Sep 27
2007
Vertriebene: Streit über die Geschichte
News in Der Zweite Weltkrieg 7 Kommentare »Die Vertriebenenlobby hat ihr Lieblingsthema an nordrhein-westfälischen Schulen durchgesetzt. Die Lehrer und Schüler an Gymnasien müssen sich ab sofort mit Flucht und Vertreibung der Deutschen im Zweiten Weltkrieg beschäftigen. "Junge Menschen müssen ihre Geschichte kennen", sagt NRW-Bildungsministerin Barbara Sommer (CDU). Viele der 15 Millionen Menschen, die aus den früheren deutschen Ostgebieten fliehen mussten, hätten sich in Nordrhein-Westfalen angesiedelt. "Jeder Vierte in unserem Bundesland hat familiäre Wurzeln in der alten Heimat der Vertriebenen", begründete die Christdemokratin ihren Erlass.
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27. Sep 2007 um 17:12
Sorry, aber ich sehe nicht ganz den Sinn dieses mit "flotter Schreibe" verfassten Artikels. Dass Flucht und Vertreibung ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte sind, steht ja wohl außer Zweifel. Und dass das im Geschichtsunterricht nicht verschwiegen werden darf, versteht sich ja wohl von selbst.
Man mag zu den Vertriebenverbänden stehen wie man will, aber die Autorin (die eigentlich Redakteurin bei der [I]taz[/I] ist) tut, als würde sich nun die gesamte Geschichtslehrerzunft aus Vertriebenfunktionären zusammensetzen, um die armen Kinder einer reaktionären Gesinnung zuzuführen.
Wie schrieb sie doch so schön: "[I]Die Lehrer und Schüler an Gymnasien müssen sich ab sofort mit Flucht und Vertreibung der Deutschen im Zweiten Weltkrieg beschäftigen."[/I]
No comment...
27. Sep 2007 um 21:59
Sorry, aber ich sehe nicht ganz den Sinn dieses mit "flotter Schreibe" verfassten Artikels. Dass Flucht und Vertreibung ein wichtiges Kapitel der deutschen Geschichte sind, steht ja wohl außer Zweifel. Und dass das im Geschichtsunterricht nicht verschwiegen werden darf, versteht sich ja wohl von selbst.
Man mag zu den Vertriebenverbänden stehen wie man will, aber die Autorin (die eigentlich Redakteurin bei der [I]taz[/I] ist) tut, als würde sich nun die gesamte Geschichtslehrerzunft aus Vertriebenfunktionären zusammensetzen, um die armen Kinder einer reaktionären Gesinnung zuzuführen.
Wie schrieb sie doch so schön: "[I]Die Lehrer und Schüler an Gymnasien müssen sich ab sofort mit Flucht und Vertreibung der Deutschen im Zweiten Weltkrieg beschäftigen."[/I]
No comment...
Hier hast du den Artikel nicht gelesen. Die Autorin beschreibt mit Zitaten anderer Koryphäen, dass es in allen Bundesländern bereits lange Thema an den Schulen ist. Auch ohne von oben festgesetztem Lehrplan.
30. Sep 2007 um 16:36
Hier hast du den Artikel nicht gelesen. Die Autorin beschreibt mit Zitaten anderer Koryphäen, dass es in allen Bundesländern bereits lange Thema an den Schulen ist. Auch ohne von oben festgesetztem Lehrplan.
Eigentlich pflege ich schon die Artikel zu lesen, die ich bewerte.
Ich kenne auch andere Artikel der Autorin und kann mir daher eine recht gute Meinung über ihr Weltbild machen. Das was sie über den Geschichtsunterricht schreibt ist insofern konsequent.
Leider weiß ich immer noch nicht - sieht man mal von polemischen Formulierungen ab - welchen Sinn sie ihrem Beitrag geben wollte.
Gruß
Jacobum
30. Sep 2007 um 19:11
Ich kenne auch andere Artikel der Autorin und kann mir daher eine recht gute Meinung über ihr Weltbild machen. Das was sie über den Geschichtsunterricht schreibt ist insofern konsequent.
Da die Autorin sich nicht über ihr Weltbild ausgelassen hat sondern eine Situation mit allerhand Zitaten anderer wichtiger Personen bestückt hat, ist es nicht relevant, was du von ihrem Weltbild hältst.
Sie hat als Journalistin in diesem Text informiert zu einem Statement einer Minsterin aus NRW und die Reaktionen dazu.
Gerade mal der erste Satz in dem Text ist persönlicher Natur der Verfasserin.
30. Sep 2007 um 20:19
Flucht und Vertreibung waren immer ein Thema, dem reichlich Raum im Unterricht eingeräumt wurde. Einerseits zu erklären
"Jeder Vierte in unserem Bundesland hat familiäre Wurzeln in der alten Heimat der Vertriebenen", begründete die Christdemokratin ihren Erlass. und andererseits den Eindruck zu erwecken, die aus diesen Familien hervorgegangenen Lehrer/innen hätten das nicht gebührend im Unterricht berücksichtigt - es fällt nicht leicht, da nicht satirisch zu werden.
(Alle anderen Lehrer/innen und die sachlichen Gründe für dieses Unterrichtsthema ausführlich anzuführen erübrigt sich für alle, die einigermaßen etwas vom Thema verstehen).
Eher unterbelichtet war da schon, dass Vertreibung und Flucht in Mitteleuropa nicht erst 1945 begann, sondern schon 1933 von Deutschland aus und dass zahlreiche Flüchtlinge in den Nachbarstaaten Zuflucht fanden, z.B. auch in der Tschechoslowakei.
30. Sep 2007 um 21:15
Flucht und Vertreibung waren immer ein Thema, dem reichlich Raum im Unterricht eingeräumt wurde.
Mitnichten, jedenfalls nicht zu meiner Schulzeit. Oder aber es lag am Lehrer bzw. in diesem Fall der Lehrerin.
Eher unterbelichtet war da schon, dass Vertreibung und Flucht in Mitteleuropa nicht erst 1945 begann, sondern schon 1933 von Deutschland aus
Was verstehst du denn hierbei unter "Flucht und Vertreibung"? Einerseits sollte das ganze etwas differenzierter betrachtet werden, und andererseits darf der Fokus ruhig etwas größer sein als "Mitteleuropa". Und da kommt man zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß 1933 keineswegs der "point of start" war.
01. Okt 2007 um 00:36
Was verstehst du denn hierbei unter "Flucht und Vertreibung"?
Sagen dir die Namen Albert Einstein, Thomas Mann, Stefan Heym (stellvertretend für viele Unbekannte) etwas? Stefan Heym fand in der Tschechoslowakei Zuflucht und Thomas Mann bekam sogar die Staatsbürgerschaft der Tschechoslowakei.
Einerseits sollte das ganze etwas differenzierter betrachtet werden, und andererseits darf der Fokus ruhig etwas größer sein als "Mitteleuropa".
Meine Rede. Aber im hiesigen Kontext dürfte der Konjunktiv dürfte wohl adäquater sein und ich die falsche Adresse[I][SIZE=2]"Jeder Vierte in unserem Bundesland hat familiäre Wurzeln in der alten Heimat der Vertriebenen", begründete die Christdemokratin ihren Erlass.[/I] Und da kommt man zu dem erstaunlichen Ergebnis, daß 1933 keineswegs der "point of start" war.
Für mich gar nicht erstaunlich, während es für andere schon unfassbar und ungehörig ist, wenigstens mal bis 1933 zurückzublicken und auf gewisse Zusammenhänge hinzuweisen (womit ich nicht speziell dich meine).