte 13 Kommentare »Der Mensch strebt materielle Gleichheit an - selbst wenn er sich dieses Ideal etwas kosten lassen muss. Im Experiment zeigten Forscher: Am liebsten nehmen wir es den Reichen weg. Tief im evolutionären Erbe scheint ein Verhalten zu stecken, das an trinkende Wikinger erinnert.
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13. Apr 2007 um 15:29
[SIZE=2]So, wie im Experiment funktioniert es in der Gesellschaft aber nicht, möglicherweise, weil die Kontrollmechanismen fehlen, die im Experiment ja vorhanden waren. Ich sehe das ganze aus folgender Perspektive: Der einzelne Mensch besitzt ein natürliches Besreben, immer mehr zu besitzen und zwar ohne Rücksicht auf Andere. Besitzt jemand dann sehr viel, ruft das jedoch dann den Neid der jenigen hervor, die weniger besitzen.
[SIZE=2]Im beschriebenen Experiment ist dieser Zustand aber erst gar nicht eingetreten, weil alle anderen aufgepaßt haben, daß sich niemand auf Kosten anderer bereichert.
13. Apr 2007 um 21:13
Mir hat das, ehrlich gesagt, etwas den Glauben an die Menschheit wiedergegeben.
13. Apr 2007 um 21:25
[SIZE=2] Ich sehe das ganze aus folgender Perspektive: Der einzelne Mensch besitzt ein natürliches Besreben, immer mehr zu besitzen und zwar ohne Rücksicht auf Andere. Besitzt jemand dann sehr viel, ruft das jedoch dann den Neid der jenigen hervor, die weniger besitzen.
[SIZE=2]Im beschriebenen Experiment ist dieser Zustand aber erst gar nicht eingetreten, weil alle anderen aufgepaßt haben, daß sich niemand auf Kosten anderer bereichert.
Das Schlimme ist, dass das keine Einzelmeinung ist. Die Umwelt formt den Menschen, alles eien Frage der Gesellschaftsordnung.
14. Apr 2007 um 00:14
Wenn man davon redet, dass manche Menschen viel besitzen, stellt man sich dann auch noch die Frage, ob es gerechtfertigt sein könnte, dass manche dieser Menschen viel besitzen? Oder ist das per se auszuschließen?
Danke für die Aufmerksamkeit.
14. Apr 2007 um 07:01
[SIZE=2]Das Schlimme ist, dass das keine Einzelmeinung ist. Die Umwelt formt den Menschen, alles eien Frage der Gesellschaftsordnung.
[SIZE=2]Das hat mit Gesellschaftsordnung gar nichts zu tun. Wenn man in die Geschichte schaut, dann stellt man fest, daß eine sich bietende Gelegenheit, sich zu bereichern, immer ausgenutzt wird. Das war auch bei den alten Germanen auch schon so - sowie sie die Möglichkeit hatten, z. B. in Rom Karriere zu machen, haben sie sie ergriffen.
14. Apr 2007 um 10:19
Wenn man davon redet, dass manche Menschen viel besitzen, stellt man sich dann auch noch die Frage, ob es gerechtfertigt sein könnte, dass manche dieser Menschen viel besitzen? Oder ist das per se auszuschließen?
Danke für die Aufmerksamkeit.
Wir hatten sie doch irgendwo, die Diskussion über Leistungs- und Bedürfnisgerechtigkeit...
14. Apr 2007 um 19:56
[SIZE=2]Das hat mit Gesellschaftsordnung gar nichts zu tun. Wenn man in die Geschichte schaut, dann stellt man fest...
dass alle Gesellschaften auf Tauschwirtschaft beruhen (abgesehen von Urgesellschaft) und den starken Abhängigkeitsmerkmalen, denke ich schon, dass da was mit der Gesellschaftsordnung in Verbindng gebracht werden sollte.
14. Apr 2007 um 20:15
dass alle Gesellschaften auf Tauschwirtschaft beruhen (abgesehen von Urgesellschaft) ...
Da will ich gleich mal einhaken:
Was genau ist denn die "Urgesellschaft"? Von welchem Zeitraum und welcher Lokalität sprichst Du denn, wenn Du den Begriff in die Menschheitsgeschichte einordnen müsstest?
14. Apr 2007 um 20:29
In dem Artikel steht dieser Satz:
Und was taten die Probanden? Sie bestraften die reichsten Mitspieler, indem sie ihnen Spielgeld wegnahmen, berichten James Fowler und seine Kollegen im Wissenschaftsmagazin "Nature".
Das ist aber kein Grund zur Entwarnung, denn WARUM taten sie das? Weil sie ebenso reich werden und an die Stelle der Reichen treten wollten. Nicht aber, um GLeichheit zu verwirklichen!
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15. Apr 2007 um 14:28
[FONT=Verdana][SIZE=2]Ich glaube Du hast etwas Nachholbedarf in marxistischem Vokabular
Was genau ist denn die "Urgesellschaft"? Von welchem Zeitraum und welcher Lokalität sprichst Du denn, wenn Du den Begriff in die Menschheitsgeschichte einordnen müsstest?Urgesellschaft bezeichnet die Kulturen der Altsteinzeit. Also alle Gemeinschaften die sich sammelnd und jagend ernähren und somit keine Klassen haben (Arbeitsteilung findet nur zwischen den Geschlechtern statt und lässt sich dadurch wegdiskutieren) und kein Privateigentum an Produktionsmitteln, da nur Boden benötigt wird, aber das Nomadenleben keinen wirklichen Besitz zulässt. Ein konkreter Startpunkt ist mir nicht bekannt[/FONT]
[FONT=Verdana][SIZE=2]Es folgt die Urgesellschaft in Auflösung, also alles ab Jungsteinzeit mit Ackerbau und daraus resultierender Vorratshaltung (wer verwaltet Überschüsse?) bis zum Aufkommen von Sklavenhaltung. Die marxistische Geschichtsschreibung sortierte hier gerne die Germanen ein.[/FONT]
15. Apr 2007 um 17:10
Aha, Alt- und Mittelsteinzeit. Da ging's den Menschen noch richtig gut, gell?
16. Apr 2007 um 00:00
[SIZE=2]Aha, Alt- und Mittelsteinzeit. Da ging's den Menschen noch richtig gut, gell?
[SIZE=2]Du wirst lachen, aber die Kommunisten haben es tatsächlich als den "Urkommunismus" bezeichnet.
[SIZE=2]
[SIZE=2]Dazu kann ich nur sagen: Jawoll! Zurück zu den Männern mit den Keulen...
:haue:
16. Apr 2007 um 18:04
Aha, Alt- und Mittelsteinzeit. Da ging's den Menschen noch richtig gut, gell?
Ja, so ist in der Tat die marxistische Interpretation. Die Urgesellschaft wird meist ziemlich golden verklärt, da sie eben noch keinen größeren Individualbesitz kannte, vor allem noch keine Anhäufung von Land und Besitz. Das gilt - immer nach marxistischer Lesart - natürlich nur für die Altsteinzeit und das frühe Neolithikum.
Seit dem späten Neolithikum und vor allem seit der Bronzezeit zerfiel diese paradiesische Urgesellschaft und wurde ersetzt durch die Sklavenhaltergesellschaft mit Fürsten. Grundbesitz und der Unterjochung des arbeitenden Menschen! :weinen: