Jan 09
2008
Wie die Bundeswehr die Russen stoppen wollte
News in Blockbildung und Kalter Krieg 40 Kommentare »Geheime Sprengfallen, versteckte Atomminen, Autobahnflugplätze: Hobby-Historiker spüren die Reste der Festung Deutschland im Kalten Krieg auf. Die getarnten Anlagen von immensen Ausmaßen hätten den Vormarsch sowjetischer Panzer stoppen sollen.
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10. Jan 2008 um 14:46
So ganz geheim gehalten war das aber alles nicht.
Immer wieder kamen Presseberichte. Die vorbereiteten Schächte für Atomminen führten auch mindestens einmal zu einem ganz kräftigen Medienecho.
Die Schachtdeckel in Feldwegen in Grenznähe. Immer an geschickten Stellen ohne Ausweichmöglichkeit. War doch jedem klar was das war.
Analog Schweiz, alle paar Kilometer, an geschickten Stellen, zogen sich die Schächte über die Autobahn. Und werden jetzt peu a peu abgebaut.
War ich in den 60ern bei den Pfadfindern. Jugendleiterkurs, "wer im Wald irgendwo ein Depot mit Pistolen, Munition und dergleichen findet, um Gotteswillen Finger weg! Meldung an die nächste Standortkommandantur. Die wissen Bescheid. Das sind Depots die die Amis für Agenten angelegt haben, wenn die BRD von den Russen überrollt ist."
10. Jan 2008 um 16:34
Die Schachtdeckel in Feldwegen in Grenznähe. Immer an geschickten Stellen ohne Ausweichmöglichkeit. War doch jedem klar was das war.
Analog Schweiz, alle paar Kilometer, an geschickten Stellen, zogen sich die Schächte über die Autobahn. Und werden jetzt peu a peu abgebaut.
Die "Dreierschächte" als Sprengschächte waren mW nicht nur auf Feldwegen, sondern in Grenznähe auf allen gut befahrbaren Land- und Bundesstraßen vorhanden
Ein anderes Beispiel: die 4 km auf der A44, hinter Paderborn Richtung Dortmund. Durchgehend gut planiert, nur leicht und schnell entfernbare Mittelplanke. Der Untergrund dürfte gut befestigt sein. Die Strecke war - in der Region allgemein bekannt - als Landebahn und Ausweichflugplatz im Krisenfall vorgesehen.
10. Jan 2008 um 16:44
Zur Schweiz sah ich im Kurzurlaub auch "Nachkriegsüberreste", die Berge waren richtig gepanzert wenn mans so sagen will, es gab sehr viele Panzersperren, auch diese Rinnen wie Repo schon beschrieb waren angebracht, aber auch Unterstände, Bunker u. ä.
Der Großvater eines Freundes meinerseits hat noch ein Haus in dem ein Bunker im Keller eingebaut ist, das hat mich doch stark verwundert, v.a. weil ich das in meiner Gegend (BaWü) noch nie gesehen hab
Lg
Balduin
10. Jan 2008 um 16:57
Die "Dreierschächte" als Sprengschächte waren mW nicht nur auf Feldwegen, sondern in Grenznähe auf allen gut befahrbaren Land- und Bundesstraßen vorhanden
.
schon klar.
ich wollte damit nur sagen, dass dies bei feldwegen am auffallendsten war.
10. Jan 2008 um 17:06
Die Strecke war - in der Region allgemein bekannt - als Landebahn und Ausweichflugplatz im Krisenfall vorgesehen.
Eben, so auch dieses Beispiel. Durfte ich mir damals als Knirps auch ansehn, was war das ein Volksauflauf dort in der alten Heimat... :fs:
10. Jan 2008 um 17:10
Zur Schweiz sah ich im Kurzurlaub auch "Nachkriegsüberreste", die Berge waren richtig gepanzert wenn mans so sagen will, es gab sehr viele Panzersperren, auch diese Rinnen wie Repo schon beschrieb waren angebracht, aber auch Unterstände, Bunker u. ä.
Der Großvater eines Freundes meinerseits hat noch ein Haus in dem ein Bunker im Keller eingebaut ist, das hat mich doch stark verwundert, v.a. weil ich das in meiner Gegend (BaWü) noch nie gesehen hab
Lg
Balduin
Kannst dir ja mal diese Seiten anschauen:
fort.ch - Forts, Fortifikationen Schweiz, Fortifications Switzerland, Forteresse Suisse, Fortificationi Svizzera, Fortezzas Svizra, Festungen Schweiz
Schweizer Reduit - Wikipedia
GESCHICHTE
Und wenn du in der Gotthardfestung übernachten möchtest:
LA CLAUSTRA | 4-Stern Hotel im Herzen der Schweizer Alpen
10. Jan 2008 um 17:11
Zu den Sperren gibt es bei LP auch einen längeren Artikel:
Bunker, Luftschutz, Militärgeschichte, Industriegeschichte, Verkehrsgeschichte - IG lostplaces.de
Zur Schweiz möchte ich noch die Seite von Oswald Schwitter erwähnen
Willkommen
Gruß
Cisco
10. Jan 2008 um 17:28
Der Großvater eines Freundes meinerseits hat noch ein Haus in dem ein Bunker im Keller eingebaut ist, das hat mich doch stark verwundert, v.a. weil ich das in meiner Gegend (BaWü) noch nie gesehen hab
Das gab damals 50/60er Jahre Zuschüsse für Atombunkerbau.
Aber es wird mit Sicherheit noch den einen oder anderen Privatbunker aus dem Krieg geben.
Da bekamen wir mal in der Schule (Grundschule!) ein Merkblatt mit, was bei ABC-Alarm alles zu tun ist. Wie ein ABC-Schutzraum auszusehen hat usw. usf.
Meinte Papa mit der Autorität von 4 Jahren Ostfront: "Alles Unsinn, ein Erdloch im Garten tuts auch."
10. Jan 2008 um 17:39
In der Schweiz ist es mit Sicherheit keine Seltenheit, solche Bunker zu finden... glaube fast jedes Haus dort hat einen Schutzbunker.
10. Jan 2008 um 17:51
Und wenn du in der Gotthardfestung übernachten möchtest:
LA CLAUSTRA | 4-Stern Hotel im Herzen der Schweizer Alpen
Da sieht man es mal wieder. Die Deutschen demontieren für schweres Geld die mit Steuergeldern einst gebauten Sperranlagen.:motz:
Und die Schweizer, die machen ein 4 Sterne Hotel daraus und ziehen Kohle.
Schicken wir mal den Verteidigungsausschuss des Bundestages zu einem Lehrgang hin. "Über den verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern"
Aber Perlen vor die Säue.....
10. Jan 2008 um 17:53
In der Schweiz ist es mit Sicherheit keine Seltenheit, solche Bunker zu finden... glaube fast jedes Haus dort hat einen Schutzbunker.
Weiß ich nicht.
Ich sprach von Deutschland, konkret BRD 1960 oder 61
10. Jan 2008 um 18:02
In der Schweiz ist es mit Sicherheit keine Seltenheit, solche Bunker zu finden... glaube fast jedes Haus dort hat einen Schutzbunker.
Dazu gibt es hier Infos:
Schutzbauten
http://old.hev-schweiz.ch/aktuell/news/pdf/Pressemitteilung_14_6_06.pdf
Wir haben zum Beispiel in unserm Haus keinen Schutzraum, die Gemeinde stellt solchen zur Verfügung. Ältere Häuser, die zurzeit des Kalten Krieges gebaut wurden, haben alle Schutzräume.
