Sie beschäftigen sich seit 15 Jahren mit Schinderhannes, haben mehr als 1000 Justizakten aus dem 18. und 19. Jahrhundert aufgearbeitet, sogar in Brasilien recherchiert. Was fasziniert Sie an Johannes Bückler alias Schinderhannes?

Es ist nicht nur die Lebensgeschichte von Johannes Bückler, sondern es ist wie ein Kriminalstück, das man nach 200 Jahren lösen kann und das erstaunlicherweise bisher niemand gelöst hat. Ein Beispiel: Es gibt Berichte, Schinderhannes wäre auf dieser oder jener Mühle gewesen, hätte die Müllersfrau totgeschlagen und das Geldkörbchen gestohlen. Irgendwann, viele Jahre später, fällt mir im Frankfurter Stadtarchiv aus einem riesigen Aktenstapel ein einzelner Zettel in die Hände: ein Schreiben des Müllers an die Stadt Frankfurt. Darauf wird der Name des Täters genannt. Siehe da, es war nicht Schinderhannes selbst, sondern einer aus seinem Umfeld.
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