Mai 08
2008
Femininer Pharao
News in Das Alte Ägypten 8 Kommentare »Das seltsam androgyne Erscheinungsbild des ägyptischen Pharaos Amenhotep IV., besser bekannt unter dem Namen Echnaton, hat seinen Grund offenbar in einer seltenen Erkrankung. Das vermuten jedenfalls die Forscher um Irwin Braverman von der Yale University in New Haven, nachdem sie zahlreiche Bildnisse des Herrschers aus der 18. Dynastie studierten.
Weiterlesen »
Weiterlesen »
08. Mai 2008 um 11:14
Mich würde an dieser Stelle interessieren, warum man von Bildern und Skulpturen her interpretiert :confused:

Angesichts der Tatsache, dass man keine Leiche des Pharao, seiner Frau oder deren Kindern zu Studienzwecken zur Verfügung hat, finde ich Spekulationen mehr als mutig. Gerade was Kunst angeht, ist es doch bekannt, dass nach möglichkeit stilisiert wird, hin zum Schönheitsideal. Wie kann man also Bilder und Skulpturen als "Beweismittel" ins Feld führen um derartige Ergebnisse zu Tage zu fördern?
Sieht mir nicht wirklich nach solider wissenschaftlicher Arbeit aus, sondern mehr nach Geldmacherei, wenn ich mir überlege, wie hier die Faszination über Echnaton und Nofretete dazu dient, derart seltsame "Wissenschaft" zu betreiben. Aber ich kann mich auch irren, vielleicht klärt mich ja jemand auf
08. Mai 2008 um 11:39
Auffäligerweise zeigen die meisten der Abbilder dieses Pharao das gleiche Bild.

Man sieht andeutung einer weiblichen Brust, ein langes und kantiges Kin und diesen überaus großen Eierkopf. Aber auch die Hüften Echnatons(und auch die seines Sohnes Tutanchamun, was deiner Aussage es gebe keine Leiche von seinen Kindern wiederspricht) ähneln viel mehr eines weiblichen Körpers. Aus diesen Grund kann man nicht ausschliessen das er unter dieser oder ähnlicher Krankheit gelitten hatt.
Es ist eine der vielen Theorien über die offnen Fragen dieser Dynastie aber keine Geldmacherei.
vieleicht lohnt es sich das Buch mal zu lesen^^
Gruss: Mateusz
08. Mai 2008 um 11:42
@Mateusz90: ...seines Sohnes Tutanchamun
Das wird vermutet, ist aber nicht sicher.
08. Mai 2008 um 12:03
ja sicher ist man sich da nicht, wie in vielen Fällen der antiken Geschichte.

aber wen man bedenkt das Tutanchamun erst 9 Jahre jung war als er den Trohn bestieg, nach einer Regentschaft Echnatons von 16 Jahren, kann man davon ausgehen das er nicht der Sohn von Amenhotep III.(den Vorgänger Echnatons) war.
Und wen man noch die körpelichen Merkmale berücksichtigt (den eierförmigen Kopf, die breiten Hüften usw.) kann man nur davon ausgehen das er der Sohn Echnatons war.
Oder kennst du sonst noch irgend welsche Abbildungen von Personen aus dieser Dynastie die, die gleichen körperlichen Merkmale aufweisen?
Gruss
08. Mai 2008 um 13:01
Gerade was Kunst angeht, ist es doch bekannt, dass nach möglichkeit stilisiert wird, hin zum Schönheitsideal. Wie kann man also Bilder und Skulpturen als "Beweismittel" ins Feld führen um derartige Ergebnisse zu Tage zu fördern?
Nun hat man ja Abbildungen zahlreicher anderer Persönlichkeiten zum Vergleich, man kann also schon feststellen, was das Schönheitsideal war. Und dann kann man auch auffällige Abweichungen von diesem Schönheitsideal feststellen.
08. Mai 2008 um 16:33
Doch auch da wäre ich vorsichtig... Die sog. "Amarna-Kunst" stellt auch stilistisch eine Besonderheit dar. Schließlich waren die von Picasso und Braque gemalten Damen nicht wirklich kantig...
Bei Hatschepsut übrigens das Gegenteil: Frühe Darstellungen zeigen sie als Frau, dann verschwinden ihre Brüste, und am Ende trägt sie einen Bart... Testosteronpräparate?
08. Mai 2008 um 18:09
Bei Hatschepsut übrigens das Gegenteil: Frühe Darstellungen zeigen sie als Frau, dann verschwinden ihre Brüste, und am Ende trägt sie einen Bart... Testosteronpräparate?
Der Bart gehörte zu den pharaonischen Insignien. Er war nicht gewachsen sondern wurde angebunden. Insofern muss man nicht von einem echten Damenbart ausgehen.
08. Mai 2008 um 18:28
@ deSilva
und der Bart den sie auf vielen Reliefs hatt ist der Zeremonienbart, 

1. mag ja sein das die ''Amarna-Kunst'' Besonderheiten dar stellt.
aber ist dir auch aufgefallen das die oben genannten Körpermerkmale nur bei Echnaton und bei anderen die aus dem Königsgeschlecht stammen auftretten?
2. Dass Hatschepsut auf späteren Abbildern als Mann dargestelt wird ist nicht verwunderlich. Sie selbst sah sich als König ''weiblicher Horus'' und ''mächtiger Stier'' also als Mann. Wahrscheinlich aus dem Grund, weil normaler weise nur Männer die Rolle des Pharao übernahmen und die Frauen die der Gottesgemahlin.
Sie wollte keine Ausnahme sein und legte die Frauenkleider ab und lies sich sei jeher als Mann verewigen. Da ist es auch verständlich das sie seit da ohne Brüste abgebildet wird oder?
den hatt sie sich nicht wachsen lassen oder so
Gruss: Mateusz