10. Jan 2008 um 18:24
Dazu gibt es hier Infos:
Schutzbauten
http://old.hev-schweiz.ch/aktuell/news/pdf/Pressemitteilung_14_6_06.pdf
Wir haben zum Beispiel in unserm Haus keinen Schutzraum, die Gemeinde stellt solchen zur Verfügung. Ältere Häuser, die zurzeit des Kalten Krieges gebaut wurden, haben alle Schutzräume.
Bei uns nicht, wir dürfen im Freien verrecken!
Im Krieg wurden Luftschutzbunker angelegt, die etwa für ein Drittel der damaligen Bevölkerung ausreichten. Die hat man schlicht und einfach "offengelassen" bis sie so um 1965 zum Sicherheitsrisiko wurden, dann mit Brettern die Eingänge verrammelt. Inzwischen sind sie überwiegend eingefallen. Wäre alles mit geringsten Mittel zu erhalten gewesen.
Aber in diesem komischen Staat kümmert man sich um die eigenen Bürger zuletzt. :motz:
10. Jan 2008 um 18:28
Aber in diesem komischen Staat kümmert man sich um die eigenen Bürger zuletzt. :motz:
Bitte keine politischen Bekenntnisse :fs: :pfeif:
Ich drück dich mal :streichel:
10. Jan 2008 um 18:29
:motz:

"Über den verantwortlichen Umgang mit Steuergeldern"
Aber Perlen vor die Säue.....
Aber in diesem komischen Staat kümmert man sich um die eigenen Bürger zuletzt. :motz:
Ich empfehle dir einen Tee mit Honig und dazu etwas von Reinhard Mey, das ich gestern hörte.
10. Jan 2008 um 20:22
Ich drück dich mal :streichel:
Wow
Das wars, das hat mir gefehlt. Steicheleinheiten.
Danke Ursi:anbetung: (Ich bete Dich an)
10. Jan 2008 um 20:24
Ich empfehle dir einen Tee mit Honig und dazu etwas von Reinhard Mey, das ich gestern hörte.
Reinhard Mey ist gut, sogar sehr gut.
Aber Tee ist nix, Bier mit Körnern ist besser.
Aber am besten ist Trollinger.
Korrigiere, für heute ist ein Schwarzrieling vorgesehen.
16. Jan 2008 um 22:27
Wenn man sich die Verteidigungsdoktrin der Nato und gewisse Planspielchen der Militärs ansieht, kann es einem heute noch kalt den Rücken herunterlaufen.
Offenbar stellten sich die Herren das so vor, das man einen modernen Krieg in Mitteleuropa führte, der spätestens am Rhein ein atomarer werden würde, während die Bevölkerung ganz normal zur Arbeit geht und darauf wartet, das der "freie Westen" am Rhein die "rote Flut" stoppt und sie beim Gegenangriff wieder befreit. Planquadrat B ein Gebiet so groß wie der regierungsbezirk Kassel wurde da mit 2 Hiroshimabomben belegt, denn die Natopanzer waren angeblich strahlensicher. Das man irgendwann auch mal wieder rausklettern muss, schien völlig verdrängt zu sein.
Trotzdem war das aber eigentlich eine eher gefühlte Bedrohung, denn die Zahl der Atommächte war damals noch überschaubar.
17. Jan 2008 um 08:29
Wenn man sich die Verteidigungsdoktrin der Nato und gewisse Planspielchen der Militärs ansieht, kann es einem heute noch kalt den Rücken herunterlaufen.
Offenbar stellten sich die Herren das so vor, das man einen modernen Krieg in Mitteleuropa führte, der spätestens am Rhein ein atomarer werden würde, während die Bevölkerung ganz normal zur Arbeit geht und darauf wartet, das der "freie Westen" am Rhein die "rote Flut" stoppt und sie beim Gegenangriff wieder befreit. Planquadrat B ein Gebiet so groß wie der regierungsbezirk Kassel wurde da mit 2 Hiroshimabomben belegt, denn die Natopanzer waren angeblich strahlensicher. Das man irgendwann auch mal wieder rausklettern muss, schien völlig verdrängt zu sein.
Trotzdem war das aber eigentlich eine eher gefühlte Bedrohung, denn die Zahl der Atommächte war damals noch überschaubar.
Im "Schweizer Soldat" wurden vor ein paar Jahren die Warschauer Pakt Planungen veröffentlicht.
Dasselbe in Rot.
Da wäre nichts zu erobern, da wäre nichts zu verteidigen geblieben.
19. Jan 2008 um 12:38
Ein anderes Beispiel: die 4 km auf der A44, hinter Paderborn Richtung Dortmund. Durchgehend gut planiert, nur leicht und schnell entfernbare Mittelplanke. Der Untergrund dürfte gut befestigt sein. Die Strecke war - in der Region allgemein bekannt - als Landebahn und Ausweichflugplatz im Krisenfall vorgesehen.
Sowas heißt "Taktische Gerade". Nachdem Anfang 1963 das von General Kammhuber, dem ersten Luftwaffeninspekteur, entwickelte Konzept einer mit VTOL-Flugzeugen ausgerüsteten, von festen Start-und Landebahnen unabhängigen Luftwaffe aus technischen Und Kosten-Gründen aufgegeben worden war, wurden auf den Autobahn-Neubaustrecken an vielen geeigneten Stellen solche "Taktischen Geraden" eingeplant.
Das ist übrigens keine deutsche Spezialität. Von Schweden bis Spanien sind solche "Taktischen Geraden" verbreitet.
Übrigens: Der frühere amerikanische Militärflughafen Neubiberg Air Base ist aus einem Autobahnstück entstanden.
VTOL = Vertical Take-Off and landing.
22. Jan 2008 um 17:25
Sowas heißt "Taktische Gerade". Nachdem Anfang 1963 das von General Kammhuber, dem ersten Luftwaffeninspekteur, entwickelte Konzept einer mit VTOL-Flugzeugen ausgerüsteten, von festen Start-und Landebahnen unabhängigen Luftwaffe aus technischen Und Kosten-Gründen aufgegeben worden war, wurden auf den Autobahn-Neubaustrecken an vielen geeigneten Stellen solche "Taktischen Geraden" eingeplant.
Das ist übrigens keine deutsche Spezialität. Von Schweden bis Spanien sind solche "Taktischen Geraden" verbreitet.
Übrigens: Der frühere amerikanische Militärflughafen Neubiberg Air Base ist aus einem Autobahnstück entstanden.
VTOL = Vertical Take-Off and landing.
Die VJ 101 die letzte Konstruktion des alten Heinkel Teams Schwärzler/Günther.
Als der M47 Panzer ausgemustert wurde, wurde zeitweise diskutiert dieselben einzugraben entlang der Zonengrenze als "Festungsgeschütze".
Hatten die Russen schon 41 praktiziert.
Auch die Russ.-Pakriegel von Kursk wurden als Vorbild genannt. Die teure Panzerarmee sei ineffizient.
23. Jan 2008 um 18:47
Als der M47 Panzer ausgemustert wurde, wurde zeitweise diskutiert dieselben einzugraben entlang der Zonengrenze als "Festungsgeschütze".
Hatten die Russen schon 41 praktiziert.
Auch die Russ.-Pakriegel von Kursk wurden als Vorbild genannt. Die teure Panzerarmee sei ineffizient.
Es gab im Hinblick auf die Ablösung der M47 und M 48, die sowohl bie Panzergrenadierdivisionen als auch den Panzerdivisionen der Bundeswehr eingesetzt waren, einen erbitterten Richtungsstreit.
Die eine Richtung wollte soviel Leo 1 wie möglich, um bei einem sowjetischen Angriff die Panzerarmeen in einer Panzerschlacht nach Weltkrieg 2-Muster beweglich zu bekämpfen.
Die Gegenmeinung hielt es für erfolgversprechender, auf Kampfpanzer fast vollständig zu verzichten und stattdessen mehr Panzergrenadierdivisionen mit sehr vielen Jagdpanzern Kanone 90mm aufzustellen. Man glaubte, für den Preis eines Leopard 1 drei Jagdpanzer beschaffen zu können, da die komplexe Turmtechnik, vor allem wenn man die Kanonenstabilisierung denkt, im Vergleich zur Kasemattbauweise der Jagdpanzer außerordentlich teuer ist.
Zum Zeitpunkt dieses Streits galt noch die NATO-Philosophie der "Massiven Vergeltung". In der frühen Bundeswehr glaubten viele nicht daran, dass die USA bei einem konventionellen Angriff in Europa nuklear zurückschlagen würden. Es waren ja, unter anderem durch Veröffentlichungen im SPIEGEL, amerikanische Planungen bekannt geworden, in einem solchen Fall sehr beweglich notfalls bis zu den Pyrenäen zurückzugehen, unter Zurücklassung großer Kessel, zB in der Ardennen und im französischen Zentralmassiv. Spätestens aus den Pyrenäen, möglichst jedoch früher, sollte dann nach Heranführung amerikanischer Verbände über Spanien und Portugal, der große konventionelle Gegenangriff erfolgen.
Angesichts dieses Szenarios hielt ein Teil der Bundeswehrführung einen sehr starken Riegel von Kanonenjagdpanzern für die einzige Möglichkeit, einen massiven Panzerangriff in der norddeutschen Tiefebene abzuwehren und eine Besetzung der Bundesrepublik zu verhindern. Der Jagdpanzer IV, nach dessen Vorbild der Jagdpanzer Kanone 90mm entwickelt wurde, war im 2. Weltkrieg als eine hervorragende Abwehrwaffe bei den Alliierten gefürchtet.
Bei diesem Konzept musste man jedoch in Kauf nehmen, dass dann, wenn der Riegel nicht hielt, keine weitere Abwehrmöglichkeit mehr bestand. Eine bewegliche Kampfführung war mit den Jagdpanzern Kanone im Gegensatz zu den Leopard1 nicht möglich, natürlich auch keine Gegenangriffe.
Durchgesetz hat sich letztlich das Konzept, auf Kampfpanzer in Großverbänden zu setzen. Dass von dem Jagdpanzer nur gegen 750 Stück gebaut wurden, hing auch damit zusammen, dass die Kanone 90 mm gegen sowjetische Panzer ab dem T-64 nur noch auf recht kurze Kampfentfernung, etwa 800 m, wirksam war. Bei der Kasemattbauweise konnte man technisch auch nicht auf eine größere Kanone umstellen.
31. Aug 2008 um 17:50
Manchmal denke ich wirklich, einige glauben an den Weihnachtsmann.
Meine Güte, Ihr guckt zu viele James Bond Filme.
31. Aug 2008 um 21:21
Manchmal denke ich wirklich, einige glauben an den Weihnachtsmann.
Meine Güte, Ihr guckt zu viele James Bond Filme.
Auf "unserer" damaligen Seite war man auch nicht besser. Ich kann mich erinnern, das uns mal ein Szenario geschildert wurde, bei dem auf dem Rügendamm in Stralsund ein Atombombe gezündet wurde.
Es ging dabei um Bunker und das überleben von schlagkräftigen Einheiten.
Am Ende fragte einer was denn für die Zivilbevölkerung vorgesehen sei.
Die Frage hatte wohl keiner erwartet.
31. Aug 2008 um 21:30
Am Ende fragte einer was denn für die Zivilbevölkerung vorgesehen sei.
Die Frage hatte wohl keiner erwartet.
Die Frage war hier auch nicht wirklich vorgesehen.... Wenn wir damals richtig informiert wurden, war die erste von der NATO angepeilte Verteidigungslinie im sogen Ernstfall der Rhein.
31. Aug 2008 um 21:33
Am Ende fragte einer was denn für die Zivilbevölkerung vorgesehen sei.
Ein offizieller US-Vorschlag zur Lösung des Problems:
Duck and Cover
Erschreckend. Gab es so etwas auf "östlicher" Seite auch?
31. Aug 2008 um 22:02
Ein offizieller US-Vorschlag zur Lösung des Problems:
Duck and Cover
Erschreckend. Gab es so etwas auf "östlicher" Seite auch?
Erschreckend wie die Zivilbevölkerung "verarscht" wurde und wahrscheinlich immer noch wird.
Besonders die Scene beim Picknick. Haben die das wirklich geglaubt? Wahrscheinlich, denn woher sollten sie es besser wissen.
Also zu meiner Zeit (bin Jahrgang 66) gab es das in der Form nicht.
Ich müßte mal meine Mutter fragen, ob es sowas in der SU gab.
Ich kann mich nur an Filme erinnern, bei denen die verschiedenen Auswirkungen von Atomwaffen (an Gebäuden, Fahrzeugen und Tieren) gezeigt wurde. Bei der NVA wurde zwar das Deckungsuchen nach einen Lichtblitz geübt, aber dann auch mehr Wert auf das Verhalten danach gelegt (Dekontaminieren von Technik unter Vollschutz).
Aber so richtig ernst haben wir das nicht genommen.
31. Aug 2008 um 22:34
Erschreckend wie die Zivilbevölkerung "verarscht" wurde und wahrscheinlich immer noch wird..
Vor ein paar Jahren kam im "Schweizer Soldat", eine Schweizer Militärzeitschrift, ein Artikel in dem sowjetische Planungen eines Angriffs auf Westeuropa mit den "benötigten Mengen" an Atomsprengköpfen beschrieben werden.
Man darf wohl davon ausgehen, dass die Nato-Planungen ähnlich aussahen...
Overkill
Das einzig erstrebenswerte in so einem Fall wäre einen Volltreffer abzukriegen. Geht zumindest schnell.
31. Aug 2008 um 23:35
Die Frage war hier auch nicht wirklich vorgesehen.... Wenn wir damals richtig informiert wurden, war die erste von der NATO angepeilte Verteidigungslinie im sogen Ernstfall der Rhein.
Wenn ich mich richtig erinnere, hatten wir unsere Stellung direkt an der DDR-Grenze, mit dem Auftrag den russischen Vormarsch so lange aufzuhalten, bis richtige Soldaten kämen. Nein, Spaß beiseite. Wir sollten in der Tat den Vormarsch so lange verzögern bis evtl. am Rhein eine Front gebildet werden konnte. Ein schnelles Ausweichen hätte dann wohl einen atomaren Schlag amerikanischer und französischer Raketen gegen die vorrückenden WP-Truppen bedeutet. Naja, mir wär es da wohl schon egal gewesen.
01. Sep 2008 um 11:16
Was ich oben unter #23 geschrieben habe, bezieht sich auf die Zeit um 1960 bis etwa 1963.
Wer sich seriös mit dem Thema für die Zeit danach bis 1990 beschäftigen will, dem empfehle ich, mal diesen Aufsatz (erschienen in der FAZ vom 11. August 2008) zu lesen:
http://www.swg-hamburg.de/Geschichtspolitik/Praventiver_Nuklearkrieg_in_Europa.pdf
Dr. Hans Rühle war lange Zeit (unter Schmidt und Leber) Leiter der Planungsabteilung im Verteidigungsministerium in Bonn.
01. Sep 2008 um 11:27
Zu meiner NVA Zeit mussten wir noch trainieren.
Da kam der Befehl "Atomangriff von links".
Wir mussten uns dann schnell unter einer grünen Plastikplane verbergen.
Ich habe das verweigert.
Der Offizier fragte, Genosse Flo, warum machen sie das?
Ich sagte, wissen sie was, ich mache diesen Unsinn nicht mit. Wenn schon tot, dann alle und ihr in euren Bunkern habt auch nur Nahrung für 30 Tage. Und wenn es zum Ernstfall nur mit Gewehren kommt, laufe ich weg.
Das hat mir wieder 10 Tage Knast eingebracht.
Aber ich lebe immer noch.
01. Sep 2008 um 14:01
Da kam der Befehl "Atomangriff von links".
Und bei einem Atomangriff von rechts wäre es die blaue Plastikplane gewesen ;-)
Ne wirklich, solche Übungen sind ja absolut lächerlich - da paßt Dein "Bernd das Brot"-Spruch besonders gut.
01. Sep 2008 um 15:08
Und bei einem Atomangriff von rechts wäre es die blaue Plastikplane gewesen ;-)
Ne wirklich, solche Übungen sind ja absolut lächerlich - da paßt Dein "Bernd das Brot"-Spruch besonders gut.
Das mit dem "Atomangriff von links" bezog sich (ähnlich wie bei dem Film YouTube - Duck and Cover) mehr auf den Lichtblitz.
Es ging dabei darum wohin man sich mit Gasmaske und Plane zu schmeissen hatte. Natürlich alles nach Zeit.
Die Plane sollte aber in Verbindung mit Gasmaske auch vor chemischen und biologischen Angriffen schützen.
Leider hatte diese Plane eine Einheitsgröße. Leute mit eine Länge von mehr als 1,90 m hatten da ganz schöne Probleme.
01. Sep 2008 um 15:15
Leider hatte diese Plane eine Einheitsgröße. Leute mit eine Länge von mehr als 1,90 m hatten da ganz schöne Probleme.
Aber wenn es geregnet hat und man Wache schieben musste, war sie ganz nützlich.
Da waren da auch noch diese Dosimeter, die man unter den Achseln tragen musste und immer gedrückt haben. Wehe, man hat sie vergessen.
Was die sollten, habe ich nie rausgefunden.
Man sagte mir mal, die schützen nicht. Wenn du tot bist, können die anderen aber sehen, wie viel Strahlung du abbekommen hast.
Na toll.
01. Sep 2008 um 15:52
Sehen wir es mal andersrum.
Wie oft hätte es zwischen 1947 und 1989 in Europa gekracht, hätte es keine Atombombe gegeben?
Ein Hoch den Kernwaffen?:confused:
01. Sep 2008 um 20:02
Von diesen Anlagen gab es besonders viele im "Fulda-Gap", weil befürchtet wurde, wenn "der Russe kommt", kommt er dort.
02. Sep 2008 um 20:46
Auf "unserer" damaligen Seite war man auch nicht besser. Ich kann mich erinnern, das uns mal ein Szenario geschildert wurde, bei dem auf dem Rügendamm in Stralsund ein Atombombe gezündet wurde.
Das wäre echt ne Katastrophe geworden, wenn der alte Rügendamm eine Atombombe abbekommen hätte. Rügen wäre abgeschnitten.
Der Ernstfall für Rügen kam übrigens nicht mit einer Atombombe sondern mit massiven Schneefall um Silvester 1978/79.
Reportage: Der Katastrophenwinter 1978/79 | MDR.DE
und ein paar Fotos von der Insel Fehmarn zur selben Zeit:
Ostholstein im Schnee 1979
02. Sep 2008 um 20:53
Rügen wäre abgeschnitten.
Ich muss sagen: Ich mag den Humor, der hier manchmal herrscht.
02. Sep 2008 um 22:40
Ich muss sagen: Ich mag den Humor, der hier manchmal herrscht.
Humor?
Die meisten hier glauben, was sie schreiben.
04. Sep 2008 um 01:06
Ich muss sagen: Ich mag den Humor, der hier manchmal herrscht.
Wenn ich humorig bin dann nicht manchmal sondern vollständig. :devil:
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